Die Dicke und die Dünne

Hier habe ich eine Geschichte für Anorektikerinnen.

Es gibt zwei Welten. Es muss zwei Welten geben, denn wir reden nicht von der gleichen Welt. Wir reden von verschiedenen Welten.
In der Innenwelt wohnt die Dicke. Die Dicke ist nicht besonders beliebt. In der Innenwelt ist sie verachtet, und die in der Außenwelt behaupten, es gäbe sie nicht.
In der Außenwelt wohnt die Dünne. Auch die Dünne ist nicht sehr beliebt, denn in der Außenwelt macht sie allen Leuten Sorgen, und in der Innenwelt glaubt man nicht an sie.
Die Dicke aus der Innenwelt glaubt nicht an die Dünne von der Außenwelt. Sie wundert sich nur, dass ihr Leute begegnen, die behaupten, dass sie sie täglich treffen.
Die Dünne aus der Außenwelt glaubt auch nicht an die Dicke von der Innenwelt. Sie wundert sich nur, dass die Person, die es am meisten betrifft, erklärt, dass sie die Dicke täglich sieht.
Wer hat nun recht? Die an die Dicke glauben, oder die an die Dünne glauben?
In den Köpfen von Menschen gibt es beide, die Dünne und die Dicke. Sie wohnen nur in verschiedenen Welten. Sie leben auf verschiedenen Planeten.
Im Zeitalter der Technik ist der Besuch anderer Planeten eine Frage der Transportmittel. Ich kann mir vorstellen, ich besteige eine spezielle Kapsel, die mich für eine begrenzte Zeit von der Innenwelt hinüberbringt zur Außenwelt. Das könnte angenehm sein, denn auf dem Weg dorthin bin ich die Dicke los, von der ich lang schon Urlaub machen möchte. Der Preis, den ich dafür zu zahlen habe, ist, dass ich bei einem Besuch in der Außenwelt der Dünnen begegnen könnte, an die ich nicht glaube und vielleicht auch gar nicht glauben möchte. Und die Dünne sieht ja angeblich schlimm aus, aber wer weiß. Ich stelle mir vor, dass gleichzeitig mit mir, sozusagen im Austausch, von der Außenwelt ein zweites Raumschiff startet, das zur Innenwelt fliegt und einen Urlaubsbesuch in der Welt der Dicken macht. Dann können sie sich einmal vorstellen, wie es ist, Tag für Tag mit ihr zusammen zu wohnen und bestreiten nicht mehr, dass sie da ist.
Ich werde diese Reise nur wenige Male machen. Wozu soll ich mich dieser Mühe unnötig oft unterziehen? Denn später schicke ich die Dicke selbst auf die Reise zu der Dünnen, damit sie sich austauschen und voneinander lernen. Denn ich möchte, dass die Dicke von der Dünnen lernt, und die anderen möchten, dass die Dünne von der Dicken lernt. Ich bleibe zuhause und mache Urlaub von der Dicken.
Wenn sich die beiden miteinander austauschen und in der Mitte treffen, auf halbem Weg… von wegen halb: sie könnten sich ja auch an einem dritten Planeten treffen, wie Unterhändler, die an einem dritten Ort ein Mittel finden, das die Gläubigen im Reich der Dicken und die Gläubigen im Reich der Dünnen zu einer Gemeinschaft macht, und sie gründen miteinander den Es-ist-ganz-anders-Planeten. Und sie wohnen miteinander auf dem Es-ist-ganz-anders-Planeten und tauschen und teilen alles miteinander. Und auf dem Es-ist-ganz-anders-Planeten gibt es keine Innenwelt und keine Außenwelt, und die Dicke und die Dünne geben sich die Hand und folgen einem anderen, einem ganz eigenen Weg.

Ausbrüche

Ich bin es gewohnt, bei allem, was mir widerfährt und nicht gefällt, zu fragen: „Wofür kann ich das denn immerhin noch nutzen?“ Nun hatte ich vor einiger Zeit eine Magen-Darmgrippe. Ich wachte morgens auf und wusste: Es war nur eine Frage der Zeit, und ich würde mich übergeben. Mehrmals wahrscheinlich, vielleicht viele Male. Nun also: Wofür kann ich das noch nutzen? Ich widmete jeden Gang zum Bad einer Erfahrung, einer Zeit, einer Person, die mich verletzt hatte. Es waren kraftvolle, befreiende Ausbrüche, die mir in ausgezeichneter Erinnerung geblieben sind.

Das gute Gel

Ein befreundeter Arzt hat mir erzählt:

„Früher hielt ich nichts von Placebos – bis ich in meiner Praxis einer Patientin ein Schmerzmittel geben wollte und kurz den Raum verließ, um es zu holen. Als ich zurückkehrte, war die Frau ohne Medikament verschwunden. Wochen später kam sie wieder: ‚Könnte ich noch einmal etwas von diesem fantastischen Gel haben?‘ bat sie mich. ‚Was hat sie denn damals mitgenommen?‘, fragte ich die Arzthelferin. ‚Die Kontaktflüssigkeit fürs EKG‘. ‚Dann gib ihr davon etwas mit.'“

Das Vermächtnis

Zum Schmerz der Trauer gehört es, dass Vergangenes verloren erscheint, und dass es nicht mehr möglich scheint, dem Verstorbenen etwas an Liebe zurückzuschenken. Der bis dahin stetig sich fortsetzende Kreis von Geben und Nehmen ist unterbrochen; die Hinterbliebenen bleiben gewissermaßen auf ihrer Liebe (und auf ihren Versäumnissen) sitzen und können das empfangene Gute, wie es scheint, nicht mehr erwidern. In diesen Zusammenhang gehört die Vermächtnisintervention. Der Therapeut oder die Therapeutin sagt sinngemäß zu den Trauernden:

Sie haben mir viel Gutes über Ihren verstorbenen Bruder erzählt. Er ist bestimmt ein sehr liebevoller Mensch gewesen. Verstanden habe ich, dass er sehr gut zuhören konnte, dass er geduldig war, dass er sich rührend um seine Angehörigen gekümmert hat, dass er einen besonderen Humor hatte…

Ich habe den Eindruck, dass diese Begabungen auch bei Ihnen vorhanden sind. Vielleicht hat er Sie damit angesteckt. Ganz sicher hat er Ihnen viel gegeben, was Ihnen bleibt. Das ist ein Geschenk, so wie ein Vermächtnis, von dem Sie etwas an einander weiter geben können – jetzt ganz besonders an die anderen, die um ihn trauern. Sie können dieses Gute, was Sie von Ihrem Bruder erhalten haben, an die Menschen weiter geben, die er geliebt hat. Sie können es an Ihre Kinder weitergeben, an Ihre Schüler, an alle Menschen, denen Sie etwas Gutes geben möchten.

Was meinen Sie – ist es in seinem Sinne, wenn Sie das Gute, was er Ihnen geben konnte, so an die anderen weitergeben?
Dann würde er gewissermaßen durch Sie handeln und durch Sie weiter andere beschenken?
Dann handeln sie ja auch in seinem Namen, wenn Sie das Gute tun, was er sonst täte?
Dann geben Sie ihm ja auch etwas zurück, oder nicht?
Denn das, was Sie in seinem Sinne und in seinem Namen tun, das geben Sie auch ihm als Dank zurück. Kann man das so sehen?

Dann hat ihr Bruder noch nicht aufgehört, der Welt etwas zu schenken, und Sie können so noch lange Zeit Ihren Bruder beschenken.

Der Kloß im Hals

Vor einiger Zeit hatte ich eine Klientin hier, die litt unter einer diffusen Angst, die sich immer wieder in Panik steigerte – eine sogenannte „generalisierte Angststörung“. Nun beabsichtigte sie, eine größere Reise zu machen – aber die Vorstellung, mit ihrer Angst im Ausland zu sein, steigerte ihre Angst noch mehr. So kam sie in Therapie. Ich bat die Klientin, sich vorzustellen, die Angst wäre eine Struktur ihr gegenüber an der Wand, und sie könnte sie sehen. Es entwickelte sich der folgende (um Redundanz zu vermeiden, etwas gekürzte) Dialog:

„Ich kann das nicht nach draußen projizieren. Es ist wie ein Kloß im Hals.“
„Ein Kloß im Hals? Könnte man den nicht essen? Vielleicht mit Messer und Gabel zerteilen?“
„Nein, er sitzt fest.“
„Ist der Kloß hohl oder gefüllt?“
„Er ist mit Wasser gefüllt.“
„Und außen herum ist eine Haut?“
„Ja.“
„Was passiert, wenn Sie ein Loch in die Haut pieksen dann?“
„Das Wasser fließt weg.“ (Die Klientin beginnt zu weinen.)
„Und fließt wohin?“
„In den Magen.“
„Und dann wird es weiter laufen, bis es irgendwann in einen Bach mündet, und der fließt in einen größeren Bach, und der fließt dann vielleicht in die Nahe, und die fließt in den Rhein, ja?“
„Ja.“
„Und der Rhein fließt ins Meer. Da kommen Sie an Ihren Kloß ja gar nicht mehr heran! Werden Sie Ihn denn dann nicht vermissen?“
„Nein, überhaupt nicht.“
„Und wenn Sie am Meer stehen, werden Sie sich dann nicht wünschen, dass seine Tropfen zu Ihnen zurückkehren?“
„Nein, bestimmt nicht.“
„Ja, aber der Kloß ist vielleicht ganz unglücklich ohne Sie!“
„Das ist mir egal.“
„Aber dann sind Sie Ihren Kloß ja ganz los! Was machen Sie denn so ganz ohne Kloß?“
„Mich freuen.“
„Ja, dann brauchen Sie mich ja jetzt gar nicht mehr. Vermissen Sie die Therapie dann nicht?“
„Das geht schon in Ordnung.“
„Dann müssen wir uns wohl damit abfinden, dass Sie keine Therapie mehr brauchen.“
„Das wird schon klappen…“.

Das Problem, das seit etwa einem dreiviertel Jahr bestanden hatte, war damit aufgehoben.

Die Giraffe und die Unterführung

Hier eine Geschichte, die mein Kollege Dr. Elmar Hatzelmann geschrieben hat und die ich sehr mag.

Es war einmal eine Giraffe. Sie wohnte gegenüber vom Bahnhof in einer netten Wohnung und mußte jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit fahren. Es gab zwei Wege zum Bahnhof: rechtsherum über den beschrankten Bahnübergang – das war der lange Weg. Oder linksherum zur Unterführung – ein kurzer Weg. Leider war sie zu groß für die Unterführung und mußte daher immer den langen Weg über den Bahnübergang nehmen. Das war natürlich sehr beschwerlich und kostete sie immer viel Energie und Zeit, die sie lieber anders genutzt hätte. Daher wurde es ihr eines Tages zu bunt, und sie entschloss sich, in der Stadt eine andere Wohnung zu suchen.
Leider hatte sie wenig Glück, denn aufgrund ihrer Größe gab es wenig Auswahl an schönen Wohnungen, oder aber die Zimmer waren viel zu teuer. So wurde sie immer trauriger und fast ein bisschen hoffnungslos und depressiv. Wie sollte es bloß weitergehen? Eines Tages ging sie wieder deprimiert und hoffnungslos aus dem Haus und schlug aufgrund ihrer Traurigkeit versehentlich den falschen Weg ein und ging Richtung Unterführung. Aber – welche Überraschung! Dieses Mal passte sie durch die Unterführung, da sie den Kopf so tief hängen ließ. Als sie plötzlich wahrnahm, dass sie durch die Unterführung passte, wurde es ihr ganz leicht ums Herz zumute. So einfach lösten sich ihre Probleme: Sie konnte in ihrer hübschen Wohnung bleiben, brauchte jetzt nicht mehr umzuziehen und war damit alle Sorgen los.

Fräulein Gehirn

Hier noch ein Nachtrag. Das ist eine zweite Geschichte, die ich Anna in ihrer ersten Therapiestunde erzählt habe. Seitdem unterhält sie sich öfter mit ihrem Gehirn – etwas, was wir vielleicht alle manchmal tun sollten.

Du weißt natürlich, dass du ein Gehirn hast, und dass es denken kann, nicht wahr? Hast du schon einmal mit deinem Gehirn gesprochen? Nein? Dann ist ja heute Zeit, um damit anzufangen. Wie heißt denn dein Gehirn? Ist es ein Mann oder eine Frau?
Sehr gut… Du kannst also zu deinem Gehirn sagen: „Guten Tag, Fräulein Gehirn!“ und bestimmt wird es antworten: „Guten Tag, liebe Anna“. Du kannst es fragen: „Liebes Fräulein Gehirn, könntest du mir dabei helfen, mich immer zu konzentrieren, wenn meine Lehrerin die Hausaufgaben erklärt?“, und Fräulein Gehirn wird dir antworten: „Natürlich kann ich das, liebe Anna, du hast mich nur noch nie danach gefragt.“ „Ach so“, kannst du dann sagen, „dann bitte ich dich jetzt darum. Würdest du mich bitte immer wach und konzentriert sein lassen, wenn die Lehrerin die Hausaufgaben erklärt, liebes Fräulein Gehirn?“ „Aber selbstverständlich, liebe Anna!“

Annas U-Boot

Hier eine Geschichte zu einem Kind namens Anna, das ich neulich kennenlernen durfte. Der Effekt des beschriebenen Vorgehens war durchschlagend, also, Mutter und Tochter waren mit dem Ergebnis der ersten Therapiestunde sehr glücklich. Anna hat angefangen, Freundschaften zu knüpfen kann sich in der Schule besser konzentrieren und bekommt viel mehr von ihrer Umgebung mit.

Anna träumt. Sie geht in die vierte Klasse, und sie träumt. Sie kommt nach Hause, und sie träumt. Sie lebt in ihren Träumen. Sie lebt so sehr darin, dass niemand so recht zu sagen weiß: Ist sie begabt oder nicht, ist sie einfältig oder subtil, schüchtern oder gehemmt, nur introvertiert oder psychisch gestört. Anna scheint glücklich in dieser Welt – oder ist sie nur dort, weil sie draußen sehr unglücklich wäre? Ist Anna krank, oder einfach nur ungewöhnlich? Auf welche Schule soll sie gehen, und wie kann sie am besten gefördert werden? Die fragenden Eltern kommen mit ihr zur Therapie.
„Du lebst also in einem U-Boot“, sage ich zu Anna. Fragend schaut sie mich an.
„Du tauchst unter und lebst in einer bunten Welt von Fischen und Korallen, von lauter bunten Sachen, die die Leute da oben nicht kennen. Kann man das so sagen?“ „Ja“, sagt Anna.
„Es ist bestimmt schön da unten. Du kannst in Ruhe den Meeresgrund erforschen, und kein Mensch kann dich dabei stören.“ „Das stimmt“, sagt Anna.
„Du kannst Tiefseeforscherin werden. Das sind Leute, die im Auftrag der Menschen da oben die Welt da unten erforschen. Sie finden alles heraus über die Tiere und Pflanzen des Meeres.“ „Das ist schön“, sagt Anna.
„Natürlich haben alle U-Boote ein Periskop. Das ist ein Rohr mit einem Spiegel, so dass man von unten aus immer sehen kann, was oben passiert.“ „Und damit kann ich die anderen beobachten“, sagt Anna.
„Genau. Natürlich willst du auch nicht unter Wasser mit anderen U-Booten oder Schiffen zusammenstoßen. Darum hast du ein Sonarsystem. Das sendet Schall aus, damit du weißt, wann du anderen zu nahe kommst, also, wann du anderen U-Booten und Schiffen ausweichen musst und wann du besser auftauchen solltest.“ „Muss ich denn auftauchen?“, fragt Anna.
„Na ja, du kennst das ja: Wenn du mit anderen zusammenstößt, ist das sehr unangenehm. Beide Schiffe können Schaden leiden, auch wenn der Zusammenprall gar nicht beabsichtigt war. Besser ist es, wenn du einen Unfall vorhersehen kannst und rechtzeitig ausweichst oder erst einmal auftauchst. Um frühzeitig zu reagieren, brauchst du auch ein Mikrofon, das die Signale der Schiffe aufnimmt. Und du brauchst ein Funksystem, um auch, wenn du untergetaucht bist, mit der Besatzung anderer U-Boote und Schiffe reden zu können.“ „Ja, das ist gut. Dann stoße ich nicht mehr mit ihnen zusammen.“
„Genau. Natürlich muss jedes U-Boot auch ab und zu auftauchen.“ „Warum denn?“ „Na, du brauchst doch Sauerstoff, und Essen und Trinken. Du musst ab und zu auftauchen, um das mit an Bord zu nehmen.“ „Ja, das stimmt.“
„Bei Forschungsreisen ist es auch so, dass das U-Boot regelmäßig auftaucht, um mit den Menschen oben zu besprechen, was es unten erforschen soll.“ „Ach so?“
„Natürlich. Das U-Boot hat den Auftrag, herauszufinden, was dort unten passiert, und um den Menschen über der Wasseroberfläche davon zu erzählen.“ „Kann das U-Boot auch auf andere schießen?“
„Klar hast du Torpedos, aber die setzt man ja nur gegen feindliche Schiffe ein, und nur, wenn es unbedingt sein muss. Besser ist, man spricht miteinander über Funk, oder man taucht auf und benutzt das Megaphon: ‚Hallo, ich habe eure Signale gehört und bin aufgetaucht. Was gibt es Wichtiges bei euch?’ Richtig gute U-Boot-Kapitäne sind oft unter Wasser und oft über Wasser. Sie kennen die Signale der anderen Schiffe so gut, dass sie immer wissen, wann es besser ist, aufzutauchen und wann es besser ist, unterzutauchen, und wann es gut ist, so halb über dem Wasser und halb unter dem Wasser zu sein. Etwa so wie ein Krokodil, das nur die Augen, die Ohren und die Nasenlöcher über dem Wasser hat. So ist es gut getarnt und kann schnell untertauchen, wenn es möchte, und doch bekommt es alles mit, was über dem Wasser passiert. Auch U-Boote schwimmen manchmal ganz knapp unter der Oberfläche, so dass nur der Kommandoturm herausschaut. Auf diese Art bekommen sie alles mit von dem Leben über dem Wasser. Sie hören alle Signale, die für sie wichtig sind und sehen alles, was für sie nützlich ist. Wenn sie aber untertauchen wollen, dann sind sie ganz schnell drunten.“ „Cool“, sagt Anna. „Das gefällt mir.“
Natürlich hat die Kapitänin eines solchen U-Boots manchmal Urlaub. Wenn U-Boot-Kapitäne Urlaub haben, dann sind sie an Land. Sie treffen sich mit ihren Freundinnen und Freunden, erzählen ihnen von ihren Reisen und hören zu, was die anderen erlebt haben. Ich kannte einen Kapitän, der flog in seiner freien Zeit mit einem kleinen Wasserflugzeug herum. Er schaute sich von oben an, was er ansonsten oft von unten her gesehen hatte: Das Land und das Wasser, die Schiffe, die U-Boote und all die anderen Dinge. Und wenn er alles gesehen hat, dann landete er wieder, oder wasserte, wie das die Wasserflieger nennen. Er kannte die Welt von allen Seiten, und er war ein sehr glücklicher Mensch.“ „Cool“, sagt Anna. „Das möchte ich gerne machen“.

Aktuell: Hypnotherapieausbildung in Otterberg

Nach einer Phase von Urlaub und anschließenden technischen Problemen kann der Blog jetzt weiter gehen.

Vergangenes Wochenende hat die Intensivausbildung in Hypnotherapie mit Methoden nach Milton Erickson beim Institut für Hypnosystemische Beratung in Otterberg begonnen. Die Ausbildung dauert 25 Tage (150 Zeitstunden) und kostet als Einführungspreis 1800 Euro (Studenten die Hälfte). Möglich ist dieser Preis momentan noch dank günstiger Räumlichkeiten und anderer Standortvorteile. Deutlich geworden ist aber auch, dass ich den Preis zum nächsten Starttermin im April anheben werde, respektive muss.

Zum zweiten Seminar am 10.-12. Oktober kann ich noch ein paar kurzfristig Entschlossene dazunehmen. Der Ausgleich für das verpasste erste Seminar ist dann ein eintägiges idividuelles Intensivseminar zum Erzeugen von Trance durch verbale Induktionen, sowie zu methodischen und ethischen Grundlagen der Hypnotherapie nach Erickson.

Wer sich also spontan noch anmelden möchte, melde sich jetzt an… oder schweige für immer… oder bis April…

Infos gibt es unter 06301-710408 (hsb westpfalz) und bei stefan.hammel@hsb-westpfalz.de .

Nichts

Gestern sprach mich ein Bekannter in einer E-Mail auf die logische Wirklichkeit oder Unwirklichkeit von „Nichts“ an. So habe ich mir meine Gedanken über „Nichts gemacht. Einige davon möchte ich mit euch teilen.

In der systemischen Therapie fragen die Therapeuten öfter: „Was tun Sie, wenn Sie ’nichts‘ tun?“ Und sie bestehen darauf, zu erfahren: „Was sehen, hören, fühlen, denken Sie dann? Wie würde ein anderer Sie beschreiben, der Sie erlebt in einer Phase, in der sie sagen würden, dass Sie ’nichts‘ tun?“ Ermittelt wird also, was jemand stattdessen tut, wenn er „nichts“ tut. Es handelt sich also um ein ähnliches Phänomen wie das von Paul Watzlawick beschriebene: „Man kann nicht nicht kommunízieren“.

Eine Sicht ist, dass „Nichts“ ein Konstrukt ist, das übersieht, dass die Abwesenheit einer Sache oder Tat immer die Anwesenheit einer anderen impliziert. Wenn es gelingt, die Sache oder Tat zu beschreiben, die dann stattdessen da ist, ist oft viel gewonnen.

Also müssten wir sagen, Weiterlesen