Therapeutisches Modellieren – die Seminarreihe auf Video

Im vergangenen Jahr waren die Kameraleute des Audio-Verlag Auditorium Netzwerk bei uns in Kaiserslautern zu Besuch und haben die Ausbildung „Therapeutisches Modellieren“ komplett gefilmt, insgesamt 4 Seminare oder 12 Seminartage, insgesamt etwa 50 Stunden Filmmaterial (im Schnitt etwa 13 Stunden pro Seminar). Seit Januar sind jetzt alle Seminare veröffentlicht. Die Videos könnt ihr bei mir (stefanhammel(at)hsb-westpfalz.de) oder über den Shop (siehe Menüleiste oben) beziehen, zum Einführungspreis von 57 Euro pro Seminar oder 182 Euro für alle vier Seminare.

Die Themen der vier Seminare zum Therapeutischen Modellieren („Stühlespiele“) sind:

Seminar I: Subtraktion, Addition und Transformation von Lebensoptionen, Ethik
Seminar II: Körpersprache und Stimme wahrnehmen, deuten, beschreiben und nutzen
Seminar III: Dramaturgie, Metaphern, Symbolfiguren und Klone als Helfer, Schmerz
Seminar IV: Verbale Implikationen nutzen. Paare, Familien, Teams

Ich finde, sie sind gut geworden und freue mich darüber!
Vielleicht ja ihr auch… 😉 Und für alle, die in diese Welt eintauchen möchten: Viel Spaß beim Zuschauen, Zuhören und Lernen!

 

 

 

 

2. Internationales Festival des Therapeutischen Erzählens

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch bis zum 5. April geht der aktuelle Rabatt von 320 statt am Ende 360 Euro Teilnahmegebühr für das 2. Internationale Festival des Therapeutischen Erzählens in Otterbach / Pfalz.
(Eine spätere Stornierung ist bis 3 Wochen vorher gegen 25 Euro Gebühr möglich.)

Am 5.-7. Oktober 2018 findet das Festival bei Kaiserslautern zum zweiten Mal statt, organisiert vom Institut für Hypno-Systemische Beratung (hsb) in Kaiserslautern und dem Institute Milton H. Erickson Luxembourg (IMHEL).

Mit dabei sind Reinhold Bartl, Ben Furman, Stefan Hammel, Annalisa Neumeyer, Daniel Wilk und weitere Gäste aus insgesamt 10 Ländern und 3 Kontinenten.

Die Tagung ist von der zuständigen Ärztekammer zertifiziert. Ein Video zur Tagung, ein Anmeldeformular, die Beschreibung der Workshops, der Referenten, des Abendprogramms sowie weitere Informationen finden Sie unter www.stefanhammel.de/festival.

Die Rafinessen Erickson’scher Hypnose, Seminar mit Dan Short

Am Wochenende war ich auf dem Hypnotherapiekongress in Bad Kissingen. Sehr beeindruckt hat mich der Workshop von Dan Short zu Conversational Hypnosis, was man etwa als „beiläufige Hypnose im Gespräch“ übersetzen könnte. Selten, wenn überhaupt irgendwann, habe ich den Eindruck gehabt, jemandem zu begegnen, der etwa so arbeitet wie der Pionier der Hypnotherapie Milton Erickson. Hier hatte ich genau diesen Eindruck. Dan Short ist ein Mensch, von dem Therapeuten (nicht nur Hypnotherapeuten enorm viel lernen können. Jemand, der die Methodik, die Ethik und Haltung Erickson’scher Hypnotherapie wirklich umfassend (und eben nicht auf Hypnose-Prinzipien beschränkt) vermittelt. Dan Short kommt dieses Jahr noch einmal nach Deutschland, im Juli. Wer ihn gerne kennenlernen möchte, hat dazu bei einem Seminar in Köln die Gelegenheit. Wer daran interessiert ist, kann sich beim MEIK in Köln anmelden... 🙂

Seminare und Veranstaltungen mit Stefan Hammel 2018/19

Hier möchte ich den aktuellen Plan der Workshops und Seminare für 2018 und, soweit schon bekannt, 2019 vorstellen. Vereinzelt können noch Seminare und Kongressworkshops dazukommen, insbesondere natürlich für 2019.

19.-21.1.18: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil A “Therapeutische Hypnose”, Seminar 4: Mehrebenenkommunikation, Körpersprache, Arbeit mit Implikationen und Utilisation

24.-25.2.18: München, SySt: Einführung in das Therapeutische Erzählen

16.-18.2.18: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil B “Therapeutisches Erzählen”, Seminar 1: Grundtechniken, Arbeit mit Metaphern der Klienten, spontane Geschichten

17.3.2018: Bad Kissingen, MEG-Jahrestagung: Workshop: „Wie das Unmögliche möglich und das Mögliche unmöglich wird – Therapeutisches Modellieren als Arbeit an den Grenzen des bisherig Wirklichen“

23.-25.3.2018: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil B “Therapeutisches Erzählen”, Seminar 2: Probleme trennen, Lösungen verbinden: Verknüpfendes und entknüpfendes Erzählen

13.-14.4.2018: Wien, VPA: Von Grashalmen und Oasen – Wie man die Kunst des Therapeutischen Erzählens erlernt

20.-22.4.17: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil B “Therapeutisches Erzählen”, Seminar 3: Innere Landschaften und Landkarten

25.-27.5.2018: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil B “Therapeutisches Erzählen”, Seminar 4: Therapeutische Geschichten entwickeln

15.-17.6.2018: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil C “Therapeutisches Modellieren”, Seminar 1: Subtraktion, Addition und Transformation von Lebensmöglichkeiten

6.-8.7.2018: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil C “Therapeutisches Modellieren”, Seminar 2: Dramaturgie, Formung und Stabilisieren von Zielerleben.

21.7.2018: Innsbruck, mei, Tagung „Begegnungen auf Augenhöhe“, Geschichten und Metaphern in der Therapie

24.-26.8.2018: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil C “Therapeutisches Modellieren”, Seminar 3: Integration des Therapeutischen Erzählens, Arbeit mit Symbolfiguren.

1.-2.9.2018: München, SySt: Das Sofa des Glücks – Therapeutisches Modellieren für Paare und Partner

13.9.2018 München, Jahrestagung der bke (Bundeskonferenz für Erziehungsberatung), Einführung in das Therapeutische Erzählen

14.9.-15.9.2018 Heidelberg, IGST: Das Sofa des Glücks. Therapeutisches Modellieren mit Paaren

21.-23.9.2018: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil C “Therapeutisches Modellieren”, Seminar 4:Paar- und Familientherapie, Arbeit mit Teams und Gruppen.

17.-18.9.2018: München, istob: „Die Leute, die ich sein kann – Einführung in das Therapeutische Modellieren“

6.10.2018: Otterberg / Pfalz: 2. Internationales Festival des Therapeutischen Erzählens: Vortrag: „Grüße und andere Kurzinterventionen in der Therapie von Trauma und Depression“

7.10.2018: Otterberg / Pfalz: 2. Internationales Festival des Therapeutischen Erzählens: Demonstration: „Therapeutisches Erzählen und Therapeutisches Modellieren in der Paartherapie“

19.-21.10.2018: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil A “Erickson und die Hypnose”, Seminar 1: Grundlagen, verbale Tranceinduktionen, Ethik und Methodik, Suggestive Verfahren, Wahrnehmung und Nutzung von Rapport

25.-26.10.2018 Chemnitz, SIS: Einführung in das Therapeutische Erzählen

16.-18.11.2018: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil A “Erickson und die Hypnose”, Seminar 2: Anamnese, Therapieaufbau, Utilisation

14.-16.12.2018: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil A “Erickson und die Hypnose”, Seminar 3: Nonverbale Induktionstechniken, therapeutische Arbeit mit Trancephänomenen

18.-20.1.2019: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil A “Erickson und die Hypnose”, Seminar 4: Implikationen, indirekte Kommunikation, Mehrebenenkommunikation, Utilisation

15.-17.2.2019: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil B “Therapeutisches Erzählen”, Seminar 1: Grundtechniken, Arbeit mit Metaphern der Klienten, spontane Geschichten

8.-10.3.2019: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil B “Therapeutisches Erzählen”, Seminar 2: Probleme trennen, Lösungen verbinden: Verknüpfendes und entknüpfendes Erzählen

23.3.2019: Bad Kissingen, MEG-Jahrestagung: Workshop Therapeutisches Modellieren (wahrscheinlich)

12.-14.4.2019: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil B “Therapeutisches Erzählen”, Seminar 3: Innere Landschaften und Landkarten

3.5.2019 Bad Liebenzell, Internationale Hochschule Liebenzell: Seminartag „Einführung in das Therapeutische Erzählen“

17.-19.5.2019: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil B “Therapeutisches Erzählen”, Seminar 4: Therapeutische Geschichten entwickeln

25.-26.5.2019: München, SySt: Therapeutisches Erzählen

14.-16.6.2019: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil C “Therapeutisches Modellieren”, Seminar 1: Subtraktion, Addition und Transformation von Lebensmöglichkeiten

5.-7.7.2019: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil C “Therapeutisches Modellieren”, Seminar 2: Dramaturgie, Formung und Stabilisieren von Zielerleben.

20.-21.7.2019: München, SySt: Das Sofa des Glücks – Therapeutisches Modellieren für Paare und Partner

3.-25.8.2019: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil C “Therapeutisches Modellieren”, Seminar 3: Integration des Therapeutischen Erzählens, Arbeit mit Symbolfiguren.

20.-22.9.2019: Kaiserslautern, hsb – Hypnosystemische Ausbildung, Teil C “Therapeutisches Modellieren”, Seminar 4:Paar- und Familientherapie, Arbeit mit Teams und Gruppen.

29.-30.10.2019: Chemnitz, SIS: Einführung in das Therapeutische Erzählen

Weitere Termine auf Anfrage!

Gefangener Vogel

Vor vielen Jahren besuchte ich mit einer Reisegruppe das Konzentrationslager Auschwitz. Es war eine organisierte Busfahrt. Ich kannte die anderen Reisenden nicht. So war ich allein auf dem Gelände unterwegs. Kurz vor der vereinbarten Zeit für die Rückfahrt – ich musste eigentlich schon zurückkehren – beschloss ich, noch einen Abstecher zu einem Wachtturm am hinteren Ende des Geländes zu unternehmen. Es war ein Stück Weg bis dorthin und ich beeilte mich, zügig hinzukommen. Die Tür zum Turm stand offen. Ich ging hinauf, um von oben auf das Gelände zu schauen. Vielleicht war es der Versuch, zu erahnen, was ein Aufseher von dort gesehen, gedacht und gefühlt haben mag.

Oben angekommen erwartete mich eine Überraschung. In dem überdachten und verglasten Raum auf der Plattform suchte ein Vogel den Weg nach draußen. Wieder und wieder flog er gegen die Scheiben. Wie war er dort hineingekommen? Ich schaute mich um und fand in einer der Scheiben ein faustgroßes Loch. Ich war mir nicht sicher, ob der Fahrer auf dem Parkplatz meine Abwesenheit bemerken und auf mich warten würde. Ich musste zum Bus. Andererseits war hier der Vogel, gefangen im Überwachungsraum auf dem Turm. Ich konnte nichts gegen das große Elend von damals tun, aber musste ich nicht etwas gegen das Elend von heute tun, auch wenn es viel kleiner erschien? Mich jammerte das Tier in seiner Angst. Und gleichzeitig – war das abergläubisch? – schien es, als hätte sich in ihm eine Seele verkörpert, die den Weg in die Freiheit nicht fand.

„Du musst zum Bus!“, sagte eine Stimme in mir. „Der Vogel wird das Loch schon irgendwann finden.“ „Du kannst nicht weg, wenn der Vogel hier drinnen ist!“, sagte eine andere Stimme in mir. „Wenn du jetzt weggehst, bist du einer von denen, die wegschauen, die nichts lernen, die nichts zum Besseren wenden!“ Ich versuchte, den Vogel zu fangen. Seine Angst wurde größer. Immer hektischer flog er gegen die Fenster. Schließlich ließ er sich nach unten fallen und versteckte sich hinter einer Holzvertäfelung, einer Art doppelten Wand. Vielleicht war der Raum früher isoliert gewesen, um ihn im Winter beheizen zu können. Ich fasste hinter die Vertäfelung. Es gelang mir, den Vogel in eine Ecke zu drängen. Ich griff nach ihm und hielt ihn in meinen hohlen Händen. Langsam zog ich ihn heraus. Ich hielt die Hände vor das Loch. Vorsichtig öffnete ich sie. Der Vogel flog heraus. Er war frei.

Ich machte mich auf den Rückweg. Vor meinem inneren Auge sah ich Berge von Schuhen, Berge von Brillen, einen Berg von Asche. Vor allem aber sah ich einen Vogel, der seinem Gefängnis entronnen war. Er hatte mein Herz berührt.

 

Fernsehbeitrag zur Therapie einer Brückenphobie

Vor über einem Jahr habe ich hier im Blog nach einem Klienten oder einer Klientin gesucht, wer gerne eine kostenlose Therapie für eine Brückenphobie haben möchte. Der Hintergrund war, dass das SWR-Fernsehen gerne die Schlussphase der Therapie filmen wollte – und zwar auf der Geierlaybrücke, der längsten Fußgängerhängebrücke Europas, 350 Meter lang und zum Teil über 100 Meter über dem Boden. Aufgehängt an Drahtseilen und mit Holzplanken zwischen denen man hindurchsehen kann. Hier kann man die Brücke schon einmal sehen…

Es hat sich dann eine sehr geeignete Klientin gefunden, eigentümlicherweise eine Seminarteilnehmerin, die um Unterstützung bat, weil es sie störte, dass sie eine andere, viel kleinere Hängebrücke nicht überqueren konnte.

Die Therapie und der Film sind tatsächlich zustande gekommen. Im vergangenen Oktober bin ich mit der Frau über die schwindelerregend Brücke gegangen und habe mit ihr währenddessen Übungen zur Verfeinerung der erreichten Ergebnisse gemacht. Ein Fernsehteam des SWR hat uns sehr einfühlsam begleitet. Der Kameramann lief freihändig Rückwärts mit dem Gerät auf der Schulter vor uns über die Brücke… eine eine andere Fernsehkollegin meinte: „Wenn ich da drüber laufen müsste, würde ich ja eine Brückenphobie KRIEGEN…“

Die Fernsehleute sagen (und das war auch mein Gefühl), der Dreh sei sehr schön geworden. Am 2. November um 20.15 Uhr ist er im SWR-Fernsehen zu sehen, als erste Episode in der Sendung „Brückengeschichten im Südwesten“.

Das SWR schreibt dazu: Brücken sind mehr als nur Übergänge. In der SWR Dokumentation „Brückengeschichten“ erzählen zwölf Menschen von ihren ganz persönlichen Erlebnissen rund um diese faszinierenden Bauwerke. Das Liebespaar etwa; oder die Frau mit der Angstphobie, die sich endlich über eine Brücke traut, der Ingenieur, der sich seinen Brückentraum verwirklicht, der alte Mann, der sich an den Krieg erinnert, ein Graffiti-Künstler ebenso wie ein adeliger Junge – zwölf Menschen und zwölf Brücken des Südwestens. In „Brückengeschichten im Südwesten“ werden berührende Episodengeschichten gezeigt: die erste an der Geierlay-Hängebrücke, eine zweite an der alten Brücke in Heidelberg, an der Roten Brücke im Fürstenpark zu Sayn oder an der unbekannten Nesenbachtalbrücke in Stuttgart. Sabine Siegl und Rolf Stephan erzählen die Geschichten aus einer besonderen Perspektive – einer persönlichen – und damit sehr emotionalen Sicht auf Brücken im Südwesten.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Zuschauen!

Radiobeitrag: Grüße an die Seele als Ultrakurzhypnose

Am kommenden Mittwoch, 27.9. um 19 Uhr sendet Radio Dreyeckland ein Interview mit mir über „Grüße an die Seele“ als effektive Form der Ultrakurzhypnose.
Die Sendung ist zu hören über 102,3 mHz oder per Livestream über https://rdl.de/.
Viel Spaß beim Anhören und viele Grüße, auch an die Seele!

wünscht und schickt

Stefan Hammel

Grüßen Sie Ihre Seele!

Am Donnerstag hielt ich es zum ersten Mal in der Hand: Das Buch mit den therapeutischen Grüßen! Es ist sozusagen das Pilot-Buch einer neuen Reihe des Klett-Cotta-Verlags unter dem Titel „kurz & wirksam“, ein handliches Büchlein von 160 Seiten, das man sehr gut portionsweise zwischendurch lesen kann.

Der Verlag schreibt dazu:

Häufig sind es gerade die kleinen Beobachtungen und die nebenbei geäußerten Sätze, die bei den Klienten etwas auslösen. Aufbauend auf dieser Erkenntnis stellt das Buch systematisch Kurzinterventionen zu verschiedenen Störungsbildern vor.

– Ein kreativer Ansatz für alle psychotherapeutischen Schulen
– Gut strukturierte Beispielsammlung für unterschiedliche Störungen

Können »Grüße an die Seele« therapeutisch wirken? Und wenn ja, wie geht das? Auf den Spuren von Milton Erickson, dem Großmeister der Hypnose, entwickelte Stefan Hammel eine Fülle an »Aufträgen an das Unbewusste«, die er in seinem neuesten Buch zu den unterschiedlichsten psychischen und psychosomatischen Störungen vorstellt.

Damit der Klient den Auftrag an sein Unbewusstes erfolgreich »ausrichten« kann, bedarf es stimmiger Kontextbedingungen, die hier ausführlich geschildert werden. Der Aufbau positiver Erwartungen, offene Such- und Lernhaltungen und vor allem eine vertrauensvolle Beziehung zum Therapeuten beschreiben den Rahmen, innerhalb dessen Interventionen überraschend wirksam sein können.

Dieses Buch richtet sich an:
– PsychotherapeutInnen aller Schulen
– PsychotherapeutInnen in Ausbildung
– HypnotherapeutInnen
– Psychologische BeraterInnen
– Coaches

Stefan Hammel: Grüßen Sie Ihre Seele! Therapeutische Interventionen in drei Sätzen. Stuttgart, Klett-Cotta 2017 (Reihe kurz & wirksam). 160 Seiten, 20,00 € in Deutschland, ISBN 978-3-608-89187-4.
Das Buch ist ab sofort hier im Shop erhältlich (Menü oben).

Pac-Man

Ein Mann kam mit einem metastasierenden Lungenkarzinom und der Bitte um psychologische Unterstützung in Therapie. Genau genommen wusste man nicht sicher, welchen Ursprungs die Metastasen waren, denn der ursprüngliche Tumor, der da gestreut hatte, war nicht mehr aufzufinden. Ich schlug dem Mann vor, dass wir zusätzlich zur psychotherapeutischen Arbeit im engeren Sinne auch schauen, was wir für sein Immunsystem und für die Unterstützung des Körpers bei seiner Arbeit tun können. Damit war er einverstanden.
Ich erzählte ihm, dass der Körper – seiner wie meiner – jeden Tag degenerierte Zellen, auch Krebszellen, findet und aussortiert. Normalerweise sei er da sehr erfolgreich. Wenn er aber durch eine körperliche oder seelische Belastung über längere Zeit hinweg sehr geschwächt sei, könne es passieren, dass er mit dem Entfernen der degenerierten Zellen nicht mehr nachkommt, so dass die sich vermehren und einen Klumpen bilden, einen Tumor. Auch dann sei es nicht zu spät zum Handeln, denn so wie die Fresszellen einzelne Krebszellen entfernen können, so können sie auch einen abnagen, von außen nach innen, bis davon nichts mehr übrig ist. Wichtig sei, dass sie in ihrer Arbeit nicht nachlassen, wenn sich am Anfang scheinbar nicht viel tut, weil ein Tumor aus so vielen Zellen besteht. Je weiter sich die Fresszellen nach innen nagen, desto schneller weniger Zellen sind dort noch übrig und desto schneller geht es voran. Dass man den Ursprungstumor nicht mehr gefunden habe, erzählte ich ihm, sei ein Beweis dafür, wie effektiv seine Fresszellen seien. Jetzt müssten sie mit den Metastasen dasselbe tun wie mit dem Ursprungstumor.
Ob er Pacman kenne, das Computerspiel von früher? Da schickt man runde Kugeln mit Augen und einem großen Maul durch ein Leitungssystem um die kleinen Kugeln, die sich darin aufhalten, aufzufressen. Die großen Monster fressen die kleinen. Wenn alle kleinen Monster weg sind, hat man das Spiel gewonnen. Dazu braucht es Schnelligkeit und Geschick. Dranbleiben ist die Devise. Ich sagte ihm, sein Körper solle Pacman spielen, jeden Tag, so lange bis er gewonnen hat. Daneben tat ich, was mir möglich war, um sein seelisches Wohlbefinden zu fördern und Tendenzen von Angst und Depression aufzulösen. Manchmal gestaltete sich die Therapie ausschließlich als waches Gespräch, in dem ich „Leute, die Sie sein können“ und die körperliche oder seelische Belastungen erlebten imaginativ aus ihm heraus auf einen anderen Platz des Raumes setzte, ihn bat, deren Aussehen und Verhalten zu beschreiben und ihn fragte, wie er sich fühle und verhalte, wenn diese draußen seien. Andere Male integrierte ich Phasen klassischer Hypnose in die Arbeit.
Für ein Vierteljahr trafen wir uns alle ein bis drei Wochen. Der Mann vertrug die Chemotherapie sehr gut und war so guter Dinge, dass ich mich manchmal fragte, was ich noch für ihn tun könnte. Wenn mir nichts anderes einfiel, wiederholte ich die Sache mit Pacman und erzählte Geschichten darüber, wie sich Warzen, Lipome und Myome unter dem Einfluss hypnotischer Suggestionen aufgelöst hatten. Ein Vierteljahr nach Beginn der Chemotherapie und der begleitenden Arbeit schrieb mir seine Ehefrau: „Die Kontroll-CT ergab, dass sich die Metastasen aufgelöst haben – die Pacmans waren erfolgreich.“

Was in einem solchen Fall zum Erfolg geführt hat, lässt sich im Einzelnen nie belegen. Die radiologischen Berichte von vor und nach den Behandlungen konnte ich einsehen. Sie bestätigten auf eindrucksvolle Weise, was die Frau geschrieben hatte.

Gegen den Strom

Wenn Sie eine Krebstherapie machen, ist das, als ob Sie in einem Boot sitzen und gegen den Strom rudern. Die Zeit wird es weisen, ob Sie vorwärts oder rückwärts schwimmen. Ich möchte mit Ihnen daran arbeiten, dass es vorwärts geht, gegen den Strom. Wenn Sie konventionelle und alternative Therapieformen gleichzeitig wählen und noch weitere Dinge tun, die nützlich sein können, ist das, als ob Sie mehrere Ruderer im Boot sitzen haben. Mir scheint es wichtig, dass Sie Ihre Ruderer mit Bedacht und ohne Hektik auswählen. Vielleicht werden Sie neben der konventionellen Therapie mit chinesischer oder schamanischer oder anthroposophischer Medizin arbeiten oder mit Homöopathie, ich weiß es nicht. Vielleicht werden Sie sich anders neu ernähren und viel bewegen, aus Gebet und Glauben leben, meditieren, eine Psychotherapie machen, das Haus und die Garage aufräumen, das Leben genießen, was immer zu Ihnen passt. Wenn Sie am Schluss da angekommen sind, wo Sie hinmöchten, werden die Ruderer womöglich unterschiedlich stark gewesen sein, aber jeder ist wichtig. Jeder wird seinen Beitrag geleistet haben.