Borstenmäuse

„Was kann man tun“, fragte jemand, „wenn Wochen nach einer Lungenembolie immer noch Symptome vorhanden sind, die das Atmen beeinträchtigen?“, fragte jemand in einer E-mail.

„Ich hatte vor einigen Jahren eine tiefe Venenthrombose zusammen mit einer
ausgeprägten Lungenembolie“, schrieb ich zurück. „Hypno hin, Hypno her, ich war dankbar für die Medikamente. Eine Lungenembolie zu kurieren braucht Zeit. Ein ganzes Jahr Einnahme von Blutverdünnern scheint ein Richtwert für die Medikation zu sein. Gleichwohl habe ich den Eindruck, dass man beim Abbau der Thromben, bei der Reduzierung der Beschädigung von Venenklappen im Bein und dann auch vorausschauend präventiv mit Suggestion viel erreichen kann. Beweisen lässt sich das wohl nicht, aber meine Phlebologin war immerhin beeindruckt von den guten
Fortschritten bei der Gesundung.

Ich persönlich habe Borstenmäuse durch meine Blutgefäße geschickt, kleine Nager mit einem rauen Fell, die sich rückwärts mit einer kleinen seitlichen Drehung durchs Gefäßsystem bewegen. Dabei stellen sich ihre Borstenhaare auf und schrubben die Venen von innen frei. Die Barthaare der possierlichen Tiere, gehen zuletzt durch den Tunnel und wischen dabei den verbleibenden feinen Staub von den Wänden. Diese
Tiere habe ich zuvor bei Erkältungen eingesetzt um Atemwege freizuräumen. Ich denke, dass sie auch bei einer Embolie hervorragende Dienste leisten.“

Manchmal nehme ich auch einfach eine Zahnbürste, um meine Venenklappen zu reinigen. Ich glaube aber tatsächlich, dass die Borstenmäuse auch bei anderen Erkrankungen, die die Atemwege und die Blutgefäße betreffen, nützlich sind, etwa im Zusammenhang mit einigen Herzerkrankungen. Bei Hirnblutungen und Aneurysmen würde ich womöglich eher Schwammmäuse auf die Reise durch das Gefäßsystem schicken. Aber ich möchte auch zugeben, manchmal ist mir gar nicht nach so etwas zumute. Da bin ich einfach froh über einen guten Arzt und gute Medikamente.

Reinhören: Das Interview zum Bärenbuch

Hier ist das Interview von Radio Dreyeckland mit Katharina Lamprecht, einer der Autorinnen des Buches „Wie der Bär zum Tanzen kam“. In dem Buch (und im Interview) geht es darum, wie therapeutische Geschichten eingesetzt werden körperliche Erkrankungen zu lindern und zu heilen. Viel Spaß beim Anhören!

Das Buch übrigens heißt mit vollem Namen „Wie der Bär zum Tanzen kam. 120 Geschichten für einen gesunden Körper“. Es ist von Katharina Lamprecht, Adrian Hürzeler, Martin Niedermann und mir, Stefan Hammel, verfasst und gerade im Mai beim Ernst Reinhardt-Verlag erschienen. In Deutschland kostet es 16,90 Euro. Es ist beispielsweise hier im Shop zu bekommen.

 

 

 

 

Im Radio: Wie der Bär zum Tanzen kam

Morgen, am Mittwoch, dem 27. Juni um 19 Uhr gibt es ein halb- bis einstündiges
Live-Interview von Radio Dreyeckland mit Katharina Lamprecht zu Geschichten
und Metaphern zur suggestiven bzw. autosuggestiven Unterstützung
somatischer Heilung.

Katharina Lamprecht arbeitet als Hypnotherapeutin Erickson’scher
Prägung im Raum Frankfurt und ist eine der Mitarbeitenden bei der
Systelios-Klinik. Sie ist eine der Autorinnen des im Mai erschienenen
Buches „Wie der Bär zum Tanzen kam“ mit therapeutischen Geschichten zum Gesundwerden.

Der genaue Titel des Buches, das den Anlass zu dem Interview gegeben hat, ist:

Katharina Lamprecht, Stefan Hammel, Adrian Hürzeler, Martin Niedermann:      Wie der Bär zum Tanzen kam. 120 Geschichten für einen gesunden Körper. München, Reinhardt 2018

Falls ihr das Buch „Wie der Bär zum Tanzen kam“ gerne kaufen möchtet, könnt ihr das z.B. im Shop zu dieser Webseite erhalten.

Die Radiosendung kann bei rdl per Livestream sowie als Wiederholungssendung am Donnerstag, 28.6. gehört und anschließend bei der Mediathek des Senders abgerufen werden. Auf der Seite des Senders gibt es auch einen Programmhinweis, der einen Vorgeschmack auf die Sendung bietet.

Viel Spaß beim Anhören!

 

Wie der Bär zum Tanzen kam… 120 Geschichten für einen gesunden Körper

Vor wenigen Tagen ist es angekommen, ich kann darin herumblättern stöbern, lesen… Natürlich kenne ich die Geschichten alle, aber es ist trotzdem schön, in einem Buch zu blättern, an dem man selbst mitgeschrieben hat.

Im Buch „Wie der Bär zum Tanzen kam“ geht es um Geschichten, die dazu beitragen können, den Körper zu heilen, suggestive Geschichten, die man seinem Körper erzählen kann…

Dass man sich mit den Geschichten, die man sich erzählt, regelrecht krank machen kann, werden viele bestätigen. Uns hat interessiert, welche Geschichten wir uns selbst und einander erzählen können, um Gesundheit zu fördern, um Symptome aufzulösen und Krankheiten zu heilen. Wir haben uns zu viert zusammengetan – Martin Niedermann und Adrian Hürzeler aus der Schweiz sowie Katharina Lamprecht und ich aus Süddeutschland, um unsere Erfahrungen mit Heilung durch Geschichten zusammenzutragen. In Form von Geschichten, wie könnte es anders sein… Das Ergebnis ist unser Buch „Wie der Bär zum Tanzen kam, das in diesen Tagen beim Reinhardt-Verlag erscheint. Wir freuen uns über das neue Buch, mögen es sehr gerne und hoffen, ihr auch!

Wie der Bär zum Tanzen kam – 120 Geschichten für einen gesunden Körper

Ob Zahnschmerzen, Allergien, Rückenprobleme oder Essstörungen: Körperliche Beschwerden sind oft lästig, manchmal auch kaum auszuhalten und beängstigend. Wie sehr uns ein Leiden beeinträchtigt und wie gut eine Therapie wirkt, lässt sich durch die eigenen Gedanken und Erwartungen beeinflussen. Dieses Buch versammelt therapeutische Geschichten, die Aufmerksamkeit und Gedanken in eine neue Richtung lenken. Dadurch unterstützen sie Heilprozesse des Körpers.

Katharina Lamprecht, Adrian Hürzeler, Martin Niedermann & Stefan Hammel: Wie der Bär zum Tanzen kam. 120 Geschichten für einen gesunden Körper. München, Reinhardt 2018, 16,90 € in Deutschland. Bestellen…

Radiobeitrag: Grüße an die Seele als Ultrakurzhypnose

Am kommenden Mittwoch, 27.9. um 19 Uhr sendet Radio Dreyeckland ein Interview mit mir über „Grüße an die Seele“ als effektive Form der Ultrakurzhypnose.
Die Sendung ist zu hören über 102,3 mHz oder per Livestream über https://rdl.de/.
Viel Spaß beim Anhören und viele Grüße, auch an die Seele!

wünscht und schickt

Stefan Hammel

Der Brunnen

Kennst du diese Springbrunnen mit drei Schalen? Oben kommt ein Strahl heraus, der ergießt sich in die oberste Schale. Wenn die voll ist, läuft sie über. Das Wasser ergießt sich in eine zweite, größere Schale. Wenn die voll ist, läuft sie ebenfalls über, und ihr Wasser fließt in eine dritte, noch größere. Diese dritte, größte Schale läuft nicht über. Irgendwo an der Seite befindet sich ein Ablauf, durch den das Wasser aus der Schale herausläuft in eine Kammer unter dem Brunnen. Von dort wird es mit einer Pumpe kraftvoll in die Höhe gedrückt, so dass es wiederum in einem Strahl nach oben spritzt und sich in die obere Schale ergießt.
Es kann sein, dass du etwas lernen möchtest und den Eindruck hast, es ist zu viel für deinen kleinen Denkapparat. Zu viel auf einmal, zu schnell, zu kompliziert. Dein Raum fürs Verstehen, Merken und Erinnern ist nicht groß genug, das ganze Wissen, was da rein soll, fließt über und ist weg. Es wird von immer mehr nachkommendem Stoff, den du anscheinend wissen sollst, verdrängt.
Was du nicht weißt: All das, was dein bewusstes Denken nicht aufnehmen kann, fließt ins Halbbewusste, und was da nicht mehr reinpasst, ins Unbewusste. Manche sagen auch, es fließt gleich ins Unbewusste und von dort ins Unbewusste des Unbewussten, aber das läuft letztlich aufs Gleiche hinaus. Aus der untersten Schale, aus dem ganz Unbewussten jedenfalls fließt nichts über, sondern es wird abgepumpt und in die Höhe geschickt, und plötzlich, nächste Woche vielleicht, während du gar nichts Besonderes erwartest, kommt es in einem Strahl nach oben, und du bist überrascht: Kommt das von mir? Ich wusste ja gar nicht, dass ich das wusste! Nichts geht verloren. Lass dich überraschen!

Doktor Dachs

Die folgende Geschichte kann man Kindern mit Spritzen- oder Behandlungsangst erzählen – oder Angst vor der Narkose – oder schüchternen Kindern, denen es schwer fällt, sich einem Therapeuten anzuvertrauen – oder Kindern, die Unruhe, Schmerz und Trauer spüren, wenn sie sich vom Bildschirm wegbewegen – oder Pflegekindern, die Scheu haben, ihren Pflegeeltern erzählen, was sie bei ihren leiblichen Eltern erlebt haben – vielleicht auch einigen Menschen, die schon erwachsen sind?
Der Fuchs hatte sich einen Stachel zugezogen. Tief steckte der in seiner Pfote, und wenn der Fuchs versuchte aufzutreten, dann tat das furchtbar weh. Schon bald lief der Fuchs nur noch auf drei Pfoten. Die vierte hielt er in der Luft, und tatsächlich tat sie so auch nur ganz wenig weh. Praktisch war das natürlich nicht, und Hasen konnte er so auch nicht jagen. Die anderen Tiere schüttelten den Kopf und sagten: „Geh zum Dachs, vielleicht kann der dir helfen.“ Der Dachs war so etwas wie der Arzt der anderen Tiere. Er wusste, was zu tun war, wenn eines krank war oder sich eine Verletzung zugezogen hatte. Der Dachs schaute sich die Pfote des Fuchses genau an und sagte: „Da ist ein Stachel drin. Es hilft nichts, der muss raus.“ Sobald aber der Dachs begann, an dem Stachel zu ziehen, zog der Fuchs die Pfote weg und schrie ganz fürchterlich, denn jetzt begann es erst richtig weh zu tun. „Du tust mir weh!“, sagte der Fuchs. „Ich muss daran ziehen tun, damit der Stachel rauskommt“, sagte der Dachs. „Das kann ganz kurz mal weh tun.“ Die beiden wurden sich nicht einig, und so humpelte der Fuchs noch einige Tage auf drei Beinen durch den Wald und wurde immer hungriger. „Hast du keine andere Idee, wie man das machen kann?“, fragte er den Dachs, als er ihn wiedersah. „Komm mit!“, sagte der, und gemeinsam gingen sie zum Fluss „Halte deine Pfote da hinein. Das Wasser ist so kalt, dass es deine Pfote betäubt. Der Fuchs streckte seine Pfote ins Wasser. „Uuh! Ist das kalt!“ Das war schon sehr unangenehm, aber der Dachs hatte Recht. Nach einer Weile konnte er seine Pfote fast nicht mehr spüren. „Was machst du eigentlich heute abend?“ fragte der Dachs. Der Fuchs überlegte. Währenddessen nahm der Dachs die Pfote, zog an dem Stachel, und: Draußen war er!

Der Tanz der Einhörner oder: Lalias Geschichte

Im Januar war ich sehr krank. Eine Woche lang hatte ich Fieber, bis über 40 ° Celsius. Tagelang lag ich im Bett, träumte seltsame Dinge, nahm mich selbst kaum mehr wahr und hatte kaum genug Kraft um aufzustehen. Aber irgendwann klang das Fieber ab, ich spürte wieder Leben in mir und war des Herumliegens überdrüssig. Es war kurz vor Mitternacht, ich hatte den halben Tag im Bett verbracht und ich wollte nicht wieder dahin. Immerhin, ich konnte mich schon wieder langeweilen. Zurückgekehrt ins Leben wollte ich ich irgendetwas Schönes oder Sinnvolles tun. So stellte ich meine Kamera auf und fing an zu erzählen…

Übrigens: Die Fassung der Geschichte von „Tanz der Einhörner“, wie Lalia sie euch hätte erzählen können, findet ihr im Buch „Loslassen und Leben“ oder hier im Blog. Die Geschichte vom Schneckenrennen, die Schlemihl nicht erzählt hat, ist hier aufgeschrieben. Die Geschichte von der kleinen Katze, die Minette Marie Antoinette Pomponette nicht erzählen wollte, findet ihr hier.

Festival des Therapeutischen Erzählens Flyer und Anmeldung

Hier nochmal einige weitere Hinweise zum 2. Internationalen Festival des Therapeutischen Erzählens am 5.-7.10.2018 in Otterberg bei Kaiserslautern… Insgesamt werden über 20 Referenten aus 9 Ländern und 3 Kontinenten dabei sein. Darunter sind einige sehr bekannte Referenten wie Ben Furman, Reinhold Bartl, Annalisa Neumeyer und Daniel Wilk, die mit Workshops und Vorträgen zu dem Ereignis beitragen. Wobei bekanntermaßen die etwas weniger bekannten Referenten oftmals genauso gute Arbeit machen wie die, die jeder kennt.

Der früheste Frühbuchertermin endet am 31. März. Bis dahin könnt ihr das Festival des Therapeutischen Erzählens für 240 statt 360 Euro bekommen. Hier ist schonmal eine Kopie des Ankündigungsflyers mit allen Referenten, die schon feststehen, mit einem Anmeldeformular und anderen hilfreichen Informationen. (Eine Korrektur: Charlotte Wirl hat inzwischen abgesagt.) Wenn ihr euch anmelden möchtet oder weitere Fragen hat, schickt eine E-mail an ifte(at)hsb-westpfalz.de.