Ötzi aus dem Gletscher

Dass Sie jetzt von tiefer Trauer und Unruhe erzählen, scheint mir eher ein gutes Zeichen als ein Grund zur Beunruhigung zu sein. Wenn die Starre sich löst, die Starre der Emotionen oder auch Ihrer Muskeln, ihres Körpergefühls, ihrer Gedanken, dann kommt hervor, was dahinter versteckt lag. 

Wenn das Klima sich verändert und das Eis taut, dann kommt zum Vorschein, was darunter liegt. Wie Ötzi, dem Mann aus dem Gletscher. Den hält man ja jetzt weiter tiefgekühlt, damit man an ihm forschen kann. Sonst wäre er ja schon verrottet und verwest, genauso wie die Mäuse und Insekten, die in der Eiszeit in den Gletscher gefallen sind, die sich jetzt auch auflösen dürften, nach so vielen Jahren. Ich meine, irgendwann ist mal genug an ihm geforscht. Dann ist es richtig, dass man ihm das auch erlaubt: Verfallen und zu Kompost werden, wie jeder andere Tote auch. Dann: Ruhe in Frieden, lieber Ötzi. 

Die Geschichte kann eingesetzt werden, um Klienten darin zu vergewissern, dass es ein – den Umständen entsprechend „normaler“ – Teil des therapeutischen Prozesses ist, wenn bei der Auflösung einer lang dagewesenen Starre oder Betäubung  Erinnerungen aufs früherer Zeit auftauchen und dabei Traurigkeit, Scham, Angst, Wut, Ekel und andere Emotionen spürbar werden. Die Geschichte kann dazu beitragen, die hinzugewonnene emotionale Beweglichkeit als Fortschritt zu erleben, auch wenn zunächst der Schmerz über das Gewesene im Vordergrund stehen mag.

Diese Geschichte stammt von Stefan Hammel

Radiobetrag Ö1: „Der optimistische Nihilist Paul Watzlawick *“

Diese Woche wird der Radiosender Ö1 eine 4-teilige Radiofolge zu Ehren von Paul Watzlawicks 100. Geburtstag ausstrahlen.

Der optimistische Nihilist Paul Watzlawick *

„Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst“ (4)

Anbei die Links zu den 4 Watzlawick-Radiokolleg Teilen

Teil 1 – Montag, 26.07.2021, 9.30 Uhr:

https://oe1.orf.at/programm/20210726/645623/Radiokolleg-Der-optimistische-Nihilist-Paul-Watzlawick

Teil 2: Dienstag, 27.07.2021, 9.30 Uhr:

https://oe1.orf.at/programm/20210727/647649/Radiokolleg-Der-optimistische-Nihilist-Paul-Watzlawick

Teil 3: Mittwoch, 28.07.2021, 9:30 Uhr:

https://oe1.orf.at/programm/20210728/647650/Radiokolleg-Der-optimistische-Nihilist-Paul-Watzlawick

Teil 4: Donnerstag, 29.07.2021, 9.30 Uhr (hier werde ich interviewt):

https://oe1.orf.at/programm/20210729/647651/Radiokolleg-Der-optimistische-Nihilist-Paul-Watzlawick

Seine Buchtitel gleichen Werbeslogans, sein Statement „Man kann nicht nicht kommunizieren“ hat bis heute Gültigkeit.

Paul Watzlawick (1921-2007) war Philosoph, Psychotherapeut, Wirklichkeitsforscher, Kommunikationswissenschaftler, Visionär und Aufklärer – ein Spurenleser, ein Übersetzer der großen Fragen des Menschen und: Kärntner. Gerne reiste der Stanford-Professor zu Vorträgen in seine Geburtsstadt Villach und schwärmte im heißen Kalifornien vom heimatlichen Dobratsch. Wer also war Paul Watzlawick als Mensch? Wofür steht sein Werk noch heute?

Andreas Maurer ist anlässlich seines 100. Geburtstags diesen beiden Fragen nachgegangen. Herausgekommen ist dabei ein Porträt über einen „blauäugigen Gentlemen“, dessen Wurzeln in Italien und Böhmen liegen, der die Kriegszeit in Europa hautnah miterlebte, in Bombay und El Salvador arbeitete und in Kalifornien Weltkarriere machte.
Soviel sei aber schon jetzt verraten: Paul Watzlawick war ein Pop-Philosoph, ein optimistischer Nihilist, der das 2. Klavierkonzert von Rachmaninow liebte und der schließlich erkannt hat, dass „die Sinnlosigkeit der Suche nach endgültigen Lösungen sich dann sogar als höchst sinnvoll erweist, nämlich als Irrweg, der beschritten werden muss, um sich als Irrweg zu erweisen und so den Weg freizugeben für das Ergebnis der zeitlosen Fülle des gegenwärtigen Augenblicks.“
(P. Watzlawick: „Vom Schlechten des Guten oder Hekates Lösungen“; 1986)

Viel Spaß beim Zuhören,

euer Stefan Hammel

Zum 100. Geburtstag von Paul Watzlawick

Zum 100. Geburtstag von Paul Watzlawick habe ich einen kleinen Film erstellt, als Dankeschön an den Meister der Geschichten.

Viel Spaß beim Anschauen und – vielleicht – mit Anstoßen!

Die Produktion des Films folgt einer Einladung von Watzlawicks Großnichte und Biografin Andrea Köhler-Ludescher, in deren Watzlawick-Blog der Beitrag auch zu sehen ist. Im Watzlawick-Jubiläums-Blog kommen wöchentlich Menschen, die ihn kannten oder die sich von ihm haben inspirieren lassen, zu Wort. Schaut doch einmal hinein!

Liebe Grüße,

Stefan Hammel

Die Amsel und die Krähe

Eine Amsel saß auf einem Baum und sang wunderschön. Da kam eine große rabenschwarze Krähe angeflogen und setzte sich auf denselben Baum. Eine Zeitlang krächzte die Krähe aus voller Kehle, während die Amsel ihr zuhörte und schwieg. Da flog die Krähe weg. Dann öffnete die Amsel wieder ihren goldenen Schnabel und krächzte unentwegt.

Geschichte aus S. Hammel: Der Grashalm in der Wüste

Virenschutz

Diese Geschichte habe ich von meiner geschätzten Kollegin Sabine Kiko aus der Schweiz. Sie gibt sie Menschen auf den Weg, die sich in den Arm pieksen lassen, mit dem Ergebnis, dass Impfreaktionen mit auffälliger Regelmäßigkeit ausbleiben…

Bildquelle: Pixabay

Ich habe ein Virenschutzprogramm auf meinem Laptop, dass automatisch upgedated wird. So bin ich immer sicher vor Trojanern, Viren und allen Gefahren für meinen Rechner, die von aussen kommen können. Manchmal, wenn grössere Updates anstehen, soll ich meinen Rechner neu starten – das wird mir angezeigt und ich lege den Zeitpunkt dafür fest. Danach ist mein Rechner oftmals für einen Moment langsam, weil das Update doch Rechenkapazität benötigt. Aber dann geht es weiter wie zuvor. Läuft!

Politische Lösung

Eines Morgens sagte der alte Geschichtenerzähler zu seinem Schüler: „Wie du gehört hast, wird heute der König in unserer Stadt zu Gast sein. Ich habe einen Brief erhalten, dass er von meiner Kunst erfahren habe und nun auch selbst eine Probe derselben hören will. Der König ist in großer Sorge, denn der  Herrscher eines Nachbarlandes fordert von ihm eine persönliche Entschuldigung für ein paar Grobheiten, die er in Wahrheit nie begangen hat. Unser König kann diese Entschuldigung nicht aussprechen, ohne sich vor unserem Volk und allen Nachbarvölkern zu entblößen. Wird er sich aber nicht entschuldigen, so droht jener andere Herrscher mit seiner starken Armee unser Land zu verheeren. Was soll unser König nun tun? Entschuldigt er sich, so verliert er den Respekt seines Volkes und seiner Nachbarvölker, ja womöglich den Respekt vor sich selbst. Entschuldigt er sich nicht, so nimmt dies der andere Herrscher zum Vorwand für einen Krieg. Dann verliert unser König sein Land und vielleicht sein Leben, und unser Volk stürzt in ein tiefes Unglück.  Ich soll mich nun gegen Mittag im Rathaus einfinden, um auch ihm eine Geschichte zu erzählen, die ihm bei seiner Entscheidung hilfreich sein kann. Ich fühle mich heute schwächer als je zuvor und möchte, dass du mich dorthin begleitest.“

Der Weg in die Stadt erschien dem Schüler länger als sonst. Oft mussten sie anhalten, damit sein Lehrer Kraft schöpfen konnte, doch schließlich kamen sie an. Im Rathaus wurden sie zum König und den Würdenträgern der Stadt geleitet und mit ihnen an einen großen Tisch gesetzt. Nachdem verschiedene hohe und wichtige Personen gesprochen hatten, wurde auch der Geschichtenerzähler um ein Wort gebeten. Er sagte:

„Es lebte in unserer Stadt ein bekannter Mann, der sollte einst vor vielen Menschen und gar vor dem König eine Rede halten. Nun sah er sich in der Runde um und fand dort eine solche Übermacht an klugen und gelehrten Menschen, dass er sich gar nicht mehr klug zu sein dünkte und vergaß, wie er sich sonst selbst zu helfen wusste und sich am liebsten in den Erdboden verkrochen hätte. Doch das war nicht möglich. Was tat dieser Mann?“

Mit diesen Worten verstummte der Alte. Verzweifelt fragend blickte er seinen Lehrling an und schwieg. Der junge Mann ergriff das Wort und sprach:

„Er verfiel in Schweigen. Er ließ seinen Schüler für sich reden. Der richtete dem König und jener Übermacht an gelehrten Leuten alles aus, was sein Meister ihnen sagen würde, hätte es ihm nur nicht die Stimme verschlagen. Der Schüler sagte: ‚Mein Lehrer lässt euch um Entschuldigung bitten, dass er die Worte, die ihr zu hören wünscht, nun leider nicht selbst an euch richten kann. Doch lässt er mich für ihn sprechen. Es tut meinem Meister sehr leid.’ Die Leute hörten den Schüler für seinen Meister reden. Keiner konnte sagen, ob dieser in Wahrheit die Worte wiedergab, die sein Meister an jene Übermacht hatte richten wollen, doch keiner konnte es auch bestreiten, da jener Meister weder ein Zeichen der Zustimmung noch des Widerspruchs von sich gab.“

Der Schüler hatte seine Rede beendet. Die Menge der Leute blickte ihn und seinen Lehrer verwirrt an. Dann lachten einige, andere klatschten, und es herrschte eine merkwürdige Spannung im Raum. Der Bürgermeister ließ die nächsten Redner aufrufen. So verging der Tag mit weiteren Festlichkeiten, und schließlich gingen alle auseinander. Der König aber ließ noch an demselben Tag Eilboten in den Palast und in alle Städte des Landes schicken mit der Nachricht: „Morgen Mittag um zwölf Uhr wird der König aus gesundheitlichen Gründen abdanken und seinen Sohn als Nachfolger einsetzen. Die traditionelle Rede des Königs zur Übergabe von Zepter und Krone entfällt wegen seiner augenblicklichen Erkrankung. Sein Sohn wird für ihn sprechen und wahrheitsgemäß alles ausrichten, was sein Vater ganz bestimmt sagen würde, wenn er selbst im Stande wäre,  nun noch ein letztes Mal als König des Landes zu sprechen.“ Der König wusste wohl: Die Leute am Hof würden sehr verwundert sein über diese merkwürdige Botschaft. Doch auch der Herrscher seines Nachbarlandes würde nicht wohl entscheiden können, wer nun am Ende was gesagt, geschweige denn, gemeint hätte.

Auf dem Heimweg wirkte der Meister müder als sonst. Er sagte zu seinem Schüler: „Für morgen erwarte ich vor meinem Haus sehr viele Leute, die gerne eine Geschichte von mir hören möchten. Ich kann ihnen diese Geschichte jedoch unmöglich erzählen. Sprich du für mich.“ Der Schüler sagte es seinem Meister zu.

Als der Schüler am anderen Morgen aufgestanden war und sich gewaschen und angezogen hatte, schaute er auch nach seinem Meister. Der lag in seinem Bett und war tot.

„Was soll ich jetzt tun?“ fragte er sich entsetzt. Er schaute aus dem Fenster und wurde noch bestürzter: Eine gewaltige Zahl von Menschen strömte auf das Haus zu, eine unübersehbare Menge. Er trat vor die Tür und sprach die ersten an, die da kamen: „Was wollt ihr hier?“ „Dein Meister hat unserem Land den Frieden gerettet – oder du und dein Meister. Wir möchten euch unseren Dank sagen. Auch möchten wir den Meister bitten, uns noch eine seiner Geschichten zu erzählen.“

Der junge Schüler schüttelte den Kopf. „Der Meister ist tot. Er hat mich gestern noch gebeten, dass ich heute an seiner Stelle zu euch spreche.“ „Aber weißt du denn auch, was der Meister uns heute sagen wollte?“ fragten die Leute. Der Schüler nickte. „Jedes einzelne Wort.“

Geschichte aus S. Hammel: Der Grashalm in der Wüste

Therapeutisches Modellieren in der Traumatherapie – praxisorientierte Einführung

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Quelle: Pexels

Datum: 10. Juli 2021
Seminarzeit: Samstag 10:00 – 18:00 Uhr – insgesamt 8 UE Unterrichtseinheiten (á 45 Min).
Zielgruppe: Die Seminarinhalte können in Therapie und Beratung, ambulant wie stationär
gewinnbringend angewandt werden.
Referent: Stefan Hammel, HSB Kaiserslautern
Veranstalter: HypnoSystemische Kompetenz Werkstatt Eichstätt, 85072 Eichstätt, Gottesackergasse 6
Seminarort: Corona bedingt kann dieses Seminar nur ONLINE angeboten werden.
Anmeldung: Schriftliche Anmeldung per Email oder Fax an:
ANMELDUNGs – E-Mail: Psychoprax-stimpfle@t-online.de
Fax: 0 84 21 / 9 00 37 47
Seminarkosten: 150 €
Preise für Ausbildungskandidaten und Studenten auf Anfrage

Fortbildungspunkte sind bei der Bayerischen Psychotherapeutenkammer beantragt

Seminarinhalt: Das Seminar zeigt Möglichkeiten, in einem erweiterten Sinn mit „Anteilen“ oder „Optionen“ kreativ und sicher im Kontext von Trauma zu arbeiten. Als traumatisch verstehen wir dabei wir Erlebnisse, bei denen wir einer überwältigenden Bedrohung unseres Lebens oder unserer körperlichen und seelischen Unversehrtheit hilflos ausgeliefert sehen – wenn dieses Erleben dauerhaften Schaden bei uns hinterlässt.Beim Therapeutischen Modellieren werden personifizierte Lebensoptionen (ähnlich „Anteilen“ – „Ego-States“)

• aus dem Klienten herausgestellt (dissoziiert),
• in den Raum geholt (assoziiert) und mit dem Erleben des Klienten identifiziert,
• in weitere Optionen (z.B. gute Intention / ungute Umsetzung) unterteilt oder
• in lösungsassoziierte Personen transformiert.

Symptomatische Reaktionen wie ein stockendes Sprechen oder eine erstarrte Mimik werden im Verlauf der Arbeit genau beobachtet, woraus Rückschlüsse auf traumatische Belastungen wie auch im Verlauf der Arbeit auf den Therapiefortschritt möglich werden. Belastungsreaktionen werden suggestiv dekonstruiert, hilfreiche Reaktionen verstärkt und stabilisiert. Zuweilen wird auch transgenerational gearbeitet, um Belastungen aus der Familiengeschichte, soweit diese eine Rolle spielen, aufzulösen.
Ausgehend von einer praktischen Demonstration werden Anamnesetechniken und Interventionen aus dem Therapeutischen Modellieren vorgestellt und Hinweise zur Stabilisierung und Ausweitung der Ergebnisse gegeben. Die Techniken können anschließend im therapeutischen Setting mit Klienten bzw. Patienten eingesetzt werden.

Drachen und Maus

Die folgende Geschichte ist in vielen Fällen geeignet, um Kindern zu helfen, mit unbegründeten oder für sie nicht hilfreichen Ängsten, etwa vor Gespenstern, wilden Tieren und Einbrechern, umzugehen.

1. Wenn die Angst in deinem Bauch ein Tier wäre, was wäre das? Ein Drachen? Können wir uns einmal vorstellen, der steht da in der Ecke rechts?

2. Und wenn es noch ein Tier gäbe, das sich vor dem Drachen fürchtet, was wäre das? Eine Maus? Kann die sich da links verstecken?

3. Wenn in deinem Gehirn ein Trickfilmregisseur ist, und der die Maus immer gefährlicher macht, bis sie keine Angst mehr vor dem Drachen hat, wie macht er das?

4. Und wenn er den Drachen immer ruhiger und friedlicher macht, wie macht er das?

5. Wie fühlt sich das jetzt an?[1]


[1] Mehr zu dieser Interventionsart Hammel 2019, 203ff.

Geschichte aus: S. Hammel, A. Vlamynck, C. Weinspach: Ängest entzaubern, Lebensfreude finden

Alpträume

Wir alle haben gelernt, im Schlaf erstaunliche Dinge zu tun, etwa bei den Anzeichen einer vollen Blase aufzuwachen, zur Toilette zu gehen, wenig später zurückzukehren und weiterzuschlafen. Es gab Zeiten, da konnten wir das noch nicht. Wir haben gelernt, dass wir uns, wenn ein Arm oder Bein aus dem Bett hängt, auf die andere Seite zu drehen und weiterschlafen. Es gab Zeiten, da fielen wir aus dem Bett. Viele haben gelernt, vom Telefon oder vom Weinen eines Kindes aufzuwachen, bei anderen Geräuschen aber weiter zu schlafen. Viele haben gelernt, kurz vor dem Wecker aufzuwachen. Wir können noch mehr…

Sagen Sie Ihrem Traumfilm-Regisseur einen Gruß: Ab heute Nacht, bei den ersten Anzeichen, dass Ihr Atem etwa flacher würde, ihre Muskeln sich spannen könnten, Ihr Herz schneller schlüge oder irgendetwas anderes auf Angst hindeuten könnte, soll er in Ihren Träumen die Personen, Orte, Licht und Farben auswechseln, bis es für Sie angenehm ist.

Sagen Sie Ihrem Körper einen schönen Gruß, wenn irgendeins von diesen Zeichen käme – das ist das vereinbarte Zeichen, um ab sofort alle Muskeln zu entspannen und – wie ein Adler majestätisch mit den

Ihr Körper macht das schön. Danke![1]


[1] Zwei Varianten dieser Intervention finden sich in Hammel 1009, 107f.

Diesen Gruß verwende ich zur Unterstützung von Menschen, die Angstattacken im Schlaf erleiden, also Menschen mit Alpträumen bzw. Pavor Nocturnus sowie Menschen, die mit Herzrasen oder anderen Anzeichen einer Panikstörung erwachen. In vielen Fällen liegt der Belastung eine (nicht immer, aber oft bei Nacht erfolgte) frühere Traumatisierung zugrunde.

Geschichte aus: S. Hammel, A. Vlamynck, C. Weinspach: Ängest entzaubern, Lebensfreude finden

Urlaub und Beförderung (Teil II)

Ich stelle mir vor, er kommt vom Sonderurlaub zurück und Sie bestellen ihn noch einmal ins Personalbüro Ihres Gehirns ein. Vielleicht ist er noch ein klein bisschen nervös. Wenn er da ist, sprechen Sie ihn an:

„Angst bewirkt oft das, was sie verhindern will. Lebensmut und Vertrauen sind oftmals effektiver, um Glück zu erreichen und Enttäuschungen abzuwenden. In Anerkennung deines langjährigen loyalen Einsatzes möchte ich dich vom Amt als Sachverständiger für Angst entbinden und mit dem Amt des Ministers für Zuversicht, Neugier und Lebensfreude in meinem Leben betrauen.“

Was meinen Sie? Nimmt er das Amt für Zuversicht, Neugier und Lebensfreude an?

Dann… Händeschütteln, Urkunde, Blumenstrauß, Blitzlicht, Sektempfang… Sie meinen, er ist noch etwas unerfahren? Das ist die Politik gewöhnt: Erst ist man Bildungsminister, dann Wirtschaftsminister, dann Außenminister oder so… da gibt es Staatssekretäre, Dezernentinnen, Referenten, Beraterinnen, Sachbearbeiter und Azubis, die arbeiten ihm zu, und nach alter Tradition darf man einen Minister in den ersten hundert Amtstagen nicht kritisieren.[1]

Dieser Gruß dient als Ergänzung oder Alternative zum vorangegangenen. Welcher Posten verliehen wird (z. B. Vertrauen, Zugehörigkeit, Selbstfürsorge), kann auch im Gespräch ausgehandelt werden.


[1] Zu solchen Ernennungen vgl. Hammel 2017, 58f., Hammel 2019, 177ff.

Geschichte aus: S. Hammel, A. Vlamynck, C. Weinspach: Ängest entzaubern, Lebensfreude finden