Mentale Spiele IV

Novemberblues? Schlechtwetterlaune? Probiert doch einmal das:

Malt euch aus, einfach zum Spaß, als Spiel sozusagen, wie es sich anfühlt, das genau umgekehrte Problem zu haben: Ihr seid immerzu so ein bisschen manisch, ihr fasziniert eure Umgebung, indem ihr leicht überaktiv seid. Es könnte sein, dass dieser allmählich aufsteigende Tatendrang schon einige Leute nervt, aber es ist schwierig, das zu bremsen. Verhaltet euch einmal für eine Weile, als ob dem so wäre. Stellt euch vor: Es ist sehr hell, und wenn es euch momentan gerade nicht so vorkommt, liegt es daran, dass ihr eine Sonnenbrille oder getönte Speziallinsen tragt zum Schutz gegen das gleißende Sonnenlicht. Vielleicht ist es Frühling – das könnte erklären, dass sich gewisse Frühlingsgefühle in euch zu melden beginnen, ein Anflug von Übermut, der euch eigentlich nicht so gelegen kommt. Aber es ist wirklich nicht leicht, dagegen vorzugehen. Wahrscheinlich müsst ihr einfach mit eurer Unternehmungslust umgehen lernen – und eure Umgebung auch.

Malt euch das einfach einmal aus, bei der Arbeit oder beim Einkaufen in leuchtenden Farben (und Tönen und Körpergefühlen), und achtet darauf, welchen Unterschied es macht.

Mentale Spiele I

Von Kindern kann man einiges lernen. Viele Kinder haben unsichtbare Freunde, die ihnen helfen. Wozu die wohl gut sind?

Haben Sie schon einmal festgestellt, dass Sie schwungvoller aufräumen, wenn Ihre unsichtbaren Begleiter – R2D2, Superman oder die 7 Zwerge – vor und neben Ihnen her Ordnung machen? Das steckt an! Haben Sie auch schon bemerkt, dass die Steuererklärung besser von der Hand geht und außerdem mehr Spaß macht, wenn 5 Klone Ihres Steuerberaters Ihnen die Materialien vorsortieren, Sie mit hilfreichen Tipps versorgen und Ihnen dabei erzählen, dass Sie die Sache im Vergleich zu einigen anderen Kunden durchaus sehr gut angehen? Wenn Sie sich in schwierigen Fragen von Siegmund Freud, Albert Einstein und John Rockefeller beraten lassen, geben Sie den drei Herren doch jeweils eine Stimme und hören Sie deren Worte laut. Voraussetzung ist natürlich, dass niemand in der Wohnung ist, der Sie für verrückt erklärt, wenn Sie mit Einstein & Co. Gespräche führen.

Des Feindes Feind

„Der Büffel ist das gefährlichste Tier im Busch. Er ist noch gefährlicher als der Löwe. Die Begegnung mit einem Löwen kann ein Mensch ohne Waffen vielleicht überleben, aber ein Büffel – sobald er einen Menschen sieht, greift er an!“ So erzählte Mr. Mniyka. „Ich habe nur von einem einzigen Menschen gehört, der eine solche Begegnung überlebt hat“, fuhr er fort. „Dieser Mann sah einen Büffel aus dem Dickicht hervorkommen und im Galopp auf sich zustampfen. Der Mann wurde vor Schreck bewusstlos. Als er zu sich kam, sah er einen Löwen auf dem toten Büffel sitzen und gierig von seinem Fleisch fressen. Der Löwe war der Spur seines Opfers gefolgt. Er hatte die Begegnung von Büffel und Mensch vorausgesehen und den Büffel in dem Moment attackiert, als er durch seinen eigenen Angriff abgelenkt war.“

Die Geschichte erzähle ich, ähnlich wie die vom Reihel, um Menschen auf die Möglichkeit von Auswegen in ausweglosen Situationen aufmerksam zu machen. Ein Möglichkeit positiv zu denken, ist immer die, zu überlegen, was schlecht für das Schlechte ist.

Worte Epikurs V

Wer jung ist, soll nicht zögern zu philosophieren, und wer alt ist, soll nicht müde werden im Philosophieren. Denn für keinen ist es zu früh und für keinen zu spät, sich um die Gesundheit der Seele zu kümmern. Wer behauptet, es sei noch nicht Zeit zu philosophieren oder die Zeit sei schon vorübergegangen, der gleicht einem, der behauptet, die Zeit für die Glückseligkeit sei noch nicht oder nicht mehr da. Darum soll der Jüngling und der Greis philosophieren, der eine, damit er im Alter noch jung bleibe an Gütern durch die Freude am Vergangenen, der andere, damit er gleichzeitig jung und alt sei durch die Furchtlosigkeit vor dem Künftigen. Wir müssen uns also kümmern um das, was die Glückseligkeit schafft: wenn sie da ist, so besitzen wir alles, wenn sie aber nicht da ist, dann tun wir alles, um sie zu besitzen.

Webtipp: Schneckenrennen

Zum Thema „Schneckenrennen“ gibt es in diesem Blog ja bereits zwei Beiträge und eine Audiodatei. Das fünfminütige Video „a snail’s dream“aus der Reihe „minuscule“ zeigt, wie man von der schnöden Wirklichkeit zu seiner Vision findet, und wie von der unerreichbaren Vision zur schönen neuen Wirklichkeit. Das Video könnte als Impuls in Coaching und Therapie durchaus nützlich sein, wenn es um Themen geht wie: Erfolg, Geschwindigkeit, Entwicklung und Umsetzung von Visionen. Schaut euch das Video doch einmal an, es ist allerliebst! (Ein weiterer minuscule-Film, bei dem eine Schnecke an einem Rennen teilnimmt, ist hier zu finden.) Reale Schneckenrennen werden übrigens in Heckelberg in der Schweiz veranstaltet. Einzelheiten dazu findet ihr hier.

Verzeihen annehmbar machen

Ein Freund musste mich vorhin mit Blick auf einen Termin versetzen und entschuldigte sich mehrmals dafür. Es sei in Ordnung, versicherte ich mehrfach, aber das überzeugte ihn nicht. So sagte ich: „Du sprichst mehr mit deinem schlechten Gewissen, als mit mir.“ „Der Satz ist gut“, antwortete er. Und das Entschuldigen hatte ein Ende. Wir haben uns verabschiedet. „Wenn ich in Versuchung wäre, mich zu ärgern – was ich nicht bin -„, so sagte ich, „dann würde ich mir sagen: ‚Jetzt habe ich einmal einen Fehler gut‘ und würde mich an der gewonnenen Freiheit freuen“. „Du hast jetzt einen gut“, sagte er, und wir beide haben uns gefreut.