„Der König kommt! Der König kommt! Der König kommt!“ Bis ihre Mutter von der Arbeit nach Hause kam, musste sie jeden Tag die Wohnung aufgeräumt, die Küche in Ordnung gebracht und etwas zu essen auf den Tisch gestellt sein. Sie nutzte diese Zeit und spielte „Der König kommt!“. Müde gespielt und gut gelaunt empfing sie ihre Mutter in einer blitzblank aufgeräumten, geputzten und gekehrten Wohnung.
Archiv des Autors: Stefan Hammel
Die Macht der Gedanken
„Die Jungs an der Bushaltestelle haben wirklich genervt. Immer haben sie mich an meiner Zipfelmütze gezogen. ‚Hört auf’, habe ich gerufen. „Sonst geht irgendwann der Bommel ab.“ Wieder und wieder sagte ich: „Hört auf!“ Nichts half! In Gedanken habe ich dann den Entschluss gefasst: „Dem nächsten, der daran zieht, trete ich ganz fest ans Schienbein!“ Doch keiner zog mehr daran.
Hypnotische Anästhesie
Eine kleine Geschichte zur Anästhesie mit Hypnose…
„Ich musste viel von Ihrem Zahn entfernen. Ich habe fast bis an den Nerv gebohrt“, stellte der Zahnarzt fest. „Und Sie scheinen mir sehr tapfer zu sein. Wie konnten Sie denn das alles nur aushalten ohne Spritze?“ „Ich saß an einem See an meinem Urlaubsort. Ich hörte den Wind in den Blättern rauschen, und einmal fuhr ein Auto vorbei oder ein Motorrad. Ich spürte die kühle Luft auf meiner Haut. Ich hockte in der Sonne auf einem großem, weißen Stein; aber nein – das war ja wirklich und wahrhaftig mein Zahn!“ Weiterlesen
Geschichten in der Kindertherapie
Gestern hat mich eine Kollegin in einem Forum mit Blick auf Geschichten in der Therapie mit Kindern gefragt: „Wie gehen Sie vor? Die Geschichten werden einfach erzählt, resp. vorgelesen und nicht kommentiert?“ Ich hab das mal so beantwortet:
Wenn die Geschichte gut zur Situation passt, kann sie einfach unkommentiert erzählt oder vorgelesen werden. Die Geschichte sollte analog zum Problem des Kindes strukturiert sein und metaphorisch oder beispielhaft eine erfolgreiche Lösung (Lösungsart, Lösungsstruktur) anbieten. Die Analogie zum Problem und das bereits bestehende Beratungssetting (das Kind weiß: wir sind hier zur Beratung wegen Problem XY) sorgen dafür, dass die Geschichte vom Unbewussten als Lösung identifiziert wird. Darum ist kein Kommentar nötig, der Kontext ist der Kommentar.
Trancephänomene
Vor einigen Monaten habe ich im Wikipedia-Artikel „Hypnose“ die Einleitung zum Absatz „Trancephänomene“ geschrieben, die sich seither unverändert gehalten hat. Für methodisch Interessierte hier noch einmal der Text.
Im Verlauf einer Trance können unterschiedliche Phänomene auftreten. Klassische Trancephänomene sind Weiterlesen
Bilder verschenken
Wie schön ist das, wenn man ein Bild geschenkt bekommt! Ich meine nicht so ein Bild in einem Rahmen, das man an die Wand hängt, sondern ein ganz persönliches, ein Bild für die Seele!
Vorgestern schenkte mir eine Freundin einen Reiseengel mit einer Landkarte in der Hand, damit ich mich auf meiner bevorstehenden kleinen Tournee durch Liechtenstein, die Schweiz, Österreich, Bayern, Neuland und Polen nicht verirre und gut wieder nach Hause finde.
Manchmal, wie schon erzählt, schicken mir Kollegen Geschichten, die sie geschrieben oder gefunden haben.
Gerade eben schrieb mir eine Kollegin: Schlafen Sie nie? Ich geh mal von einer Nachteule aus, die ihren Kopf immer in alle Himmelsrichtungen drehen kann und wünsche Schlaf Ihnen – falls Sie so was brauchen…
Danke an alle, die mir Bilder geschenkt haben!
Grashalm-Rezension
Vor einiger Zeit hat das systemagazin um ein Rezensionsexemplar des Grashalm-Buches angefragt. Eine sehr schöne Rezension des Buchs vom „Grashalm in der Wüste“ steht nun nun heute in einem Artikel des systemagazin. Den Kerntext hat Matthias Ochs aus Heidelberg zuvor in Systhema publiziert. Hinzugefügt ist eine Einführung des systemagazin-Herausgebers Tom Levold, sowie Verlagsinformationen und Links.
Vielen Dank für die anerkennenden Worte an Tom Levold und das systemagazin, und nochmals an Matthias Ochs und Systhema!
Schlüssel
Aus aktuellem Anlass eine Geschichte zum Wiedererlernen von Worten und Fähigkeiten nach Ausfällen des Sprachzentrums (Aphasie), zum Beispiel durch einen Schlaganfall. Die Geschichte könnte auch nützlich sein, um einen fortschreitenden Gedächtnisverlust bei Demenz zu bremsen, sowie für ein Gedächtnistraining zu Beginn der Vorbereitung für eine Prüfung.
War es ein Traum? War es Wirklichkeit? Ich schritt durch das Gebäude. Zu meiner Rechten und zu meiner Linken befanden sich viele Türen. Ich drückte die Klinken, doch kaum eine Tür öffnete sich. Die Räume, und all die Dinge in ihnen, waren mir verschlossen. Ich setzte mich hin und weinte. „Warum weinst du?“, fragte mich einer. Ich deutete auf die verschlossenen Türen. „Weißt du denn nicht…“, sagte er, und wies auf die Taschen meines Mantels. „Du hast doch die Schlüssel!“ Ich griff in die Taschen, und zog – tatsächlich – zwei große Ringe mit Schlüsseln hervor, hunderte und nochmals hunderte von verschieden geformten, großen und kleinen Schlüsseln. Woher sollte ich wissen, welcher der vielen Schlüssel zu welchem der vielen Räume passte? „Probiere alle aus!“, sagte mir mein Ermutiger. „Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Du hast alle Zeit der Welt. Probiere alle Türen, und probiere alle Schlüssel. Nach und nach öffnest du immer mehr Türen. Mach immer weiter! Gib niemals auf! Eines Tages öffnen sich vor dir, vor deinen Augen, alle Türen, bis auf die letzte!“
Webtipp: ICHP
Einen guten Serviceteil für Hypnotherapeuten und Hypnose- interessierte bietet die Seite des Institute of Clinical Hypnotherapy and Psychotherapy (ICHP) in Deutschland. Das Mannheimer Institut unter Leitung von Sven Frank ist die deutsche Sektion der gleichnamigen irischen Hypnotherapieausbildung.
Für alle die, die Beratung mit Hypnose suchen, bietet das ICHP hier eine Liste gut ausgebildeter Hypnosetherapeuten (dreijähriges Training).*
Daneben gibt es auf der Seite eine Liste von Ausbildern bzw. Supervisoren für Hypnotherapeuten, die Weiterbildung suchen, und auf Nachfrage kann das Institut weitere Personen nennen.
Eine Liste hilfreicher Links verweist auf empfehlenswerte Fortbildungen, Bücher, Hypnose-CDs, Videos, Websites, aber auch einige Angebote wie eine Heilpraktikerversicherung oder Visitenkartendruck.
Am wertvollsten für Hypnotherapeuten ist mit Sicherheit die Skriptesammlung des ICHP. Hier werden über 130 Skripte mit hypnotherapeutischen Vorgehensweisen präsentiert. Gezeigt werden Herangehensweisen bei Störungen wie Phobien, Fingernagelkauen, Schlafstörungen, Rauchen, Abnehmen, verschiedenen somatischen Problemen und zum Sportmentaltraining. Zusätzlich zu den deutschen Texten finden sich hier Skripte in Englisch, Spanisch, Norwegisch, Russisch und einigen anderen Sprachen. Aus naheliegenden Gründen wird dieser Teil nur auf Einzelnachfrage für ausgebildete Hypnotherapeuten freigeschaltet.
Eine interessante und nützliche Seite!
* Eine Liste von Therapeutenlisten für Systemische Therapie und Hypnotherapie finden Sie hier…
Dialektale Redensarten nutzen
Damit die Beratung an Leichtigkeit gewinnt, außerdem für einen guten Rapport (gemeinsame Wellenlänge, Anknüpfung) und als Suggestivmethode via Metaphorik (Visualisierung und Implikation) schlage ich euch vor: Nutzt doch eure regionalen Redensarten! Auf Pfälzisch klingt das zum Beispiel so…
Nachlassregelung und Versorgung von Nachkommen: Mer gebbts doch liewer mit de warme Hand, gell, oder?
Magersucht: Horschemool. Du kannsch e Gääs zwische de Herner küsse.
Konflikte, Ehestreitigkeiten, Mobbing: Ää Bock allää steest net. – Do däät de ää e Aug drum gebbe, wann de anner kääns hett.
Skepsis bei Übertreibungen: Sie mache awwer aa manchemool aus eme Furz e Dunnerschlaach, odder net?
Bitte beim Thema bleiben: Jetz kummemer vum Kuchebacke uff Arschebacke. Was wolle mer hier eijentlich?
Hinweis auf unnötige verbale Beiträge: Do misse mer jetz kää unneerische Ferz mache.
Dasselbe für nonverbale Beiträge: Sie mache jetz noch so bissche Spirensje, gell?
Dasselbe für Liebesabenteuer: Sie mache awwer Fissimatensje.*
* »Visite-ma-tente«-chen
Und was fällt euch dazu ein…?