Kopfschmerzen auflösen

Zwei schöne Methoden bei psychogenem Kopfschmerz habe ich gefunden.

Louise L. Hay schreibt: „Kopfschmerzen entstehen durch Selbstverletzung. Wenn Sie das nächste Mal Kopfschmerzen bekommen, halten Sie ein, und fragen Sie sich, wo und wie Sie sich gerade unrecht getan haben. Vergeben Sie sich, lassen Sie davon ab, und der Kopfschmerz wird sich in das Nichts auflösen, aus dem er gekommen ist. Migräne bekommen Leute, die vollkommen sein wollen und sich selbst unter Druck setzen. Migräne bedeutet eine Menge unterdrückten Ärger zu haben. Interessanterweise kann man Migräne durch Masturbation lindern, wenn Sie damit beginnen, sobald Sie die Migräne spüren. Die sexuelle Entspanntheit löst die Anspannung und den Schmerz. Sie mögen es nicht als Masturbation empfinden, aber es ist sicher einen Versuch wert. Sie können nichts dabei verlieren.“ (L.L.Hay, Gesundheit für Körper und Seele, 170)

Es ist sicher unnötig, zu erwähnen, dass es auch zahlreiche organische Ursachen für Kopfschmerzen gibt, die man gegebenenfalls ärztlich abklären sollte. Weitere hypnotische Interventionen bei Kopfweh und anderen Schmerzen finden Sie hier.

Eine Sammlung mit vielfältigen Hausmitteln und Methoden zum Nachmachen findet ihr in einem Video von Home & Relax.

Nägel machen Leute

Ein Mädchen, 13 Jahre alt, hat mir gestern erzählt: „Es gibt an meiner Schule eine ganze Menge Leute, die meinen, sie müssten mich jeden Tag absichtlich nerven. Das sind vor allem einige Knirpse aus der fünften Klasse und eine Anzahl Leute aus meiner Klasse. Letzte Woche habe ich mit einer Freundin nachmittags Nagellack ausprobiert. Am Schluss ging sie weg und nahm den Nagellackentferner mit. Ich hatte noch zwei Nägel schwarz lackiert und ging halt so in die Schule. An diesem Tag ärgerte mich keiner von den Fünftklässern, die mir sonst ständig auf die Nerven gehen. Also lackierte ich am folgenden Tag alle Nägel schwarz, zog mich ganz schwarz an und schnallte mir einen Nietengürtel um. An diesem Tag ärgerte mich keiner der Fünftklässler und überhaupt keiner aus meiner Klasse. Das war völlig unglaublich! Nico, der immer nervt, machte nur den Mund verächtlich auf, schaute an mir hoch, klappte den Mund wieder zu, drehte sich um und ging. Heute trug ich nur noch eine schwarze Jacke, die ich auch sonst manchmal anhatte. Keiner hat mich mehr geärgert. Die Wirkung hält an.“

Erickson-Geschichten V

Erickson erzählt: In Worcester hatte ich einen Patienten, der jeden Gruß erwiderte. Wenn man ihm eine Frage stellte, blickte er einen freundlich an. Er war sanft, leicht lenkbar, sehr ruhig. Er ging in die Kantine, ins Bett, war ordentlich, hatte nichts zu sagen. Er sagte lediglich „Hallo!“ oder „Auf Wiedersehen!“. Ich gab den Versuch auf, ihn zu befragen. Ich wollte seine Geschichte hören, und er war ganz offensichtlich in einer Welt, die nicht existierte. Ich brauchte eine ganze Weile, um herauszufinden, wie ich in seine Welt eindringen konnte. Eines Tages ging ich auf ihn zu und sagte „Hallo!“ Er sagte: „Hallo.“ Dann zog ich meine Jacke aus, kehrte das Innere nach außen und zog sie wieder an, mit der Rückseite nach vorn. Dann nahm ich seine Jacke, kehrte das Innere nach außen und zog sie ihm wieder an, mit der Rückseite nach vorn. Ich sagte: „Ich möchte gern, dass du mir deine Geschichte erzählst.“ Ich bekam seine Geschichte. Schließ dich dem Patienten an.

Lautstärkeregler

Sie liebte es, in die Disco zu gehen. Wenn ihre Eltern sie abholten, wunderten sie sich jedes Mal: „Wie kannst du es aushalten bei dem Krach?“ Doch sie wusste: Laut ist die Musik nur am Anfang. Schon bald ist das Laute nicht mehr laut. Das Ohr stellt die Lautstärke nach.
Sie liebte es, abends im Bett noch leise Radio zu hören. Zwar hatten ihr die Eltern das verboten, wenn sie am nächsten Tag Schule hatte, doch stellte sie das Radio so leise ein, dass sie fast nichts mehr hörte. Sie wusste: Leise ist die Musik nur am Anfang. Schon bald ist das Leise nicht mehr leise. Noch mehrere Male kann sie das Radio noch leiser stellen, und immer noch hört sie alles genau. Denn das Ohr stellt die Lautstärke nach.

Erickson-Geschichten IV

Erickson erzählt: Als meine Tochter Kristi Medizin studierte, las sie einen Aufsatz von Ernest Rossi und mir über Doppelbindung. Sie kam zu uns und sagte: „Also, so mache ich es!“ Rossi fragte: „Was machst du so?“ Sie sagte: „Jeder Patient hat das Recht, Bruchuntersuchungen und vaginale oder rektale Untersuchungen durch einen Medizinstudenten zu verweigern. Keine von den anderen Studentinnen hat solche Untersuchungen gemacht, aber ich habe bei jedem meiner Patienten eine Bruchuntersuchung sowie eine vaginale oder rektale Untersuchung durchgeführt.“ Ich fragte sie, wie sie das mache, da doch alle Patienten das Recht hätten, diese Untersuchungen zu verweigern. Sie sagte: „Wenn ich zu diesem Teil der Untersuchung kamm, lächelte ich freundlich und sagte sehr mitfühlend: ‚Ich weiß, Sie haben es satt, dass ich Ihnen in die Augen sehe und in die Ohren und in die Nase und in den Hals, Sie hier betaste und dort abklopfe. Sobald ich jetzt die rektale Untersuchung und die Bruchuntersuchung durchgeführt habe, können Sie mir Auf Wiedersehen sagen.‘ “ Und alle warteten geduldig, bis sie ihr Auf Wiedersehen sagen konnten. (Rosen, 107f.)

Erickson-Geschichten III

Erickson erzählt: In dem Dorf Lowell, in Wisconsin, schneite es in jenem Winter zum ersten Mal am 12. November, kurz vor 4 Uhr nachmittags. Und das Kind auf dem dritten Platz in der dritten Reihe, direkt neben dem Fenster, fragte sich: „Wie lange werde ich mich hieran erinnern?“ Ich grübelte einfach… Ich wusste genau… Ich wusste, es war der 12. November im Jahre 1912. Es war sehr leichter Schnee. (Rosen, S. 68)

Seminar Metaphernschmiede

Inzwischen stehen die Details für das zweitägige hypno-systemische Geschichten-Seminar „Metaphernschmiede“ fest, das ich vom 25.7. – 26.7.2008 beim Milton-Erickson-Institut Heidelberg (Gunther Schmidt) halte. Den Ausschreibungstext und eine Anmeldemöglichkeit für das Seminar finden Sie hier.

Ziel des Seminars ist es, zu lernen, wie man…

* therapeutische Geschichten für Klientinnen und Klienten findet
* jederzeit Beispielgeschichten für einzigartige Situationen erfindet
* Erzählungen therapeutisch wirksam formuliert und einbettet
* Problemmetaphern in Lösungsmetaphern transformiert
* wegweisende, warnende und aktivierende Geschichten aufbaut.

Coachingausbildung für Führungskräfte

Eine systemische Coachingausbildung für Führungskräfte bieten wir im nächsten Jahr bei Mainz an. Die komprimierte Ausbildung erstreckt sich über fünf 2,5-tägige Seminare und ein optionales hypno-systemisches Aufbaumodul. Sie beginnt jeweils im März und August 2008 und ist ein Angebot in Kooperation mit der Inszena Group. Ein ähnliches Projekt ist ab Herbst 2008 in Liechtenstein geplant. Informationen zur Ausbildung in Mainz erhalten Sie hier.

Mentale Spiele V

Langeweile? Vergeht die Zeit im Kriechtempo?

Bekannt ist, dass die empfundene Zeit sich von der gemessenen oft stark unterscheidet; sie kann langsamer oder schneller vergehen. Es macht einen Unterschied, ob man einen „langweiligen“ Vortrag hört oder ein „kurzweiliges“ Spiel spielt. Bekannt ist auch, dass Menschen in Trance ein ganz anderes Zeiterleben haben als im Wachzustand. Meistens unterschätzen sie die verstrichene Zeitspanne erheblich; man bezeichnet das Trancephänomen als „Zeitverzerrung“. Bekannt ist schließlich auch, dass Menschen während eines Unfalls oder bei einer anspruchsvollen schnellen Tätigkeit das Geschehen erleben, als verlaufe es in Zeitlupe. Vielleicht habt ihr aber auch schon einmel die Wolken, eine Schnecke, den Sonnenuntergang oder Mondaufgang so lange betrachtet, bis die Bewegungen euch immer schnellerzu werden schienen. Zeiterleben wird psychisch reguliert.

Heute hatte ich ein Gespräch mit einem Mann, der ganz langsam redete. Immerzu suchte er nach Worten und viele seiner Sätze kamen nie zu einem Ende. Der Mann konnte nichts dafür, aber ich wurde sehr ungeduldig beim Zuhören. Seine Langsamkeit machte mich rasend. So stellte ich mir einen Drehschalter vor, mit dem ich die Geschwindigkeit meines Zeiterlebens einstellen konnte. Innerhalb von kaum einer Minute schien mir der Mann in einer ganz normalen Geschwindigkeit zu sprechen. Er war überhaupt nicht mehr langsam, und meine Ungeduld war verflogen. Der Hypnotherapeut Milton Erickson hat auf diese Art rhythmisch auftretende Schmerzen wie etwa pulsierende Kopfschmerzen behandelt: Man übt den Gebrauch des Zeitschalters ein und stellt die Geschwindigkeit der Zeit in den Schmerzphasen auf „sehr schnell“ und in den angenehmen Zeiten auf „langsam“. Übrig bleiben überwiegend angenehme Zeiten.

Mentale Spiele IV

Novemberblues? Schlechtwetterlaune? Probiert doch einmal das:

Malt euch aus, einfach zum Spaß, als Spiel sozusagen, wie es sich anfühlt, das genau umgekehrte Problem zu haben: Ihr seid immerzu so ein bisschen manisch, ihr fasziniert eure Umgebung, indem ihr leicht überaktiv seid. Es könnte sein, dass dieser allmählich aufsteigende Tatendrang schon einige Leute nervt, aber es ist schwierig, das zu bremsen. Verhaltet euch einmal für eine Weile, als ob dem so wäre. Stellt euch vor: Es ist sehr hell, und wenn es euch momentan gerade nicht so vorkommt, liegt es daran, dass ihr eine Sonnenbrille oder getönte Speziallinsen tragt zum Schutz gegen das gleißende Sonnenlicht. Vielleicht ist es Frühling – das könnte erklären, dass sich gewisse Frühlingsgefühle in euch zu melden beginnen, ein Anflug von Übermut, der euch eigentlich nicht so gelegen kommt. Aber es ist wirklich nicht leicht, dagegen vorzugehen. Wahrscheinlich müsst ihr einfach mit eurer Unternehmungslust umgehen lernen – und eure Umgebung auch.

Malt euch das einfach einmal aus, bei der Arbeit oder beim Einkaufen in leuchtenden Farben (und Tönen und Körpergefühlen), und achtet darauf, welchen Unterschied es macht.