Ausbildung Hypnose-Coaching

Eine Ausbildung „Hypnose-Coaching und Grundlagen der Hypnotherapie“ beabsichtigen wir ab dem kommenden Jahr in Liechtenstein anzubieten – und wahrscheinlich auch in Bern. Die Ausbildung erstreckt sich auf acht Seminare in 2 Jahren. Das Konzept und die Inhalte der Ausbildung habe ich jetzt auf der Seite von hsb Westpfalz veröffentlicht. Weitere Informationen, etwa zur Preisgestaltung, folgen in den nächsten Wochen. Wer neugierig ist, kann sich das Konzept hier schon einmal ansehen, und natürlich könnt ihr mir per E-mail jederzeit Fragen zu der Ausbildung schicken!

Versuchsbericht zu Hypnose bei Tinnitus

Ein Mitglied der Deutschen Tinnitus-Liga bat mich letzte Woche, ihm einen zusammenfassenden Bericht zuzusenden zum Stand unseres Pilotversuchs zur hypnotischen Beeinflussbarkeit von Tinnitus. Ich habe das Dokument heute fertiggestellt und habe eine leicht gekürzte Fassung des Berichts auf der Seite von hsb ins Netz gestellt. Viel Spaß beim Nachlesen!

Der Taschenspieler

 

Hypnotherapie – und wahrscheinlich jede Therapie – ist Lenkung der Aufmerksamkeit. Das ist, als ob ich eine Kamera so lenke und einstelle (und den Film nachher so bearbeite und schneide), dass der Zuschauer (respektive Klient) etwas wahrnimmt, was er so noch nicht gesehen hatte und was einen Sinn ergibt. Wobei Sinn nicht immer bedeuten muss, Weiterlesen

Wie baue ich eine Geschichte auf?

Ich habe jemanden getroffen, die meinte, sie könnte keine Geschichten erzählen. Jeder kann Geschichten erzählen! Wir tun es jeden Tag! Es gibt viele Arten, eine Geschichte aufzubauen. Ein Aufbau, der vielen bekannten Geschichten zugrunde liegt, ist zum Beispiel dieser:

1. Den realen oder fiktiven Protagonisten und seine Welt skizzieren

2. Das Problem des Protagonisten darstellen

3. Misslingende Lösungsversuche oder Irrfahrten benennen

4. Frust, Ratlosigkeit, Traurigkeit!

5. Ein äußerer oder innerer Ratgeber hat die Idee zur Lösung

6. Den Erfolg feiern – oder alles offen lassen zum weiter denken

Real erlebte Geschichten lassen sich auf diese Art ebenso aufbauen, wie erfundene. Prägt euch diese Abfolge doch einmal ein, und dann probiert es einmal aus! Viel Spaß dabei!

Das Reihel

Bernhard liebte es, ein ganzes Wochenende lang allein durchs Gebirge zu wandern und in den Schlafsack eingerollt in einer Schutzhütte zu übernachten. Seine Freundin war häuslich und liebte romantische Abende bei Kerzenschein. Sie wollte ihn gerne heiraten. Ihm machte es Angst, sich endgültig festzulegen. Sie wollte möglichst bald Kinder bekommen. Ihn überforderte schon der Gedanke daran. Aber trennen wollten sich beide auf keinen Fall. „Wir sind in der Sackgasse“, stellte er in einem Telefongespräch resigniert fest. Ich wollte das weder so stehen lassen, noch konnte ich hoffen, dass mein bloßes Widersprechen ihm weiterhelfen würde. Was tun? Weiterlesen

Die Fürsorglichen

Herr und Frau Laplace kommen seit mehreren Sitzungen in die Paarberatung. Frau Laplace ist trockene Alkoholikerin. Anlass für die Beratung sind „Rückfälle“ in der letzten Zeit sowie eheliche Konflikte. Sie berichten, Frau Laplace habe einen schweren grippalen Infekt bekommen. Ihr Mann habe sie gedrängt, ein Krankenhaus zu besuchen und sich Medikamente verschreiben zu lassen. Dies lehnte sie wie alle anderen Hilfsangebote ab und zeigte sich über das Bemühen ihres Mannes verärgert. Dieser fühlte sich abgewiesen und war gekränkt.

Meine Frage, ob sie hinter dem Verhalten ihres Mannes eine positive Absicht sehe, bejaht die Frau. Sie habe aber diese Hilfe nicht gebrauchen können. Sie stimmt zu, dass sie nicht seine Zuwendung als solche, sondern nur die konkret angebotene Hilfe habe ablehnen wollen. Ich äußere die Vermutung, Weiterlesen

Prüfungsvorbereitung

„Hast du heute Nachmittag Zeit?“ frage ich eine Bekannte. „Wir könnten mal wieder etwas unternehmen.“ „Nein, das geht nicht“, sagt sie. „Ich habe doch nächste Woche Prüfung, und ich kann mich sowieso so schlecht konzentrieren. Ich habe das Gefühl, ich komme überhaupt nicht voran. Wenn ich jetzt noch eine Pause mache, kriege ich bloß ein schlechtes Gewissen, und dann geht gar nichts mehr.“ „Wie lange arbeitest du schon so, ohne Konzentration und ohne Pause?“ „Seit ein paar Wochen.“ Ich denke kurz nach. Weiterlesen

Der König kommt

„Der König kommt! Der König kommt! Der König kommt!“ Bis ihre Mutter von der Arbeit nach Hause kam, musste sie jeden Tag die Wohnung aufgeräumt, die Küche in Ordnung gebracht und etwas zu essen auf den Tisch gestellt sein. Sie nutzte diese Zeit und spielte „Der König kommt!“. Müde gespielt und gut gelaunt empfing sie ihre Mutter in einer blitzblank aufgeräumten, geputzten und gekehrten Wohnung.

Hypnotische Anästhesie

Eine kleine Geschichte zur Anästhesie mit Hypnose…

„Ich musste viel von Ihrem Zahn entfernen. Ich habe fast bis an den Nerv gebohrt“, stellte der Zahnarzt fest. „Und Sie scheinen mir sehr tapfer zu sein. Wie konnten Sie denn das alles nur aushalten ohne Spritze?“ „Ich saß an einem See an meinem Urlaubsort. Ich hörte den Wind in den Blättern rauschen, und einmal fuhr ein Auto vorbei oder ein Motorrad. Ich spürte die kühle Luft auf meiner Haut. Ich hockte in der Sonne auf einem großem, weißen Stein; aber nein – das war ja wirklich und wahrhaftig mein Zahn!“ Weiterlesen

Geschichten in der Kindertherapie

Gestern hat mich eine Kollegin in einem Forum mit Blick auf Geschichten in der Therapie mit Kindern gefragt: „Wie gehen Sie vor? Die Geschichten werden einfach erzählt, resp. vorgelesen und nicht kommentiert?“ Ich hab das mal so beantwortet:

Wenn die Geschichte gut zur Situation passt, kann sie einfach unkommentiert erzählt oder vorgelesen werden. Die Geschichte sollte analog zum Problem des Kindes strukturiert sein und metaphorisch oder beispielhaft eine erfolgreiche Lösung (Lösungsart, Lösungsstruktur) anbieten. Die Analogie zum Problem und das bereits bestehende Beratungssetting (das Kind weiß: wir sind hier zur Beratung wegen Problem XY) sorgen dafür, dass die Geschichte vom Unbewussten als Lösung identifiziert wird. Darum ist kein Kommentar nötig, der Kontext ist der Kommentar.

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