Kurz vor Weihnachten, am 19. Dezember 2025, habe ich in Paderborn mit dem Rigorosum meine Promotion zum Doktor der Philosophie (Dr. phil.) abgeschlossen.
Die Dissertation wurde mit „magna cum laude“ bewertet.
Der Titel der Arbeit ist „Wer Ohren hat, der höre! Hypnosystemische Seelsorge und Tinnitus“. Die Universität Paderborn hat sie unter doi: 10.17619/UNIPB/1-2450 veröffentlicht.
Für die Arbeit habe ich 27 Probandinnen und Probanden jeweils 90 Minuten hypnosystemische Behandlung angeboten; vorher und nachher haben wir neurologische, hörakustische , stimmliche und stressbezogene Messungen vorgenommen.
Nach der Behandlung erlebten 3 Probanden Stille, alle 27 Probanden einen leiseren Tinnitus, 26 bessere Hörfähigkeiten, alle 27 weniger emotionalen Stress und 24 hatten eine klangvollere Stimme. Es zeigten sich zahlreiche direkte Zusammenhänge (Korrelationen) zwischen den neurologischen (magnetenzephalographischen) Messungen, der Tinnituslautstärke und der Hörschwelle, außerdem zwischen dem Stimmvolumen und dem erlebten Stress (mit Herzfrequenzvariabilitätsmessung, Tinnitusfragebogen ermittelt) sowie zwischen dem Stimmvolumen und der Hörschwelle.
Zeigen konnte ich:
- Tinnitus ist hinsichtlich des Geräuscherlebens therapeutisch behandelbar und potentiell heilbar.
- Tinnitus ist als Syndrom neurologischer, hörakustischer, stimmlicher bzw. muskulärer und stressbezogener Symptome beschreibbar und messbar.
- Tinnitus lässt sich wie viele andere gesundheitliche Störungen auch mit Worten sowie non- und paraverbal vermittelten Suggestionen sinnvoll therapeutisch behandeln.
- Seelsorge ist Leibsorge, wenn sie sich solcher Worte bedient.
Da die aristotelische Trennung von Körper, Seele und Geist im Zeitalter von Psychosomatik, Psychoneuroimmunologie und Epigenetik keine Grundlage für das moderne Menschenbild sein kann, muss auch die daraus resultierende Trennung der Professionen wie Ärzte, Psychotherapeuten und Seelsorger (sowie -innen) neu reflektiert werden. Offensichtlich sind die Parallelen zwischen einer hypnosystemischen Behandlung, in der Worte körperliche Heilung bewirken und dem Handeln von Jesus, der körperliche, seelische, soziale und spirituelle Heilung als Einheit behandelt hat, in der eines jeweils das andere bedingt und mit sich bringt.
Ich merke, dass doch eine gewisse Last von mir abfällt, nachdem das alles geschafft ist. Es ist schön, das das alte Jahr so abschließen zu können. Im neuen Jahr möchte ich die gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse als Artikel als Artikel in einer neurowissenschaftlichen Zeitschrift aufarbeiten. Im Jahr 2027 wird die therapeutische Essenz aus der Arbeit als Fachbuch veröffentlicht. Den Vertrag dafür habe ich vor wenigen Wochen unterschrieben.
Euch allen wünsche ich ein zuversichtliches, schönes und gesundes neues Jahr!
Euer Stefan


