Wie abonniere ich einen Blog?

Laut Webstatistik bezieht ein gutes Drittel der Besucher den Blog per Abonnement. Von den anderen wissen einige wahrscheinlich nicht, dass das geht.

Also, es geht so: Ganz unten auf jeder Blog-Seite befinden sich zwei kleine Links: „Beiträge (RSS)“ und „Kommentare (RSS)“. Will man nur die Beiträge abonnieren, klickt man auf „Beiträge“. Es öffnet sich ein Fenster, wo man anklicken kann, ob man den Blog zukünftig über die Lesezeichen oder über die Taskleiste oder anderswie erreichen möchte. Gezeigt wird auch eine Voranschau von dem, was man sich da auf den Computer liefern lässt: Nämlich ein Lesezeichen, durch das man zukünftig die Überschriften und ersten drei Zeilen jedes neuen Beitrags einsehen kann. Was einen interessiert, klickt man an, und dann ist man im Blog.

Dasselbe kann man nur mit den Kommentaren machen, oder jeweils mit den Beiträgen und den Kommentaren. Wer Lust hat, probiert’s einfach aus!

Der Geschichtenerzähler (VIII)

Es kommt noch was…

Da standen sie vor ihm, die Leute des Volkes. Zu Hunderten waren sie gekommen. Und er stand vor ihnen. Was sollte er sagen? „Der Meister, dessen Worte ihr vernehmen wollt, ist tot“, sprach er. „In dieser Nacht ist er gestorben. Doch hat er mir zuvor noch aufgetragen, ich solle heute zu euch sprechen.“ „Aber weißt du denn auch“, fragten die Leute ihn noch einmal, „was der Meister uns gerne sagen wollte?“ „Ich höre es“, sagte er, und begann zu erzählen:

Auf einer kleinen Insel mitten im weiten Ozean wuchs eine wunderschöne goldgelbe Blume. Niemand wusste, wie sie dort hingekommen war, denn es gab sonst keine Blumen auf dieser Insel. Die Möwen kamen angeflogen, um dieses Wunder zu bestaunen. „Sie ist schön wie die Sonne“, sagten sie. Die Fische kamen angeschwommen. Sie schauten aus dem Wasser, um sie zu bewundern. „Sie ist schön wie eine Koralle“, sagten sie. Ein Krebs kam an Land, um sie zu betrachten. „Sie ist schön wie eine Perle am Meeresgrund“, sagte er. Und sie kamen fast jeden Tag, um diese Blume zu bewundern.
Eines Tages, als sie wieder kamen, um nach der Blume zu schauen, fanden sie die goldenen Blätter der Blume braun und vertrocknet. „O weh“, sprachen die Möwen, die Fische und der Krebs. „Die Sonne hat unsere Blume versengt. Wer soll jetzt unser Herz erfrischen?“ Und alle waren traurig.
Doch einige Tage später war da an der Stelle der Blüte eine wunderbare zartweiße Kugel. „Was ist das?“, fragten die Tiere. „Es ist so weich wie eine Wolke“, sagten die Möwen. „Es ist so leicht wie die Gischt“, sagten die Fische. „Es ist so fein wie der Schimmer der Sonne im Sand“, sagte der Krebs. Und alle Tiere freuten sich.
Da fegte ein Windstoß über die Insel und wehte dieses weiße Wunder in tausend kleinen Flocken fort über die Insel. „O weh“, sprachen die Möwen, die Fische und der Krebs. „Der Wind hat unsere Kugel verweht. Was soll jetzt unser Gemüt erfreuen?“ Und alle waren traurig.
Eines Morgens, als die Sonne über dem Meer aufging, leuchteten da im goldenen Morgenlicht hunderte und nochmals hunderte von wunderschönen goldgelben Blumen. Da tanzten die Möwen am Himmel und die Fische im Wasser, und der Krebs tanzte mit seinen Freunden einen Reigen zwischen den Blumen, und alle freuten sich.

„Ihr müsst wissen“, sagte der Schüler zum Volk, „dass jeder Mensch, der auf der Erde wandelt, auf ihr seine Spuren hinterlässt. Keine Blume verblüht, ohne zuvor ihre Saat zu verstreuen.“

Und morgen geht’s weiter.

Lesenswert: Der Rabbi hat immer recht

Das Büchlein von Rabbi Nilton Bonder „Der Rabbi hat immer recht – Die Kunst, Probleme zu lösen“ gibt eine verständliche Einführung in rabbinische Logik. Das heißt, jüdische Anekdoten und Witze werden philosophisch fundiert interpretiert und in einem Gesamtzusammenhang des rabbinischen Denkens dargestellt. Systematisch werden die verschiedenen Fragetechniken und Neudeutungen (Reframings) der Realität unter die Lupe genommen. Die Geschichten, die er erzählt, sind köstlich. Gedacht ist das Buch aber wahrscheinlich nicht als Geschichtensammlung, sondern als methodischer Leitfaden, wie man in jeder erdenklichen Lebens- und Beratungslage zu hilfreichen neuen Sichtweisen kommt. Besonders für Freunde von Beratungstechniken, von brillianter Lösungsfindung, von verständlicher Philosophie, und von jüdischem Denken!

Rabbi Nilton Bonder, Der Rabbi hat immer recht: Die Kunst, Probleme zu lösen
Zürich, München (Pendo) 2001

Der Geschichtenerzähler (VII)

Und heute die siebte Folge…

Auf dem Heimweg wirkte der Meister müder als sonst. Er sagte zu seinem Schüler: „Für morgen erwarte ich vor meinem Haus sehr viele Leute, die gerne eine Geschichte von mir hören möchten. Ich kann ihnen diese Geschichte jedoch unmöglich erzählen. Sprich du für mich.“ Der Schüler sagte es seinem Meister zu.
Als der Schüler am anderen Morgen aufgestanden war Weiterlesen

Was ist Pacing und Leading?

Pacing heißt, dem Klienten folgen; mitschwingen, mitgehen, verbal und nonverbal. Wörtlich: In seinen Fußspuren gehen. Mit dem Klienten mitgehen. Klassisch systemisch heißt Pacing: Annehmen, wertschätzen, positiv konnotieren. Methodisch heißt es z.B.: Den Überweisungskontext und Auftrag klären, die Ausgangssituation erfragen. Pacing ist auch eine non-verbale Angelegenheit. Man kann den Tonfall, die Körperhaltung die Bewegungen oder auch den Atem des Klienten pacen, indem man sie übernimmt und sich darin einlebt.

Leading heißt: Auf der Basis von einer Wellenlänge (Rapport) und Mitgehen (Pacing) etwas anschlussfähiges Neues einführen und dabei die Führung übernehmen. Auf systemisch heißt das „intervenieren“. Im Beratungskontext bedeutet Pacing meistens, ans Problemerleben der Klienten anzuknüpfen und Leading, Lösungsimpulse geben.

Vom Pacing zum Leading übergehen heißt: Weiterlesen

Lesenswert: Träume vom Überleben

Das Buch von Yaffa Eliach heißt mit vollem Titel: „Träume vom Überleben – Chassidische Geschichten im 20. Jahrhundert“.

Yaffa Eliach hat als kleines Kind den Holocaust überlebt, weil ihre erschossene Mutter auf sie fiel und sie vor den Augen der Mörder verbarg. Später hat sie Geschichten von anderen Überlebenden gesammelt und untersucht, mit welchen Glaubenshaltungen, mentalen Strategien und praktischen Vorgehensweisen sie ihr Leben bewahrt haben. Ihr Buch bietet eine kostbare Sammlung von Geschichten, wie Menschen sich in der Zeit des Grauens den Glauben an Sinn und Hoffnung bewahrt haben. Dabei treten die unterschiedlichsten Haltungen und Strategien hervor. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Mut machen, selbst in katastrophalen Situationen auf Lösungen und sinngebende Antworten zu schauen. Geschrieben sind die Geschichten, die alle auf realenErlebnissen beruhen, im Stil chassidischer Legenden. Ein Anhang mit Endnoten zu jeder Geschichte beleuchtet den historischen Hintergrund.

Sehr eindrucksvoll!

Yaffa Eliach, Träume vom Überleben: Chassidische Geschichten aus dem 20. Jahrhundert
Freiburg, Basel, Wien (Herder) 1985

Ein Beitrag zur Verkehrssicherheit

Ein Beitrag zur Verkehrssicherheit

Gestern bin ich mit zwei Freundinnen bei Kaffee und Kuchen zusammen gesessen. Eine der beiden hat erzählt:

Vor ein paar Tagen habe ich meinen Bruder mit dem Auto abgeholt. Auf dem Hinweg ist mir ein Entenpaar über die Straße gewatschelt. Und ich hab beim Weiterfahren gedacht: Hoffentlich passiert denen nichts. Auf dem Rückweg habe ich geguckt, ob ich sie wieder sehe. Da waren sie: Sie sind den Bürgersteig entlanggewatschelt. Dann kam der Zebrastreifen. Genau am Zebrastreifen haben sie die Straße überquert. Ich habe angehalten und sie die Straße überqueren lassen. Auf der Gegenseite kam ein Auto. Weiterlesen

Der Geschichtenerzähler (VI)

Und Folge sechs…

Der Geschichtenerzähler sagte:

„Es lebte in unserer Stadt ein bekannter Mann, der sollte einst vor vielen Menschen und gar vor dem König eine Rede halten. Nun sah er sich in der Runde um und fand dort eine solche Übermacht an klugen und gelehrten Menschen, dass er sich gar nicht mehr klug zu sein dünkte und vergaß, wie er sich sonst selbst zu helfen wusste und sich am liebsten in den Erdboden verkrochen hätte. Doch das war nicht möglich. Was tat dieser Mann?“

Mit diesen Worten verstummte der Alte. Verzweifelt fragend Weiterlesen