Borstenmäuse

„Was kann man tun“, fragte jemand, „wenn Wochen nach einer Lungenembolie immer noch Symptome vorhanden sind, die das Atmen beeinträchtigen?“, fragte jemand in einer E-mail.

„Ich hatte vor einigen Jahren eine tiefe Venenthrombose zusammen mit einer
ausgeprägten Lungenembolie“, schrieb ich zurück. „Hypno hin, Hypno her, ich war dankbar für die Medikamente. Eine Lungenembolie zu kurieren braucht Zeit. Ein ganzes Jahr Einnahme von Blutverdünnern scheint ein Richtwert für die Medikation zu sein. Gleichwohl habe ich den Eindruck, dass man beim Abbau der Thromben, bei der Reduzierung der Beschädigung von Venenklappen im Bein und dann auch vorausschauend präventiv mit Suggestion viel erreichen kann. Beweisen lässt sich das wohl nicht, aber meine Phlebologin war immerhin beeindruckt von den guten
Fortschritten bei der Gesundung.

Ich persönlich habe Borstenmäuse durch meine Blutgefäße geschickt, kleine Nager mit einem rauen Fell, die sich rückwärts mit einer kleinen seitlichen Drehung durchs Gefäßsystem bewegen. Dabei stellen sich ihre Borstenhaare auf und schrubben die Venen von innen frei. Die Barthaare der possierlichen Tiere, gehen zuletzt durch den Tunnel und wischen dabei den verbleibenden feinen Staub von den Wänden. Diese
Tiere habe ich zuvor bei Erkältungen eingesetzt um Atemwege freizuräumen. Ich denke, dass sie auch bei einer Embolie hervorragende Dienste leisten.“

Manchmal nehme ich auch einfach eine Zahnbürste, um meine Venenklappen zu reinigen. Ich glaube aber tatsächlich, dass die Borstenmäuse auch bei anderen Erkrankungen, die die Atemwege und die Blutgefäße betreffen, nützlich sind, etwa im Zusammenhang mit einigen Herzerkrankungen. Bei Hirnblutungen und Aneurysmen würde ich womöglich eher Schwammmäuse auf die Reise durch das Gefäßsystem schicken. Aber ich möchte auch zugeben, manchmal ist mir gar nicht nach so etwas zumute. Da bin ich einfach froh über einen guten Arzt und gute Medikamente.

Der Rückweg

Eine Geschichte meiner Kollegin Bettina Betz aus Mainz…

Susannes Kaninchen war gestorben. Es hatte sie, die Jüngste der Familie, auf dem letzten Wegabschnitt ihrer Kindheit begleitet. Für sie und ihren Bruder war klar, dass sie es beerdigen wollten. Da sie keinen Garten hatten, sollte es im Wald geschehen, was nicht erlaubt, aber in ihren Augen notwendig war. Sie beschlossen, es nachts und ohne das Mitwissen der Eltern zu tun. Ein Rest jugendliche Abenteuerlust mag dabei mitgespielt haben.
Als die Eltern schliefen, machten sie sich auf den Weg. Sie fuhren zum nahegelegenen Stadtwald und parkten das Auto am Beginn eines schmalen Pfades. Dann begannen sie, mit der Taschenlampe nach einem geeigneten Ruheplatz für das Kaninchen zu suchen. Keiner wollte ihnen so richtig gefallen. Und sie waren derart vertieft in diese Suche, dass sie von den übrigen Vorgängen im Wald nichts wahrnahmen.
Als sie ihr Haustier schließlich begraben hatten, wussten sie nicht mehr, wo sie sich befanden. Sie hatten völlig die Orientierung verloren, und stockdunkel war es auch. Mit Hilfe der Lampe konnten sie zwar so etwas wie einen Weg erkennen. Doch in welche Richtung gehen um zum Auto zu gelangen? Das wussten sie beide nicht.
Da drangen aus dem Gebüsch grunzende Geräusche zu ihnen. Und noch dazu roch es ziemlich streng, wie sie jetzt erst bemerkten. Wildschweine … Womöglich eine Bache mit Frischlingen. Susanne schaltete die Taschenlampe aus. Nur nicht die Tiere noch mehr beunruhigen.
In der undurchdringlichen Dunkelheit bekam es der Bruder mit der Angst zu tun: „Wie kommen wir hier wieder heil heraus?“ Da antwortete die Schwester ganz ruhig: „Auch wenn es für dich vielleicht ungewöhnlich ist: Gib mir doch bitte mal deine Hand. Ich glaube, ich weiß, wie wir gehen können.“
So nahm Susanne ihren Bruder an der Hand und tastete sich langsam vorwärts. Dorthin wo man treten konnte und wo keine Wildscheine waren. „Weg von den Wildschweinen“, dachte sie, mehr nicht. Immer nur weg. Schritt für Schritt gingen sie weg und weg und weg. Irgendwann endete der Weg, denn er war von einem Hindernis versperrt.
Es war ihr Auto.

Reinhören: Das Interview zum Bärenbuch

Hier ist das Interview von Radio Dreyeckland mit Katharina Lamprecht, einer der Autorinnen des Buches „Wie der Bär zum Tanzen kam“. In dem Buch (und im Interview) geht es darum, wie therapeutische Geschichten eingesetzt werden körperliche Erkrankungen zu lindern und zu heilen. Viel Spaß beim Anhören!

Das Buch übrigens heißt mit vollem Namen „Wie der Bär zum Tanzen kam. 120 Geschichten für einen gesunden Körper“. Es ist von Katharina Lamprecht, Adrian Hürzeler, Martin Niedermann und mir, Stefan Hammel, verfasst und gerade im Mai beim Ernst Reinhardt-Verlag erschienen. In Deutschland kostet es 16,90 Euro. Es ist beispielsweise hier im Shop zu bekommen.

 

 

 

 

Handbook of Therapeutic Storytelling

Die englische Übersetzung des „Handbuchs des Therapeutischen Erzählens“ wird im Verlauf des Jahres bei Routledge (Taylor & Francis) in London erscheinen, unter dem Titel „Handbook of Therapeutic Storytelling“.

Ein spannender Prozess! Momentan bin ich mit einem Freund dabei, das Stichwortregister und das alphabetische Register der Geschichten zu erstellen und die „Fahnenkorrektur“ (letzte Korrekturen an der Endfassung als PDF-Datei) vorzunehmen.

Das Buch erscheint Ende dieses Jahres oder Anfang des nächsten und heißt auf Englisch „Handbook of Therapeutic Storytelling“.

Stefan Hammel zu Gast bei SWR „Kaffee oder Tee“ – mit englischem Untertitel

Stefan Hammel ist zu Gast bei der SWR-Sendung „Kaffee oder Tee“.Hier ist eine Version mit englischem Untertitel – ein geeigneter Impuls zur Diskussion, wenn ihr mit englischsprachigen Freunden über Hypnotherapie im Gespräch seid.

Das Fernsehinterview beleuchtet und hinterfragt die Wirksamkeit von therapeutischer Hypnose. Viel Spaß beim Zusehen und Lernen!

 

Das Buch „Sous le signe de la relation“

Vor einigen Wochen ist in Frankreich ein Buch erschienen, in dem auch meine Frau Karine und ich jeweils einen Beitrag veröffentlicht haben. Das Buch, herausgegeben von unserer Kollegin Christine Guilloux aus Paris, heißt: „Sous le signe de la relation“, ist in der Reihe la Gazette89 éditions in Égriselles-le Bocage erschienen und hat 225 Seiten.

Auf den Seiten 13-18 findet sich der Beitrag von Karine Audeguy: „Qu’est-ce que vie en toi sous le signe de la relation? Dyade méditative“ („Was ist in dir lebendig, wenn es um Beziehung geht? Meditatives Gespräch zu zweit“).

Auf den Seiten 137-142 findet sich mein Beitrag: „Les histoires peuvent changer la vie.
Redécouvrir des anciens chemins de sagesse pour trouver le nôtre“ (Geschichten können das Leben verändern. Wie wir alte Wege der Weisheit wiederentdecken um die unseren zu finden.“)

Das Buch enthält weitere Schätze von Christine Guilloux und anderen internationalen Autoren, die das Thema „Wie gelingt das Leben in Beziehung?“ von verschiedenen Seiten beleuchten.

Es ist im Shop zum Preis von 20,00 Euro zu erhalten.

Im Radio: Wie der Bär zum Tanzen kam

Morgen, am Mittwoch, dem 27. Juni um 19 Uhr gibt es ein halb- bis einstündiges
Live-Interview von Radio Dreyeckland mit Katharina Lamprecht zu Geschichten
und Metaphern zur suggestiven bzw. autosuggestiven Unterstützung
somatischer Heilung.

Katharina Lamprecht arbeitet als Hypnotherapeutin Erickson’scher
Prägung im Raum Frankfurt und ist eine der Mitarbeitenden bei der
Systelios-Klinik. Sie ist eine der Autorinnen des im Mai erschienenen
Buches „Wie der Bär zum Tanzen kam“ mit therapeutischen Geschichten zum Gesundwerden.

Der genaue Titel des Buches, das den Anlass zu dem Interview gegeben hat, ist:

Katharina Lamprecht, Stefan Hammel, Adrian Hürzeler, Martin Niedermann:      Wie der Bär zum Tanzen kam. 120 Geschichten für einen gesunden Körper. München, Reinhardt 2018

Falls ihr das Buch „Wie der Bär zum Tanzen kam“ gerne kaufen möchtet, könnt ihr das z.B. im Shop zu dieser Webseite erhalten.

Die Radiosendung kann bei rdl per Livestream sowie als Wiederholungssendung am Donnerstag, 28.6. gehört und anschließend bei der Mediathek des Senders abgerufen werden. Auf der Seite des Senders gibt es auch einen Programmhinweis, der einen Vorgeschmack auf die Sendung bietet.

Viel Spaß beim Anhören!

 

Therapiekarten: „Wie das Krokodil zum Fliegen kam“ – Partnerschaft & Familie

Katharina Lamprecht, Adrian Hürzeler und Martin Niedermann und ich haben ein neues Set mit Therapiekarten zusammengestellt, diesmal rund um das Thema Partnerschaft und Familie. Die Geschichten entstammen dem gleichnamigen Buch und sind mit passend ausgewählten Fotografien auf handliche Karten gedruckt. Nachdem die ersten beiden Kartensets sehr gut ankamen, sind wir gespannt, wie dieses angenommen wird. Und wenn die Resonanz gut ist… haben wir schon eine Idee für ein viertes Set!

Wie das Krokodil zum Fliegen kam – 21 Therapiekarten: Partnerschaft und Familie

Kurzgeschichten zum Thema Partnerschaft und Familie aus dem Topseller „Wie das Krokodil zum Fliegen kam“ werden mit therapeutisch anregenden Fotomotiven kombiniert.

Fotos und Geschichten laden dazu ein, schwierige Situationen und Konflikte mal aus einer anderen Perspektive zu

betrachten. Die Fotomotive geben dem freien Spiel der Assoziationen Raum und können so die Geschichten illustrieren, bereichern und zuspitzen. Die Karten lassen sich vielfältig in Therapie, Beratung und Coaching, aber auch zu Hause einsetzen.

Ernst-Reinhardt-Verlag, von Katharina Lamprecht, Adrian Hürzeler, Martin Niedermann und Stefan Hammel. 24,90 €

Bestellen…

Wie der Bär zum Tanzen kam… 120 Geschichten für einen gesunden Körper

Vor wenigen Tagen ist es angekommen, ich kann darin herumblättern stöbern, lesen… Natürlich kenne ich die Geschichten alle, aber es ist trotzdem schön, in einem Buch zu blättern, an dem man selbst mitgeschrieben hat.

Im Buch „Wie der Bär zum Tanzen kam“ geht es um Geschichten, die dazu beitragen können, den Körper zu heilen, suggestive Geschichten, die man seinem Körper erzählen kann…

Dass man sich mit den Geschichten, die man sich erzählt, regelrecht krank machen kann, werden viele bestätigen. Uns hat interessiert, welche Geschichten wir uns selbst und einander erzählen können, um Gesundheit zu fördern, um Symptome aufzulösen und Krankheiten zu heilen. Wir haben uns zu viert zusammengetan – Martin Niedermann und Adrian Hürzeler aus der Schweiz sowie Katharina Lamprecht und ich aus Süddeutschland, um unsere Erfahrungen mit Heilung durch Geschichten zusammenzutragen. In Form von Geschichten, wie könnte es anders sein… Das Ergebnis ist unser Buch „Wie der Bär zum Tanzen kam, das in diesen Tagen beim Reinhardt-Verlag erscheint. Wir freuen uns über das neue Buch, mögen es sehr gerne und hoffen, ihr auch!

Wie der Bär zum Tanzen kam – 120 Geschichten für einen gesunden Körper

Ob Zahnschmerzen, Allergien, Rückenprobleme oder Essstörungen: Körperliche Beschwerden sind oft lästig, manchmal auch kaum auszuhalten und beängstigend. Wie sehr uns ein Leiden beeinträchtigt und wie gut eine Therapie wirkt, lässt sich durch die eigenen Gedanken und Erwartungen beeinflussen. Dieses Buch versammelt therapeutische Geschichten, die Aufmerksamkeit und Gedanken in eine neue Richtung lenken. Dadurch unterstützen sie Heilprozesse des Körpers.

Katharina Lamprecht, Adrian Hürzeler, Martin Niedermann & Stefan Hammel: Wie der Bär zum Tanzen kam. 120 Geschichten für einen gesunden Körper. München, Reinhardt 2018, 16,90 € in Deutschland. Bestellen…

Workshop-CD: „Wie Wirkliches unwirklich und Unwirkliches wirklich wird“

 

 

 

 

Eben erschienen ist die CD-Dokumentation eines Workshops mit Live-Demonstration auf der M.E.G.-Jahrestagung am 15.-18.3.2018 in Bad Kissingen.

Darin stelle ich zunächst kurz das Vorgehen des Therapeutischen Modellierens (das „Stühlespiel“) vor, um es dann live und anschaulich mit einem Klienten zu demonstrieren. Der Klient teilte mir, dass er jedesmal, wenn er auf sein Handy schaue, starke Muskelverspannungen bekomme. Außerdem teilt er mit, dass er unter einer Pollenallergie leidet. Die Therapie befasst sich mit der Auflösung der von ihm genannten Symptome und der dahinterstehenden Belastungen.

„Wie Wirkliches unwirklich und Unwirkliches wirklich wird – Therapeutisches Modellieren als Arbeit an den Grenzen des Möglichen“ – Der Workshop ist auf 2 CDs mit ca. 70 Min. Spielzeit dokumentiert und zum Preis von 18 Euro im Shop (Menüleiste oben)oder bei stefan.hammel (at) hsb-westpfalz.de erhältlich.