Was ist Trance?

Manchmal fragen mich Leute das, und es ist seltsam, dass ich als Hypnotherapeut keine richtige Antwort darauf habe. Ich habe eher viele Antworten, und keine stimmt so ganz. Ich sage den Leuten zum Beispiel:

Trance ist ein alltäglicher Zustand, beim Autofahren, Spielen, Arbeiten, Fernsehen, beim konzentrierten Zuhören oder Zusehen, bei allen absorbierenden Tätigkeiten.

Bei Therapien tritt Trance ganz natürlich auf, in verschiedenen Formen und Intensitäten. Eigentlich handelt es sich um eine Vielzahl von Zuständen mit veränderter Wachheit und Aufmerksamkeit gegenüber dem persönlichen Normalmaß.

„Trance“ ist nicht scharf definierbar, sondern ein Vergleichsbegriff. „Trance“ bedeutet die Abweichung von einem meist nur vage definierten Normalzustand.

Trance ist meist verbunden mit einer Eineingung der Aufmerksamkeit auf nur einen oder wenige Reize, wobei alle anderen Reize ausgeblendet werden. Diese Reize können innere sein, zum Beispiel Erinnerungsbilder oder Tagträume.

Die Neuerschaffung der Welt

Mohammed hat eine Welt erschaffen. Freud hat eine Welt erschaffen. Tolkien hat eine Welt erschaffen. McKinsey hat eine Welt erschaffen. Die Aldibrüder haben eine Welt erschaffen. Bill Gates hat eine Welt erschaffen. Kann ich das auch?

„Jede Woche eine neue Welt“ sagt ein Werbeslogan. Jede Woche werden neue Welten geschaffen, und hunderte davon. Die meisten davon sind wenig originell. Sie schwimmen im Kielwasser etablierter Welten und setzen sich nicht durch.

Was für eine Welt haben Sie erschaffen? Eine philosophische? Eine spirituelle? Eine kommerzielle? Eine mathematische? Eine soziale? Eine ästhetische? Eine materielle? Eine kommunikative? Eine Spaßwelt? Eine ethische Welt?

Sie meinen: Gar keine?

Das glaube ich Ihnen nicht. Sie müssen nur irgendwohin gucken. Sobald Sie dabei aus Versehen etwas denken, beginnt schon von Neuem die Erschaffung der Welt.

Es müsste doch gehen…

Es müsste doch gehen… Nach diesem Motto habe ich begonnen, meinem Körper Geschichten zu erzählen – den Hautzellen, dem Immunsystem und auch dem Heuschnupfen, der mich plagte. Ich habe ihnen Geschichten erzählt über das, was ich mir von ihnen wünsche. Ich habe die Immunabwehr gelobt und mit iher verhandelt. Ich habe festgestellt: Schon nach kurzer Zeit ließen die Symptome nach, und bald verschwanden sie ganz. Einer befreundeten Ärztin habe ich davon erzählt. Sie lachte. „Es werden gerade keine Pollen fliegen! Bei Heuschnupfen musst du langfristig denken. Da gibt es Schwankungen über Jahre hinweg.“ Am nächsten Tag war mein Heuschnupfen wieder da. Sehr ärgerlich! „Lieber Heuschnupfen“, habe ich gesagt. „Geh zur Kollegin nach Mainz, die kann dich brauchen. Bei mir wirst du nicht gebraucht.“ Die Symptome sind in Sekunden verschwunden. Und die Kollegin hat gesagt, der Heuschnupfen sei bei ihr nie angekommen… Vielleicht hat er sich auf dem Weg zu ihr verirrt?