Das Ziel hinterm Ziel

„Wenn ich eine Aufgabe fast zu Ende gebracht habe“, so hat mir am Samstag jemand erzählt, „dann lässt mein Interesse nach, und das letzte bisschen bleibt lange fast-fertig liegen.“

„Ich bin einmal morgens aufgewacht mit einer Magen-Darm-Grippe“, habe ich gesagt. „Mir war schlecht, und wahrscheinlich müsste ich mich irgendwann übergeben. Solange ich im Bett lag, war relative Ruhe. Als ich mich dann entschloss, zur Toilette zu gehen, musste ich laufen, weil es schneller herannahte, und je schneller ich lief, desto schneller kam es. Ich machte einen Wettlauf mit der Übelkeit, und die Übelkeit gewann. Eine Stunde später war es wieder soweit. Um das Debakel vom vorigen Mal zu vermeiden, malte ich mir aus, die Toilette sei zehn Meter hinter ihrem eigentlichen Ort und ging betont langsam. Als ich ankam, hatte ich noch Zeit übrig.

Ein Karatekünstler, der einen Ziegelstein durchschlägt, wird sich vorstellen, der Stein sei hinter dem Ort, wo er ihn sieht; und ein Läufer wird gut daran tun, sein persönliches Ziel hinter der Ziellinie anzusetzen, damit er die Linie mit der größtmöglichen Geschwindigkeit durchläuft.“

Ein Gedanke zu „Das Ziel hinterm Ziel

  1. Sehr geehrter Herr Hammel!
    Ihren Textinhalt kann ich nur bestätigen, teis aus eigener Erfahrung, teils aus Beobachtung anderer! Sehr gut! Zum Thema „Toilette“ fällt mir eine Sache wieder ein:eine Schülerin bat um Rat ( 11. Klasse ),weil sie bei einem etwas strengen Lehrer immer zur Toilette musste und nicht durfte. Hypnotisch eher eine Kleinigkeit,gab ich ihr, auf ihren Wunsch zur Sicherheit, noch den Rat,die Dinge notfalls deutlicher zu sagen. Als es dann tatsächlich noch einmal passierte, bat sie den Lehrer um besagte Erlaubnis mit der Begründung, sie habe schon eine sehr gespannte Blase. Das wirkte.

    Mit freundlichem Gruß Gerd J. Dürhager von hypnoseblog.de

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