Weihnachtsbäume und mehr

Quelle: Pixabay

Diese Geschichte verdanke ich meiner geschätzten Kollegin Alexandra S. aus W. …

„Als ich ein Kind war, hatten wir jedes Jahr einen schönen großen Weihnachtsbaum. Er war etwa drei Meter fünfzig hoch. Als ich ich erwachsen war, kaufte ich meinen ersten eigenen Weihnachtsbaum. Er war klein, etwa einen Meter groß. Und er war krumm. Er war aussortiert worden und stand in einer Ecke auf dem Baummarkt. Er sollte verbrannt werden, weil er als häßlich galt, und ihn eh keiner haben wollte. Mir tat er leid. Ich versprach ihm, dass er ein wunderschöner Weihnachtsbaum wird und nahm mich mit. Der Händler hielt mich für bescheuert. Ein paar Jahre später erzählte mir eine Dame, dass sie ihren Mann nicht zum Weihnachtsbaum-kaufen schicken kann. Er würde immer die häßlichen Bäume kaufen, weil sie keiner haben will. Sie würden ihm leid tun, und er finde, auch diese Bäume hätten das recht ein Weihnachtsbaum zu werden. Heute habe ich mich mit einer guten Bekannten unterhalten. Sie erzählte, dass sie heute mit der Familie den Weihnachtsbaum schmücken würde. Auf meine Frage, ob sie einen großen oder einen kleine Baum habe, meinte sie, dass sie immer die kleinen, hässlichen nehmen würde, weil sie ihr leid tun. Und, wenn sie geschmückt werden, seien sie wunderschön. Mich freut es, dass es noch andere gibt, die wie ich ein Herz für nicht-gewollte Bäume haben und diese retten. Wahrscheinlich gibt es da noch viele andere.

Ich glaube, dass diese Geschichten auch für das Leben stehen, etwa für eine Partnersuche, zum Beispiel über das Internet: Eine scheinbar große Auswahl oder scheinbar viele Möglichkeiten… Warum soll man nicht das Größte, Schönste, Beste oder Vorteilhafteste wählen? In dem Übermaß an Fülle weiß man oft nicht, wo man die Messlatte ansetzen soll. Oft wird das Wesentliche übersehen. Es geht nun nicht darum, dass man etwas ‚Geringes‘ wählen soll. Es geht darum, dass man in allem die Schönheit der Schöpfung erkennen kann. Man kann das Wirken Gottes in so vielem erkennen. Oft sind die Augen trübe, die Ohren zugefallen. Gerade jetzt sollten wir uns daran erinnern, was Glaube und Hoffnung bedeutet: Es bedeutet, in die Liebe zu gehen, mit den Augen der Liebe zu sehen.“

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