{"id":818,"date":"2009-01-06T10:08:05","date_gmt":"2009-01-06T09:08:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/?p=818"},"modified":"2009-01-05T20:19:27","modified_gmt":"2009-01-05T19:19:27","slug":"konrad-die-raupe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/2009\/01\/06\/818\/","title":{"rendered":"Konrad, die Raupe"},"content":{"rendered":"<p>Hier noch eine therapeutische Geschichte von einer meiner <a href=\"http:\/\/www.hsb-westpfalz.de\/seminare\/hypno\/in-otterberg-pfalz.html\" target=\"_blank\">Ausbildung<\/a>steilnehmerinnen. Die Geschichte ist unter anderem einsetzbar bei Patienten, die somnolent bzw. im Wachkoma sind, bei Patienten im Rahmen einer Rehabilitation nach Sch&#228;del-Hirn-Trauma oder anderen Sch&#228;digungen des Gehirns, aber auch bei ADS-Kindern, bei Kindern mit einem Asperger-Syndrom oder solchen, die aus einem anderen Grund in einer Traumwelt leben&#8230;<\/p>\n<p>Habe ich Dir schon mal von Konrad erz&#228;hlt? Ich kenne Konrad schon lange und mag ihn sehr.<br \/>\nEr ist gl&#252;cklich und zufrieden. Meistens ist er auch fr&#246;hlich und nur manchmal ein klein wenig traurig.<br \/>\nJa, den Konrad kenne ich schon sehr lange. Fr&#252;her war er, glaube ich, so etwas wie eine Raupe. Vielleicht war er auch etwas anderes. Aber er hat ziemlich nach Raupe ausgesehen, finde ich.<br \/>\nDamals war er schon ein richtiger Schlingel und hat sein Raupenleben genossen. Ist an den Stielen hochgeklettert, hat sich den Bauch mit Bl&#228;ttern vollgeschlagen und hat dann in der Sonne ged&#246;st.<br \/>\nMit dem Kopf war Konrad immer wo anders und hat auch nie richtig zugeh&#246;rt. Seine Eltern und die Lehrer in der Raupenschule versuchten vieles , damit sie ihn\u00a0 erreichen , um ihm Dinge zu erkl&#228;ren. Aber er lebte in seiner eigen Welt.<br \/>\nSelbst Frau Marienk&#228;fer und Herr Maik&#228;fer, zwei ber&#252;hmte Doktoren hatten keine Chance bei Konrad.<br \/>\nEs war ja nicht so, dass Konrad nicht wollte, doch in seiner Welt und in seinem Kopf gab es so viele Dinge und Gedanken, dass er einfach keine Zeit hatte.<\/p>\n<p>Daher kam es, dass Konrad eines Tages in einem Kokon aufwachte und sehr verwundert war. Seine Eltern und Lehrer hatten zwar davon gesprochen , wollten ihn darauf vorbereiten und sie hatten ihm auch gesagt, was man in einem Kokon machem muss, aber Konrad war wieder mal zu besch&#228;ftigt gewesen und hatte nichts mitbekommen.<\/p>\n<p>Konrad sa&#223; nun in diesem Kokon und wusste gar nicht genau was passiert war. Irgendwie f&#252;hlte er sich anders, konnte seine Arme und Beine nicht mehr so bewegen wie fr&#252;he und das sprechen fiel ihm schwer. Alles erschien ihm eng und dunkel.<br \/>\nZun&#228;chst glaubte Konrad er hat einen schlechten Traum und wache bald auf. Dann dachte er, er sei beim Versteckspielen vergessen worden oder er habe sich verlaufen.<br \/>\nKonrad hatte eine Idee und wollte ganz laut um Hilfe rufen, aber niemand verstand ihn.<br \/>\nDa bekam er gro&#223;e Angst und weinte. Nach einer gewissen Zeit wurde er sehr zornig und dann war er wieder entt&#228;uscht.<br \/>\nNiemand holte ihnaus dem Kokon heraus. Konrad versuchte zwar sich durch die W&#228;nde zu knabbern, aber er kam nicht weit und gab bald auf.<\/p>\n<p>So kam es , dass er lange lange Zeit in diesem Kokon sa&#223;. Er h&#246;rte den Regen auf den Kokon tropfen ( mit Finger Regentropfen imitieren), wurde vom Sturm durchgesch&#252;ttelt ( sch&#252;tteln zeigen)und h&#246;rte den Wind pfeifen ( Wind imitieren). Im Winter konnte es kalt werden und im Sommer hei&#223;.<br \/>\nEines Tages stellte Konrad fest, dass er ja noch immer Konrad war und er genau wie fr&#252;her in seinem Kopf seine eigene welt entstehen lassen k&#246;nnte. Konrad erinnerte sich pl&#246;tzlich, dass es nicht so wichtig war, wo er war, sondern wer er war.<\/p>\n<p>So begann Konrad sich vorzustellen, wie es ist, wenn man Arme und Beine bewegt, wie es sich anf&#252;hlt, wenn die Muskeln die Gelenke beugen und strecken. Oder versuchte seiner Stimme einen neuen Klang zu geben, neue n&#252;tzliche Dingen auszuprobieren.<\/p>\n<p>Konrad war so damit besch&#228;ftigt, sich Dinge auszumalen, sie dann zu probieren oder seinem K&#246;rper zu sagen, was er tun m&#252;sse, dass der\u00a0 gar nicht merkte,\u00a0 wie der Kokon Risse bekam.<\/p>\n<p>Eines Tages platze der Kokon auf und Konrad kam heraus.<br \/>\nNat&#252;rlich war er nicht mehr die Raupe Konrad, denn es ist eine Tatsache, dass man aus einem Kokon anders herauskommt als man hinein gekommen ist.<\/p>\n<p>Wie gesagt, ich kenne Konrad schon lange. Er ist gl&#252;cklich und zufrieden.<\/p>\n<p>(Alexandra Spitzbarth, &#196;rztin in W&#252;rzburg)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier noch eine therapeutische Geschichte von einer meiner Ausbildungsteilnehmerinnen. 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