{"id":54,"date":"2007-09-11T18:09:53","date_gmt":"2007-09-11T16:09:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/2007\/09\/11\/54\/"},"modified":"2007-09-11T23:44:12","modified_gmt":"2007-09-11T21:44:12","slug":"das-reihel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/2007\/09\/11\/54\/","title":{"rendered":"Das Reihel"},"content":{"rendered":"<p>Bernhard liebte es, ein ganzes Wochenende lang allein durchs Gebirge zu wandern und in den Schlafsack eingerollt in einer Schutzh&#252;tte zu &#252;bernachten. Seine Freundin war h&#228;uslich und liebte romantische Abende bei Kerzenschein. Sie wollte ihn gerne heiraten. Ihm machte es Angst, sich endg&#252;ltig festzulegen. Sie wollte m&#246;glichst bald Kinder bekommen. Ihn &#252;berforderte schon der Gedanke daran. Aber trennen wollten sich beide auf keinen Fall. \u201eWir sind in der Sackgasse\u201c, stellte er in einem Telefongespr&#228;ch resigniert fest. Ich wollte das weder so stehen lassen, noch konnte ich hoffen, dass mein blo&#223;es Widersprechen ihm weiterhelfen w&#252;rde. Was tun?<!--more--><\/p>\n<p>\u201eHier in einem Nachbardorf gibt es auch eine Sackgasse\u201c, begann ich und erz&#228;hlte ihm die Geschichte vom Reihel. Zu meiner &#220;berraschung widersprach er nicht, sondern bedankte sich und beendete das Telefongespr&#228;ch. Sp&#228;ter verwies er darauf, dass ihm die Geschichte den Mut zur&#252;ckgegeben habe, an unerwartete Auswege zu glauben und sie zu suchen.<\/p>\n<p>Die Partnerschaft stabilisierte sich \u201eWir haben uns wieder vereinigt\u201c, erkl&#228;rte er grinsend nach der Hochzeit ein gutes Jahr sp&#228;ter. \u201eN&#228;mlich: Ich bin die Bundesrepublik und sie ist die DDR.\u201c \u201eWas damals zwischen den deutschen Staaten passiert ist, war ja eher eine Angliederung als eine Vereinigung\u201c, gab ich zu bedenken. \u201eMan h&#228;tte damals auch eine gemeinsame Verfassung aushandeln k&#246;nnen, die beide Partner gleich ber&#252;cksichtigt. Schreibt doch einmal seine eigene Ehe-Verfassung \u2013 aber erst jeder allein! Und handelt anschlie&#223;end auf dieser Grundlage schriftlich eine gemeinsame Verfassung aus.\u201c Sie taten das. Sie wurden sich einig, dass er seine Wanderungen und andere eigene Unternehmungen beibehalten konnte. In anderen Bereichen ging er auf ihre h&#228;uslichen und romantischen W&#252;nsche ein. Auch f&#252;r die Nachwuchs-Frage trafen sie Regelungen. Einige Jahre sp&#228;ter bekamen sie \u2013 beiderseits geplant \u2013 ein Kind.<\/p>\n<p>Hier ist die Geschichte vom Reihel:<\/p>\n<p>Ich kannte einen, der hat mir diese Geschichte erz&#228;hlt. Zu ihm kam jemand, als er \u2013 wie du \u2013 nicht mehr weiter wusste. \u201eIch kann nichts mehr tun\u201c, sagte er. \u201eIch stecke in der Sackgasse.\u201c Da fiel ihm etwas ein \u2013 dem, der mir das erz&#228;hlt hat \u2013 und er erwiderte: \u201eIn meiner Gegend gibt es zwischen den H&#228;usern manchmal solche ganz kleinen Gassen von einer Stra&#223;e zur anderen. Sie hei&#223;en \u201aReihel\u2019. Man kann nur zu Fu&#223; durch, sie sind kaum breiter als ein Mensch. Da, wo ich wohne, kenne ich so eine Sackgasse. Wenn man hinein f&#228;hrt, geht es nicht weiter, wie das bei Sackgassen eben so ist. Aber bei dieser Sackgasse ist etwas anders, und ich glaube, es gibt davon mehrere: Wenn man ganz bis ans Ende geht, dann findet man irgendwo an der Seite ganz unscheinbar zwischen den H&#228;usern das Reihel.\u201c<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-family: Arial\"> <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bernhard liebte es, ein ganzes Wochenende lang allein durchs Gebirge zu wandern und in den Schlafsack eingerollt in einer Schutzh&#252;tte zu &#252;bernachten. Seine Freundin war h&#228;uslich und liebte romantische Abende bei Kerzenschein. Sie wollte ihn gerne heiraten. 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