{"id":52,"date":"2007-07-27T16:44:09","date_gmt":"2007-07-27T14:44:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/2007\/05\/03\/52\/"},"modified":"2007-08-15T12:31:25","modified_gmt":"2007-08-15T10:31:25","slug":"anton","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/2007\/07\/27\/52\/","title":{"rendered":"Anton"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\"> <a href=\"http:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/08\/weinglas.JPG\" title=\"Weinglas\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/08\/weinglas.JPG\" alt=\"Weinglas\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\">Ich habe Anton beerdigt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\"><span>Als Anton zwanzig war, bereiste er die Welt. Am liebsten besuchte er Frankreich. Seine Frau und die Kinder lie&#223; er zuhause. Wenn er in der Heimat war, trieb er sich am liebsten in Gastst&#228;tten herum. Bier und Zigaretten waren ihm wichtiger als seine beiden<span style=\"color: blue\"> <\/span>T&#246;chter. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\"><span>Als Anton zweiundzwanzig war, wurde er geschieden. Seinen Unterhaltsverpflichtungen kam er nicht nach. Er vertrank sein Geld. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\"><span>Als Anton sechsundzwanzig war, sah er seine T&#246;chter zum letzten Mal. Seine ehemalige Frau verbot ihnen ab da jeden weiteren Kontakt. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\"><span>Als Anton f&#252;nfundf&#252;nfzig war, hatte er einen Freund, der das Geld, das er verdiente, f&#252;r ihn verwaltete und das meiste f&#252;r sich selbst behielt. Au&#223;erhalb der Arbeitszeit war er meistens besoffen. Solange das Geld f&#252;r Alkohol und Zigaretten reichte, sei er zufrieden, sagte er. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\"><span>Als Anton einundsechzig war, h&#246;rte er auf zu trinken. Das war die Zeit, als er Frieda kennen lernte. Anton verehrte Frieda. Frieda hatte ihr ganzes Leben in einem kleinen Haus auf dem Lande verbracht und sich nie in ihrem Leben f&#252;r Alkohol interessiert.<\/span><!--more--><span> <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\"><span>Als Anton zweiundsechzig war, zog er zu Frieda in das kleine Haus auf dem Lande. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\"><span>Als Anton siebzig war, hatte er Frieda Paris gezeigt und London, Br&#252;ssel, Berlin und Budapest. Er hatte sie zu ihren Verwandten nach Dessau gefahren und hatte mit ihr und den gemeinsamen Freunden die Umgebung erwandert.<o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\"><span>Als Anton einundsiebzig war, wurde Frieda krank. Er fuhr mit ihr zu vielen &#196;rzten und Krankenh&#228;usern der Umgebung. Anton sagte: \u201eDu bist das Beste, was mir je passiert ist. Solange ich lebe, Frieda, kommst du in kein Pflegeheim.\u201c Er fuhr zur Sozialstation, zur Krankenkasse und zu allen Beh&#246;rden. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\"><span>Als Anton zweiundsiebzig war, heiratete er Frieda. Er f&#252;hrte f&#252;r sie den Haushalt, staubsaugte f&#252;r sie, erledigte die Eink&#228;ufe und kochte das Essen. <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify\"><span>Als Anton f&#252;nfundsiebzig war, starb Frieda. Er lebte danach noch anderthalb Jahre. Er trank in dieser Zeit jeden Tag ein Glas Sekt. \u201eF&#252;r den Kreislauf\u201c, sagte er. \u201eWeil mir der Arzt das empfohlen hat.\u201c <o:p><\/o:p><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe Anton beerdigt. Als Anton zwanzig war, bereiste er die Welt. Am liebsten besuchte er Frankreich. Seine Frau und die Kinder lie&#223; er zuhause. Wenn er in der Heimat war, trieb er sich am liebsten in Gastst&#228;tten herum. Bier &hellip; <a href=\"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/2007\/07\/27\/52\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[54,30,22,21,27,4],"tags":[],"class_list":["post-52","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ads-adhs","category-aggression","category-alter-werden","category-sehnsucht","category-sucht","category-suggestive-geschichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=52"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}