{"id":2555,"date":"2014-01-02T11:09:08","date_gmt":"2014-01-02T11:09:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/?p=2555"},"modified":"2014-01-02T11:11:02","modified_gmt":"2014-01-02T11:11:02","slug":"pfluegt-aufs-neue-und-saet-nicht-unter-die-dornen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/2014\/01\/02\/2555\/","title":{"rendered":"Pfl&#252;gt aufs Neue&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Im November und Dezember bin ich krank gewesen und konnte teilweise gar nicht, teils nur eingeschr&#228;nkt arbeiten. Darum auch keine Blogs&#8230; Nun bin ich zur&#252;ck und w&#252;nsche euch allen ein m&#246;glichst gutes und vor allem gesundes Jahr, in dem ihr alles, was euch am Leben hindern will, zum Guten wendet! Auf dass himmlischer Segen, irdisches Leben und Weisheit, die beides vereint, sich in eurem Leben verbindet!<\/p>\n<p>Vielleicht darf ich mit euch meine Gedanken teilen, die ich in der Klinik beim Gottesdienst zum neuen Jahr weitergegeben habe? Das bezog sich auf einen Satz des Propheten Jeremia, der gesagt hat: \u201ePfl&#252;gt aufs Neue und s&#228;t nicht unter die Dornen!\u201c<\/p>\n<p>Ein neues Jahr liegt vor uns wie ein Acker. Ungepfl&#252;gt und unbestellt darauf wartet es darauf, beackert zu werden. Unsere Aufgabe wird es sein, die vor uns liegende Zeit zu bestellen wie ein Feld, so dass sie Fr&#252;chte tr&#228;gt \u2013 Fr&#252;chte des Erfolgs, des Gl&#252;cks, der Liebe, Fr&#252;chte einer erf&#252;llten Zeit bzw. eines gelingenden Lebens. Unsere Aufgabe wird es also sein, die Scholle zu wenden, unsere Saat zu s&#228;en und die Ernte einzubringen. Es gibt wohl viele ganz verschiedenen Stile, so einen Acker zu bestellen. Man kann ihn tiefer oder flacher pfl&#252;gen, im Herbst oder Winter oder Fr&#252;hjahr, mit vielen oder wenigen Pflugscharen dar&#252;ber fahren oder ihn mit ganz anders geformten modernen Ger&#228;tschaften bearbeiten. Wer den Fortschritt ablehnt, muss einen Ochsen anschirren oder gar sich selber vorspannen, wobei entsprechend leichtes Ger&#228;t zu empfehlen w&#228;re. Man kann nat&#252;rlich auch hingehen und sagen: Das letzte Jahr hat\u2019s mir den Raps und die Gerste verhagelt. Wer wei&#223;, ob sich die Arbeit lohnt. Vielleicht hagelt es ja wieder, oder es verregnet mir die Ernte. Ich pfl&#252;ge dies\u2019 Jahr einmal nicht. Ich s&#228;e die Frucht gleich in die Disteln und Dornen und was dann aufgeht, das ernte ich dann eben.<br \/>\nW&#252;rden Sie das so machen? Aber nein, bestimmt nicht. Wer w&#252;rde denn so etwas tun? \u201ePfl&#252;get ein Neues und s&#228;et nicht in die Dornen\u201c lautet ein Rat aus der Bibel, aus dem Prophetenbuch Jeremia. Aber sagen Sie mir, wer w&#228;re denn so doof, ein Feld zu bestellen und nicht zu pfl&#252;gen und die Saat gleich auf die Disteln und Quecken zu streuen? Man wei&#223; es nie. Menschen nehmen auch anderes Unkraut ins neue Jahr und s&#228;en Neues dar&#252;ber, ohne das alte erst einmal umzupfl&#252;gen. Den Streit und die Verletzungen vom letzten Jahr\u00a0 lassen sie wachsen, denn das noch einmal umzupfl&#252;gen ist harte Arbeit, und wer wei&#223;, ob es sich lohnt. So s&#228;en sie all ihre Bem&#252;hungen um Gerechtigkeit und Liebe und liebevolles Miteinander auf eine verletzte Beziehung, in den Schmerz und die Kr&#228;nkung hinein. Immerhin, sie fahren die Saat noch aus. Es gibt auch Menschen, die einen solchen Acker, der sie einmal entt&#228;uscht hat, &#252;berhaupt nicht mehr bestellen. Das Unkraut des Schweigens und Nicht-mehr-gr&#252;&#223;ens wuchert immer &#252;ber einer Beziehung, und je h&#246;her es wuchert, desto unwirtschaftlicher scheint es, darauf noch einmal etwas zu s&#228;en. Mit einem Acker geht man kaum so um, aber mit anderen Menschen verfahren viele so. Man l&#228;sst das alte Unkraut wuchern, so dass nichts Neues wachsen kann. Klar scheint mir: Um zu gedeihen, braucht Liebe einen vorbereiteten Boden. Kr&#228;nkungen m&#252;ssen aufgehoben und im Gespr&#228;ch zum Guten gewendet werden. Harte Positionen m&#252;ssen gelockert werden. All das Schmollen und den Trotz muss man selber umwenden, damit auf seiner R&#252;ckseite etwas Neues gedeihen kann. Das kann weh tun, noch einmal sp&#252;rt man die Verletzung. Aber Das Schweigen muss aufgebrochen werden. Wer Recht hat oder Unrecht ist ja gar keine Frage, im Verh&#228;ltnis zu dem Leiden, was das stolze oder gekr&#228;nkte Schweigen anrichtet. Was z&#228;hlt ist, was heilt. Also geht es doch darum, ob man sich in die Position des anderen hineinversetzen kann, und ob man es schafft, das in irgendwelche geeignete Worte zu fassen. Worte des Bedauerns stehen nicht am Anfang, es ist schon gut, wenn sie am Ende m&#246;glich werden. Zum Bereiten eines guten Bodens geh&#246;rt sicher auch, dass man sich im Stillen mit sich selbst auseinandersetzt. Was war gelungen, was ist mir missraten in der vergangenen Zeit? Wie kann es beim n&#228;chsten Mal besser werden?<br \/>\nDiese Art von Arbeit ist hart, und der Ertrag ist so unsicher wie jede Ernte. Und trotzdem: Wer seine Liebe auf fruchtbaren Boden fallen lassen will, muss den harten Boden vergangener Entt&#228;uschungen neu um brechen und von neuem seine Saat ausstreuen. Also: \u201ePfl&#252;gt aufs Neue, und s&#228;t nicht unter die Dornen!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im November und Dezember bin ich krank gewesen und konnte teilweise gar nicht, teils nur eingeschr&#228;nkt arbeiten. 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