{"id":2321,"date":"2013-02-11T14:54:22","date_gmt":"2013-02-11T14:54:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/?p=2321"},"modified":"2013-02-02T14:57:02","modified_gmt":"2013-02-02T14:57:02","slug":"die-gabe-des-lebens-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/2013\/02\/11\/2321\/","title":{"rendered":"Die Gabe des Lebens"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte einen Traum. Ich sah einen S&#228;mann, der ging &#252;bers Feld und warf K&#246;rner auf das Land, dicht und viel. Und ich sah denselben Mann einige Zeit sp&#228;ter. Er ging zu demselben Feld, und er hatte eine Sense bei sich, und das Feld stand dicht bewachsen mit dem allersch&#246;nsten Weizen. Und er sagte: \u201eNicht alles ist aufgegangen, doch die Ernte ist reich.\u201c Und er lobte die Gabe des Lebens.<br \/>\nDann ging ich nach Hause. Es war Abend und wurde dunkel. Die Fenster waren erleuchtet, und ich konnte hinein schauen. Im ersten Haus sah ich eine Lehrerin in ihrer Schulklasse. Sie s&#228;te Wissen und Verstehen. Und ich sah dieselbe Frau einige Jahre sp&#228;ter, wie sie mit denselben, nun erwachsen gewordenen Sch&#252;lern redete. Und sie sagte: \u201eNicht alles ist aufgegangen, doch die Ernte ist reich.\u201c Und sie lobte die Gabe des Lebens.<br \/>\nIn einem zweiten Fenster sah ich eine Mutter, die ihrem Kind das Laufen beibrachte. Sie hielt es bei beiden H&#228;nden, lobte es f&#252;r jeden Schritt und ermutigte es zum n&#228;chsten. Und ich sah die Mutter zwanzig Jahre sp&#228;ter bei der Hochzeitsfeier dieses Kindes, das nun keines mehr war. Und sie sagte: \u201eNicht alles ist aufgegangen, doch die Ernte ist reich.\u201c Und sie lobte die Gabe des Lebens.<br \/>\nIm dritten Fenster sah ich einen Arbeitslosen, der half seiner Mutter bei der Pflege des Vaters und kaufte f&#252;r eine kranke Nachbarin die Dinge des t&#228;glichen Lebens ein und ging abends zu seiner Schwester, um auf die Kinder aufzupassen, w&#228;hrend sie bei einem Elternabend war. Und ich sah denselben Mann ein paar Jahre sp&#228;ter. Er hatte &#252;berraschend eine Besch&#228;ftigung gefunden, und morgen war sein erster Arbeitstag. Er blickte zur&#252;ck auf die vergangenen Jahre. Und er sagte: \u201eNicht alles ist aufgegangen, doch die Ernte ist reich.\u201c Und er lobte die Gabe des Lebens.<br \/>\nIm vierten Fenster sah ich einen, der s&#228;te L&#228;cheln. Er s&#228;te freundliche Nachfragen: \u201eIst Ihre Frau wieder gesund geworden?\u201c Er s&#228;te Geburtstagsgr&#252;&#223;e. Er s&#228;te Gastgeschenke und Einladungen zu leckeren Abendessen.<br \/>\nIm f&#252;nften Fenster sah ich einen, der s&#228;te Den-Kindern-zuh&#246;ren und Ihnen-Geschichten-erz&#228;hlen und Sie-im-Sommer-mit-dem-Rasensprenger-bespritzen und Im-Herbst-mit-ihnen-durch-das-Laub-rascheln. Er s&#228;te Im-Winter-Schneeb&#228;lle-werfen und Im-Fr&#252;hjahr-Ostereier-suchen.<br \/>\nZuletzt von allen sah ich in ein Fenster, und ich glaube, das muss der Himmel gewesen sein. Nochmals sah ich den S&#228;mann, und bei ihm standen all die Menschen, die ich im Traum gesehen hatte. Und auf dem Acker wuchsen Fr&#252;chte: Da wuchs die Freude eines Kindes bei einer Kissenschlacht. Da wuchs der Trost einer Witwe, die gute Freunde hat. Da wuchs die Erleichterung eines Sch&#252;lers, der zum ersten Mal nach langer Zeit wieder eine Drei statt einer F&#252;nf in Mathe schreibt. Da wuchsen die Geduld der Erwachsenen und die Hilfsbereitschaft von Kindern. Und ich h&#246;rte, wie jemand sagte: \u201eNicht alles ist aufgegangen, doch die Ernte ist reich.\u201c Und er lobte die Gabe des Lebens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte einen Traum. Ich sah einen S&#228;mann, der ging &#252;bers Feld und warf K&#246;rner auf das Land, dicht und viel. Und ich sah denselben Mann einige Zeit sp&#228;ter. 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