{"id":2280,"date":"2012-12-19T16:57:16","date_gmt":"2012-12-19T16:57:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/?p=2280"},"modified":"2012-12-19T16:57:16","modified_gmt":"2012-12-19T16:57:16","slug":"der-neugierige-maori","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/2012\/12\/19\/2280\/","title":{"rendered":"Der neugierige Maori"},"content":{"rendered":"<p>Die folgende Geschichte hat meine Kollegin <a title=\"Zu Katharina Lamprechts Homepage\" href=\"http:\/\/www.mentalpotential.de\/\" target=\"_blank\">Katharina Lamprecht<\/a> verfasst. Die Erz&#228;hlung hat mir gut gefallen, f&#252;r die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ebenso wie als Beitrag im Gespr&#228;ch mit Eltern, Lehrern und anderen erziehenden Personen. Ich freue mich, dass ich sie hier ver&#246;ffentlichen darf&#8230;<\/p>\n<p>Wie ihr vielleicht wisst, leben in Neuseeland auch heute noch die Maori \u2013 die Ureinwohner. Und sie versuchen, ihre alten Traditionen mit dem modernen Leben zu verkn&#252;pfen. Darin sind sie recht erfolgreich. Manchmal aber kommt es zu ungew&#246;hnlichen Situationen und von einer solchen m&#246;chte ich euch erz&#228;hlen.<\/p>\n<p>Auf einem Campingplatz auf der S&#252;dinsel, der von den Maori verwaltet wird, gibt es einen Hangi, den alle G&#228;ste des Campingplatzes benutzen d&#252;rfen. Ein Hangi\u00a0 ist ein maorischer Herd und sieht in etwa so aus: in die Erde wird ein rechteckiges Loch gegraben und dann nach oben mit einer Mauer umgeben. In dieses gemauerte Rechteck werden Grillroste eingelassen, auf denen dann Fleisch, Gem&#252;se und Kartoffeln in sch&#246;nster Eintracht gemeinsam in einem Topf liegen und wunderbarer Weise auch alle zusammen gleichzeitig in dem hei&#223;en Dampf, der aus der Erde aufsteigt, gar werden. Und zwar immer genau richtig, nie zu weich oder hart. Bevor man also auf eine Wanderung aufbricht, packt man sein Abendessen in den Hangi und egal, wann man wiederkommt, das Essen ist fertig.<\/p>\n<p>Eine Familie auf dem Campingplatz hatte einen 10 j&#228;hrigen Sohn, der sehr wissbegierig war und schon zu Hause alles, was ihm unter die Finger gekommen war, &#252;ber Neuseeland gelesen hatte. Besonders die Maoris hatten es ihm angetan.<br \/>\nUnd nun hatte er sich mit der Maorifamilie, die den Campingplatz leitete, angefreundet und diese hatte ihm versprochen, ihn einmal wie einen echten kleinen Maori-Jungen zu kleiden und zu bemalen. Und die K&#246;rperbemalung ist bei den\u00a0 Maories besonders eindrucksvoll.<\/p>\n<p>An dem besagten Verkleidungstag nun wollten seine Eltern einen Ausflug auf das Meer machen, auf den sich der Junge schon lange gefreut hatte. Als sie aufbrechen wollten, konnten sie ihren Sohn aber nicht entdecken. Sie suchten ihn &#252;berall und waren schon recht besorgt und auch ver&#228;rgert. In der Campingk&#252;che erfuhren sie, dass der Bengel sich \u2013 ohne ein Wort zu sagen \u2013 zu der Maori Familie gestohlen hatte. Da beschossen sie, den Ausflug alleine zu unternehmen und ihren Sohn, der sehr entt&#228;uscht dar&#252;ber sein w&#252;rde, die Wale und Delfine nicht gesehen zu haben, i n der Obhut der Maoris zu lassen. Er w&#252;rde schon sehen, was er davon habe.<\/p>\n<p>Als sie abends zur&#252;ckkamen und am Hangi vorbeigingen, um nach ihrem Essen zu sehen, sa&#223; da ein kleiner, einsamer Maori Junge vor dem Ofen. Bei genauerem Hinsehen erkannten sie in ihm ihren Sohn und gingen, ihr &#196;rger war inzwischen verraucht, mit dem Gedanken, ihn wegen des verpassten Ausflugs tr&#246;sten zu m&#252;ssen, zu ihm.<br \/>\nDer kleine Maori blickte auf und ein Strahlen ging &#252;ber sein Gesicht. \u201eMama\u201c, rief er, \u201ePapa. Wie gut, dass ihr endlich da seid\u201c.<br \/>\nSeine Mutter wollte ihn tr&#246;stend in die Arme schlie&#223;en aber der Junge war viel zu aufgeregt. \u201eWo wart ihr denn die ganze Zeit?\u00a0 Ich habe so viele tolle Sachen erlebt und wollt sie euch erz&#228;hlen, aber ich habe euch nicht gefunden.\u00a0 Ich habe ein echtes\u00a0 Maori Gesicht, seht doch mal,\u00a0 und war bei den Maories in ihrem gro&#223;en Gemeindehaus und habe mit ihnen getanzt und ganz komische Lieder gesungen.\u00a0 Und jetzt sitze ich hier schon eine Weile und schaue dem Hangi beim Arbeiten zu. Das ist echt spannend\u201c.<br \/>\nKurz versank der kleine Maori wieder in seine Ofenbetrachtungen, dann fragt er seine Eltern nebenbei , \u201ewo wart ihr denn?\u201c<\/p>\n<p>\u201eAch\u201c, sagten diese, \u201ewir sind nur ein bisschen auf dem Wasser herumgepaddelt\u201c. &#220;ber die Wale und Delfine, die sie gesehen hatten, erz&#228;hlten sich nichts, denn sie f&#252;hlten, dass ihr Sohn einen ganz eigenen, wunderbaren Tag erlebt hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die folgende Geschichte hat meine Kollegin Katharina Lamprecht verfasst. Die Erz&#228;hlung hat mir gut gefallen, f&#252;r die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ebenso wie als Beitrag im Gespr&#228;ch mit Eltern, Lehrern und anderen erziehenden Personen. 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