{"id":1585,"date":"2010-09-15T17:17:53","date_gmt":"2010-09-15T17:17:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/?p=1585"},"modified":"2010-09-15T17:17:53","modified_gmt":"2010-09-15T17:17:53","slug":"das-monster-vom-kartoffelkeller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/2010\/09\/15\/1585\/","title":{"rendered":"Das Monster vom Kartoffelkeller"},"content":{"rendered":"<p>Wie vielleicht schon zu bemerken war, bin ich aus dem Urlaub zur&#252;ckgekehrt. Die Zeit in Kambodscha war eindrucksvoll und w&#228;re es wert, in vielen Geschichten erz&#228;hlt zu werden. In der Zeit habe ich aber auch eine Mail bekommen von einer Blog-Leserin mit einer Geschichte, die gut in diesen Blog passt und die ich mit Erlaubnis der Autorin ver&#246;ffentlichen darf. Die Geschichte geht so&#8230;<\/p>\n<p>Als ich klein war geschah etwas h&#246;chst Seltsames. Meine Mama schickte mich in den Keller zum Kartoffeln holen. Das war schon h&#228;ufiger vorgekommen, doch an diesem einen Tag geschah, wie schon erw&#228;hnt, etwas h&#246;chst Seltsames -etwas monstr&#246;ses! Schon als ich die Kellert&#252;r &#246;ffnete &#252;berkam mich ein seltsam &#228;ngstliches Gef&#252;hl, ich knipste schnell das Licht an und wollte die Kartoffeln in die Sch&#252;ssel lesen, da h&#246;rte ich ein Ger&#228;usch. Es war ein kratziges, schnaufiges Scharren. Die Sch&#252;ssel fiel scheppernd zu Boden, als ich aufsprang und aus dem Keller rannte. Oben erz&#228;hlte ich meiner Mama von dem Ger&#228;usch. Sie redete beruhigend auf mich ein und kam mit mir in den Keller, doch dort war alles still. So ging es einige Tage. Immer wenn ich alleine war, vernahm ich das Ger&#228;usch, war jemand bei mir, dann war es still. Da nicht immer jemand mit mir in den Keller gehen konnte riet mir meine Mama fortan zu singen, denn der Gesang eines M&#228;dchens k&#246;nne unheimliche Ger&#228;usche vertreiben. Ich versuchte es, aber das Scharren blieb.<br \/>\nWenige Tage nachdem ich es zum ersten Mal geh&#246;rt hatte, entdeckte ich die Ursache des Scharrens. In der hintersten Kellerecke, dort wo kein Licht hinfiel, sa&#223; ein schauriges Monster mit langen wilden Haaren, drei rot glimmenden Augen, einem gierigen Mund voller kleiner, spitzer, blutgieriger Z&#228;hne. Seine Arme waren lang und behaart und an seinen schleimigen H&#228;nden waren acht Finger die sich gierig nach mir reckten.<br \/>\nIch war starr vor Schreck und als die Starre sich l&#246;ste, rannte ich panisch nach oben, um Mama zu holen. Wie zu erwarten war das Monster jedoch verschwunden, als meine Mama mit mir in den Keller ging.<\/p>\n<p>So wurde es f&#252;r mich immer schrecklicher, die Kellertreppe hinab zu steigen, denn ich wusste genau worauf das Monster wartete. Auf einen g&#252;nstigen Moment, um mich zu packen, an sich zu rei&#223;en und seine widerlichen Z&#228;hne in mein Fleisch zu rammen. Woher ich das wusste, kann ich allerdings nicht sagen.<br \/>\nDie Jahre vergingen. Ich zog in meine erste eigene Wohnung &#8211; und das Monster zog dort in den Keller. Auch bei meinen weiteren Umz&#252;gen, gelang es dem Unhold stets mir zu folgen und die dunkelste Ecke des Kellers f&#252;r sich zu beanspruchen.<\/p>\n<p>Doch heute entschloss ich, mich dem Monster zu stellen.<\/p>\n<p>Mit einer f&#252;r Monster h&#246;chst gef&#228;hrlichen Waffe bezwang ich die Kellertreppe. Ich h&#246;rte das kratzige, schnaubige Scharren, sah die schleimigen H&#228;nde, die sich nach mir ausstreckten. Todes mutig bewegte ich mich langsam, Schritt f&#252;r Schritt auf die Ecke zu. Dann stand ich dem Monster gegen&#252;ber, so nah wie nie zuvor. Ich konnte seinen nach Verwesung stinkenden Atem riechen. Schon wollte ich mich umdrehen und weg rennen, da sp&#252;rte ich in meiner Hand die Schwere und K&#252;hle der Monsterwaffe. Ich nahm allen Mut und alle Kraft zusammen hob sie an, richtete sie auf das Monster und dr&#252;ckte ab&#8230;..<\/p>\n<p>Das Licht der Taschenlampe durchflutete die Ecke. Sofort begann das Monster vor meinen Augen zu verschwimmen und als sich meine Augen an das helle Licht gew&#246;hnt hatten, war das Monster vollst&#228;ndig verschwunden. Da sp&#252;rte ich das unwiderstehliche Bed&#252;rfnis zu lachen in mir. Erst leise dann immer lauter bahnte sich das Gel&#228;chter seinen weg aus meinem Innersten ins Freie und so wurden auch die letzten Reste und Spuren des Monsters aus unserem Keller vertrieben.<\/p>\n<p>So habe ich nach vielen Jahren den Sieg &#252;ber mein pers&#246;nliches Monster davongetragen.<\/p>\n<p>(Tamara Peter)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie vielleicht schon zu bemerken war, bin ich aus dem Urlaub zur&#252;ckgekehrt. Die Zeit in Kambodscha war eindrucksvoll und w&#228;re es wert, in vielen Geschichten erz&#228;hlt zu werden. 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