{"id":1111,"date":"2009-07-09T13:47:58","date_gmt":"2009-07-09T11:47:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/?p=1111"},"modified":"2009-07-09T17:15:23","modified_gmt":"2009-07-09T15:15:23","slug":"schlafstoerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/2009\/07\/09\/1111\/","title":{"rendered":"Schlafst&#246;rungen"},"content":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen hat mir eine Bekannte aus fr&#252;heren Jahren die folgende Mail geschickt, die ich mit ihrer Erlaubnis (anonymisiert und leicht gek&#252;rzt) hier wiedergebe.<\/p>\n<p>Hallo Stefan!<\/p>\n<p>Ich bin gestern zuf&#228;llig auf Deine Seite gesto&#223;en und bin sehr beeindruckt. Dies gilt sowohl f&#252;r Deine wundersch&#246;nen Geschichten als auch f&#252;r Dein gro&#223;artiges Engagement. &#8211; Gratulation. Dies alles brachte mich auch dazu, einfach mal Deinen Rat einzuholen und ich w&#252;rde mich sehr freuen, wenn Du mir antwortest. Ich habe seit mehreren Jahren massive Schlafst&#246;rungen (v.a. Einschlafst&#246;rungen, leichter Schlaf, st&#228;ndiges Aufwachen; zeitweise schlafe ich n&#228;chtelang gar nicht oder h&#246;chstens zwei Stunden und bin dann an den Folgetagen v&#246;llig fertig und unkonzentriert).<br \/>\nIm Laufe der Jahre habe ich vieles versucht, um damit umzugehen: von unterschiedlichen Entspannung&#252;bungen; CDs mit Hypnose&#252;bungen; Yoga; Sport; chenisische Medizin und Akupunktur; Antidepressiva; eine psychosomatische Rehama&#223;nahme, gar nichts tun und es ignorieren etc&#8230; Seit mehreren Jahren (auch jetzt) nehme ich Schlaftabletten, weil dies die einzige M&#246;glichkeit ist, die schnell und dauerhaft wirkt. Alles andere wirkte meist nur f&#252;r kurze Zeit, auch wenn ich es regelm&#228;&#223;ig durchgef&#252;hrt habe. Ich bin mittlerweile sehr verzweifelt, weil mir nichts mehr einf&#228;llt und \u00edch nicht immer auf diese Schlaftabletten angewiesen sein m&#246;chte. Ansonsten habe ich ein gutes Feingesp&#252;r f&#252;r meinen K&#246;rper und kann mit unterschiedlichen Entwicklungen f&#252;r mich gut umgehen. Hier wei&#223; ich einfach nicht mehr weiter und w&#252;rde mich unglaublich freuen, wenn Du vielleicht eine Idee hast oder mir Deine Gedanken dazu mitteilst.<br \/>\nIch hoffe, Dir selber geht es gut?<br \/>\nJedenfalls w&#252;nsche ich Dir das und ebenso viele neue Ideen und Umsetzungen.<br \/>\nGanz viele Gr&#252;&#223;e,<\/p>\n<p>S. T.<\/p>\n<p>Ich habe ihr zur&#252;ckgeschrieben:<\/p>\n<p>Liebe S. T.,<\/p>\n<p>Das Problem mit Schlaftabletten in Bezug auf Therapie<!--more--> \/ Selbsttherapie ist, dass sie beim Absetzen &#252;ber die Entzugserscheinungen nochmals Schlafst&#246;rungen erzeugen k&#246;nnen. Das hei&#223;t, ich w&#252;rde dir vorschlagen, dass du nicht gleichzeitig Tabletten reduzierst und etwas Neues probierst, sondern erst dann reduzierst, wenn du die neuen Ideen erprobt und f&#252;r gut befunden hast. Au&#223;erdem, dass du, wenn du danach Tabletten reduzierst und Schlafst&#246;rungen haben solltest (was nicht sein muss, aber eben sein kann) nicht sagst: &#8222;Die neue Methode wirkt nicht mehr&#8220;, sondern sagst: Die neue Methode wirkt, aber das ist vom Entzugseffefkt &#252;berdeckt; ich werde wieder merken, dass sie wirkt, wenn der Entzug vor&#252;ber ist.<br \/>\nAlso beim Absetzen ggf. geduldig sein, bis die vorher wirksamen Methoden wieder wirken k&#246;nnen, und den Entzug in einer Ferienzeit machen, wenn du dir Schlaflosigkeit gut leisten kannst. Art und Geschwindigkeit des Entzugs mit dem Hausarzt absprechen.<br \/>\nAu&#223;erdem mit systemischen Fragen an dich selbst herausfinden: Woran genau (wann und wie wahrnehmbar?) werde ich es erkennen, wenn eine Methode hilft? Was ist (vielleicht im ganz Kleinen) anders, wenn es anf&#228;ngt, besser zu sein? Was konkret sehe, f&#252;hle, tue ich dann anders? Was hat sich bisher schon bew&#228;hrt, was l&#228;sst sich ausweiten? Aber diese Dinge wei&#223;t du ja sicher selbst.<br \/>\nNat&#252;rlich gibt es verschiedenen Gr&#252;nde f&#252;r Schlafst&#246;rungen. In einer Therapie w&#252;rde man fragen: Was war, bevor es angefangen hat? Eine meiner Herangehensweisen ist, dass ich die Leute ihr Symptom in einen Korb legen lasse, ihnen sage, dass ihr Unbewusstes sie gut besch&#252;tzt, so dass sie sicher und gut aufgehoben sind und sie dann mit dem Korb eine Zeitreise zur&#252;ck durch ihr Leben machen lasse. &#220;berall, wo das Symptom oder ein Teil davon entstanden ist, lasse ich sie das Symptom oder ein Teil davon aus dem Korb nehmen und ablegen. Sie k&#246;nnen zum Symptom sagen: &#8222;Danke: Du hast in dieser Zeit einen Sinn, darum lege ich dich hier ab. In der Gegenwart brauche ich dich nicht mehr. Darum kannst du in der Vergangenheit bleiben.&#8220; So geben ich ihnen die Anweisung, bis zu ihrer Empf&#228;ngnis zu gehen und dann genauso allm&#228;hlich zur&#252;ckzukommen. Auf dem R&#252;ckweg sollen sie alle Ressourcen, die geeignet sind, guten Schlaf zu erzeugen (also alle Erinnerungen, guten Erfahrungen, erfolgreichen Strategien, schlafreichen Zeiten pfl&#252;cken und mitnehmen und dorthin bringen, wo sie gebrahct werden &#8211; sei es in der Gegenwart oder in einere anderen Vergangenheit. Und sich darauf verlassen, dass diese Ressourcen ihnen jederzeit in der Zukunft verf&#252;gbar sind. Du kannst dir einmal diese Anweisungen geben (vorlesen oder selbst formulieren) und dich danach mit Musik, einem seichten Fernsehfilm oder einem Computerspiel berieseln lassen, in der gelassenen Erwartung, dass dein Unbewusstes die Anweisungen umsetzt.<\/p>\n<p>Eine andere Methode ist, dir bewusst zu machen, dass du als Kind gelernt hast, nachts aufzuwachen, wenn die Blase voll ist, oder aber, nicht mehr aus dem Bett zu fallen, oder aber, morgens kurz vor dem Wecker aufzuwachen. All das klappt, weil du es dir bewusst oder unbewusst vorgenommen hast. Wir k&#246;nnen also unser Schlafverhalten fantastisch konditionieren. du kannst dir in der gleichen Facon den Auftrag geben, immer dann, wenn du im Schlaf bemerkst, dass du gleich aufwachen <em>w&#252;rdest<\/em>, in eine tiefere Schlafphase zu gehn. Ich habe diese Intervention bei einer hartn&#228;ckig wachliegenden Patientin probiert, es hat gut funktioniert.<\/p>\n<p>In meinem Blog findest du Geschichten und Ideen zum Thema &#8222;Schlaf&#8220; &#252;brigens unter der betreffenden Kategorie im Men&#252; rechts.<\/p>\n<p>Viele Gr&#252;&#223;e, Stefan Hammel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen hat mir eine Bekannte aus fr&#252;heren Jahren die folgende Mail geschickt, die ich mit ihrer Erlaubnis (anonymisiert und leicht gek&#252;rzt) hier wiedergebe. Hallo Stefan! Ich bin gestern zuf&#228;llig auf Deine Seite gesto&#223;en und bin sehr beeindruckt. 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