{"id":1023,"date":"2009-03-31T13:46:26","date_gmt":"2009-03-31T11:46:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/?p=1023"},"modified":"2009-04-26T19:48:16","modified_gmt":"2009-04-26T17:48:16","slug":"wertvolle-beratung-wuerde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefanhammel.de\/blog\/2009\/03\/31\/1023\/","title":{"rendered":"Wertvolle Beratung: W&#252;rde"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Die W&#252;rde des Menschen ist unantastbar&#8220;, so hei&#223;t es in den ersten Worten des Grundgesetzes. Unscharf bleibt, ob gemeint ist, sie d&#252;rfe nicht angetastet werden, oder sie k&#246;nne gar nicht angetastet werden, denn sie bleibe\u00a0im Innersten eines Menschen unversehrt erhalten, egal, was er erlebt.\u00a0W&#252;rde als etwas\u00a0dem Menschen Innewohnendes, von Menschen nicht\u00a0Entziehbares,\u00a0ist ein versteckt theologischer Begriff.<\/p>\n<p>Der Begriff\u00a0hat einen Vorl&#228;ufer in dem j&#252;dischen und sp&#228;ter christlichen und muslimischen Gedanken, der Mensch sei als &#8222;Gottes Ebenbild&#8220; geschaffen, als ein Abbild der Sch&#246;pferkraft, der Heiligkeit, Ehrw&#252;rdigkeit und\u00a0auch der ersch&#252;tternden Macht\u00a0des Gro&#223;en, Ganzen, aus dem alles geworden ist.<\/p>\n<p>Wenn wir behaupten, dass jeder Mensch, weil er Mensch ist, eine unverlierbare W&#252;rde hat, fordert das von uns, dass wir jedem Menschen Respekt entgegenbringen. Gleich, wie sehr uns ein Mensch als T&#228;ter oder auch als Opfer entgegentritt, hat er einen Anspruch auf Achtung und Wertsch&#228;tzung. Wenn es uns nicht gelingt, ihm diese entgegenzubringen, betrachten wir das als unsere Grenze, und nicht als Begrenzung seiner Person.<\/p>\n<p>Jeden Menschen unter dem Blickwinkel seiner W&#252;rde zu sehen und ihm Achtung entgegenzubringen, bedeutet, dass wir\u00a0die Menschen\u00a0unter dem Blickwinkel\u00a0sehen, welches gute Potential in ihnen auf seine Entfaltung wartet &#8211; vielleicht jetzt noch versch&#252;ttet und versteckt &#8211; und welche Vision es f&#252;r ihre Entwicklung gibt.<!--more--><\/p>\n<p>Respekt vor den Menschen, denen wir begegnen, l&#228;sst sich zuweilen gut vereinbaren mit Respektlosigkeit gegen&#252;ber ihren &#220;berzeugungen, wenn diese &#220;berzeugungen sie in ihrer Entwiclung hemmen und sie in der Entfaltung ihrer M&#246;glichkeiten einschr&#228;nken. Wir k&#246;nnen einem Menschen ein hohes Ma&#223; an Achtung entgegenbringen und gleichzeitig seine Glaubenss&#228;tze unter Beschuss nehmen. Aussagen eines Menschen, er mache sich &#8222;immer alle Erfolge selbst wieder kaputt&#8220;, er sei nun mal krank, &#8222;habe&#8220; eine Depression oder sei eben psychisch labil, k&#246;nnen mit Humor und Ironie, mit frechen Fragen und verunsichernden Behauptungen ersch&#252;ttert werden, um den Platz vorzubereiten f&#252;r neue &#220;berzeugungen. Opferhaltungen und Vorw&#252;rfe an die Schuldigen k&#246;nnen untergraben werden, um eine neue Haltung der Selbstverantwortung und der Zukunftsorientierung zu erzeugen. Mitleid dient selten der W&#252;rde eines Menschen, und Mitgef&#252;hl darf nicht dahin f&#252;hren, dass ein Mensch Vorteile daraus zieht, seine Lage f&#252;r unver&#228;nderlich zu halten und andere daf&#252;r verantwortlich zu machen.<\/p>\n<p>Wer die W&#252;rde eines Menschen achtet, wird sich nicht lange damit aufhalten, ihn f&#252;r erlittenes Unrecht zu bedauern, sondern wird bald beginnen, ihm die Verantwortung f&#252;r ein neues Leben zuzutrauen und sich mit ihm dorthin auf den Weg zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die W&#252;rde des Menschen ist unantastbar&#8220;, so hei&#223;t es in den ersten Worten des Grundgesetzes. 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