Allergietherapie (Video)

 

Hier ist eine Fernsehdokumentation, die vor Jahren einmal mit mir über Allergiebehandlung mit Therapeutischem Erzählen gedreht wurde. Genaugenommen ist es aber nicht nur ein Film zu Therapeutischem Erzählen und wie man damit Allergien reduzieren oder auflösen kann, sondern mehr noch ein Beitrag über Utilisation. Das heißt, es geht darum, genau das, was die Klientin glaubt, weiß, liebt, hasst oder was sonstwie in ihrem Leben individuell wirkt, zu nutzen für dass, was momentan noch nicht funktioniert – aber funktionieren soll.

In vielen Fällen, so wie hier, heißt Utilisation also, dass das, was verändert werden soll (das „Problem“) so intensiv verknüpft wird mit etwas, was im Leben der Klientin als sicher vorausgesetzt werden kann, dass die Wahrnehmungen und Reaktionen im Bereich des Sicheren (bereits bekannten, geglaubten oder funktionierenden) unwillkürlich auch im Bereich des zu Lösenden (wo sie scheinbar gar nicht hingehören) angewendet werden.

Im Filmbeispiel wird darauf eingegangen, dass die Klientin öfter Segelurlaub gemacht hat und diese Erfahrung liebt. Auf See gibt es keine Pollen und überhaupt gedeihen im Seeklima Allergien nicht gut. Also bitte ich den Körper der Klientin, die Pollen mit Gischt zu identifizieren. Bei einem anderen Mann habe ich erfahren, dass er gerne taucht. Seinen Körper habe ich habe ich gebeten, die Situation mit den Pollen mit der Situation unter Wasser zu verknüpfen. Eine Jugendliche, die früher in den Alpen gewohnt hat, habe ich in ein hochalpines Klima versetzt. Eine Klientin, die im Winter mit ihrem Mann im Schwarzwald war, habe ich im Schnee spazieren lassen. Es gibt genügend Situationen, in denen Allergien keinen Platz haben. Um die besten Ergebnisse zu erreichen, nimmt man diejenigen, die den Klienten vertraut sind.

Mit der anderen Klientin, die im Film zu Wort kommt, habe ich ganz anders gearbeitet. Ich habe sie gebeten, mir eine Metapher dafür zu geben, wie Allergie funktioniert. Dann habe ich ihr Bild mit ihr von einer Problemmetapher in eine Lösungsmetapher umgestaltet. Ein Klient sagte zu mir: Das ist für mich, als ob eine Legion römische Soldaten durch eine schöne blühende Wiese stampft und alles platttritt. Dann überlegte ich, welche Anweisungen er seiner Legion geben soll, damit sie sich so verhält, wie es für die Wiese gut ist. Nachdem sie erst in  Zweier-Reihen liefen und später gar keine Panzer, Schilde und Waffen mehr brauchten, reduzierte sich auch die Allergie weitgehend und verschwand schließlich ganz.

Wie man mit solchen Techniken arbeitet, zeige ich in dem Seminar beim Milton-Erickson-Institut Heidelberg am Pfingstsamstag und -sonntag sowie in den anderen Seminaren zu Therapeutischem Erzählen und Utilisation. Und wer es ganz genau wissen will, kann in Kaiserslautern auch eine Ausbildung zu Hypnotherapie nach Milton Erickson machen.

Wer das Vorgehen gerne lesenderweise kennenlernen möchte, dem seien das „Handbuch des Therapeutischen Erzählens“ und das „Handbuch der Therapeutischen Utilisation“ ans Herz gelegt – und Einsteiger, Urlaubsleser und Geschichten-Genießer das Buch „Der Grashalm in der Wüste“.

 

3 Gedanken zu „Allergietherapie (Video)

  1. Ich interessiere mich an Hypnose gegen einer Allergie. Es waere sehr interessant, einen Pricktest auf diese Frau, die im Video gegen die Birke allergisch ist, nach der Behandlung zu tun, da man dann sicher ist, dass die Allergie weg ist. Haben Sie das schon gemacht?

  2. Ja, das interessiert mich auch schon länger. Bisher hatte ich keine Gelegenheit, mit jemandem zu arbeiten und den Test anschließend machen zu lassen. Allerdings ist auch zu beachten: Wenn der Test für eine Allergie „positiv“ anzeigt, heißt das nicht immer, dass die betreffende Person Allergiesymptome erlebt, wenn der Test „negativ“ ausfällt, kann es trotzdem Symptome geben. Der Text gibt also nur einen Anhaltspuntk dazu, welche Allergien nachweisbar sind, aber es sind nicht immger genau dieselben Allergien, die tatsächlich Symptome produzieren. Insofern ist es denkbar, dass sich nach der Allergie das Prick-Text-Ergebnis verändert. Es ist aber ebenso gut vorstellbar, dass das Testergebnis positiv bleibt, selbst wenn die Symptome vollständig abklingen.

  3. Sehr geehrter Herr Hammel,

    mein Sohn (8) leidet seit einem Jahr an einer starken Lactoseintoleranz, ich würde ih sehr gerne zu Ihnen in die Behandlung schicken, allerdings sind wir finanziell nicht sehr gut gestellt, daher meine Frage: Wie sicher ist es, dass die Behandlung bei ihm anschlägt?

    Herzlichste Grüße E. Donst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.