Zur „Anleitung zum Unglücklichsein“: Nachruf auf Paul
Also, über die Schönheit von Geschichten gibt es wenig Konsens, sie liegt wohl wieder Hirn des Hörers, wie Old Paul sagen würde, Gott hab ihn selig, auch wenn sie im Himmel gegenseitig voneinander behaupten werden, nur ein Konstrukt des jeweils anderen zu sein. Und sie werden eine Ewigkeit Zeit haben, das zu diskutieren, und werden sicher auch besprechen, warum – wenn doch die Wirklichkeit nicht wirklich wirklich ist – das Unwirkliche offenbar dennoch wirkt, und wie denn Gott, der wirklich Unwirkliche, wenn er die Welt nicht erschaffen konnte, von dieser erschaffen werden konnte, aber vielleicht werden sie sich auf eine zirkuläre Erschaffung Gottes und der Welt einigen und zusammen ein Glas Ambrosia trinken. Beim Anstoßen wird Paul dann wahrscheinlich den Toast aussprechen: „Behalten Sie sich Ihren Hammer, Herrgott“ , und nach dem ersten guten Schluck wird Gott Paul, der sich in seinen frühen Jahren gern mit der logischen Struktur des Paradoxen beschäftigt hat, als letztes Paradox auftun, dass der Konstruktivismus eben doch nur ein Konstrukt ist, was nicht heißt, dass er unwahr wäre, sondern nur, dass er nicht wahr ist, weil es wahr und unwahr in der Welt des Paradoxen nicht gibt, und Paul wird Gott darauf erwidern, dass das Paradoxe und das Absolute eins sind, und dass das Absolute relativ ist, weil es sich stets seinem eigenen Gegenteil zuneigt, und er wird Gott fragen, wie er es so lange ausgehalten hat, dass er als der Absolute in Wahrheit das Gegenteil seiner selbst sein muss, und Gott wird zurückfragen, wie Paul es so lange ausgehalten hat, zu schreiben, dass es in Wahrheit keine Wahrheit gibt. Und Paul wird Gott in einem Gleichnis erklären, dass es sich mit der Wahrheit so verhält, wie mit dem Mann, der immer Elefanten verscheucht hat, und der, als man ihm erklärte: „Hier sind doch gar keine Elefanten“, nur erwiderte: „Sehen Sie…“ Und Gott wird dazu Ja und Amen sagen, weil er Watzlawicks Gedanken zuletzt nicht mehr folgen kann oder will.
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Zu „100 chassidische Geschichten“: Was ist chassidisch?
„Chassidisch“ ist ein Wort für eine bestimmte jüdische Strömung. „Chassidim“ sind „Fromme“, und die wurden früher in Osteuropa, wie ja auch andernorts, schwer verfolgt. Im 18. Jahrhundert, in einer Zeit der Pogrome, lebte in der Ukraine der „Rabbi Yisrael Baal Shem Tov“, der „Herr des guten Namens“, ein gläubiger Jude mit einer enormen charismatischen Ausstrahlung. Der hat seinen Anhängern gezeigt, wie sie in einer Zeit der Verfolgungen integer und möglichst heil an Leib und Seele bleiben. Wie hat er das getan? Er lehrte sie Liebe, Gerechtigkeit, Freude, Optimismus,ein leidenschaftliches Auskosten des Lebens und einen tiefen Glauben an Gottes Fürsorge. Die „chassidische“ Bewegung, die er damit auslöste, hat in den folgenden Jahrhunderten Hunderttausende von Anhängern gefunden.