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	<title>HYPS &#187; Vorurteile</title>
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	<description>Hypno-Systemischer Blog von Stefan Hammel</description>
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		<title>Der Grashalm in der W&#252;ste</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Nov 2010 15:30:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern war ich in der Kinderpsychiatrie und habe den Kindern eine Geschichte erz&#228;hlt. Wir vergessen so oft, dass Menschen, die sich selbst und anderen M&#252;he bereiten, nicht nur aus ihren Problemen bestehen, sondern auch aus dem, was heil ist.Und wenn wir das Gesunde, Kraftvolle, Gl&#252;ckspendende im Leben der Kinder oder auch von uns selber pflegen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern war ich in der Kinderpsychiatrie und habe den Kindern eine Geschichte erz&#228;hlt. Wir vergessen so oft, dass Menschen, die sich selbst und anderen M&#252;he bereiten, nicht nur aus ihren Problemen bestehen, sondern auch aus dem, was heil ist.Und wenn wir das Gesunde, Kraftvolle, Gl&#252;ckspendende im Leben der Kinder oder auch von uns selber pflegen, k&#246;nnte es sein, dass wir mehr erreichen, als wenn wir immer mehr Zeit auf die Behandlung des St&#246;renden verwenden. Nat&#252;rlich muss man zuweilen bei dem, was st&#246;rt, ankn&#252;pfen. Wenn man allerdings bei der Behandlung der St&#246;rung h&#228;ngen bleibt, ist man wahrscheinlich schon selbst ein Teil der St&#246;rung geworden. Denn wer sagt uns, dass die Reaktionen der Menschen auf das Problem nicht zu dem Problem ma&#223;geblich beitragen? Vielleicht kommen wir schneller zum Ziel, wenn wir das Unauff&#228;llige, Gesunde, Normale in den Vordergrund unserer Betrachtung stellen. Ich habe jedenfalls den Kindern die folgende Geschichte erz&#228;hlt.</p>
<p>Ein Mann durchquerte eine W&#252;ste. Rings um ihn her gab es nur Sand, Steine und Felsen, den leuchtend blauen Himmel und &#252;ber ihm die gl&#252;hend hei&#223;e Sonne. Auf der H&#228;lfte seines Weges geschah es, dass er Rast machen wollte und sich nach einem geeigneten Platz umsah.<span id="more-1610"></span> Etwas abseits des Weges fand er einen &#252;berh&#228;ngenden Felsen, der ihm Schatten bieten konnte f&#252;r die Zeit seiner Rast. Der Mann ging dorthin. Als er ankam, sah er etwas Ungew&#246;hnliches: Im Schatten dieses Felsens wuchs tats&#228;chlich ein Grashalm. „Nanu, wo kommst du denn her?“ fragte der Mann, und dann lachte er &#252;ber sich selbst: „In meiner Einsamkeit rede ich schon mit dem Gras. Es wird besser sein, ich untersuche einmal, wo der Grashalm herkommt.“ Er scharrte das Pfl&#228;nzchen aus dem Sand und legte es behutsam zur Seite. Dann grub er tiefer und tiefer. Auch wenn er nicht gerade auf eine sprudelnde Quelle traf, so war die Erde hier tats&#228;chlich etwas feucht. Als der Mann sich wieder auf den Weg machte, verga&#223; er nicht, den Grashalm wieder auf die feuchte Erde zu setzen. Mit ein paar Steinen baute er eine kleine Mauer davor, um die Pflanze vor dem Austrocknen durch den hei&#223;en W&#252;stenwind zu sch&#252;tzen. Dann setzte er seine Reise fort. Auf seinem R&#252;ckweg kam er wieder an der Stelle vorbei. Nat&#252;rlich schaute er nach, ob sein Pfl&#228;nzchen noch lebte. Er war sehr erfreut: Aus dem Grashalm war ein richtiges kleines Grasb&#252;schel geworden. Der Mann grub noch etwas tiefer in die Erde und drang in noch feuchteres Erdreich vor. Mit einem Tuch, zwei Pf&#228;hlen und ein paar Schn&#252;ren, die er f&#252;r die R&#252;ckreise mitgenommen hatte, verbesserte er den Windschutz f&#252;r seine Pflanze. Viele Jahre sp&#228;ter musste ein Freund dieses Mannes dieselbe W&#252;ste durchqueren. Da bat er den Freund: „Schau’ doch einmal nach, was aus meiner Pflanze geworden ist – ob sie noch da ist!“ Der Freund versprach es ihm. Als er von der Reise zur&#252;ckkehrte, berichtete er: „Aus deinem Grasb&#252;schel ist ein kleines St&#252;ck Wiese geworden. Andere Reisende haben die Stelle entdeckt. Sie haben die Mauer vergr&#246;&#223;ert und noch mehr Pf&#228;hle mit T&#252;chern dort aufgestellt. Jemand hat dort einen Brunnen gegraben und mit einem St&#252;ck Leder abgedeckt. Neben dem Brunnen w&#228;chst ein sch&#246;ner Feigenbaum. In seinen Bl&#228;ttern zirpte eine Grille.</p>
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		<title>Ich gehe eine Stra&#223;e entlang</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 21:48:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute ist er mir wieder begegnet. Diesen Text liebe ich sehr. Ich gehe eine Stra&#223;e entlang. Da ist ein tiefes Loch. Ich falle hinein. Ich bin verloren. Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert endlos, wieder hinauszukommen. Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang. Da ist ein tiefes Loch. Ich falle wieder hinein. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist er mir wieder begegnet. Diesen Text liebe ich sehr.</p>
<p>Ich gehe eine Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle hinein.<br />
Ich bin verloren.<br />
Ich bin ohne Hoffnung.<br />
Es ist nicht meine Schuld.<br />
Es dauert endlos, wieder hinauszukommen.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle wieder hinein.<br />
Ich kann nicht glauben,<br />
schon wieder am gleichen Ort zu sein.<br />
Aber es ist nicht meine Schuld.<br />
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle schon wieder hinein&#8230;<br />
aus Gewohnheit.<br />
Meine Augen sind offen.<br />
Ich wei&#223;, wo ich bin.<br />
Es ist meine Schuld.<br />
Ich komme auch sofort wieder heraus.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich gehe darum herum.</p>
<p>Ich gehe eine andere Stra&#223;e.</p>
<p>(Sogyal Rinpoche)</p>
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		<title>Wie sind wir nur hier hergekommen?</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Dec 2009 13:22:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch heute ist mir nichts eingefallen. Dabei ist Weihnachten und ich wollte euch etwas schreiben. Ich kann es nicht &#228;ndern, dass mir manchmal nichts einf&#228;llt, und ich hatte mich auch gerade damit abgefunden. Aber dann ist etwas Merkw&#252;rdiges passsiert. Als ich eben meine Weihnachtskrippe betrachtet habe, da haben zwei der Figuren pl&#246;tzlich zu sprechen begonnen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch heute ist mir nichts eingefallen. Dabei ist Weihnachten und ich wollte euch etwas schreiben. Ich kann es nicht &#228;ndern, dass mir manchmal nichts einf&#228;llt, und ich hatte mich auch gerade damit abgefunden. Aber dann ist etwas Merkw&#252;rdiges passsiert. Als ich eben meine Weihnachtskrippe betrachtet habe, da haben zwei der Figuren pl&#246;tzlich zu sprechen begonnen. Ich habe mir notiert, was die beiden gesagt haben und gebe es euch gleich auf der Stelle wortgetreu wieder.<span id="more-1281"></span></p>
<p>O: Sag mal, alter Esel, was machen wir eigentlich hier in der stillen Nacht, in der Heiligen Nacht in einem Stall in Bethlehem??<br />
E: Das siehst du doch, alter Ochse. Wir beugen die Knie vor dem neugeborenen Herrn.<br />
O: Aber sollten das nicht lieber die Menschen machen? Ich meine, er ist doch ein Mensch geworden und nicht ein Tier.<br />
E: Ach, Ochse, es sind doch Menschen da. Guck hier, diese Ausl&#228;nder, sie beten bei uns Gottes Kind an.<br />
O: Ausl&#228;nder, du Esel! Wahrscheinlich haben die nicht einmal eine Aufenthaltsgenehmigung. So Wirtschaftsfl&#252;chtlinge aus dem Osten, aus Russland oder Indien oder so.<br />
E: Ist unser K&#246;nigskind denn besser? Ich habe heute Nacht einen Engel geh&#246;rt, der sagte zu Josef im Traum: „Geh weg von hier, denn Herodes trachtet dem Kind nach dem Leben. In &#196;gypten werdet ihr Zuflucht finden.“ So weh es mir tut, dieser Jesus ist ein Asylantenkind.<br />
O: Aber Esel, die M&#228;nner da, haben doch eine ganz andere Religion! Das sind Sterndeuter, Astrologen – in der Bibel hei&#223;en sie sogar Magier. Das sind doch &#252;berhaupt keine Christen. Die sind doch nur hier hergekommen, um uns auszunehmen. Die haben doch eine andere Religion, die geh&#246;ren nicht in unseren Stall. Wenn man sp&#228;ter sagen wird, es sind heilige K&#246;nige, das ist doch nur, um den ganzen Skandal zu vertuschen.<br />
O: Ochse, was redest du da. Keine Christen! War das Jesuskind denn ein Christ? Waren Maria und Josef denn welche? Als Jesus zur Welt kam, da gab es noch gar keine Christen. Au&#223;erdem bringen sie  Geschenke mit, Gold, Weihrauch und Myrrhe.<br />
Also gut, alter Esel. Lass sie bleiben. Vorausgesetzt sie arbeiten. Und nehmen keinem Arbeit weg. Gerade f&#228;llt mir ein, dass dieser K&#246;nig ja doch ein Erl&#246;ser f&#252;r alle Menschen werden soll. Aber was ist denn das f&#252;r Gesindels?<br />
E: Die Hirten meinst du?<br />
O: Nenn sie, wie du willst. Aber sag mir: Haben die keine Wohnung? Und k&#246;nnen die sich nichts Anst&#228;ndiges anziehen?<br />
E: Ich f&#252;rchte, die haben kein Geld&#8230;<br />
O: Dann sollen sie machen, dass sie fortkommen. So ein Weihnachtsgottesdienst ist etwas f&#252;r anst&#228;ndige Leute. Nicht f&#252;r Assoziale.<br />
E: Die wollen doch nur das Kind anbeten&#8230;<br />
O: Geh fort, schnorren wollen die, mehr nicht.<br />
E: Aber Ochse, die Heilige Familie – die  ist doch auch wohnsitzlos, die haben doch nichts, um ihr Kind in ein warmes Bett zu legen – sollen die jetzt auch gehen?<br />
O: Du hast recht, alter Esel. Lass sie bleiben. Lass die Hirten bleiben und diese „Weisen“ auch. Wenn wir sie wegschicken, geht das Kind am Ende auch noch weg. Denn der war auch so einer. –<br />
Jetzt sag den Leuten doch noch, alter Esel, wo wir herkommen. Denn aus der  Weihnachtsgeschichte kommen wir ja urspr&#252;nglich nicht.<br />
E: Auf der Suche nach der Krippe unseres Herrn sind wir weit hergekommen. Wir kommen aus dem Alten Testament, aus den ersten Versen des Jesajabuches. Da steht geschrieben: „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn, aber Israel kennt’s nicht, und mein Volk versteht’s nicht.“ Der Name „Israel“ steht nach einer alten Auslegungstradition f&#252;r „die Kirche“. „Gottes Volk“ hei&#223;t “unser Volk“. Darum kam ein Maler auf die Idee: Er malte  uns hinein in den Stall als die, die ihren Herrn kennen, auch dann, wenn Kirche und Volk ihn nicht erkennen. So sind wir zur Krippe gekommen. Maler und Bildhauer haben uns hier Asyl gegeben, und so ist es geblieben bis zum heutigen Tag.</p>
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		<title>Kein Platz in der Herberge</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 12:55:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Die Leute hatten kein Geld. Wie konnte ich wissen, dass das Kind etwas Besonderes werden sollte&#8230; ein K&#246;nig oder so&#8230; es stand den Eltern ja nicht auf die Stirn geschrieben&#8230; Seien Sie mal ehrlich, das ist doch bei Ihnen nicht anders: Gesch&#228;ft ist Gesch&#228;ft. Klar hatte ich R&#228;ume. Ich wollte das dann aber auch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Leute hatten kein Geld. Wie konnte ich wissen, dass das Kind etwas Besonderes werden sollte&#8230; ein K&#246;nig oder so&#8230; es stand den Eltern ja nicht auf die Stirn geschrieben&#8230;<br />
Seien Sie mal ehrlich, das ist doch bei Ihnen nicht anders: Gesch&#228;ft ist Gesch&#228;ft. Klar hatte ich R&#228;ume. Ich wollte das dann aber auch nicht so sagen: „Wir wollen Sie nicht!“ Da sagt man dann lieber: „Wir sind leider belegt.“ Jetzt gucken Sie mich nicht so an. Als w&#228;re das bei Ihnen anders. Was w&#252;rden Sie denn machen, wenn so ein paar zerlumpte Gestalten zu Ihnen an die Rezeption kommen und ihnen sagen: „Wir m&#246;chten ein Zimmer, aber wir haben kein Geld.“ W&#252;rden Sie die nehmen? Die orts&#252;blichen Preise konnten sie jedenfalls nicht zahlen. Das waren auch Ausl&#228;nder, oder jedenfalls kamen sie nicht hier aus der Gegend. Irgendwie haben sie mir ja dann auch leid getan. Die waren fertig.<br />
Ich hab dann gesagt: „F&#252;r den halben Denar kann ich Ihnen h&#246;chstens mal den Stall anbieten.“ Jetzt gucken Sie schon wieder so. Bei Ihnen ist das auch nicht anders. Schauen Sie sich doch mal um&#8230;<br />
Lesen Sie eigentlich Zeitung? Da m&#252;ssen Sie doch wissen, was los ist. Die Bahnhofsmissionen werden geschlossen, die Aussiedlerwohnheime sind schon lange zu, ein Asylrecht gibt’s nicht mehr. F&#252;r Frauenh&#228;user ist kein Geld mehr da&#8230; meinen Sie denn, die Armen und Wohnsitzlosen h&#228;tten irgendwo etwas zu lachen?<span id="more-1269"></span><br />
Aber jetzt werde ich daf&#252;r schlecht gemacht. Jahr f&#252;r Jahr, in allen Krippenspielen, in tausend Varianten. Wie stehen wir denn nun da, meine Frau und ich? Wie Monster werden wir hingestellt: Hochschwangere Frau trifft niedertr&#228;chtige Wirtsleute. Der Erl&#246;ser der Welt schl&#228;ft auf pieksendem Stroh. Was meinen Sie denn, was h&#228;tten Sie gemacht? Ich sag’ Ihnen, die waren dreckig. H&#228;tten Sie die genommen? Die haben gestunken! Wahrscheinlich hatten sie noch Fl&#246;he.<br />
Das mit den Engeln konnten wir nicht wissen. Dass die dann kamen und sagten, der Christus sei geboren worden, der Frieden bringt f&#252;r die Welt. Was f&#252;r einen Frieden eigentlich?<br />
Ich bin auch f&#252;r den Frieden. Aber Frieden muss sich auch rechnen. Wir k&#246;nnen nicht jeden Dahergelaufenen bei uns aufnehmen. Da sage ich lieber: Die Herberge ist voll. Man kann das ja auch ganz h&#246;flich sagen.<br />
Und das mit den Engeln noch mal: Werbem&#228;&#223;ig war das auch schlecht gemacht. Insgesamt, meine ich. Zum Beispiel, dass die den Hirten erschienen sind, die genauso verlumpt daherkamen, wie dieses Paar. Wenn die Frieden ank&#252;ndigen wollten, h&#228;tten sie das ganz anders aufziehen m&#252;ssen. Frieden kommt von oben oder gar nicht. Wenn die das vorher mal angek&#252;ndigt h&#228;tten, dass da der Retter der Welt kommt! Wir Leute von Bethlehem sind ja auch keine Unmenschen. Wir sind Leute wie du und ich. Wenn wir das mal gewusst h&#228;tten, so wie Sie das jetzt wissen, dass da der K&#246;nig der Welt kommt – wir h&#228;tten die schon recht empfangen wie eine k&#246;nigliche Familie. Wir h&#228;tten uns nicht lumpen lassen. Als erstes h&#228;tten wir ihnen mal ordentliche Kleider angezogen. Nicht diese komische galil&#228;ische Tracht mit den Kopft&#252;chern, was die da hatten. So l&#228;uft ja hier keiner rum. Ein K&#246;nig, der Frieden bringt, das muss anders r&#252;bergebracht werden. Da muss auch das Umfeld stimmen. Das muss einer sein wie du und ich. Einer, mit dem die Leute sich identifizieren. Dem sie zujubeln k&#246;nnen.<br />
Wahrscheinlich war es sowieso ein Riesenfehler, dass er bei diesen &#228;rmlichen Leuten zur Welt gekommen ist. Wer glaubt denn denen?<br />
Aber darauf wollte ich noch mal zur&#252;ckkommen; das verstehe ich immer noch nicht: Was f&#252;r einen Frieden die Engel meinten. Ich sehe n&#228;mlich keinen. Da w&#252;rde mich mal Ihre Meinung interessieren: Was f&#252;r einen Frieden sollte dieser Jesus denn bringen?“</p>
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		<title>Volksz&#228;hlung</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 12:43:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Verwaltungsangestellte sch&#252;ttelt den Kopf: Einen Reisepass? Den holen Sie bitte in Zimmer  402.&#8221; Sie klingt genervt. Durch lange Korridore und &#252;ber mehrere Treppen komme ich dort an. Ein Schildchen an der T&#252;r verweist mich weiter zu Nr. 407. Im Flur davor warten ein halbes Dutzend Leute, bis sie dran sind. Angespannte Langeweile liegt dar&#252;ber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Verwaltungsangestellte sch&#252;ttelt den Kopf: Einen Reisepass? Den holen Sie bitte in Zimmer  402.&#8221; Sie klingt genervt. Durch lange Korridore und &#252;ber mehrere Treppen komme ich dort an. Ein Schildchen an der T&#252;r verweist mich weiter zu Nr. 407. Im Flur davor warten ein halbes Dutzend Leute, bis sie dran sind. Angespannte Langeweile liegt dar&#252;ber wie Blei. Ich warte eine Stunde, anderthalb. Schlie&#223;lich darf ich eintreten. In Zimmer 407 erfahre ich, dass ich noch eine Bescheinigung mitbringen muss, von der ich nichts wusste, au&#223;erdem 35 Mark Bearbeitungsgeb&#252;hr. So gehe ich wieder nach Hause. Ich komme vorbei an weihnachtlich geschm&#252;ckten H&#228;usern und Schaufenstern. Irgendwo steht eine Krippe, Maria, Josef und das Kind. Weihnachtsstimmung habe ich nicht. Da schie&#223;t es mir durch den Kopf: Wie es wohl damals Maria und Josef ergangen ist, als der r&#246;mische Kaiser sie nach Bethlehem geschickt hat, um sie steuerlich zu registrieren und ihre Steuerklasse zu ermitteln? War das Leben damals noch einfacher?</p>
<p>Ich stelle mir vor, wie der kaiserliche r&#246;mische Sachbearbeiter zu Maria sagt: &#8220;Sie sind also sein vertrautes Weib&#8230;, was soll das hei&#223;en?  Verlobte Ehefrauen gibt es nicht. Sind Sie nun seine Frau oder nicht?&#8221; Maria nickt unsicher. Sie spricht galil&#228;ischen Dialekt und versteht ihn nur schlecht mit seinem Bethlehemer Akzent. Der Beamte deutet auf ihren Bauch und wendet sich an Josef: &#8220;Sind Sie der Vater?&#8221; &#8220;Ja, &#228;h, ich meine, nein&#8221;, sagt Josef. &#8220;Also unehelich&#8221;, meint der Sachbearbeiter. &#8220;Und wer ist der Vater?&#8221; Von da an wird die Sache kompliziert.</p>
<p>Als Maria und Josef die Beh&#246;rde verlassen, ist es Abend. Weihnachtsstimmung haben sie nicht. Dabei bat sich Josef sehr darauf gefreut, nach Bethlehem zu kommen. Die Heimat seiner Vorfahren. Aber als die Leute in der Herberge seinen galil&#228;ischen Akzent h&#246;ren, sagen sie: Ausl&#228;nder brauchen wir nicht. Geht zur&#252;ck nach Nazareth, wo ihr hingeh&#246;rt.&#8221; Sie gehen weiter. Maria kommt in die Wehen. Ein Bauer gibt ihr Notunterkunft in einem Stall. &#8220;Das geht nur vorl&#228;ufig&#8221;, wie er betont. &#8220;Der denkt wohl, wir wollen unsern Ruhestand hier verbringen&#8221;, sagt Josef ver&#228;rgert, w&#228;hrend er Heu sammelt, um Maria ein Bett zu machen. In dieser Nacht wird das Kind zur Welt kommen, das die Propheten angek&#252;ndigt haben. Das Kind, auf das die Juden warten. Das Kind, in dem Gott Mensch wird. Gottes Kind. &#8220;In was f&#252;r ein Land ist dieses Kind geboren? In was f&#252;r eine Zeit?&#8221;, so denkt Josef sp&#228;t in der Nacht noch nach. In eine Zeit und ein Land, wo Menschen heimatlos umherziehen. Es hei&#223;t, die Herberge sei &#252;berf&#252;llt. Manche Fremde werden behandelt wie das Vieh, jedenfalls von einigen Leuten. Es kann Leute geben, die sagen: &#8220;Eine Futterkrippe f&#252;r euer Kind, das ist noch Luxus. Das Heu ist noch zu gut f&#252;r euch.&#8221; Irgendwann schl&#228;ft Josef ein. Er tr&#228;umt noch einmal, wie er an der Herbergst&#252;r steht. Doch diesmal stellt sich ein wei&#223;er Engel neben den Herbergsvater und fl&#252;stert ihm etwas zu. Der Engel spricht: &#8220;H&#246;rt mal, dieses Kind ist nicht irgendein Kind, das ist Jesus. Das ist der Christus, der Retter, den ihr erwartet.&#8221; Und das Gesicht des Herbergsvaters wird hell. Er sagt: &#8220;Ach so. Wenn das so ist, dann kommt herein. Bringt Gottes Segen mit in F&#252;lle! Hier ist euer Bett. Meine Frau und ich k&#246;nnen auf dem Boden schlafen.&#8221;</p>
<p>Doch Josef und Maria sch&#252;tteln den Kopf. Sie ziehen weiter. Sie finden irgendwo&#8230; ganz gewiss&#8230; an einem Platz, wo man Fremde wie Freunde behandelt&#8230; einen anderen Stall. Sie schauen einander an: Wie weit werden sie noch wandern?</p>
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		<title>Schaufensterkino</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 08:57:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die folgende Geschichte erz&#228;hle ich manchmal Jugendlichen, die zwar klug sind, aber sehr auf sich fixiert und darum nicht so sehr sozial orientiert. N&#228;chste Woche m&#246;chte ich sie einmal bei einem sechzehnj&#228;hrigen autistischen Jungen ausprobieren. Mal sehen, was passiert&#8230; Es regnete. Keine Schule heute. Wie jeden Samstagvormittag stand sie hinter der Glastheke, in der die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die folgende Geschichte erz&#228;hle ich manchmal Jugendlichen, die zwar klug sind, aber sehr auf sich fixiert und darum nicht so sehr sozial orientiert. N&#228;chste Woche m&#246;chte ich sie einmal bei einem sechzehnj&#228;hrigen autistischen Jungen ausprobieren. Mal sehen, was passiert&#8230;</p>
<p>Es regnete. Keine Schule heute. Wie jeden Samstagvormittag stand sie hinter der Glastheke, in der die Br&#246;tchen, Kuchen und anderen Backwaren zum Verkauf auslagen. Durch das Schaufenster sah sie, wie der Wind die Bl&#228;tter von den B&#228;umen fegte und in der Stra&#223;e verwirbelte. Vor dem Laden k&#228;mpfte eine Frau mit ihrem Regenschirm. In dicken Buchstaben stand dar&#252;ber die Inschrift: ,,B&#228;ckerei M&#252;ller“. In Spiegelschrift nat&#252;rlich, f&#252;r jemanden, der drinnen stand. Wenn sie alleine war und keine Kunden zu bedienen hatte, stellte sie sich gerne vor, dieses Schaufenster sei eine Kinoleinwand und das, was sie dahinter sah, sei nur ein Film. In ihrer Fantasie ver&#228;nderte sie dann die Szene. Aus den Autos wurden Kutschen, aus den Bl&#228;ttern V&#246;gel und aus der Frau mit dem Regenschirm zum Beispiel ihre Mutter, wie sie mit einem wilden Drachen k&#228;mpfte. Dieses Bild am&#252;sierte sie jetzt ganz besonders. Ihre Mutter, die alles falsch verstand, die ihr das Wort im Mund herumdrehte, die aus Gutem B&#246;ses machen konnte und aus b&#246;se gut, sie w&#252;rde wahrscheinlich auch den Kampf gegen einen Drachen bestehen oder mindestens ein ,,Unentschieden“ erreichen. Bis zum n&#228;chsten Kampf.<br />
Die Frau mit dem Regenschirm war l&#228;ngst verschwunden. Nun stellte sie sich vor, was sie denn gerne auf diese Schaufensterscheibe schreiben w&#252;rde, anstatt des langweiligen Schriftzugs: „B&#228;ckerei M&#252;ller“. Wie w&#228;re es mit „Du bist mir wichtig“, „Ich mag dich trotzdem“, oder: „Ich &#228;rgere mich, weil ich dich liebe“? Vielleicht auch: „Ich &#228;rgere dich&#8230;“. Sie grinste ein wenig bei dem Gedanken. Sie malte sich aus, wie diese Inschriften auf der gro&#223;en Scheibe wirken w&#252;rden. Alle, die an der B&#228;ckerei vor&#252;bergingen, k&#246;nnten sie lesen, auch ihre Mutter. Sie sah vor ihrem inneren Auge die Inschrift: „Du bist mir wichtig.“ Ob ihre Mutter sie dann endlich verstehen w&#252;rde? Sie stellte sich vor, wie ihre Mutter vor dem Schaufenster stand, die Stirn runzelte und den Kopf sch&#252;ttelte. Da kam ihr der Gedanke: „Du musst deine Worte in Spiegelschrift anbringen.“</p>
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		<title>Bergwanderung</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jun 2008 09:32:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Kollegin hat mir vor ein paar Tagen die folgende Geschichte gemailt. Eine Frau um die 60, nicht mehr ganz gesund und mobil, nimmt an einer Bergwanderung teil. Dabei sind auch Einheimische. Die &#8220;Fremden&#8221; st&#252;rmen nun schnellen Schrittes dem Gipfel entgegen. Sie haben es eilig. Die Frau kommt nicht mehr mit. Es ist zu anstrengend f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Kollegin hat mir vor ein paar Tagen die folgende Geschichte gemailt.</p>
<p>Eine Frau um die 60, nicht mehr ganz gesund und mobil, nimmt an einer Bergwanderung teil. Dabei sind auch Einheimische. Die &#8220;Fremden&#8221; st&#252;rmen nun schnellen Schrittes dem Gipfel entgegen. Sie haben es eilig. Die Frau kommt nicht mehr mit. Es ist zu anstrengend f&#252;r sie. Sie kann ja auch nicht mehr so gut laufen. Aber die Gruppe dr&#228;ngt vorw&#228;rts, niemand nimmt R&#252;cksicht auf sie. Traurig f&#228;llt sie immer mehr zur&#252;ck. Da wird sie von einer Einheimischen angesprochen: &#8220;Lassen Sie die nur rennen. Die kriegen ja gar nichts mit. Kommen Sie, ich zeige Ihnen alles.&#8221; W&#228;hrend die Frau nun langsam und in Ihrem Tempo weitergeht, bekommt sie die Sch&#246;nheiten der Landschaft gezeigt, wird ihr vieles erkl&#228;rt und erz&#228;hlt. Und sie erholt sich. Auch sie kommt am Gipfel an. Sicher sp&#228;ter, allerdings um vieles reicher.</p>
<p>Wahre Geschichte.</p>
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		<title>Gro&#223;manns Gesetz</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Apr 2008 10:48:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Komplexe Probleme haben einfache, leichtverst&#228;ndliche, aber falsche L&#246;sungen. (Abgeleitet von Murphy&#8217;s Gesetz)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Komplexe Probleme haben einfache, leichtverst&#228;ndliche, aber falsche L&#246;sungen.</p>
<p>(Abgeleitet von Murphy&#8217;s Gesetz)</p>
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		<title>Runter mit den Ellenbogen !</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Apr 2008 10:13:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[An alle Leute die&#8217;s drauf haben: Wenn ihr&#8217;s wirklich drauf habt, dann lasst die vor, die&#8217;s nicht drauf haben ! Denn die letzten sollen die ersten sein! Lasst die aus sich herausgehen, die wollen, aber nicht k&#246;nnen, helft ihnen, lasst sie vor. Lasst die etwas sagen, die sich nicht trauen, mitzureden, helft ihnen, lasst sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An alle Leute die&#8217;s drauf haben:</p>
<p>Wenn ihr&#8217;s wirklich drauf habt, dann lasst die vor, die&#8217;s nicht drauf haben !</p>
<p>Denn die letzten sollen die ersten sein!</p>
<p>Lasst die aus sich herausgehen, die wollen, aber nicht k&#246;nnen, helft ihnen, lasst sie vor.<br />
Lasst die etwas sagen, die sich nicht trauen, mitzureden, helft ihnen, lasst sie vor.<br />
Lasst die im Mittelpunkt stehen, die es wollen, aber Schwierigkeiten damit haben, helft ihnen, lasst sie vor.<br />
Lasst die etwas bestimmen, die sonst nichts zu sagen haben, aber vielleicht doch gern w&#252;rden, helft ihnen, lasst sie vor.</p>
<p>Das Potential einer Situation, die Chance auf eine dicke Zeit miteinander, steckt meist dort, wo man es am wenigsten erwartet. Gebt ihnen eine M&#246;glichkeit, sich zu entfalten, helft ihnen, lasst sie vor.</p>
<p>Hiermit lasse ich euch vor und bitte euch: Macht&#8217;s besser als ich.</p>
<p>Nur so wird sich etwas &#228;ndern, ansonsten wird alles bleiben wie es war, grau und unertr&#228;glich.</p>
<p>Sebastian Schwank</p>
<p>Anmerkung von mir (Stefan Hammel): Der Text stammt von einem Jugendlichen. Ich finde die Gedanken gut und freue mich, wenn sie diskutiert und weiterverbreitet werden &#8211; bei Jugendlichen wie bei uns sogenannten Erwachsenen.</p>
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		<title>Interessenverschiebung</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Mar 2008 10:21:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach einer langen Zeit im Koma kehrte mein Onkel Dennis mit einer geistigen Behinderung ins Leben der Menschen zur&#252;ck. Vieles hatte er vergessen und vieles war ihm gleichg&#252;ltig geworden. Oft deutete er mit dem Finger zum Himmel: „Schau, eine F-14 Tomcat Maschine! Sieh mal, ein Apache-Helicopter!&#8221; Und er beschrieb die Triebwerkstypen, Leistung, Traglast, Cockpitausstattung, Besatzung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einer langen Zeit im Koma kehrte mein Onkel Dennis mit einer geistigen Behinderung ins Leben der Menschen zur&#252;ck. Vieles hatte er vergessen und vieles war ihm gleichg&#252;ltig geworden. Oft deutete er mit dem Finger zum Himmel: „Schau, eine F-14 Tomcat Maschine! Sieh mal, ein Apache-Helicopter!&#8221; Und er beschrieb die Triebwerkstypen, Leistung, Traglast, Cockpitausstattung, Besatzung und Bewaffnung der vorbei fliegenden Maschinen. „Er war im Koreakrieg“, sagte seine Frau. &#8220;Aber ich wusste nicht, dass etwas dar&#252;ber wei&#223;. Wir sind seit 30 Jahren verheiratet, und er hat sich nie daf&#252;r interessiert.&#8221;</p>
<p>Die Geschichte kann in der Beratung dazu dienen, um deutlich zu machen, dass die Menschen in unserer Umgebung verborgene F&#228;higkeiten haben, von der die Umgebung nichts wei&#223; &#8211; manchmal &#252;ber Jahrzehnte hinweg. Wir k&#246;nnen nicht beurteilen, was ein anderer nicht kann bzw. nicht wei&#223;, und wir haben nur bruchst&#252;ckhafte Information dar&#252;ber, was er kann und wei&#223;. Dies gilt besonders bei der Arbeit mit verhaltensauff&#228;lligen Kindern, mit &#8221;psychisch Kranken&#8221; und &#8220;Behinderten&#8221;.</p>
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