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	<title>HYPS &#187; Scham</title>
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	<description>Hypno-Systemischer Blog von Stefan Hammel</description>
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		<title>Eine Geschichte vom Himmel</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Apr 2011 14:21:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Frohe Ostern euch allen! Also, diese Geschichte habe ich mir weder ausgedacht, noch hab ich sie erlebt. Ein Freund hat sie mir geschickt. Sie stammt von einem Autor namens Tilman Haberer. Ich mag diese Geschichte sehr, und ich dachte mir, weil heute Ostern ist, &#8230; oder vielleicht auch einfach sowieso &#8230; egal, ich m&#246;chte diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frohe Ostern euch allen! Also, diese Geschichte habe ich mir weder ausgedacht, noch hab ich sie erlebt. Ein Freund hat sie mir geschickt. Sie stammt von einem Autor namens Tilman Haberer. Ich mag diese Geschichte sehr, und ich dachte mir, weil heute Ostern ist, &#8230; oder vielleicht auch einfach sowieso &#8230; egal, ich m&#246;chte diese Geschichte gerne mit euch teilen. Also&#8230;</p>
<p>Ich stell&#8217; mir vor, ich bin gestorben, und ich stehe vor der T&#252;r des Himmels. Die ist, so nehme ich an, eine ganz normale T&#252;r an einem ganz normalen Haus. Aber ich wei&#223;, hinter der T&#252;r wohnt Gott. Ich habe ein ganz sch&#246;n mulmiges Gef&#252;hl im Bauch, schlie&#223;lich habe ich ja Gott noch nie von Angesicht zu Angesicht gegen&#252;bergestanden. Trotzdem fasse ich mir ein Herz und dr&#252;cke auf die Klinke.<br />
Ich brauche nicht lange zu warten, da geht die T&#252;r auf. Ich bin als erstes sehr &#252;berrascht, denn Gott sieht anders aus als ich erwartet habe. Er ist noch recht jung, noch keine 30, er ist ganz normal gekleidet, nicht anders als ich. Als er mich sieht, strahlt er mich an und sagt: &#8220;Mensch, Tilman, sch&#246;n, dass du da bist! Komm rein!&#8221; In demselben Moment, in dem ich Gott sehe, ist mein mulmiges Gef&#252;hl fort.<br />
Gott sieht sehr sympathisch aus, und ich merke sofort, dass er mich mag. Ich folge ihm in die Wohnung. Sie ist ziemlich einfach eingerichtet, aber sehr gem&#252;tlich. Sofort f&#252;hle ich mich wohl. Ich f&#252;hle mich zu Hause. Hier geh&#246;re ich hin. Gott bietet mir einen Platz an, dann stellt er zwei Weingl&#228;ser auf den Tisch und macht einen guten Frankenwein auf. Meine urspr&#252;ngliche Spannung und Nervosit&#228;t ist wie weggeblasen, und dann fangen wir an zu reden.<br />
Wir reden &#252;ber mein ganzes Leben, &#252;ber die guten und sch&#246;nen Erfahrungen, die ich gemacht habe, aber auch &#252;ber das, was nicht gut war, wo ich etwas falsch gemacht habe, wo mich andere falsch behandelt haben, wo ich gelitten habe und anderen Leid zugef&#252;gt habe. Aber aus der Art und Weise, wie Gott mit mir dar&#252;ber redet, merke ich: Das alles steht nicht zwischen uns, es trennt mich nicht mehr von Gott; ja, ich erkenne, was f&#252;r ein miserables Leben ich teilweise gef&#252;hrt habe. Aber ich wei&#223;: Gott tr&#228;gt mir das nicht nach. Gott nimmt mich einfach so, wie ich bin. Diese Erkenntnis tut gut, sie tut aber auch sehr weh. Gott hat mich einfach gern mit all dem, was ich verbockt habe, und das tut wirklich weh.</p>
<p>Ja, und dann sagt Gott zu mir: &#8220;So, jetzt gehen wir zu den anderen.&#8221; Und er steht auf und &#246;ffnet eine T&#252;r. Da steht eine gro&#223;e Festtafel, und da sitzen alle, die mir in meinem Leben lieb waren: meine Eltern, meine Freunde, und auch die, die mir nicht lieb waren. Aber ich sp&#252;re: Auch von denen trennt mich nichts mehr. Noch einmal rei&#223;t mich ein Schmerz fast in St&#252;cke. Ich sehe die Menschen, mit denen ich zusammen war. Und mir wird klar, wie viel Dummheit und Gemeinheit und Bosheit zwischen uns lag. Aber der Schmerz vergeht, und wir k&#246;nnen uns in die Augen sehen. Und dann beginnt das Fest. Und das ist der Himmel.</p>
<p>(Quelle: Andreas Ebert, Auf Schatzsuche. 12 Expeditionen ins Innere des Christentums, Claudius Verlag 1993, S. 14f.)</p>
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		<title>Das Leben entschlammen</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 14:56:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche hatte ich eine Frau in Therapie, mit der ich im letzten Jahr an der Aufl&#246;sung ihrer Depressionen gearbeitet hatte. Die letzen Monate war es ihr ausgezeichnet gegangen. Jetzt hatten famili&#228;re und berufliche Belastungen dazu gef&#252;hrt, dass sie wieder ganz im Sumpf des Ungl&#252;cklichseins steckte. Sie sa&#223; vor mir als ein H&#228;ufchen Elend, bewegte sich kaum und sprach ganz leise. Ihr Partner, der sie hergebracht hatte, sa&#223; ratlos neben ihr. &#8220;Wie kam denn das?&#8221; fragte ich. Sie erz&#228;hlte von ihrer Mutter, die nicht mehr mit ihr sprechen wollte, von Schwierigkeiten mit ihrer Tochter und davon, dass zuletzt der Hinweis eines Kunden, dass ihr Angebot &#8220;nicht das Richtige&#8221; f&#252;r ihn sei, gen&#252;gt habe, um sie ganz zusammenbrechen zu lassen. Die Kritik, die sie darin empfunden habe, erinnere sie an die Art, wie ihr Vater sie fr&#252;her kritisiert habe&#8230; Ich fragte die Frau, was ich f&#252;r Sie tun k&#246;nne, und sie antwortete, sie wisse es nicht. Was ihr Ziel sei? Das wisse sie auch nicht. Ob sie m&#246;chte, dass ich tue, was ich f&#252;r sie f&#252;r richtig halte? Ja, das sei gut, antwortete die Frau.</p>
<p>So sagte ich zu ihr: <span id="more-1675"></span>&#8220;Mir scheint, da ist etwas aus Ihrer Kindheit in Ihre aktuelle Zeit hereingeschwappt. Als erstes machen wir mal einen Korken auf das Loch, wo dieser Schlamm herausgeschwappt ist. Wissen Sie, in der Schweiz gibt es manchmal solche Erdrutsche, oft am Ende des Winters, wenn der Schnee schmilzt und alles ganz matschig ist. Manchmal gibt es auch hochwasser, und die Fl&#252;sse tragen den Schlamm durch ein ganzes Tal. Wenn dann der Erdrutsch oder die Schlammflut zu Ende ist, machen sich die Schweizer an die Arbeit. Die sind f&#252;r sowas ausgef&#252;stet, die haben Ger&#228;tschaften und Aufr&#228;umtrupps, um ihr Land wieder in Ordnung zu bringen. Stellen Sie sich einmal vor, wie das aussieht, wenn Ihr Aufr&#228;umtrupp den ganzen Schlamm, der da in Ihren Alltag geschwappt ist, beseitigt. Wie machen die das? Haben die Wasserschl&#228;uche oder leiten die einen Bach um?&#8221; &#8220;Ja, die haben Schl&#228;uche. Damit machen die das sauber.&#8221; &#8220;Gucken Sie mal, wie sorgf&#228;ltig und akkurat die arbeiten. Wo sp&#252;len die denn den ganzen Schlamm hin?&#8221; &#8220;Da hinten ist ein Loch, wie so eine H&#246;hle, da sp&#252;len die das rein.&#8221; &#8220;Ja, und da flie&#223;t das auch alles ab, und ist weg, oder?&#8221;`&#8221;Ja.&#8221; &#8220;Ich glaube, da gibt es zwei Trupps: Einen f&#252;r das Entschlammen und den anderen f&#252;r die Feinheiten. Damit das wieder richtig gl&#228;nzt. Gucken Sie mal, wie der zweite Trupp arbeitet, der da hinterherkommt. Wie der die Farben wieder rausbringt.&#8221; &#8220;Das ist sch&#246;n.&#8221; &#8220;Das wird wieder richtig bunt hier. Die machen das gut!&#8221; &#8220;Wie weit ist denn der erste Trupp mit seiner Arbeit?&#8221; &#8220;Na, die haben schon noch was zu tun. Die haben jetzt vielleicht drei Viertel entschlammt.&#8221; &#8220;Ja, die arbeiten jetzt weiter, w&#228;hrend wir uns etwas anderem zuwenden, und nachher gucken wir wieder, wie weit die inzwischen sind.&#8221;</p>
<p>Ich machte einige andere &#220;bungen mit ihr. Zum Beispiel lie&#223; ich sie sich vorstellen, dass sie alles, was sie belastete, in einem Korb sammelte. &#8220;Wie voll ist der jetzt?&#8221; &#8220;Der quillt &#252;ber. Das passt gar nicht alles rein.&#8221; &#8220;Machen Sie den Korb so gro&#223;, bis es reinpasst. Das hier ist Kopfkino. Was machen wir jetzt damit? Bringen wir es zum Wertstoffhof oder in die Vergangenheit, aus der es stammt?&#8221; &#8220;Nein.&#8221; &#8220;Wo m&#246;chten Sie es denn gerne hintun?&#8221; &#8220;In das Loch.&#8221; &#8220;Ah, Sie meinen, wo der Schlamm reingesp&#252;lt wird?&#8221; &#8220;Ja, dahin.&#8221; &#8220;Das ist eine gute Idee. Da passt das ja ausgezeichnet hin. Schauen Sie mal, wie die Einsatzkr&#228;fte das wegsp&#252;len.&#8221;</p>
<p>Ich spielte dann noch <a title="Zu &quot;Der Platz neben dir&quot;" href="http://www.stefanhammel.de/blog/2008/12/18/778/" target="_blank">&#8220;Der Platz neben dir&#8221;</a> mit ihr, nur dass ich als Zweit-Pers&#246;nlichkeit von ihr die Frau auf den Platz neben sie setzte, die sie sein wird, wenn sie in einiger Zeit gl&#252;cklicher sein wird, als sie es jetzt noch f&#252;r m&#246;glich h&#228;lt. Ich bat sie, mir die Frau, die sie dann ist, genau zu beschreiben, ihren Atem, ihre Muskelspannung,  ihre K&#246;rperhaltung, ihre Stimme und ihre Emotionen zu beschreiben. Danach setzte ich sie auf den Platz, wo die von ihr beschriebene Zweit-Pers&#246;nlichkeit von sich gesessen hatte und lie&#223; sie nochmals beschreiben, wie es ist, auf deren Platz zu sitzen. Alles Positive verst&#228;rkte ich, alles eher Schw&#228;chende erkl&#228;rte ich als Einwurf von der Frau, als die sie eben noch auf einem anderen Platz gesessen hatte.</p>
<p>&#8220;Wie weit sind denn jetzt die Einsatzkr&#228;fte?&#8221;, fragte ich. &#8220;Ziemlich weit. Die machen jetzt den Rest noch sauber.&#8221; &#8220;Dann kann ich Sie ja jetzt gehen lassen, oder?&#8221; &#8220;Ja, das k&#246;nnen sie.&#8221; Fr&#246;hlich lachend verlie&#223; sie mit ihrem Partner die Praxis.</p>
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		<title>Ich gehe eine Stra&#223;e entlang</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 21:48:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute ist er mir wieder begegnet. Diesen Text liebe ich sehr. Ich gehe eine Stra&#223;e entlang. Da ist ein tiefes Loch. Ich falle hinein. Ich bin verloren. Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert endlos, wieder hinauszukommen. Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang. Da ist ein tiefes Loch. Ich falle wieder hinein. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist er mir wieder begegnet. Diesen Text liebe ich sehr.</p>
<p>Ich gehe eine Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle hinein.<br />
Ich bin verloren.<br />
Ich bin ohne Hoffnung.<br />
Es ist nicht meine Schuld.<br />
Es dauert endlos, wieder hinauszukommen.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle wieder hinein.<br />
Ich kann nicht glauben,<br />
schon wieder am gleichen Ort zu sein.<br />
Aber es ist nicht meine Schuld.<br />
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle schon wieder hinein&#8230;<br />
aus Gewohnheit.<br />
Meine Augen sind offen.<br />
Ich wei&#223;, wo ich bin.<br />
Es ist meine Schuld.<br />
Ich komme auch sofort wieder heraus.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich gehe darum herum.</p>
<p>Ich gehe eine andere Stra&#223;e.</p>
<p>(Sogyal Rinpoche)</p>
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		<title>Selbsttherapie bei Sch&#252;chternheit</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 12:45:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eugen war mit seiner Frau und seinem siebzehnj&#228;hrigen Sohn Till in Urlaub. Der Junge war ungl&#252;cklich dar&#252;ber, dass er so sch&#252;chtern war, und fragte seinen Vater, wie er etwas dagegen tun k&#246;nne. Eugen sagte: &#8220;Vor einiger Zeit war ich mit unserem Freund Stefan abends unterwegs. Uns st&#246;rte, dass wir uns nicht trauten, mit Frauen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eugen war mit seiner Frau und seinem siebzehnj&#228;hrigen Sohn Till in Urlaub. Der Junge war ungl&#252;cklich dar&#252;ber, dass er so sch&#252;chtern war, und fragte seinen Vater, wie er etwas dagegen tun k&#246;nne. Eugen sagte: &#8220;Vor einiger Zeit war ich mit unserem Freund Stefan abends unterwegs. Uns st&#246;rte, dass wir uns nicht trauten, mit Frauen, die wir nicht gut kannten, ins Gespr&#228;ch zu kommen. Also vereinbarten wir einen Wettbewerb. Erst durfte ich ihm eine Mutprobe auferlegen, dann er mir, und dann abwechselnd den ganzen Abend so weiter. Durch ein Punktesystem sollte der Gewinner des Abends ermittelt werden. Es gab zwei Punkte f&#252;r jede bew&#228;ltigte Herausforderung, einen f&#252;r jeden ernsthaften L&#246;sungsversuch und null Punkte f&#252;rs Aufgeben. Die einzige Bedingung f&#252;r die L&#246;sung der Aufgaben war, dass unsere Experimente f&#252;r niemanden kr&#228;nkend sein sollten. Die erste Aufgabe bestand darin, der Bedienung im Café ein Kompliment zu machen, die zweite war es, mit einer Dame von irgendeinem Nachbartisch eine mindestens einmin&#252;tige Konversation zu beginnen. Am Ende gab ich Stefan die Aufgabe, einer ihm unbekannten Frau einen Handkuss zu geben, ohne dass diese sein Vorgehen beanstandet.&#8221; &#8220;Hat er das gemacht?&#8221; &#8220;Er hat zwei Frauen, die uns auf dem B&#252;rgersteig &#252;berholen wollten, angesprochen. Eine von ihnen redete gerade irgendetwas &#252;ber &#8216;Mut&#8217;. &#8216;Apropos Mut&#8217;, sagte er zu ihr, &#8216;wir machen gerade eine Mutprobe. Ist das f&#252;r Sie in Ordnung, wenn ich Ihnen einen Handkuss gebe?&#8217; Die Frau hat gestutzt: &#8216;Wer w&#228;re denn dasnn mutig?&#8217;, antwortete sie. &#8216;Sie und ich&#8217;, sagte Stefan. &#8216;Und danach?&#8217; &#8216;Dann gehen Sie in die eine Richtung weiter, und wir in die andere.&#8217; &#8216;Mehr nicht?&#8217; &#8216;Mehr nicht.&#8217; Und Stefan bekam ihre Hand zum Kuss. Wir haben die beiden sp&#228;ter an dem Abend noch einmal gesehen und haben uns sehr fr&#246;hlich gegr&#252;&#223;t.&#8221; &#8220;Das mache ich auch&#8221;, sagte Till. Das n&#228;chste, was Eugen sah, war, dass Till in dem italienischen Dorf, in dem sie sich gerade befanden, Jeden, aber auch wirklich jeden Passanten, den er traf, mit einem &#252;berschw&#228;nglichen &#8220;Hi!&#8221; begr&#252;&#223;te. Die Leute schauten etwas irritiert, aber einige gr&#252;&#223;ten zur&#252;ck. Dann probierte er dasselbe mit &#8220;Ciao!&#8221;. Er bekam noch mehr Gr&#252;&#223;e und kam, obwohl er kein Italienisch sprach, mit etlichen Dorfbewohnern auf Deutsch, Englisch und Zeichensprache ins Gespr&#228;ch. Einige Zeit sp&#228;ter erw&#228;hnte seine Mutter, sie m&#252;sse in die Apotheke, Tampons kaufen. &#8220;La&#223; mal, ich mach das f&#252;r dich&#8221;, meinte Till. Und er ging in die Apotheke. Die Apothekerin verstand ihn nicht und brachte ihm einen Schnuller. &#8220;Nicht hier&#8221; antwortete Till, sch&#252;ttelte den Kopf und deutete auf den Mund, &#8220;sondern hier&#8221;, und deutete zwischen seine Beine. &#8220;Tampons!&#8221; &#8220;Wie? F&#252;r wen?&#8221; fragte die Apothekerin. &#8220;F&#252;r meine Mutter&#8221;, sagte Till und strahlte.</p>
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		<title>Die Randlinie</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2009 06:29:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern fragte mich jemand nach einer Geschichte f&#252;r eine Borderline-Patientin, die sich ritzt und sich oftmals sch&#228;mt, weil die Haut ihrer Arme so rau und vernarbt ist. Ich sagte zu ihr: &#8220;Vielleicht ist es dir auch schon passiert, dass du auf der Autobahn auf die Randlinie gefahren bist. Fr&#252;her hat man zum Zeichnen dieser Randlinien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern fragte mich jemand nach einer Geschichte f&#252;r eine Borderline-Patientin, die sich ritzt und sich oftmals sch&#228;mt, weil die Haut ihrer Arme so rau und vernarbt ist. Ich sagte zu ihr:</p>
<p>&#8220;Vielleicht ist es dir auch schon passiert, dass du auf der Autobahn auf die Randlinie gefahren bist. Fr&#252;her hat man zum Zeichnen dieser Randlinien einfach Farbe verwendet. Man hatte aber das Problem, dass manchmal Leute auf der Strecke eingeschlafen sind und von der Spur abgekommen sind. Dann hatte jemand eine gute Idee. &#8216;Wenn die Randlinie aus einem Material mit Querrillen ist, dann gibt es ein lautes Ger&#228;usch, sobald jemand mit seinem Auto die Rille ber&#252;hrt. Man wacht sofort auf und kommt zur&#252;ck auf die richtige Spur.&#8217; Sie haben das ausprobiert, und schon nach den ersten Versuchen hat es immer besser geklappt: jedesmal, wenn jemand diese Grenzlinie schnitt oder sie &#252;berhaupt auch nur am Rande mit seinem Reifen ber&#252;hrte, gab es ein so lautes Signal, dass die Leute sofort zur&#252;cklenkten und weiterfuhren auf der daf&#252;r vorgesehenen Spur. Seit sie dieses Warnsignal beim Ber&#252;hren derRandlinie eingef&#252;hrt haben, sind Unf&#228;lle dieser Art weit zur&#252;ckgegangen. Man kennt die Methode inzwischen auch bei Mittellinien und anderen in Frage kommenden Markierungen.&#8221;</p>
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		<title>Rache</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2009/10/03/1199/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 17:53:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Beim Herausgehen finde ich neben dem Ausgang einen Zettel, dessen Botschaft mich auf dem Heimweg begleitet: &#8220;Die beste Rache ist ein gutes Leben.&#8221; (Milton H. Erickson)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Herausgehen finde ich neben dem Ausgang einen Zettel, dessen Botschaft mich auf dem Heimweg begleitet:</p>
<p>&#8220;Die beste Rache ist ein gutes Leben.&#8221; (Milton H. Erickson)</p>
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		<title>Streichelp&#228;dagogik</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 14:21:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Beim Weitergehen finde ich ein Schild mit der Aufschrift: &#8220;Man kann in ein Kind nichts hineinpr&#252;geln, aber vieles herausstreicheln.&#8221; (Astrid Lindgren) So viele T&#252;ren mit so vielen Botschaften&#8230; Sehr gerne m&#246;chte ich mich unterhalten mit den Menschen, die dahinter wohnen. Nun frage ich euch: Welche Botschaft k&#246;nnte an eurer T&#252;r zu lesen sein&#8230;?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Weitergehen finde ich ein Schild mit der Aufschrift:</p>
<p>&#8220;Man kann in ein Kind nichts hineinpr&#252;geln, aber vieles herausstreicheln.&#8221; (Astrid Lindgren)</p>
<p>So viele T&#252;ren mit so vielen Botschaften&#8230; Sehr gerne m&#246;chte ich mich unterhalten mit den Menschen, die dahinter wohnen. Nun frage ich euch: Welche Botschaft k&#246;nnte an eurer T&#252;r zu lesen sein&#8230;?</p>
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		<title>Die Ahnungslosen</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 12:01:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Ich habe oft Jugendliche vor mir sitzen, die auf jede Frage, die ich ihnen stelle, antworten: &#8216;Keine Ahnung&#8217;. Was kann man mit denen machen?&#8221; fragte mich eine Beraterin. &#8220;Erz&#228;hle ihnen vom Stamm der Ahnungslosen&#8221;, sagte ich. &#8220;Sie leben im Dschungel der Unwissenheit und haben echt keine Ahnung. Als sie sich H&#252;tten bauen wollten, haben sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ich habe oft Jugendliche vor mir sitzen, die auf jede Frage, die ich ihnen stelle, antworten: &#8216;Keine Ahnung&#8217;. Was kann man mit denen machen?&#8221; fragte mich eine Beraterin.</p>
<p>&#8220;Erz&#228;hle ihnen vom Stamm der Ahnungslosen&#8221;, sagte ich. &#8220;Sie leben im Dschungel der Unwissenheit und haben <em>echt </em>keine Ahnung. Als sie sich H&#252;tten bauen wollten, haben sie am Anfang Gras genommen. Das hat aber nicht geklappt, dann haben sie Bl&#228;tter genommen. Danach haben sie es mit Lianen probiert, das war auch nicht so gut. Rindenst&#252;cke waren zwar besser, aber auch nicht &#252;berzeugend. Sie haben alles m&#246;gliche versucht, es war alles nichts. Die Holzh&#252;tten haben dann schlie&#223;lich gehalten. Dann wollten sie sich Kleider machen. Und sie hatten echt keine Ahnung. Sie haben mit Schlamm experimentiert, den sie auf der Haut haben trocknen lassen, und danach mit B&#252;ffelmist, den sie zu breiten Fladen ausgerollt haben und nach dem Trocknen um die H&#252;ften gelegt haben. Das war zwar besser, hat aber bei Regen nicht mehr funktioniert. Kleider aus Dornengestr&#252;pp waren auch nicht das Richtige. Irgendwann haben sie dann Flechtr&#246;cke und Lederst&#252;cke verwendet, von da an ging es besser. Die waren so bl&#246;d, die waren echt ahnungslos. Einmal wollten sie ein Boot bauen. Da haben sie Wasserpflanzen verwendet. Auch die Boote aus Stein waren nicht gut. Die Ahnungslosen haben alles M&#246;gliche probiert. Sie waren so ahnungslos, dass sie noch nicht mal ans Aufgeben gedacht haben. Das ist schon eine Leistung. So haben sie halt immer weitergemacht. Irgendwann hat mal einer einen Baum ausgeh&#246;hlt. Das hat funktioniert, das haben sie beibehalten. Dann wollten sie Fischen fahren. Erst wollten sie die Fische vergiften, aber das war nicht so gut&#8230; und so weiter&#8230;</p>
<p>Erz&#228;hle den Jugendlichen so lange von den Ahnungslosen, bis sie es &#252;berdr&#252;ssig werden und von &#8216;keine Ahnung&#8217; nichts mehr wissen wollen. Erz&#228;hle ihnen so lange, wie die Ahnungslosen &#8216;keine Ahnung&#8217; hatten, bis die Jugendlichen zwischen Am&#252;siertheit und zunehmend genervter Ungeduld schwanken. Dann erz&#228;hl ihnen eine L&#246;sung und ziehe die n&#228;chste Etappe wieder in die L&#228;nge. Nimm dir Zeit. Lass die Ahnungslosen so doof sein, wie es nur geht, und noch viel unf&#228;higer, als die Jugendlichen sich f&#252;hlen. Lass sie so bescheuert sein, dass die Jugendlichen nur &#252;ber sie l&#228;cheln k&#246;nnen. Die Ahnungslosen sind maximal bl&#246;d. Das Gute ist nur, dass sie immer weiter machen und immer Erfolg haben. Wer den Stamm der Ahnungslosen kennt, f&#252;r den ist, &#8216;keine Ahnung&#8217; zu haben, nicht mehr cool und auch nicht mehr egal. Aber es ist auch keine Trag&#246;die. Man kann etwas daraus machen.&#8221;</p>
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		<title>Aufstehen</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Apr 2008 10:09:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was macht der Schiffbr&#252;chige an Land?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was macht der Schiffbr&#252;chige an Land?</p>
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		<title>Theaterfahrt</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Feb 2008 14:40:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Rammelsbacher Landfrauen machten einen Ausflug ins Theater. Der Bus, in dem sie fuhren, hatte auf dem Hinweg eine Panne. Als sie ankamen, hatte das St&#252;ck l&#228;ngst begonnen hatte. Die Gruppe traf im Theatersaal ein. Gerade rief einer der Schauspieler: „Wer seid ihr? Woher kommt ihr zu so sp&#228;ter Stund’?“ Eine Frau erwiderte: „Mer sin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rammelsbacher Landfrauen machten einen Ausflug ins Theater. Der Bus, in dem sie fuhren, hatte auf dem Hinweg eine Panne. Als sie ankamen, hatte das St&#252;ck l&#228;ngst begonnen hatte. Die Gruppe traf im Theatersaal ein. Gerade rief einer der Schauspieler: „Wer seid ihr? Woher kommt ihr zu so sp&#228;ter Stund’?“ Eine Frau erwiderte: „Mer sin die Rammelsbacher Landfraue, unser Bus ist verreckt!“</p>
<p>Die Geschichte kann in der Beratung verwendet werden, wo jemand sich von anderen in Frage gestellt f&#252;hlt, weil er eine innere Diskussion mit seinem Gewissen, seinem Perfektionismus oder einer Person aus der Vergangenheit f&#252;hrt.</p>
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