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	<title>HYPS &#187; Glauben</title>
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	<description>Hypno-Systemischer Blog von Stefan Hammel</description>
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		<title>Spielend II</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 12:58:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Resonanz im Saxophon erzeugt die zweite H&#228;lfte des Klanges, die Resonanz im Musiker die erste. (S. Hammel, Handbuch des therapeutischen Erz&#228;hlens, S. 234.)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Resonanz im Saxophon erzeugt die zweite H&#228;lfte des Klanges, die Resonanz im Musiker die erste.</p>
<p>(<a title="Zum Handbuch des therapeutischen Erz&#228;hlens" href="http://www.klett-cotta.de/buch/Kinder-_und_Jugendliche/Handbuch_des_therapeutischen_Erzaehlens/5767" target="_blank">S. Hammel, Handbuch des therapeutischen Erz&#228;hlens</a>, S. 234.)</p>
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		<title>Der Osterhasenengel</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 08:32:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie gelingt uns der Umgang mit Verlusten? Was ist Trost? Was ist Vertr&#246;stung? Wie k&#246;nnen wir Kindern helfen, Verlorenes auch innerlich loszulassen, und wie uns selbst? Auf der Suche nach Antworten f&#228;llt mir diese Geschichte ein&#8230; Zu Ostern hatten uns die Gro&#223;eltern zwei gasgef&#252;llte Ballons gekauft, in Form von Hasenk&#246;pfen mit langen Ohren. Es waren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie gelingt uns der Umgang mit Verlusten? Was ist Trost? Was ist Vertr&#246;stung? Wie k&#246;nnen wir Kindern helfen, Verlorenes auch innerlich loszulassen, und wie uns selbst? Auf der Suche nach Antworten f&#228;llt mir diese Geschichte ein&#8230;</p>
<p>Zu Ostern hatten uns die Gro&#223;eltern zwei gasgef&#252;llte Ballons gekauft, in Form von Hasenk&#246;pfen mit langen Ohren. Es waren Gesichter darauf gedruckt; Jeder Hase hatte zwei lange Knabberz&#228;hne und frech blinzelnde Augen. Ich war drei Jahre alt und hatte noch nie so einen Ballon gehabt. Meine Schwester hatte mehr Erfahrung, sie war schon f&#252;nf. „Pass auf, dass du deinen Hasen nicht losl&#228;sst. Sonst fliegt er fort! Wir machen die Schlinge von dem Faden um dein Handgelenk. Halte ihn gut fest!“ Ich ballte eine Faust, w&#228;hrend sie mir die Schlinge &#252;ber die Hand streifte. Ihr Hase war gr&#252;n und meiner war blau. Wir standen mit meinem Gro&#223;vater vor seinem Haus und bewunderten die bunten Hasen, die an unseren Armen in der Luft tanzten. Ich muss eine falsche Bewegung gemacht haben: Pl&#246;tzlich schob sich die Schlinge &#252;ber mein Handgelenk, vorbei an der Hand, an den Fingern – zuerst war der Hase noch dicht &#252;ber uns und fast noch erreichbar, dann stieg er h&#246;her und h&#246;her. Mir wurde klar, dass niemand auf der Welt diesen Hasen zur&#252;ckbringen konnte. Ich konnte ihn sehen, wie er kleiner und kleiner wurde, aber ich w&#252;rde ihn niemals wieder bekommen. Mir kamen die Tr&#228;nen. „Schau mal, wie sch&#246;n er aussieht da oben“, sagte mein Gro&#223;vater. Das &#252;berzeugte mich nicht so ganz. „Der Luftballon geht auf eine Reise“, sagte meine Schwester. „Er fliegt in den Himmel.“ Wir stellten uns vor, dass er dort Gott treffen w&#252;rde und die Engel. Wie es wohl w&#228;re, mit ihm zu reisen? Was er von da oben wohl sah? Ganz klein wurde der Hase, bis wir ihn kaum noch sehen konnten. Einen Augenblick verlor ich ihn aus den Augen, dann sah ich ihn wieder, und dann war er weg. Ich konnte ihn nicht mehr finden. Wahrscheinlich war er schon im Himmel. Vielleicht als Osterhasenengel. Noch etwas traurig ging ich mit den anderen ins Haus. „Stefans Luftballon ist zu den Engeln in den Himmel gekommen“, verk&#252;ndete meine Schwester dort der Gro&#223;mutter. „Ja, wirklich? Das ist ja interessant! Erz&#228;hlt doch mal!“</p>
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		<title>Der doppelte Geburtstag</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 09:08:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Frau berichtete k&#252;rzlich in der Beratung &#252;ber verschiedene Todesf&#228;lle, die sie im Verlauf ihres Lebens zu bew&#228;ltigen hatte: Ihre Urgro&#223;eltern, weitere Verwandte, mehrere Freunde und Bekannte und ihr Gro&#223;vater, an dem sie sehr gehangen hatte. &#8220;Und dann ist mein Gro&#223;vater auch noch an meinem Geburtstag gestorben! Jedes Jahr an meinem Geburtstag bin ich traurig.&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Frau berichtete k&#252;rzlich in der Beratung &#252;ber verschiedene Todesf&#228;lle, die sie im Verlauf ihres Lebens zu bew&#228;ltigen hatte: Ihre Urgro&#223;eltern, weitere Verwandte, mehrere Freunde und Bekannte und ihr Gro&#223;vater, an dem sie sehr gehangen hatte. &#8220;Und dann ist mein Gro&#223;vater auch noch an meinem Geburtstag gestorben! Jedes Jahr an meinem Geburtstag bin ich traurig.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich war einmal auf einem Friedhof in Warschau&#8221;, sagte ich. &#8220;Dort habe ich eine Gruppe von Roma gesehen, die um ein Grab versammelt waren und dort den Geburtstag des Verstorbenen gefeiert haben. &#220;ber die Grabplatte hatten sie ein Tischtuch gelegt. Darauf standen Teller, Gl&#228;ser, Besteck und Kerzenleuchter. Sie hatten alle m&#246;glichen Delikatessen dabei, und nat&#252;rlich auch etwas zu trinken. Ich nehme an, dass sie auch ein Gedeck f&#252;r den Verstorbenen gerichtet haben. Und ich stelle mir vor, dass auch er ein Glas Wodka bekam und sie mit ihm angesto&#223;en haben. Es war eine Gruppe fr&#246;hlicher Leute, die dort auf dem Grab getafelt haben. Wenn die ersten Christen ihre Toten beerdigt haben, haben sie ihnen einen Siegerkranz auf das Grab gelegt und haben mit ihm gefeiert. F&#252;r sie war es eine Siegesfeier, aber auch so etwas wie ein Geburtstag &#8211; der Geburtstag eines neuen Lebens, des ewigen Lebens. Wenn Ihr Opa an Ihrem Geburtsag gestorben ist, dann deutet nicht sein Todestag Ihren Geburtstag, sondern Ihr Geburtstag erkl&#228;rt seinen Todestag. Ihr Geburtstag ist sein Todestag, das hei&#223;t, der Tag seiner Geburt in ein neues Leben. Ic h m&#246;chte Sie daher bitten, dass Sie an Ihrem Geburtstag auch seinen Geburtstag feiern!&#8221;</p>
<p>&#8220;So habe ich das noch nie gesehen&#8221;, sagte die Frau.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ein Baum ist ein Baum&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jun 2011 20:24:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Reutlinger Paar- und Einzeltherapeutin Ulrike Dauenhauer hat mir eine Geschichte geschickt, die ich mit ihrer Erlaubnis gerne mit euch teilen m&#246;chte&#8230; Ich sa&#223; auf der Alb vor einem Baum, und dachte &#252;ber mich nach, &#252;ber mein Leben und meine Aufgaben. Da begann der Baum mit mir zu sprechen: &#8220;Schau&#8221;, sagte er, &#8220;ich bin ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Reutlinger Paar- und Einzeltherapeutin <a title="Zur Praxis Doppelpunkt" href="http://www.doppelpunkt-praxis.de/therapeuten.php">Ulrike Dauenhauer </a>hat mir eine Geschichte geschickt, die ich mit ihrer Erlaubnis gerne mit euch teilen m&#246;chte&#8230;</p>
<blockquote><p>Ich sa&#223; auf der Alb vor einem Baum, und dachte &#252;ber mich nach, &#252;ber mein Leben und meine Aufgaben. Da begann der Baum mit mir zu sprechen: &#8220;Schau&#8221;, sagte er, &#8220;ich bin ein Baum, einfach ein Baum, und ich versuche, Baum zu sein so gut ich kann. Noch nie in meinem langen Leben kam mir der Gedanke, ob ich wohl Baum genug sei, um eine Berechtigung zu haben, in diesem Wald zu stehen. Ich bin einfach Baum, so gut, wie ich Baum sein kann. Noch nie habe ich mich gefragt, warum ich gerade in diesem Wald stehe. Ich bin einfach Baum, so gut, wie ich Baum sein kann. Auch habe ich mir bisher keine Gedanken dar&#252;ber gemacht, ob die B&#228;ume neben mir wohl mehr oder weniger Biomasse produzieren als ich. Ich bin einfach Baum, so gut, wie ich Baum sein kann. Ich &#252;berlege nicht, ob die anderen B&#228;ume sch&#246;nere Bl&#228;tter haben oder besser gewachsen sind als ich. Ich bin einfach Baum, so gut, wie ich Baum sein kann. Die Zeiten sind sehr verschieden und damit auch die Bedingungen hier im Wald. Mal hat es viel Regen im Jahr, mal wenig. Mal hat es ganz viele K&#228;fer, die meine Bl&#228;tter fressen, mal wenig. Immer &#228;ndern sich die Bedingungen. Die Forscher k&#246;nnen das alles an meinen Jahresringen ablesen. Aber ich mache mir dar&#252;ber keine Gedanken. Wie immer die Bedingungen auch sind: Ich bin einfach Baum, so gut, wie ich Baum sein kann. Auch habe ich festgestellt, dass ich eine Buche bin und ich h&#246;rte von Mammutb&#228;umen. Ich w&#252;rde nie auf die Idee kommen, ein Mammutbaum sein zu wollen. Ich bin Buche so gut ich eine Buche sein kann. Sei Baum, einfach Baum, und das sei so gut es Dir m&#246;glich ist.&#8221; Dies sprach er und lie&#223; dazu sanft seine &#196;ste schwingen.</p></blockquote>
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		<title>Kleine Dinge zwischen Himmel und Erde</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jun 2011 14:26:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einige Gedanken zum Himmelfahrtstag&#8230; Der Himmel ist wohl doch keine von uns getrennte Welt: &#8220;Das Himmelreich ist mitten unter euch&#8221; hat der Rabbi aus Nazareth gesagt, an dessen Entschwinden in den &#8220;Himmel&#8221; der heutige Tag erinnert. Man kann den griechischen Originaltext auch &#252;bersetzen: &#8220;Das Himmelreich ist inwendig in euch&#8221;, weil &#8220;in&#8221; und &#8220;zwischen&#8221; im Griechischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Gedanken zum Himmelfahrtstag&#8230;</p>
<p>Der Himmel ist wohl doch keine von uns getrennte Welt: &#8220;Das Himmelreich  ist mitten unter euch&#8221; hat der Rabbi aus Nazareth gesagt, an dessen  Entschwinden in den &#8220;Himmel&#8221; der heutige Tag erinnert. Man kann den  griechischen Originaltext auch &#252;bersetzen: &#8220;Das Himmelreich ist inwendig  in euch&#8221;, weil &#8220;in&#8221; und &#8220;zwischen&#8221; im Griechischen dasselbe Wort ist. Also: &#8220;Der Himmel ist mitten in und mitten unter euch&#8230;&#8221; Wenn er denn da sein darf. Wenn wir ihn da sein lassen. Aber manchmal kommt er auch &#252;berraschend.</p>
<p>Man lebt ja oft so ohne Himmel vor sich hin. Wahrscheinlich die meiste Zeit lebe und denke ich so, als habe alles seine Ursachen und Wirkungen irgendwo in der Welt der Physik und der Logik. Und manchmal geschehen Dinge, die ich mir nur durch das Wirken h&#246;herer M&#228;chte erkl&#228;ren kann. Seltsame Welt&#8230;</p>
<p>Ich sah vor mir dieses Bild, mitten am Tag. Eine kleine H&#252;tte mit Stroh gedeckt, am Rand eines Dorfes fern, fern in der Savanne Afrikas. Vor der H&#252;tte spielten Kinder, und im Haus machte sich ihre Mutter mit dem S&#228;ubern und Ordnen von Gegenst&#228;nden des t&#228;glichen Lebens zu schaffen. Ich sah dieses Bild, und ich erkannte: Das ist die Familie meines Nachbarn aus Kenia. Und ich wusste pl&#246;tzlich: „Es geht ihnen gut.“ Ein seltsamer Tagtraum – ob ich ihm davon erz&#228;hlen soll? Ich verga&#223; das Bild und ging meinen allt&#228;glichen Gesch&#228;ften nach. Drei Tage sp&#228;ter fiel mir die Szene wieder ein und der Satz: „Es geht ihnen gut“. Ob das wohl etwas zu bedeuten hatte? Ich ging zu meinem Nachbarn. „Ich muss Ihnen einmal etwas erz&#228;hlen. Ich hatte einen merkw&#252;rdigen Traum. Ich wei&#223; nicht, was Sie davon halten…“, so erz&#228;hlte ich ihm. Der Mann aus Afrika sah mich mit gro&#223;en, ernsten und gl&#252;cklichen Augen an. Dann brach es aus ihm hervor: „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen! Meine Familie schreibt mir bisher jeden Tag. Jetzt aber habe ich seit einer ganzen Woche nichts mehr von ihnen geh&#246;rt. Ich bin in gro&#223;er Sorge gewesen! Was Sie mir sagen, ist eine &#228;u&#223;erst wichtige Nachricht f&#252;r mich! Ich danke Ihnen…“ So wird man zum Briefboten.</p>
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		<title>Eine Geschichte vom Himmel</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Apr 2011 14:21:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Frohe Ostern euch allen! Also, diese Geschichte habe ich mir weder ausgedacht, noch hab ich sie erlebt. Ein Freund hat sie mir geschickt. Sie stammt von einem Autor namens Tilman Haberer. Ich mag diese Geschichte sehr, und ich dachte mir, weil heute Ostern ist, &#8230; oder vielleicht auch einfach sowieso &#8230; egal, ich m&#246;chte diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frohe Ostern euch allen! Also, diese Geschichte habe ich mir weder ausgedacht, noch hab ich sie erlebt. Ein Freund hat sie mir geschickt. Sie stammt von einem Autor namens Tilman Haberer. Ich mag diese Geschichte sehr, und ich dachte mir, weil heute Ostern ist, &#8230; oder vielleicht auch einfach sowieso &#8230; egal, ich m&#246;chte diese Geschichte gerne mit euch teilen. Also&#8230;</p>
<p>Ich stell&#8217; mir vor, ich bin gestorben, und ich stehe vor der T&#252;r des Himmels. Die ist, so nehme ich an, eine ganz normale T&#252;r an einem ganz normalen Haus. Aber ich wei&#223;, hinter der T&#252;r wohnt Gott. Ich habe ein ganz sch&#246;n mulmiges Gef&#252;hl im Bauch, schlie&#223;lich habe ich ja Gott noch nie von Angesicht zu Angesicht gegen&#252;bergestanden. Trotzdem fasse ich mir ein Herz und dr&#252;cke auf die Klinke.<br />
Ich brauche nicht lange zu warten, da geht die T&#252;r auf. Ich bin als erstes sehr &#252;berrascht, denn Gott sieht anders aus als ich erwartet habe. Er ist noch recht jung, noch keine 30, er ist ganz normal gekleidet, nicht anders als ich. Als er mich sieht, strahlt er mich an und sagt: &#8220;Mensch, Tilman, sch&#246;n, dass du da bist! Komm rein!&#8221; In demselben Moment, in dem ich Gott sehe, ist mein mulmiges Gef&#252;hl fort.<br />
Gott sieht sehr sympathisch aus, und ich merke sofort, dass er mich mag. Ich folge ihm in die Wohnung. Sie ist ziemlich einfach eingerichtet, aber sehr gem&#252;tlich. Sofort f&#252;hle ich mich wohl. Ich f&#252;hle mich zu Hause. Hier geh&#246;re ich hin. Gott bietet mir einen Platz an, dann stellt er zwei Weingl&#228;ser auf den Tisch und macht einen guten Frankenwein auf. Meine urspr&#252;ngliche Spannung und Nervosit&#228;t ist wie weggeblasen, und dann fangen wir an zu reden.<br />
Wir reden &#252;ber mein ganzes Leben, &#252;ber die guten und sch&#246;nen Erfahrungen, die ich gemacht habe, aber auch &#252;ber das, was nicht gut war, wo ich etwas falsch gemacht habe, wo mich andere falsch behandelt haben, wo ich gelitten habe und anderen Leid zugef&#252;gt habe. Aber aus der Art und Weise, wie Gott mit mir dar&#252;ber redet, merke ich: Das alles steht nicht zwischen uns, es trennt mich nicht mehr von Gott; ja, ich erkenne, was f&#252;r ein miserables Leben ich teilweise gef&#252;hrt habe. Aber ich wei&#223;: Gott tr&#228;gt mir das nicht nach. Gott nimmt mich einfach so, wie ich bin. Diese Erkenntnis tut gut, sie tut aber auch sehr weh. Gott hat mich einfach gern mit all dem, was ich verbockt habe, und das tut wirklich weh.</p>
<p>Ja, und dann sagt Gott zu mir: &#8220;So, jetzt gehen wir zu den anderen.&#8221; Und er steht auf und &#246;ffnet eine T&#252;r. Da steht eine gro&#223;e Festtafel, und da sitzen alle, die mir in meinem Leben lieb waren: meine Eltern, meine Freunde, und auch die, die mir nicht lieb waren. Aber ich sp&#252;re: Auch von denen trennt mich nichts mehr. Noch einmal rei&#223;t mich ein Schmerz fast in St&#252;cke. Ich sehe die Menschen, mit denen ich zusammen war. Und mir wird klar, wie viel Dummheit und Gemeinheit und Bosheit zwischen uns lag. Aber der Schmerz vergeht, und wir k&#246;nnen uns in die Augen sehen. Und dann beginnt das Fest. Und das ist der Himmel.</p>
<p>(Quelle: Andreas Ebert, Auf Schatzsuche. 12 Expeditionen ins Innere des Christentums, Claudius Verlag 1993, S. 14f.)</p>
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		<title>Gespr&#228;che am Sterbebett</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2011/02/04/1667/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 09:43:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Asthma / Atem]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie spricht man mit Menschen im Koma? Und was kann man zu einem sterbenden Menschen sagen? Grunds&#228;tzlich Dinge, deren positive Ausrichtung sofort sp&#252;rbar ist und die zugleich ehrlich sind. Grunds&#228;tzlich Dinge, die den Sterbenden als Lebenden respektieren. Grunds&#228;tzlich m&#246;chte ich weder so tun, als g&#228;be es kein Sterben, noch so, als w&#228;re der andere schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie spricht man mit Menschen im Koma? Und was kann man zu einem sterbenden Menschen sagen? Grunds&#228;tzlich Dinge, deren positive Ausrichtung sofort sp&#252;rbar ist und die zugleich ehrlich sind. Grunds&#228;tzlich Dinge, die den Sterbenden als Lebenden respektieren. Grunds&#228;tzlich m&#246;chte ich weder so tun, als g&#228;be es kein Sterben, noch so, als w&#228;re der andere schon nicht mehr da. Grunds&#228;tzlich m&#246;chte ich so reden, dass es das Mitdenken nicht schwerf&#228;llt: Ganz anschaulich, in Bildern, in Tagtr&#228;umen, und m&#246;glichst in Worten, die dem anderen Menschen schon l&#228;ngst etwas bedeuten. Einige Gedanken aus meiner Arbeit als Pfarrer m&#246;chte ich hier anf&#252;gen.</p>
<p>Vor kurzem wurde ich ins Krankenhaus gerufen, zu einem schwer kranken Mann. Die &#196;rzte sagten, dass er in den n&#228;chsten Tagen oder Wochen sterben werde. Seine Frau, die sehr gl&#228;ubig war, hatte mich gebeten, zu kommen. Als ich mit den beiden sprach, wurde bald deutlich: Er wollte kein Gebet, das Abschied bedeuten k&#246;nnte. Er wollte leben. „Verstehen Sie“, sagte er, „Beten ist gut, aber jetzt geht es nicht. Jetzt ist nicht die Zeit. Vielleicht sp&#228;ter“, sagte er. Ob ich aus der Ferne um Leben, um ein Wunder f&#252;r ihn beten sollte, fragte ich. „Das ist gut“, antwortete er.<br />
Am anderen Tag lag er im Koma. Es atmete in kurzen St&#246;&#223;en, und es war zu sehen, dass er im Sterben lag. Ich las ihm den Psalm vom guten Hirten vor, sprach ein Gebet, das Vaterunser und einen Segen. Wenn ich den Eindruck hatte, dass ihm eine Zeile des Psalms gut tat, las ich die Zeile zweimal oder dreimal. Ich las die Zeilen ruhig und mit Pausen vor, und wir hatten den Eindruck, dass dar&#252;ber auch sein Atem immer ruhiger wurde. Sein Atem folgte meinem, und wenn ich sehr langsam sprach, setzte der Atem manchmal f&#252;r eine Weile aus, um danach doch wieder ruhig weiterzuflie&#223;en. Alles, was ihm Kummer oder Angst machen k&#246;nnte, m&#246;ge er ablegen, so bat ich ihn, wie an einer Garderobe Gottes. Was mit Schuld oder Vorw&#252;rfen zu tun h&#228;tte, alle Gedanken, die was ihm nicht gut t&#228;ten und alles, was er nicht braucht, m&#246;ge er wie Kleider ablegen bei Gott. Nach diesen Worten von meiner Seite sprach auch seine Frau mit ihm &#252;ber das Loslassen: Davon, dass Sie ihn nicht festhalte, dass er loslassen d&#252;rfe und davon, dass er seine Liebe zu ihr auch von der anderen Seite aus ausdr&#252;cken kann. Es scheint mir ganz deutlich so, dass er das h&#246;ren und f&#252;r sich annehmen konnte. Etwa eine viertel Stunde sp&#228;ter starb er ruhig, ohne Kampf.</p>
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		<title>Der Grashalm in der W&#252;ste</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Nov 2010 15:30:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern war ich in der Kinderpsychiatrie und habe den Kindern eine Geschichte erz&#228;hlt. Wir vergessen so oft, dass Menschen, die sich selbst und anderen M&#252;he bereiten, nicht nur aus ihren Problemen bestehen, sondern auch aus dem, was heil ist.Und wenn wir das Gesunde, Kraftvolle, Gl&#252;ckspendende im Leben der Kinder oder auch von uns selber pflegen, k&#246;nnte es sein, dass wir mehr erreichen, als wenn wir immer mehr Zeit auf die Behandlung des St&#246;renden verwenden. Nat&#252;rlich muss man zuweilen bei dem, was st&#246;rt, ankn&#252;pfen. Wenn man allerdings bei der Behandlung der St&#246;rung h&#228;ngen bleibt, ist man wahrscheinlich schon selbst ein Teil der St&#246;rung geworden. Denn wer sagt uns, dass die Reaktionen der Menschen auf das Problem nicht zu dem Problem ma&#223;geblich beitragen? Vielleicht kommen wir schneller zum Ziel, wenn wir das Unauff&#228;llige, Gesunde, Normale in den Vordergrund unserer Betrachtung stellen. Ich habe jedenfalls den Kindern die folgende Geschichte erz&#228;hlt.</p>
<p>Ein Mann durchquerte eine W&#252;ste. Rings um ihn her gab es nur Sand, Steine und Felsen, den leuchtend blauen Himmel und &#252;ber ihm die gl&#252;hend hei&#223;e Sonne. Auf der H&#228;lfte seines Weges geschah es, dass er Rast machen wollte und sich nach einem geeigneten Platz umsah.<span id="more-1610"></span> Etwas abseits des Weges fand er einen &#252;berh&#228;ngenden Felsen, der ihm Schatten bieten konnte f&#252;r die Zeit seiner Rast. Der Mann ging dorthin. Als er ankam, sah er etwas Ungew&#246;hnliches: Im Schatten dieses Felsens wuchs tats&#228;chlich ein Grashalm. „Nanu, wo kommst du denn her?“ fragte der Mann, und dann lachte er &#252;ber sich selbst: „In meiner Einsamkeit rede ich schon mit dem Gras. Es wird besser sein, ich untersuche einmal, wo der Grashalm herkommt.“ Er scharrte das Pfl&#228;nzchen aus dem Sand und legte es behutsam zur Seite. Dann grub er tiefer und tiefer. Auch wenn er nicht gerade auf eine sprudelnde Quelle traf, so war die Erde hier tats&#228;chlich etwas feucht. Als der Mann sich wieder auf den Weg machte, verga&#223; er nicht, den Grashalm wieder auf die feuchte Erde zu setzen. Mit ein paar Steinen baute er eine kleine Mauer davor, um die Pflanze vor dem Austrocknen durch den hei&#223;en W&#252;stenwind zu sch&#252;tzen. Dann setzte er seine Reise fort. Auf seinem R&#252;ckweg kam er wieder an der Stelle vorbei. Nat&#252;rlich schaute er nach, ob sein Pfl&#228;nzchen noch lebte. Er war sehr erfreut: Aus dem Grashalm war ein richtiges kleines Grasb&#252;schel geworden. Der Mann grub noch etwas tiefer in die Erde und drang in noch feuchteres Erdreich vor. Mit einem Tuch, zwei Pf&#228;hlen und ein paar Schn&#252;ren, die er f&#252;r die R&#252;ckreise mitgenommen hatte, verbesserte er den Windschutz f&#252;r seine Pflanze. Viele Jahre sp&#228;ter musste ein Freund dieses Mannes dieselbe W&#252;ste durchqueren. Da bat er den Freund: „Schau’ doch einmal nach, was aus meiner Pflanze geworden ist – ob sie noch da ist!“ Der Freund versprach es ihm. Als er von der Reise zur&#252;ckkehrte, berichtete er: „Aus deinem Grasb&#252;schel ist ein kleines St&#252;ck Wiese geworden. Andere Reisende haben die Stelle entdeckt. Sie haben die Mauer vergr&#246;&#223;ert und noch mehr Pf&#228;hle mit T&#252;chern dort aufgestellt. Jemand hat dort einen Brunnen gegraben und mit einem St&#252;ck Leder abgedeckt. Neben dem Brunnen w&#228;chst ein sch&#246;ner Feigenbaum. In seinen Bl&#228;ttern zirpte eine Grille.</p>
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		<title>Recycling II</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 16:03:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das erinnert mich an eine Beobachtung in verschiedenen St&#228;dten in Kambodscha. Ich denke zum Beispiel an Phnom Penh. Wir gehen durch eine Einkaufsstra&#223;e. „Wick-wack, wick-wack.“ Eine Hupe, die wie eine Gummi-Badeente klingt, k&#252;ndigt eine M&#252;llsammlerin an, mit ihrem Handwagen durch die Stra&#223;e zieht. Manche dieser Sammlerinnen sind auf Glas- und Plasikflaschen spezialisiert, manche nehmen jede [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das erinnert mich an eine Beobachtung in verschiedenen St&#228;dten in Kambodscha. Ich denke zum Beispiel an Phnom Penh.</p>
<p>Wir gehen durch eine Einkaufsstra&#223;e.<br />
„Wick-wack, wick-wack.“<br />
Eine Hupe, die wie eine Gummi-Badeente klingt, k&#252;ndigt eine M&#252;llsammlerin an, mit ihrem Handwagen durch die Stra&#223;e zieht. Manche dieser Sammlerinnen sind auf Glas- und Plasikflaschen spezialisiert, manche nehmen jede Art von M&#252;ll, einige suchen Reis- und Baustoffs&#228;cke oder Dosen.<br />
Glasflaschen werden an Moped-Tankstellen verkauft, die am Stra&#223;enrand Benzin verkaufen, Plastikflaschen k&#246;nnen als Wasserbeh&#228;lter dienen oder verfeuert werden, Baustoffs&#228;cke k&#246;nnen mit Beton gef&#252;llt als formbare Mauersteine Verwendung finden und Nahrungsmittels&#228;cke mit sch&#246;nen Motiven k&#246;nnen in Taschen f&#252;r Touristen verwandelt werden. Aus Blechdosen kann man Spielzeug machen, das ebenfalls von Touristen gekauft wird.<br />
Phnom Penh hat keine geregelte M&#252;llabfuhr. Die Stra&#223;en sind weitgehend abfallfrei.</p>
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		<title>Recycling I</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Oct 2010 16:03:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Verzeihen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Leute mir von ihrem &#8220;kaputten&#8221; Leben erz&#228;hlen, von &#8220;M&#252;ll&#8221;, der sich in ihrer Ehe angesammelt hat oder davon, dass alles, was sie machen, irgendwie &#8220;Schrott&#8221; ist, dann rede ich mit ihnen &#252;ber Recycling.  Ich erz&#228;hle ihnen von Abfallsortierung, von Wertstoffh&#246;fen, von der Biotonne und vom Kompost im Garten. In den n&#228;chsten Tagen m&#246;chte ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Leute mir von ihrem &#8220;kaputten&#8221; Leben erz&#228;hlen, von &#8220;M&#252;ll&#8221;, der sich in ihrer Ehe angesammelt hat oder davon, dass alles, was sie machen, irgendwie &#8220;Schrott&#8221; ist, dann rede ich mit ihnen &#252;ber Recycling.  Ich erz&#228;hle ihnen von Abfallsortierung, von Wertstoffh&#246;fen, von der Biotonne und vom Kompost im Garten. In den n&#228;chsten Tagen m&#246;chte ich dazu ein paar Gedanken ver&#246;ffentlichen. Auch die folgende Erinnerung handelt von Recycling.</p>
<p>Kampot in Kambodscha. Wir sitzen vor einer Bambush&#252;tte.<br />
„Au!“<br />
„Moskito oder Ameise?“<br />
„Ameise.“<br />
Die Insekten sind das einzig Unangenehme an diesem Ort. Wir betrachten die Muscheln und Schnecken, die wir am Strand gesammelt haben.<br />
„Wenn wir die mitnehmen, stinken sie uns die Koffer voll, auf der ganzen Reise bis nach Hause.“<br />
Um eine geruchsfreie Nacht zu verleben, lassen wir die &#220;berreste der Schalentiere  vor der T&#252;r.<br />
Als wir am anderen Morgen vor die T&#252;r treten, sind die Schalen &#252;bers&#228;t von Ameisen.<br />
Als wir am &#252;bern&#228;chsten Morgen vor die T&#252;r treten, sind keine Ameisen mehr da.<br />
Als wir am Morgen darauf aufbrechen, nehmen wir die Schalen mit. Kein Hauch eines Geruchs geht von ihnen aus.</p>
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