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	<title>HYPS &#187; Gewohnheiten</title>
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	<description>Hypno-Systemischer Blog von Stefan Hammel</description>
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		<title>Schlafende Hunde</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 13:45:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Geschichte „Schlafende Hunde“ habe ich zun&#228;chst f&#252;r die Aufl&#246;sung von Phantomschmerzen, postoperativen Schmerzen und Hypersensitivit&#228;t entwickelt. Sie kann au&#223;erdem zur Aufhebung von Schmerzen in Reaktion auf traumatische Ereignisse hilfreich sein. Bei traumatisierten Patienten kann sie auch als Suggestion daf&#252;r dienen, unpassende (getriggerte) Reaktionen auf allt&#228;gliche Situationen zu identifizieren, zu w&#252;rdigen und loszulassen. Ein Einbrecher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geschichte „Schlafende Hunde“ habe ich zun&#228;chst f&#252;r die Aufl&#246;sung von Phantomschmerzen, postoperativen Schmerzen und Hypersensitivit&#228;t entwickelt. Sie kann au&#223;erdem zur Aufhebung von Schmerzen in Reaktion auf traumatische Ereignisse hilfreich sein. Bei traumatisierten Patienten kann sie auch als Suggestion daf&#252;r dienen, unpassende (getriggerte) Reaktionen auf allt&#228;gliche Situationen zu identifizieren, zu w&#252;rdigen und loszulassen.</p>
<p>Ein Einbrecher wollte in eine Villa eindringen. Doch neben dem Haus lag ein gro&#223;er, gef&#228;hrlicher Wachhund. Um diese Gefahr zu umgehen, warf der Einbrecher ein Fleischst&#252;ck in den Garten, das er mit einem Bet&#228;ubungsmittel getr&#228;nkt hatte. Als der Hund in einen tiefen Schlaf gefallen war, drang er in die Villa ein und nahm alles mit, was er brauchte. Als der Einbrecher fort war, erwachte der Hund. Er roch an der Spur des Entkommenen und bellte und bellte und bellte… Dabei war der Einbrecher l&#228;ngst fort. Der Hausherr h&#246;rte den Hund bellen und kam zu ihm. Er lobte seine Treue und Zuverl&#228;ssigkeit, redete freundlich mit ihm, beg&#252;tigte ihn, bis der Hund allm&#228;hlich selbst ruhiger wurde, bis der Hund immer weniger bellte, bis der Hund immer leiser bellte, bis der Hund schlie&#223;lich aufh&#246;rte, zu bellen, bis er schlie&#223;lich ganz still wurde und schwieg, bis der Hund schlie&#223;lich einschlief. Er wusste, er war ein guter Wachhund. Jetzt konnte er ruhen.</p>
<p>(<a href="http://www.amazon.de/Handbuch-therapeutischen-Erz%C3%A4hlens-Psychotherapie-Familientherapie/dp/3608890815">Stefan Hammel, Handbuch des therapeutischen Erz&#228;hlens. Geschichten und Metaphern in Psychotherapie, Kinder- und Familientherapie, Heilkunde, Coaching und Supervision, S. 77f.</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der Eimer ist leer</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 14:03:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Eimer ist leer! Der Eimer muss neu bef&#252;llt werden! Das ist seltsam. Ich k&#246;nnte schw&#246;ren, wir h&#228;tten gestern noch Wasser nachgef&#252;llt.  Es muss an der nat&#252;rlichen Verdunstung liegen, dass &#252;ber Nacht so viel von dem kostbaren Nass verloren gegangen ist. Woran sonst k&#246;nnte es liegen? &#8220;Die Banken sind leer! Sie m&#252;ssen dringend rekapitalisiert werden!&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Eimer ist leer! Der Eimer muss neu bef&#252;llt werden! Das ist seltsam. Ich k&#246;nnte schw&#246;ren, wir h&#228;tten gestern noch Wasser nachgef&#252;llt.  Es muss an der nat&#252;rlichen Verdunstung liegen, dass &#252;ber Nacht so viel von dem kostbaren Nass verloren gegangen ist. Woran sonst k&#246;nnte es liegen?</p>
<p>&#8220;Die Banken sind leer! Sie m&#252;ssen dringend rekapitalisiert werden!&#8221; So hat jetzt der scheidende EZB-Pr&#228;sident Trichet in einem dramatischen Appell ausgerufen. Das mag sein, dass die Eimer und T&#246;pfe dort Niedrigwasser f&#252;hren. Es mag auch sein, dass sie bef&#252;llt werden m&#252;ssen. Aber haben die Regierungen Amerikas und Europas nicht gerade vor 3 Jahren mit riesigen B&#252;rgschaften und Krediten die Banken bef&#252;llt? Von 500 Milliarden Euro war damals die Rede, mit denen die Bundesregierung die Banken damals gest&#252;tzt hat. Eine halbe Billion. W&#228;re es am Ende m&#246;glich, dass wir einen Eimer bef&#252;llen, der l&#246;chrig ist? W&#228;re es m&#246;glich, dass aus Bankeigentum unter der Hand im Laufe weniger Jahre Privateigentum wird? Wenn die Banken so schnell arm geworden sind, m&#252;sste es doch jemanden geben, der an den armen Banken reich wird? Kann es sein, dass ein Staat Banken unterst&#252;tzt, ohne Prozesse zu unterbinden, die dazu f&#252;hren, dass deren Kapital unter der Hand privatisiert wird oder auf andere Art gebunden wird und f&#252;r die Bank keine Sicherheit mehr darstellt?</p>
<p>Das ist ein bisschen so, als ob ich einem &#252;berschuldeten Menschen in therapeutischer Absicht seine Rechnungen bezahlte, und &#252;bersehe, dass er das Verhalten, das zu seinem finanziellen Ruin gef&#252;hrt hat, weiter f&#252;hrt. Und, nachdem ich bemerkt habe, dass er wieder in Geldn&#246;ten ist, seine n&#228;chsten Rechnungen ebenso bezahle. Wie lange kann ich einen solchen Menschen st&#252;tzen und mich weiterhin professionell nennen? Und nat&#252;rlich auch: Wie lange kann ich mir das selbst leisten? Es ist auch ein bisschen so, als ob man eine Alkoholtherapie mit einem Klienten macht, w&#228;hrend dieser zwischen den Therapiepausen weitertrinkt. Oder eine Paartherapie mit einem Paar, w&#228;hrend ein Partner fortgesetzt fremdgeht. Oder eine Therapie mit einem Gewaltt&#228;ter, der stetig weiter Gewalt ver&#252;bt. Und der Therapeut therapiert weiter in dem Gedanken: Ich muss dem Menschen doch helfen. Ich kann doch nicht tatenlos zusehen&#8230;</p>
<p>Wenn man als Therapeut Energie in ein System investiert, dem stetig Energie entzogen wird, ohne die Quelle des Energieverlusts zu stopfen, dann  ist das unprofessionell. Ich m&#246;chte so nicht arbeiten.</p>
<p>Ich frage mich: Wie lange kann man ein System stabilisieren, das sich selbst unabl&#228;ssig destabilisiert &#8211; ohne das System so zu ver&#228;ndern, dass die Unterst&#252;tzung nicht alle paar Jahre wiederholt werden muss? Und wer profitiert im Zeitraum bis zum n&#228;chsten Zusammenbruch von der Unterst&#252;tzung?</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Aus dem Maul des Krokodils</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Jan 2011 08:41:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diese Geschichte verwende ich bei einigen Gruppenkonflikten, bei widerspr&#252;chlicher Kommunikation (Doppelbotschaften), im Zusammenhang mit Borderlinest&#246;rungen und komplizierten Ambivalenzen in Beziehungen und bei einer widerspr&#252;chlichen und teilweise destruktiven Autokommunikation der Klienten. Man kann solche Geschichten sehr unterschiedlich verwenden, je nachdem, ob man alle Protagonisten als Teile eines &#8220;inneren Teams&#8221; im Klienten sieht (also als verschiedene Pers&#246;nlichkeitsanteile), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Geschichte verwende ich bei einigen Gruppenkonflikten, bei widerspr&#252;chlicher Kommunikation (Doppelbotschaften), im Zusammenhang mit Borderlinest&#246;rungen und komplizierten Ambivalenzen in Beziehungen und bei einer widerspr&#252;chlichen und teilweise destruktiven Autokommunikation der Klienten. Man kann solche Geschichten sehr unterschiedlich verwenden, je nachdem, ob man alle Protagonisten als Teile eines &#8220;inneren Teams&#8221; im Klienten sieht (also als verschiedene Pers&#246;nlichkeitsanteile), ob man sie alle als &#228;u&#223;ere Figuren sieht (Konflikt zwischen Familien- oder Teammitgliedern, Konflikt zwischen verschiedenen Teams oder Teilen einer Gesellschaft) oder ob man sie teils als innere und Teils als &#228;u&#223;ere Figuren sieht (Doppelbindungs-Kommunikation).</p>
<p>„Guten Morgen, liebes Zebra!“ Der kleine Vogel sa&#223; in Alis aufgesperrtem Rachen und pickte die Essensreste aus den Krokodilsz&#228;hnen. Freundlich begr&#252;&#223;te er den alten Freund. Doch das Zebra starrte ihn aus gro&#223;en Augen an, tat einen Satz zur&#252;ck und nahm Rei&#223;aus. „Aber Zebra, du brauchst doch keine Angst vor mir zu haben. Wir haben uns doch immer…“ Der Vogel schaute nach dem Krokodil. „Was hat er nur? Verstehst du das?“ Ali sch&#252;ttelte den Kopf. „Zebras sind komisch. Keine Ahnung.“</p>
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		<title>Noch einmal Schnarchen</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Jan 2011 22:33:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute hatte ich eine Frau in der Beratung, die es nervt, dass ihr Mann schnarcht. Es f&#228;llt ihr schwer, dabei zu schlafen, w&#228;hrend er nicht von ihr geweckt werden m&#246;chte. So schlafen sie meistens in getrennten Betten, was sie aber auch bedauern. Beim letzten Mal hatte ich ihr einige Methoden gezeigt, wie man daf&#252;r sorgen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute hatte ich eine Frau in der Beratung, die es nervt, dass ihr Mann schnarcht. Es f&#228;llt ihr schwer, dabei zu schlafen, w&#228;hrend er nicht von ihr geweckt werden m&#246;chte. So schlafen sie meistens in getrennten Betten, was sie aber auch bedauern. Beim letzten Mal hatte ich ihr einige Methoden gezeigt, wie man daf&#252;r sorgen kann, dass einen das Schnarchen nicht mehr st&#246;rt oder dass der Partner nicht mehr schnarcht (www.stefanhammel.de/blog/2008/01/08/383/). Jetzt kam sie wieder und sagte: &#8220;Das hat alles nicht so funktioniert. Au&#223;erdem &#252;berzeugt es mich nicht, mir das Schnarchen meines Mannes sch&#246;n zu reden. Es nervt eben doch.&#8221; Schlie&#223;lich sagte ich, der Anteil ihrer Pers&#246;nlichkeit, der sich &#252;ber das Schnarchen &#228;rgere, wolle ja etwas Gutes f&#252;r sie &#8211; was auch immer das sei. Aber gewiss habe er seine Werte und seine positive Intention, die er dabei verfolge. So schlug ihr vor, sich dann eben auf das Schnarchen zu konzentrieren, und sich dann richtig darauf zu konzentrieren und sich ordentlich dar&#252;ber zu &#228;rgern, viel mehr als vorher. Sie k&#246;nnte sich so lange darauf konzentrieren und dar&#252;ber &#228;rgern, bis sie davon m&#252;de werde und davon einschlafe oder bis sie die Lust verliere und etwas anderes vorzeiehe. &#220;berraschenderweise fand sie das richtig gut. Sie wollte dann noch einmal hypnotisiert werden, und ich sagte etwa das Folgende zu ihr: &#8220;Es kann sein, dass es Sie weiter st&#246;rt, dass Ihr Mann schnarcht. Aber das braucht Sie nicht zu st&#246;ren. Es braucht Sie nicht zu st&#246;ren, wenn es Sie st&#246;rt. Ein Teil von Ihnen kann sich dar&#252;ber &#228;rgern und daran st&#246;ren, w&#228;hrend die anderen Teile von Ihnen sich nicht daran zu st&#246;ren brauchen, dass es diesen Teil st&#246;rt. Dieser Teil hat seine guten Gr&#252;nde daf&#252;r, und die anderen Teile k&#246;nnen sich mit etwas anderem befassen und schon einmal schlafen gehen. Dieser Teil kann wach bleiben, um sich daran zu st&#246;ren, oder er kann sich entscheiden, dass es die Hauptsache ist, sich daran zu st&#246;ren, und er das auch im Schlaf tun kann. Vielleicht entdeckt er auch, dass er auf einer Skala des &#196;rgerns nur einen bestimmten Grad des Genervtseins braucht oder dass es verschiedene Arten gibt, sich an etwas zu st&#246;ren, und er eine bestimmte Art vorzieht. Vielleicht entdeckt er, dass er seine gute Intention auf eine andere Art als vorher verwirklichen kann, und egal, auf welche Art er sich an dem Schnarchen st&#246;ren m&#246;chte und wieviel er davon braucht, braucht es die anderen Teile der Pers&#246;nlichkeit nicht zu st&#246;ren. Sie k&#246;nnen sich mit etwas anderem befassen und gerne auch schlafen.&#8221;</p>
<p>Das Gesicht der Klientin ver&#228;nderte sich vollkommen. Sie sah sehr gl&#252;cklich aus. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.</p>
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		<title>Vorankommen</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2010/06/22/1529/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 12:28:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diese Geschichte habe ich vor vielen Jahren entwickelt, als ich frustriert war, dass ein Projekt sich nicht voran, sondern, wie es schien, sogar r&#252;ckw&#228;rts entwickelte. Das lag wohl daran, dass ich vor lauter anderen Besch&#228;ftigungen nicht die Zeit und Energie fand, daran konsequent zu arbeiten. Aber je mehr das Projekt vor sich hin stagnierte, desto [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Geschichte habe ich vor vielen Jahren entwickelt, als ich frustriert war, dass ein Projekt sich nicht voran, sondern, wie es schien, sogar r&#252;ckw&#228;rts entwickelte. Das lag wohl daran, dass ich vor lauter anderen Besch&#228;ftigungen nicht die Zeit und Energie fand, daran konsequent zu arbeiten. Aber je mehr das Projekt vor sich hin stagnierte, desto geringer wurde auch die Motivation, einen neuen Anfang zu machen. Schlie&#223;lich nahm ich mir vor, nur noch wenig an dem Projekt zu arbeiten, und dabei nur eine einzige kleine Regel streng zu beachten&#8230;</p>
<p>Ein Lachs war auf der Reise. Immer stromaufw&#228;rts ging sein Weg. Stromschnelle um Stromschnelle hatte er schon &#252;berwunden, Stein um Stein &#252;bersprungen. Sogar einige Wasserf&#228;lle hatte er mit Kraft und Geschick bew&#228;ltigt. „Jetzt ist es nicht mehr lang“, sagte der Lachs schlie&#223;lich zu sich selbst. „Ich erinnere mich an diese Stelle noch genau. Auf meinem Hinweg bin ich hier am ersten Abend gleich vorbei gekommen. Ich bin nun gro&#223; und stark geworden. In wenigen Stunden sollte ich am Ziel meiner Reise sein.“ Der Lachs vergr&#246;&#223;erte noch einmal seine Anstrengungen. Schnell, noch schneller wollte er vorankommen. Doch die Str&#246;mung wurde immer st&#228;rker. War ihm der Weg flussabw&#228;rts kinderleicht gefallen, so schien der R&#252;ckweg nun die reinste Qual zu sein. Manchmal war er zu m&#252;de, um zu schwimmen, oft fehlte ihm die Konzentration f&#252;r einen gezielten Sprung, mehrmals galt es die Angeln und Reusen der Lachsfischer zu umschwimmen und einmal gar musste er der Tatze eines hungrigen B&#228;ren ausweichen. Immer wieder hielt er jetzt inne, um Kraft zu sch&#246;pfen. Der Fluss aber str&#246;mte unentwegt zum Meer. Am Abend schlie&#223;lich stellte der Lachs fest, dass er nicht vorangekommen, sondern sogar noch zur&#252;ckgetrieben worden war. Traurig und entt&#228;uscht suchte er sich eine gesch&#252;tzte Stelle zwischen zwei Felsbl&#246;cken am Ufer. Er dachte nach. „Es muss m&#246;glich sein, das Ziel zu erreichen. Andere haben es schlie&#223;lich vor mir geschafft. Aber wie?“ Da hatte der kluge Fisch eine Idee. „Ich will nicht mehr versuchen, m&#246;glichst schnell dort anzukommen, sondern nur noch, &#252;berhaupt voran zu kommen. Alles, was ich also jetzt von mir verlange, ist dies: Ich will jetzt jeden Abend etwas n&#228;her am Ziel sein als morgens, das aber Tag f&#252;r Tag. Irgendwann bin ich am Ziel! Wenn ich nur bis zum Abend jedes Mal ein St&#252;ck vorankomme, so soll die allerkleinste Strecke mir gen&#252;gen – und sei es nur einen halben Zoll.“ Von da an fasste der Lachs neuen Mut. An manchen Tagen kam er kaum voran, doch meistens kam er sehr viel weiter, als er erwartete, und wenn es manchmal nicht so war, erinnerte er sich an seinen Vorsatz und war zufrieden. Nach ein paar Wochen hatte er sein Ziel erreicht, einen See nahe der Quelle, wo jener Fluss entsprang. Der Lachs schaute sich um. Noch hatten nur wenige andere Lachse diesen Ort erreicht. Die meisten versuchten noch, in ganz besonders kurzer Zeit am Ziel zu sein.</p>
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		<title>Schleuderkurs</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 06:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meine Schweizer Kollegin Catherine Iseli hat in einem Forum erz&#228;hlt von einer Schweizer Radiosendung mit dem Titel &#8220;Schleudern ohne ins Schleudern zu geraten&#8221; &#252;ber &#8220;Autofahren unter erschwerten Bedingungen&#8221; (Radio DRS1, 12.4.2010, 9-11 Uhr). Catherine berichtete: Eine Abteilung der Z&#252;rcher Polizei musste einen Auffrischungskurs besuchen, und der Polizeiinstruktor gab dann im Interview Auskunft dar&#252;ber, welches die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Schweizer Kollegin Catherine Iseli hat in einem Forum erz&#228;hlt von einer Schweizer Radiosendung mit dem Titel <a title="Zur Radiosendung" href="http://www.drs.ch/www/de/drs1/sendungen/treffpunkt/2785.sh10130488.html" target="_blank">&#8220;Schleudern ohne ins Schleudern zu geraten&#8221;</a> &#252;ber &#8220;Autofahren unter erschwerten Bedingungen&#8221; (Radio DRS1, 12.4.2010, 9-11 Uhr).</p>
<p>Catherine berichtete:</p>
<blockquote><p>Eine Abteilung der Z&#252;rcher Polizei musste einen Auffrischungskurs besuchen, und der Polizeiinstruktor gab dann im Interview Auskunft dar&#252;ber, welches die entscheidenden Dinge seien, die man trainieren m&#252;sse, um in einer  Extremsituation mit seinem Wagen nicht ins Schleudern zu geraten. Der  Instruktor sagte sinngem&#228;ss:</p>
<p>&#8220;Das Wichtigste, was man trainieren muss, ist <strong>der Blick</strong>. Menschen tendieren in einer Gefahrensituation dazu, in Panik zu geraten, die &#220;bersicht zu verlieren. Der Blick geht dann dorthin, wo das Hindernis  ist und die Gefahr droht. Die H&#228;nde lenken das Fahrzeug in die Richtung, in die der Blick geht. Das erkl&#228;rt auch, weshalb viele  Schleuderfahrten an einem Baum, einem Laternenpfahl, Pfosten etc. enden,  auch wenn sonst weit und breit kein Hindernis ist.<br />
Es gilt also, zu trainieren, den Blick und die Aufmerksamkeit in die  Richtung zu richten, wo keine Gefahr droht, wo freie Fahrt m&#246;glich ist, also in die gew&#252;nschte Richtung. Wenn der Blick dorthin geht, dann folgen die H&#228;nde automatisch und tun das Richtige, um den Wagen aus der Gefahrenzone zu bringen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sie sagt:</p>
<p>Psychotherapie ist wie Autofahren unter erschwerten Bedingungen;  unsere Klienten brauchen einen Antischleuderkurs, und sie m&#252;ssen  lernen, &#8220;<strong>den Blick</strong>&#8221; zu trainieren&#8230;</p>
<p>Danke, Catherine!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Gedanken vorlesen</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2010/02/09/1459/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 22:05:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Klientin hat mir heute eine Mail geschickt mit dem Titel  &#8220;Spruch von meinem Sohn&#8221;: &#8220;Ich sag immer, was ich denke, damit ich besser h&#246;re, was ich wei&#223;.&#8221;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Klientin hat mir heute eine Mail geschickt mit dem Titel  &#8220;Spruch von meinem Sohn&#8221;:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich sag immer, was ich denke, damit ich besser h&#246;re, was ich wei&#223;.&#8221;</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<title>Ich gehe eine Stra&#223;e entlang</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 21:48:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aggression]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute ist er mir wieder begegnet. Diesen Text liebe ich sehr. Ich gehe eine Stra&#223;e entlang. Da ist ein tiefes Loch. Ich falle hinein. Ich bin verloren. Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert endlos, wieder hinauszukommen. Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang. Da ist ein tiefes Loch. Ich falle wieder hinein. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist er mir wieder begegnet. Diesen Text liebe ich sehr.</p>
<p>Ich gehe eine Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle hinein.<br />
Ich bin verloren.<br />
Ich bin ohne Hoffnung.<br />
Es ist nicht meine Schuld.<br />
Es dauert endlos, wieder hinauszukommen.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle wieder hinein.<br />
Ich kann nicht glauben,<br />
schon wieder am gleichen Ort zu sein.<br />
Aber es ist nicht meine Schuld.<br />
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle schon wieder hinein&#8230;<br />
aus Gewohnheit.<br />
Meine Augen sind offen.<br />
Ich wei&#223;, wo ich bin.<br />
Es ist meine Schuld.<br />
Ich komme auch sofort wieder heraus.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich gehe darum herum.</p>
<p>Ich gehe eine andere Stra&#223;e.</p>
<p>(Sogyal Rinpoche)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>St&#246;rungsfrei</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2010/01/29/1439/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 11:59:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[Auswege]]></category>
		<category><![CDATA[Für Helfer]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Methoden]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Freund hat mich eben angerufen. Er erz&#228;hlte, dass seine Frau gerade mit ihrem Sohn skypte. &#8220;Setz dich nicht wieder auf mein Strickzeug&#8221;, sagte sie. Er setzte sich auf den Sofaplatz nebendran. Unter ihm zerbrach ihre Brille. &#8220;Du bist schei&#223;e&#8230;&#8221; sagte sie. Um die Wogen zu gl&#228;tten zog er sich einen Gummihandschuh &#252;ber den Kopf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Freund hat mich eben angerufen. Er erz&#228;hlte, dass seine Frau gerade mit ihrem Sohn skypte. &#8220;Setz dich nicht wieder auf mein Strickzeug&#8221;, sagte sie. Er setzte sich auf den Sofaplatz nebendran. Unter ihm zerbrach ihre Brille. &#8220;Du bist schei&#223;e&#8230;&#8221; sagte sie. Um die Wogen zu gl&#228;tten zog er sich einen Gummihandschuh &#252;ber den Kopf und wartete ab, wie er beim Hochrutschen seine Augenbrauen und Stirn in komische Formen zog. Das half. Der Sohn verwendete ein Programm, das die Bild&#252;bertragung in Fratzen verzerrte, so dass sie sich bald mit einer Gesichtspyramide, bald mit einem Tunnel unterhielt. Bald waren sie nur noch am Lachen.</p>
<p>&#8220;Ich kenne das Vorgehen&#8221;, sagte ich, &#8220;aber ich glaube, ich habe es noch nie angewendet. &#8220;Ich kenne es von einer Frau, die gerade am B&#252;geln war, w&#228;hrend ihre Kinder anfingen, sich zu streiten. Sie hat sich dann eine Unterhose ihres Mannes &#252;ber den Kopf gezogen und weitergeb&#252;gelt. &#8220;Ihre Tochter wurde ganz still. &#8220;Du hast eine Unterhose auf dem Kopf.&#8221; &#8220;Ich wei&#223;&#8221;, sagte sie und zog sich noch eine dar&#252;ber. Bald hatten sie die unterschiedlichsten Kleidungsst&#252;cke auf dem Kopf, und keiner wusste mehr, wor&#252;ber sie sich hatten streiten wollen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Man m&#252;sste eine neue Therapieform daraus machen&#8221;, sinnierte der Freund.  Und er erz&#228;hlte mir von einem Bekannten, der Anwalt sei und f&#252;r verschiedene gr&#246;&#223;ere Firmen arbeite. Fr&#252;her habe er noch Familienrecht gemacht, und in dieser Zeit habe ihm seine Frau einmal einen Nikolaus geschenkt, den er mit einem Saugnapf an der Windschutzscheibe seines Autos befestigen solle. Aus stilistischen Gr&#252;nden konnte er sich aber dann doch nicht entschlie&#223;en, das Ding in die Windschutzscheibe seines Jaguars zu h&#228;ngen, und so lag es auf seinem Schreibtisch herum. Es kam zu ihm ein Ehepaar, das sich scheiden lassen wollte. Noch bevor sie richtig miteinander ins Gespr&#228;ch kamen, begannen die beiden Partner sich gegenseitig zu beschimpfen und waren damit so besch&#228;ftigt, dass sie ihn kaum &#252;berhaupt noch zu bemerken schienen. Der Anwalt spuckte in den Saugnapf, klebte sich den Nikolaus an die Stirn und begann damit zu wackeln. Seine Mandanten wurden augenblicklich still und starrten ihn fassungslos an. Das weitere Gespr&#228;ch verlief v&#246;llig st&#246;rungsfrei.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Schreien und Br&#252;llen</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2010/01/12/1333/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 14:42:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[ADS / ADHS]]></category>
		<category><![CDATA[Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[Ambivalenz]]></category>
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		<category><![CDATA[Auswege]]></category>
		<category><![CDATA[Für Helfer]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Methoden]]></category>
		<category><![CDATA[Paradoxie]]></category>
		<category><![CDATA[Positives Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Ritual]]></category>

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		<description><![CDATA[Eben habe ich mich mit einer Familienhelferin unterhalten. Sie erz&#228;hlte mir: &#8220;Ich hatte mit einem dreij&#228;hrigen Jungen zu tun, der anhaltend laut schrie und br&#252;llte und gar nicht mehr aufh&#246;ren wollte. Ich habe zu ihm gesagt: &#8216;Du darfst schreien. Der Schreiplatz ist da dr&#252;ben in deinem Kinderbett. Geh dahin und schreie so lang und viel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eben habe ich mich mit einer Familienhelferin unterhalten. Sie erz&#228;hlte mir: &#8220;Ich hatte mit einem dreij&#228;hrigen Jungen zu tun, der anhaltend laut schrie und br&#252;llte und gar nicht mehr aufh&#246;ren wollte. Ich habe zu ihm gesagt: &#8216;Du darfst schreien. Der Schreiplatz ist da dr&#252;ben in deinem Kinderbett. Geh dahin und schreie so lang und viel und laut, wie du m&#246;chtest. Wenn du fertig bist, dann komm wieder.&#8217; Der Junge hat mich angeschaut, ist ins andere Zimmer gegangen, stand eine Weile still auf seinem Bett und kam wieder. &#8216;Hast du dich ausgeschrien?&#8217;, habe ich ihn gefragt. &#8216;Ja&#8217;, hat er gesagt.&#8221;</p>
<p>Die Frau hat das Schreien erlaubt und nur den Ort des Schreiens ver&#228;ndert. Was h&#228;tte der Junge getan, wenn sie ihm das Schreien verboten h&#228;tte?</p>
]]></content:encoded>
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