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	<title>HYPS &#187; Gewissen</title>
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	<description>Hypno-Systemischer Blog von Stefan Hammel</description>
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		<title>H&#228;morrhoiden</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 22:38:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch das hier k&#246;nnte zur Tranceinduktion durch Verwirrung geeignet sein, zur Amnesie, vielleicht auch zur hypnotischen An&#228;sthesie &#8211; ich schlage vor, sie etwa bei einer Hypnotherapie gegen Migr&#228;ne einzusetzen, wenn man den Kopfschmerz &#252;berwinden m&#246;chte, indem man den Klienten eine kleinere, aber immer noch ausreichend l&#228;stige Symptomatik aufschw&#228;tzt und damit diejenigen Pers&#246;nlichkeitsanteile anspricht, die meinen,  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch das hier k&#246;nnte zur Tranceinduktion durch Verwirrung geeignet sein, zur Amnesie, vielleicht auch zur hypnotischen An&#228;sthesie &#8211; ich schlage vor, sie etwa bei einer Hypnotherapie gegen Migr&#228;ne einzusetzen, wenn man den Kopfschmerz &#252;berwinden m&#246;chte, indem man <a title="Zur Geschichte &quot;Der Floh im Ohr&quot;" href="http://www.stefanhammel.de/blog/2008/12/29/790/" target="_blank">den Klienten eine kleinere, aber immer noch ausreichend l&#228;stige Symptomatik aufschw&#228;tzt </a>und damit diejenigen Pers&#246;nlichkeitsanteile anspricht, die meinen,  die Schmerzen seien notwendig und un&#252;berwindlich. Die Geschichte wurde mir von einem Meisenheimer Arzt erz&#228;hlt und soll einem seiner Kollegen in der Nordpfalz passiert sein.</p>
<p>Ein Pf&#228;lzer Landarzt besuchte den Dorfladen im Einzugsbereich seiner Praxis. W&#228;hrend der Ladenbesitzer ihn bediente, fiel dem Arzt auf, dass er sich unabl&#228;ssig am Hintern kratzte. „Haben Sie H&#228;morrhoiden?“, fragte er. Der Gefragte schaute ihn &#252;berrascht an. „Moment mal“, sagte er und ging ins Hinterzimmer. „Martha, da will einer wissen, ob wir H&#228;morrhoiden haben. Ich wei&#223; nicht, was das ist. Was soll ich dem Mann sagen?“ Martha antwortete: „Sag ihm, wir haben diese Woche keine da, und wir bekommen sie wahrscheinlich n&#228;chste Woche wieder rein.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der Eimer ist leer</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 14:03:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Eimer ist leer! Der Eimer muss neu bef&#252;llt werden! Das ist seltsam. Ich k&#246;nnte schw&#246;ren, wir h&#228;tten gestern noch Wasser nachgef&#252;llt.  Es muss an der nat&#252;rlichen Verdunstung liegen, dass &#252;ber Nacht so viel von dem kostbaren Nass verloren gegangen ist. Woran sonst k&#246;nnte es liegen? &#8220;Die Banken sind leer! Sie m&#252;ssen dringend rekapitalisiert werden!&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Eimer ist leer! Der Eimer muss neu bef&#252;llt werden! Das ist seltsam. Ich k&#246;nnte schw&#246;ren, wir h&#228;tten gestern noch Wasser nachgef&#252;llt.  Es muss an der nat&#252;rlichen Verdunstung liegen, dass &#252;ber Nacht so viel von dem kostbaren Nass verloren gegangen ist. Woran sonst k&#246;nnte es liegen?</p>
<p>&#8220;Die Banken sind leer! Sie m&#252;ssen dringend rekapitalisiert werden!&#8221; So hat jetzt der scheidende EZB-Pr&#228;sident Trichet in einem dramatischen Appell ausgerufen. Das mag sein, dass die Eimer und T&#246;pfe dort Niedrigwasser f&#252;hren. Es mag auch sein, dass sie bef&#252;llt werden m&#252;ssen. Aber haben die Regierungen Amerikas und Europas nicht gerade vor 3 Jahren mit riesigen B&#252;rgschaften und Krediten die Banken bef&#252;llt? Von 500 Milliarden Euro war damals die Rede, mit denen die Bundesregierung die Banken damals gest&#252;tzt hat. Eine halbe Billion. W&#228;re es am Ende m&#246;glich, dass wir einen Eimer bef&#252;llen, der l&#246;chrig ist? W&#228;re es m&#246;glich, dass aus Bankeigentum unter der Hand im Laufe weniger Jahre Privateigentum wird? Wenn die Banken so schnell arm geworden sind, m&#252;sste es doch jemanden geben, der an den armen Banken reich wird? Kann es sein, dass ein Staat Banken unterst&#252;tzt, ohne Prozesse zu unterbinden, die dazu f&#252;hren, dass deren Kapital unter der Hand privatisiert wird oder auf andere Art gebunden wird und f&#252;r die Bank keine Sicherheit mehr darstellt?</p>
<p>Das ist ein bisschen so, als ob ich einem &#252;berschuldeten Menschen in therapeutischer Absicht seine Rechnungen bezahlte, und &#252;bersehe, dass er das Verhalten, das zu seinem finanziellen Ruin gef&#252;hrt hat, weiter f&#252;hrt. Und, nachdem ich bemerkt habe, dass er wieder in Geldn&#246;ten ist, seine n&#228;chsten Rechnungen ebenso bezahle. Wie lange kann ich einen solchen Menschen st&#252;tzen und mich weiterhin professionell nennen? Und nat&#252;rlich auch: Wie lange kann ich mir das selbst leisten? Es ist auch ein bisschen so, als ob man eine Alkoholtherapie mit einem Klienten macht, w&#228;hrend dieser zwischen den Therapiepausen weitertrinkt. Oder eine Paartherapie mit einem Paar, w&#228;hrend ein Partner fortgesetzt fremdgeht. Oder eine Therapie mit einem Gewaltt&#228;ter, der stetig weiter Gewalt ver&#252;bt. Und der Therapeut therapiert weiter in dem Gedanken: Ich muss dem Menschen doch helfen. Ich kann doch nicht tatenlos zusehen&#8230;</p>
<p>Wenn man als Therapeut Energie in ein System investiert, dem stetig Energie entzogen wird, ohne die Quelle des Energieverlusts zu stopfen, dann  ist das unprofessionell. Ich m&#246;chte so nicht arbeiten.</p>
<p>Ich frage mich: Wie lange kann man ein System stabilisieren, das sich selbst unabl&#228;ssig destabilisiert &#8211; ohne das System so zu ver&#228;ndern, dass die Unterst&#252;tzung nicht alle paar Jahre wiederholt werden muss? Und wer profitiert im Zeitraum bis zum n&#228;chsten Zusammenbruch von der Unterst&#252;tzung?</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Kleine Dinge zwischen Himmel und Erde</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jun 2011 14:26:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einige Gedanken zum Himmelfahrtstag&#8230; Der Himmel ist wohl doch keine von uns getrennte Welt: &#8220;Das Himmelreich ist mitten unter euch&#8221; hat der Rabbi aus Nazareth gesagt, an dessen Entschwinden in den &#8220;Himmel&#8221; der heutige Tag erinnert. Man kann den griechischen Originaltext auch &#252;bersetzen: &#8220;Das Himmelreich ist inwendig in euch&#8221;, weil &#8220;in&#8221; und &#8220;zwischen&#8221; im Griechischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Gedanken zum Himmelfahrtstag&#8230;</p>
<p>Der Himmel ist wohl doch keine von uns getrennte Welt: &#8220;Das Himmelreich  ist mitten unter euch&#8221; hat der Rabbi aus Nazareth gesagt, an dessen  Entschwinden in den &#8220;Himmel&#8221; der heutige Tag erinnert. Man kann den  griechischen Originaltext auch &#252;bersetzen: &#8220;Das Himmelreich ist inwendig  in euch&#8221;, weil &#8220;in&#8221; und &#8220;zwischen&#8221; im Griechischen dasselbe Wort ist. Also: &#8220;Der Himmel ist mitten in und mitten unter euch&#8230;&#8221; Wenn er denn da sein darf. Wenn wir ihn da sein lassen. Aber manchmal kommt er auch &#252;berraschend.</p>
<p>Man lebt ja oft so ohne Himmel vor sich hin. Wahrscheinlich die meiste Zeit lebe und denke ich so, als habe alles seine Ursachen und Wirkungen irgendwo in der Welt der Physik und der Logik. Und manchmal geschehen Dinge, die ich mir nur durch das Wirken h&#246;herer M&#228;chte erkl&#228;ren kann. Seltsame Welt&#8230;</p>
<p>Ich sah vor mir dieses Bild, mitten am Tag. Eine kleine H&#252;tte mit Stroh gedeckt, am Rand eines Dorfes fern, fern in der Savanne Afrikas. Vor der H&#252;tte spielten Kinder, und im Haus machte sich ihre Mutter mit dem S&#228;ubern und Ordnen von Gegenst&#228;nden des t&#228;glichen Lebens zu schaffen. Ich sah dieses Bild, und ich erkannte: Das ist die Familie meines Nachbarn aus Kenia. Und ich wusste pl&#246;tzlich: „Es geht ihnen gut.“ Ein seltsamer Tagtraum – ob ich ihm davon erz&#228;hlen soll? Ich verga&#223; das Bild und ging meinen allt&#228;glichen Gesch&#228;ften nach. Drei Tage sp&#228;ter fiel mir die Szene wieder ein und der Satz: „Es geht ihnen gut“. Ob das wohl etwas zu bedeuten hatte? Ich ging zu meinem Nachbarn. „Ich muss Ihnen einmal etwas erz&#228;hlen. Ich hatte einen merkw&#252;rdigen Traum. Ich wei&#223; nicht, was Sie davon halten…“, so erz&#228;hlte ich ihm. Der Mann aus Afrika sah mich mit gro&#223;en, ernsten und gl&#252;cklichen Augen an. Dann brach es aus ihm hervor: „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen! Meine Familie schreibt mir bisher jeden Tag. Jetzt aber habe ich seit einer ganzen Woche nichts mehr von ihnen geh&#246;rt. Ich bin in gro&#223;er Sorge gewesen! Was Sie mir sagen, ist eine &#228;u&#223;erst wichtige Nachricht f&#252;r mich! Ich danke Ihnen…“ So wird man zum Briefboten.</p>
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		<title>Eine Geschichte vom Himmel</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Apr 2011 14:21:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Frohe Ostern euch allen! Also, diese Geschichte habe ich mir weder ausgedacht, noch hab ich sie erlebt. Ein Freund hat sie mir geschickt. Sie stammt von einem Autor namens Tilman Haberer. Ich mag diese Geschichte sehr, und ich dachte mir, weil heute Ostern ist, &#8230; oder vielleicht auch einfach sowieso &#8230; egal, ich m&#246;chte diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frohe Ostern euch allen! Also, diese Geschichte habe ich mir weder ausgedacht, noch hab ich sie erlebt. Ein Freund hat sie mir geschickt. Sie stammt von einem Autor namens Tilman Haberer. Ich mag diese Geschichte sehr, und ich dachte mir, weil heute Ostern ist, &#8230; oder vielleicht auch einfach sowieso &#8230; egal, ich m&#246;chte diese Geschichte gerne mit euch teilen. Also&#8230;</p>
<p>Ich stell&#8217; mir vor, ich bin gestorben, und ich stehe vor der T&#252;r des Himmels. Die ist, so nehme ich an, eine ganz normale T&#252;r an einem ganz normalen Haus. Aber ich wei&#223;, hinter der T&#252;r wohnt Gott. Ich habe ein ganz sch&#246;n mulmiges Gef&#252;hl im Bauch, schlie&#223;lich habe ich ja Gott noch nie von Angesicht zu Angesicht gegen&#252;bergestanden. Trotzdem fasse ich mir ein Herz und dr&#252;cke auf die Klinke.<br />
Ich brauche nicht lange zu warten, da geht die T&#252;r auf. Ich bin als erstes sehr &#252;berrascht, denn Gott sieht anders aus als ich erwartet habe. Er ist noch recht jung, noch keine 30, er ist ganz normal gekleidet, nicht anders als ich. Als er mich sieht, strahlt er mich an und sagt: &#8220;Mensch, Tilman, sch&#246;n, dass du da bist! Komm rein!&#8221; In demselben Moment, in dem ich Gott sehe, ist mein mulmiges Gef&#252;hl fort.<br />
Gott sieht sehr sympathisch aus, und ich merke sofort, dass er mich mag. Ich folge ihm in die Wohnung. Sie ist ziemlich einfach eingerichtet, aber sehr gem&#252;tlich. Sofort f&#252;hle ich mich wohl. Ich f&#252;hle mich zu Hause. Hier geh&#246;re ich hin. Gott bietet mir einen Platz an, dann stellt er zwei Weingl&#228;ser auf den Tisch und macht einen guten Frankenwein auf. Meine urspr&#252;ngliche Spannung und Nervosit&#228;t ist wie weggeblasen, und dann fangen wir an zu reden.<br />
Wir reden &#252;ber mein ganzes Leben, &#252;ber die guten und sch&#246;nen Erfahrungen, die ich gemacht habe, aber auch &#252;ber das, was nicht gut war, wo ich etwas falsch gemacht habe, wo mich andere falsch behandelt haben, wo ich gelitten habe und anderen Leid zugef&#252;gt habe. Aber aus der Art und Weise, wie Gott mit mir dar&#252;ber redet, merke ich: Das alles steht nicht zwischen uns, es trennt mich nicht mehr von Gott; ja, ich erkenne, was f&#252;r ein miserables Leben ich teilweise gef&#252;hrt habe. Aber ich wei&#223;: Gott tr&#228;gt mir das nicht nach. Gott nimmt mich einfach so, wie ich bin. Diese Erkenntnis tut gut, sie tut aber auch sehr weh. Gott hat mich einfach gern mit all dem, was ich verbockt habe, und das tut wirklich weh.</p>
<p>Ja, und dann sagt Gott zu mir: &#8220;So, jetzt gehen wir zu den anderen.&#8221; Und er steht auf und &#246;ffnet eine T&#252;r. Da steht eine gro&#223;e Festtafel, und da sitzen alle, die mir in meinem Leben lieb waren: meine Eltern, meine Freunde, und auch die, die mir nicht lieb waren. Aber ich sp&#252;re: Auch von denen trennt mich nichts mehr. Noch einmal rei&#223;t mich ein Schmerz fast in St&#252;cke. Ich sehe die Menschen, mit denen ich zusammen war. Und mir wird klar, wie viel Dummheit und Gemeinheit und Bosheit zwischen uns lag. Aber der Schmerz vergeht, und wir k&#246;nnen uns in die Augen sehen. Und dann beginnt das Fest. Und das ist der Himmel.</p>
<p>(Quelle: Andreas Ebert, Auf Schatzsuche. 12 Expeditionen ins Innere des Christentums, Claudius Verlag 1993, S. 14f.)</p>
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		<title>Gespr&#228;che am Sterbebett</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 09:43:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Asthma / Atem]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie spricht man mit Menschen im Koma? Und was kann man zu einem sterbenden Menschen sagen? Grunds&#228;tzlich Dinge, deren positive Ausrichtung sofort sp&#252;rbar ist und die zugleich ehrlich sind. Grunds&#228;tzlich Dinge, die den Sterbenden als Lebenden respektieren. Grunds&#228;tzlich m&#246;chte ich weder so tun, als g&#228;be es kein Sterben, noch so, als w&#228;re der andere schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie spricht man mit Menschen im Koma? Und was kann man zu einem sterbenden Menschen sagen? Grunds&#228;tzlich Dinge, deren positive Ausrichtung sofort sp&#252;rbar ist und die zugleich ehrlich sind. Grunds&#228;tzlich Dinge, die den Sterbenden als Lebenden respektieren. Grunds&#228;tzlich m&#246;chte ich weder so tun, als g&#228;be es kein Sterben, noch so, als w&#228;re der andere schon nicht mehr da. Grunds&#228;tzlich m&#246;chte ich so reden, dass es das Mitdenken nicht schwerf&#228;llt: Ganz anschaulich, in Bildern, in Tagtr&#228;umen, und m&#246;glichst in Worten, die dem anderen Menschen schon l&#228;ngst etwas bedeuten. Einige Gedanken aus meiner Arbeit als Pfarrer m&#246;chte ich hier anf&#252;gen.</p>
<p>Vor kurzem wurde ich ins Krankenhaus gerufen, zu einem schwer kranken Mann. Die &#196;rzte sagten, dass er in den n&#228;chsten Tagen oder Wochen sterben werde. Seine Frau, die sehr gl&#228;ubig war, hatte mich gebeten, zu kommen. Als ich mit den beiden sprach, wurde bald deutlich: Er wollte kein Gebet, das Abschied bedeuten k&#246;nnte. Er wollte leben. „Verstehen Sie“, sagte er, „Beten ist gut, aber jetzt geht es nicht. Jetzt ist nicht die Zeit. Vielleicht sp&#228;ter“, sagte er. Ob ich aus der Ferne um Leben, um ein Wunder f&#252;r ihn beten sollte, fragte ich. „Das ist gut“, antwortete er.<br />
Am anderen Tag lag er im Koma. Es atmete in kurzen St&#246;&#223;en, und es war zu sehen, dass er im Sterben lag. Ich las ihm den Psalm vom guten Hirten vor, sprach ein Gebet, das Vaterunser und einen Segen. Wenn ich den Eindruck hatte, dass ihm eine Zeile des Psalms gut tat, las ich die Zeile zweimal oder dreimal. Ich las die Zeilen ruhig und mit Pausen vor, und wir hatten den Eindruck, dass dar&#252;ber auch sein Atem immer ruhiger wurde. Sein Atem folgte meinem, und wenn ich sehr langsam sprach, setzte der Atem manchmal f&#252;r eine Weile aus, um danach doch wieder ruhig weiterzuflie&#223;en. Alles, was ihm Kummer oder Angst machen k&#246;nnte, m&#246;ge er ablegen, so bat ich ihn, wie an einer Garderobe Gottes. Was mit Schuld oder Vorw&#252;rfen zu tun h&#228;tte, alle Gedanken, die was ihm nicht gut t&#228;ten und alles, was er nicht braucht, m&#246;ge er wie Kleider ablegen bei Gott. Nach diesen Worten von meiner Seite sprach auch seine Frau mit ihm &#252;ber das Loslassen: Davon, dass Sie ihn nicht festhalte, dass er loslassen d&#252;rfe und davon, dass er seine Liebe zu ihr auch von der anderen Seite aus ausdr&#252;cken kann. Es scheint mir ganz deutlich so, dass er das h&#246;ren und f&#252;r sich annehmen konnte. Etwa eine viertel Stunde sp&#228;ter starb er ruhig, ohne Kampf.</p>
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		<title>Aus dem Maul des Krokodils</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Jan 2011 08:41:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Allergie]]></category>
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		<description><![CDATA[Diese Geschichte verwende ich bei einigen Gruppenkonflikten, bei widerspr&#252;chlicher Kommunikation (Doppelbotschaften), im Zusammenhang mit Borderlinest&#246;rungen und komplizierten Ambivalenzen in Beziehungen und bei einer widerspr&#252;chlichen und teilweise destruktiven Autokommunikation der Klienten. Man kann solche Geschichten sehr unterschiedlich verwenden, je nachdem, ob man alle Protagonisten als Teile eines &#8220;inneren Teams&#8221; im Klienten sieht (also als verschiedene Pers&#246;nlichkeitsanteile), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Geschichte verwende ich bei einigen Gruppenkonflikten, bei widerspr&#252;chlicher Kommunikation (Doppelbotschaften), im Zusammenhang mit Borderlinest&#246;rungen und komplizierten Ambivalenzen in Beziehungen und bei einer widerspr&#252;chlichen und teilweise destruktiven Autokommunikation der Klienten. Man kann solche Geschichten sehr unterschiedlich verwenden, je nachdem, ob man alle Protagonisten als Teile eines &#8220;inneren Teams&#8221; im Klienten sieht (also als verschiedene Pers&#246;nlichkeitsanteile), ob man sie alle als &#228;u&#223;ere Figuren sieht (Konflikt zwischen Familien- oder Teammitgliedern, Konflikt zwischen verschiedenen Teams oder Teilen einer Gesellschaft) oder ob man sie teils als innere und Teils als &#228;u&#223;ere Figuren sieht (Doppelbindungs-Kommunikation).</p>
<p>„Guten Morgen, liebes Zebra!“ Der kleine Vogel sa&#223; in Alis aufgesperrtem Rachen und pickte die Essensreste aus den Krokodilsz&#228;hnen. Freundlich begr&#252;&#223;te er den alten Freund. Doch das Zebra starrte ihn aus gro&#223;en Augen an, tat einen Satz zur&#252;ck und nahm Rei&#223;aus. „Aber Zebra, du brauchst doch keine Angst vor mir zu haben. Wir haben uns doch immer…“ Der Vogel schaute nach dem Krokodil. „Was hat er nur? Verstehst du das?“ Ali sch&#252;ttelte den Kopf. „Zebras sind komisch. Keine Ahnung.“</p>
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		<title>Dringend</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2010/02/17/1464/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 09:56:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor anderthalb Wochen rief mich ein Mann an und sprach mir auf Band, ich m&#246;ge ihn bitte zur&#252;ckrufen. Es sei dringend. Es sei wichtig. Ich solle ihn anrufen, ganz dringend. Er wolle ein Problem mit mir besprechen, es sei sehr wichtig. Ich versuchte ihn zur&#252;ckzurufen, erreichte ihn aber nicht. &#8220;Die Leute, die sich so ank&#252;ndigen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor anderthalb Wochen rief mich ein Mann an und sprach mir auf Band, ich m&#246;ge ihn bitte zur&#252;ckrufen. Es sei dringend. Es sei wichtig. Ich solle ihn anrufen, ganz dringend. Er wolle ein Problem mit mir besprechen, es sei sehr wichtig.</p>
<p>Ich versuchte ihn zur&#252;ckzurufen, erreichte ihn aber nicht. &#8220;Die Leute, die sich so ank&#252;ndigen, sind meistens die, die dann beim ersten Termin einfach nicht zur Therapie erscheinen&#8221;, sagte ich zu meiner Freundin. &#8220;Bei ihnen ist alles dringend, und gerade deswegen ist nichts wichtig, weil &#8211; es kann immer etwas anderes Dringendes dazwischenkommen.&#8221; Ich habe dann vergessen, es wieder zu probieren, ihn anzurufen.</p>
<p>Heute fr&#252;h habe ich dort angerufen. Mein Anrufbeantworter war voll, also wollte ich die nicht mehr ben&#246;tigten Mitteilungen l&#246;schen und habe dabei den Spruch auf Band wieder gefunden. Die Freundin des Mannes war am Telefon. &#8220;Er ist tot&#8221;, hat sie gesagt. &#8220;Vor zwei Tagen hat er sich das Leben genommen.&#8221;</p>
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		<title>Ich gehe eine Stra&#223;e entlang</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 21:48:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ritual]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
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		<category><![CDATA[Verzeihen]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute ist er mir wieder begegnet. Diesen Text liebe ich sehr. Ich gehe eine Stra&#223;e entlang. Da ist ein tiefes Loch. Ich falle hinein. Ich bin verloren. Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert endlos, wieder hinauszukommen. Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang. Da ist ein tiefes Loch. Ich falle wieder hinein. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist er mir wieder begegnet. Diesen Text liebe ich sehr.</p>
<p>Ich gehe eine Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle hinein.<br />
Ich bin verloren.<br />
Ich bin ohne Hoffnung.<br />
Es ist nicht meine Schuld.<br />
Es dauert endlos, wieder hinauszukommen.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle wieder hinein.<br />
Ich kann nicht glauben,<br />
schon wieder am gleichen Ort zu sein.<br />
Aber es ist nicht meine Schuld.<br />
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle schon wieder hinein&#8230;<br />
aus Gewohnheit.<br />
Meine Augen sind offen.<br />
Ich wei&#223;, wo ich bin.<br />
Es ist meine Schuld.<br />
Ich komme auch sofort wieder heraus.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich gehe darum herum.</p>
<p>Ich gehe eine andere Stra&#223;e.</p>
<p>(Sogyal Rinpoche)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wie sind wir nur hier hergekommen?</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2009/12/25/1281/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Dec 2009 13:22:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angst und Zwang]]></category>
		<category><![CDATA[Auswege]]></category>
		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Frage und Antwort]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewissen]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch heute ist mir nichts eingefallen. Dabei ist Weihnachten und ich wollte euch etwas schreiben. Ich kann es nicht &#228;ndern, dass mir manchmal nichts einf&#228;llt, und ich hatte mich auch gerade damit abgefunden. Aber dann ist etwas Merkw&#252;rdiges passsiert. Als ich eben meine Weihnachtskrippe betrachtet habe, da haben zwei der Figuren pl&#246;tzlich zu sprechen begonnen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch heute ist mir nichts eingefallen. Dabei ist Weihnachten und ich wollte euch etwas schreiben. Ich kann es nicht &#228;ndern, dass mir manchmal nichts einf&#228;llt, und ich hatte mich auch gerade damit abgefunden. Aber dann ist etwas Merkw&#252;rdiges passsiert. Als ich eben meine Weihnachtskrippe betrachtet habe, da haben zwei der Figuren pl&#246;tzlich zu sprechen begonnen. Ich habe mir notiert, was die beiden gesagt haben und gebe es euch gleich auf der Stelle wortgetreu wieder.<span id="more-1281"></span></p>
<p>O: Sag mal, alter Esel, was machen wir eigentlich hier in der stillen Nacht, in der Heiligen Nacht in einem Stall in Bethlehem??<br />
E: Das siehst du doch, alter Ochse. Wir beugen die Knie vor dem neugeborenen Herrn.<br />
O: Aber sollten das nicht lieber die Menschen machen? Ich meine, er ist doch ein Mensch geworden und nicht ein Tier.<br />
E: Ach, Ochse, es sind doch Menschen da. Guck hier, diese Ausl&#228;nder, sie beten bei uns Gottes Kind an.<br />
O: Ausl&#228;nder, du Esel! Wahrscheinlich haben die nicht einmal eine Aufenthaltsgenehmigung. So Wirtschaftsfl&#252;chtlinge aus dem Osten, aus Russland oder Indien oder so.<br />
E: Ist unser K&#246;nigskind denn besser? Ich habe heute Nacht einen Engel geh&#246;rt, der sagte zu Josef im Traum: „Geh weg von hier, denn Herodes trachtet dem Kind nach dem Leben. In &#196;gypten werdet ihr Zuflucht finden.“ So weh es mir tut, dieser Jesus ist ein Asylantenkind.<br />
O: Aber Esel, die M&#228;nner da, haben doch eine ganz andere Religion! Das sind Sterndeuter, Astrologen – in der Bibel hei&#223;en sie sogar Magier. Das sind doch &#252;berhaupt keine Christen. Die sind doch nur hier hergekommen, um uns auszunehmen. Die haben doch eine andere Religion, die geh&#246;ren nicht in unseren Stall. Wenn man sp&#228;ter sagen wird, es sind heilige K&#246;nige, das ist doch nur, um den ganzen Skandal zu vertuschen.<br />
O: Ochse, was redest du da. Keine Christen! War das Jesuskind denn ein Christ? Waren Maria und Josef denn welche? Als Jesus zur Welt kam, da gab es noch gar keine Christen. Au&#223;erdem bringen sie  Geschenke mit, Gold, Weihrauch und Myrrhe.<br />
Also gut, alter Esel. Lass sie bleiben. Vorausgesetzt sie arbeiten. Und nehmen keinem Arbeit weg. Gerade f&#228;llt mir ein, dass dieser K&#246;nig ja doch ein Erl&#246;ser f&#252;r alle Menschen werden soll. Aber was ist denn das f&#252;r Gesindels?<br />
E: Die Hirten meinst du?<br />
O: Nenn sie, wie du willst. Aber sag mir: Haben die keine Wohnung? Und k&#246;nnen die sich nichts Anst&#228;ndiges anziehen?<br />
E: Ich f&#252;rchte, die haben kein Geld&#8230;<br />
O: Dann sollen sie machen, dass sie fortkommen. So ein Weihnachtsgottesdienst ist etwas f&#252;r anst&#228;ndige Leute. Nicht f&#252;r Assoziale.<br />
E: Die wollen doch nur das Kind anbeten&#8230;<br />
O: Geh fort, schnorren wollen die, mehr nicht.<br />
E: Aber Ochse, die Heilige Familie – die  ist doch auch wohnsitzlos, die haben doch nichts, um ihr Kind in ein warmes Bett zu legen – sollen die jetzt auch gehen?<br />
O: Du hast recht, alter Esel. Lass sie bleiben. Lass die Hirten bleiben und diese „Weisen“ auch. Wenn wir sie wegschicken, geht das Kind am Ende auch noch weg. Denn der war auch so einer. –<br />
Jetzt sag den Leuten doch noch, alter Esel, wo wir herkommen. Denn aus der  Weihnachtsgeschichte kommen wir ja urspr&#252;nglich nicht.<br />
E: Auf der Suche nach der Krippe unseres Herrn sind wir weit hergekommen. Wir kommen aus dem Alten Testament, aus den ersten Versen des Jesajabuches. Da steht geschrieben: „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn, aber Israel kennt’s nicht, und mein Volk versteht’s nicht.“ Der Name „Israel“ steht nach einer alten Auslegungstradition f&#252;r „die Kirche“. „Gottes Volk“ hei&#223;t “unser Volk“. Darum kam ein Maler auf die Idee: Er malte  uns hinein in den Stall als die, die ihren Herrn kennen, auch dann, wenn Kirche und Volk ihn nicht erkennen. So sind wir zur Krippe gekommen. Maler und Bildhauer haben uns hier Asyl gegeben, und so ist es geblieben bis zum heutigen Tag.</p>
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		<title>Kein Platz in der Herberge</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2009/12/20/1269/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 12:55:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[Ambivalenz]]></category>
		<category><![CDATA[Angst und Zwang]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Gewissen]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Positives Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Reise & Verkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>

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		<description><![CDATA[„Die Leute hatten kein Geld. Wie konnte ich wissen, dass das Kind etwas Besonderes werden sollte&#8230; ein K&#246;nig oder so&#8230; es stand den Eltern ja nicht auf die Stirn geschrieben&#8230; Seien Sie mal ehrlich, das ist doch bei Ihnen nicht anders: Gesch&#228;ft ist Gesch&#228;ft. Klar hatte ich R&#228;ume. Ich wollte das dann aber auch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Leute hatten kein Geld. Wie konnte ich wissen, dass das Kind etwas Besonderes werden sollte&#8230; ein K&#246;nig oder so&#8230; es stand den Eltern ja nicht auf die Stirn geschrieben&#8230;<br />
Seien Sie mal ehrlich, das ist doch bei Ihnen nicht anders: Gesch&#228;ft ist Gesch&#228;ft. Klar hatte ich R&#228;ume. Ich wollte das dann aber auch nicht so sagen: „Wir wollen Sie nicht!“ Da sagt man dann lieber: „Wir sind leider belegt.“ Jetzt gucken Sie mich nicht so an. Als w&#228;re das bei Ihnen anders. Was w&#252;rden Sie denn machen, wenn so ein paar zerlumpte Gestalten zu Ihnen an die Rezeption kommen und ihnen sagen: „Wir m&#246;chten ein Zimmer, aber wir haben kein Geld.“ W&#252;rden Sie die nehmen? Die orts&#252;blichen Preise konnten sie jedenfalls nicht zahlen. Das waren auch Ausl&#228;nder, oder jedenfalls kamen sie nicht hier aus der Gegend. Irgendwie haben sie mir ja dann auch leid getan. Die waren fertig.<br />
Ich hab dann gesagt: „F&#252;r den halben Denar kann ich Ihnen h&#246;chstens mal den Stall anbieten.“ Jetzt gucken Sie schon wieder so. Bei Ihnen ist das auch nicht anders. Schauen Sie sich doch mal um&#8230;<br />
Lesen Sie eigentlich Zeitung? Da m&#252;ssen Sie doch wissen, was los ist. Die Bahnhofsmissionen werden geschlossen, die Aussiedlerwohnheime sind schon lange zu, ein Asylrecht gibt’s nicht mehr. F&#252;r Frauenh&#228;user ist kein Geld mehr da&#8230; meinen Sie denn, die Armen und Wohnsitzlosen h&#228;tten irgendwo etwas zu lachen?<span id="more-1269"></span><br />
Aber jetzt werde ich daf&#252;r schlecht gemacht. Jahr f&#252;r Jahr, in allen Krippenspielen, in tausend Varianten. Wie stehen wir denn nun da, meine Frau und ich? Wie Monster werden wir hingestellt: Hochschwangere Frau trifft niedertr&#228;chtige Wirtsleute. Der Erl&#246;ser der Welt schl&#228;ft auf pieksendem Stroh. Was meinen Sie denn, was h&#228;tten Sie gemacht? Ich sag’ Ihnen, die waren dreckig. H&#228;tten Sie die genommen? Die haben gestunken! Wahrscheinlich hatten sie noch Fl&#246;he.<br />
Das mit den Engeln konnten wir nicht wissen. Dass die dann kamen und sagten, der Christus sei geboren worden, der Frieden bringt f&#252;r die Welt. Was f&#252;r einen Frieden eigentlich?<br />
Ich bin auch f&#252;r den Frieden. Aber Frieden muss sich auch rechnen. Wir k&#246;nnen nicht jeden Dahergelaufenen bei uns aufnehmen. Da sage ich lieber: Die Herberge ist voll. Man kann das ja auch ganz h&#246;flich sagen.<br />
Und das mit den Engeln noch mal: Werbem&#228;&#223;ig war das auch schlecht gemacht. Insgesamt, meine ich. Zum Beispiel, dass die den Hirten erschienen sind, die genauso verlumpt daherkamen, wie dieses Paar. Wenn die Frieden ank&#252;ndigen wollten, h&#228;tten sie das ganz anders aufziehen m&#252;ssen. Frieden kommt von oben oder gar nicht. Wenn die das vorher mal angek&#252;ndigt h&#228;tten, dass da der Retter der Welt kommt! Wir Leute von Bethlehem sind ja auch keine Unmenschen. Wir sind Leute wie du und ich. Wenn wir das mal gewusst h&#228;tten, so wie Sie das jetzt wissen, dass da der K&#246;nig der Welt kommt – wir h&#228;tten die schon recht empfangen wie eine k&#246;nigliche Familie. Wir h&#228;tten uns nicht lumpen lassen. Als erstes h&#228;tten wir ihnen mal ordentliche Kleider angezogen. Nicht diese komische galil&#228;ische Tracht mit den Kopft&#252;chern, was die da hatten. So l&#228;uft ja hier keiner rum. Ein K&#246;nig, der Frieden bringt, das muss anders r&#252;bergebracht werden. Da muss auch das Umfeld stimmen. Das muss einer sein wie du und ich. Einer, mit dem die Leute sich identifizieren. Dem sie zujubeln k&#246;nnen.<br />
Wahrscheinlich war es sowieso ein Riesenfehler, dass er bei diesen &#228;rmlichen Leuten zur Welt gekommen ist. Wer glaubt denn denen?<br />
Aber darauf wollte ich noch mal zur&#252;ckkommen; das verstehe ich immer noch nicht: Was f&#252;r einen Frieden die Engel meinten. Ich sehe n&#228;mlich keinen. Da w&#252;rde mich mal Ihre Meinung interessieren: Was f&#252;r einen Frieden sollte dieser Jesus denn bringen?“</p>
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