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	<title>HYPS &#187; Für Kinder</title>
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	<description>Hypno-Systemischer Blog von Stefan Hammel</description>
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		<title>Der Pavian</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 22:28:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anästhesie]]></category>
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		<description><![CDATA[Diese Geschichte hat sich bei uns in Kaiserslautern ereignet&#8230; die Namen sind nat&#252;rlich&#8230; zum Schutze der Pers&#246;nlichkeit, ihr wisst ja. In der Hypnotherapie kann man so eine Geschichte etwa einsetzen, um die Leute zu verwirren, abzulenken, eine Amnesie zu erzeugen. Im Alltag gut, um Kinder von Schmerzen abzulenken. Zum beispiel in einer Arztpraxis vor und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Geschichte hat sich bei uns in Kaiserslautern ereignet&#8230; die Namen sind nat&#252;rlich&#8230; zum Schutze der Pers&#246;nlichkeit, ihr wisst ja. In der Hypnotherapie kann man so eine Geschichte etwa einsetzen, um die Leute zu verwirren, abzulenken, eine Amnesie zu erzeugen. Im Alltag gut, um Kinder von Schmerzen abzulenken. Zum beispiel in einer Arztpraxis vor und w&#228;hrend dem Spritzengeben.</p>
<p>Eigentlich hie&#223; er Herr Albert. Aber wenn seine Sch&#252;ler von ihm redeten, dann nannten sie ihn nur „den Pavian“. Eines Morgens unterhielt er sich mit der Mutter eines Sch&#252;lers. „Guten Morgen, Herr Pavian“, sagte sie. Sie hatte es nicht anders gelernt.  „Ich hei&#223;e Albert“, erwiderte er &#228;rgerlich. „Ach so“, sagte die Frau. „Ich wollte dich nicht gleich duzen. Aber das ist in Ordnung. Ich hei&#223;e Helga.“</p>
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		<title>Der laute Junge</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 17:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es kam einmal ein Junge und erz&#228;hlte mir: „Meine Eltern h&#246;ren mir nie zu. Sie bemerken mich nicht einmal.“ „Er redet st&#228;ndig und ununterbrochen. Er redet oft und viel. Er unterbricht andere im Gespr&#228;ch und will selbst nie unterbrochen werden“, erz&#228;hlten die Eltern. „Je lauter ich war, desto weniger haben sie zugeh&#246;rt“, sagte der Junge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es kam einmal ein Junge und erz&#228;hlte mir:</p>
<p>„Meine Eltern h&#246;ren mir nie zu. Sie bemerken mich nicht einmal.“</p>
<p>„Er redet st&#228;ndig und ununterbrochen. Er redet oft und viel. Er unterbricht andere im Gespr&#228;ch und will selbst nie unterbrochen werden“, erz&#228;hlten die Eltern.</p>
<p>„Je lauter ich war, desto weniger haben sie zugeh&#246;rt“, sagte der Junge sp&#228;ter. „Und je weniger sie zuh&#246;rten, desto lauter wurde ich.“ Dann wurde er leise und seine Eltern h&#246;rten ihm zu.</p>
<p>Die Wirkung der Sichtweisen und V erhaltensweisen innerhalb einer Familie verst&#228;rkt und erh&#228;lt sich oft kreisf&#246;rmig. In der Familientherapie spricht man von &#8220;zirk&#252;l&#228;rer Kausalit&#228;t&#8221; und &#252;berlegt, wie eine &#8220;Musterunterbrechung&#8221; in der Interaktion der Familie aussehen kann. Was k&#246;nnte ein Therapeut dazu beitragen, dass entweder der Junge oder seine Eltern oder beide sich f&#252;r eine kleine Weile derart anders verhalten, dass die jeweils andere Partei nicht mehr gleich wie bisher reagieren kann&#8230; so dass am Ende keiner mehr das Verhalten des anderen wie bisher deuten kann und keiner mehr wie bisher reagiert&#8230; weil jeder findet, der andere habe angefangen, mit seinem unguten Verhalten aufzuh&#246;ren&#8230;?</p>
<p>Quelle:<a title="Der Grashalm in der W&#252;ste" href="http://www.stefanhammel.de/das-halmbuch.html" target="_blank"> Der Grashalm in der W&#252;ste</a>, S.126, Stefan Hammel</p>
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		<title>Der Osterhasenengel</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 08:32:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie gelingt uns der Umgang mit Verlusten? Was ist Trost? Was ist Vertr&#246;stung? Wie k&#246;nnen wir Kindern helfen, Verlorenes auch innerlich loszulassen, und wie uns selbst? Auf der Suche nach Antworten f&#228;llt mir diese Geschichte ein&#8230; Zu Ostern hatten uns die Gro&#223;eltern zwei gasgef&#252;llte Ballons gekauft, in Form von Hasenk&#246;pfen mit langen Ohren. Es waren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie gelingt uns der Umgang mit Verlusten? Was ist Trost? Was ist Vertr&#246;stung? Wie k&#246;nnen wir Kindern helfen, Verlorenes auch innerlich loszulassen, und wie uns selbst? Auf der Suche nach Antworten f&#228;llt mir diese Geschichte ein&#8230;</p>
<p>Zu Ostern hatten uns die Gro&#223;eltern zwei gasgef&#252;llte Ballons gekauft, in Form von Hasenk&#246;pfen mit langen Ohren. Es waren Gesichter darauf gedruckt; Jeder Hase hatte zwei lange Knabberz&#228;hne und frech blinzelnde Augen. Ich war drei Jahre alt und hatte noch nie so einen Ballon gehabt. Meine Schwester hatte mehr Erfahrung, sie war schon f&#252;nf. „Pass auf, dass du deinen Hasen nicht losl&#228;sst. Sonst fliegt er fort! Wir machen die Schlinge von dem Faden um dein Handgelenk. Halte ihn gut fest!“ Ich ballte eine Faust, w&#228;hrend sie mir die Schlinge &#252;ber die Hand streifte. Ihr Hase war gr&#252;n und meiner war blau. Wir standen mit meinem Gro&#223;vater vor seinem Haus und bewunderten die bunten Hasen, die an unseren Armen in der Luft tanzten. Ich muss eine falsche Bewegung gemacht haben: Pl&#246;tzlich schob sich die Schlinge &#252;ber mein Handgelenk, vorbei an der Hand, an den Fingern – zuerst war der Hase noch dicht &#252;ber uns und fast noch erreichbar, dann stieg er h&#246;her und h&#246;her. Mir wurde klar, dass niemand auf der Welt diesen Hasen zur&#252;ckbringen konnte. Ich konnte ihn sehen, wie er kleiner und kleiner wurde, aber ich w&#252;rde ihn niemals wieder bekommen. Mir kamen die Tr&#228;nen. „Schau mal, wie sch&#246;n er aussieht da oben“, sagte mein Gro&#223;vater. Das &#252;berzeugte mich nicht so ganz. „Der Luftballon geht auf eine Reise“, sagte meine Schwester. „Er fliegt in den Himmel.“ Wir stellten uns vor, dass er dort Gott treffen w&#252;rde und die Engel. Wie es wohl w&#228;re, mit ihm zu reisen? Was er von da oben wohl sah? Ganz klein wurde der Hase, bis wir ihn kaum noch sehen konnten. Einen Augenblick verlor ich ihn aus den Augen, dann sah ich ihn wieder, und dann war er weg. Ich konnte ihn nicht mehr finden. Wahrscheinlich war er schon im Himmel. Vielleicht als Osterhasenengel. Noch etwas traurig ging ich mit den anderen ins Haus. „Stefans Luftballon ist zu den Engeln in den Himmel gekommen“, verk&#252;ndete meine Schwester dort der Gro&#223;mutter. „Ja, wirklich? Das ist ja interessant! Erz&#228;hlt doch mal!“</p>
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		<title>Trichotillomanie I</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Feb 2011 22:03:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In letzter Zeit hatte ich in Mainz ein M&#228;dchen in Therapie, die sich regelm&#228;&#223;ig alle Augenbrauen- und Lidhaare ausgezupft hat. Trichotillomanie nennt an diese St&#246;rung, allerdings nehmen die meisten Betroffenen daf&#252;r Kopfhaare. Nachdem ich mich nach den Hintergr&#252;nden erkundigt hatte, keine ausl&#246;senden Ereignisse oder chronischen Belastungen finden konnte und erfahren hatte, dass sie sich ausschlie&#223;lich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In letzter Zeit hatte ich in Mainz ein M&#228;dchen in Therapie, die sich regelm&#228;&#223;ig alle Augenbrauen- und Lidhaare ausgezupft hat. Trichotillomanie nennt an diese St&#246;rung, allerdings nehmen die meisten Betroffenen daf&#252;r Kopfhaare.</p>
<p>Nachdem ich mich nach den Hintergr&#252;nden erkundigt hatte, keine ausl&#246;senden Ereignisse oder chronischen Belastungen finden konnte und erfahren hatte, dass sie sich ausschlie&#223;lich am Badezimmerspiegel zupft, sagte ich ihr und den Eltern, , es gebe mehrere m&#246;gliche Therapieans&#228;tze. Meine bevorzugte Herangehensweise sei die: Sie m&#252;ssten f&#252;r etwa zwei Wochen den Badspiegel und vorsichtshalber auch alle anderen Spiegel im Haus entfernen. Dem M&#228;dchen gefiel das gar nicht, und auch die Eltern schienen zu z&#246;gern. So sagte ich, es gebe noch eine zweite M&#246;glichkeit. Ich bat das M&#228;dchen, sich bis zur n&#228;chsten Woche entweder nur noch die Lidhaare auszuzupfen und die Augenbrauenhaare daf&#252;r konsequent wachsen zu lassen oder umgekehrt oder nur die linke Seite auszuzupfen und daf&#252;r die rechte wachsen zu lassen oder umgekehrt. Sie sollte bitte das Zupfen auf der erlaubten Seite noch intensivieren, daf&#252;r aber auf der anderen Seite genauso konsequent unterlassen. Wann immer sie versehentlich im verbotenen Bereich zupfe, m&#252;sse sie zum Ausgleich doppelt so viel im erlaubten Bereich zupfen. Das M&#228;dchen entschied sich daf&#252;r, die rechten Augenbrauen und Wimpern weiter kr&#228;ftig auszuzupfen und die linken daf&#252;r wachsen zu lassen. Au&#223;erdem schlug ich ihr vor, <span id="more-1669"></span>sich eine Glaskugel vorzustellen, die ihren Kopf umgibt, sie k&#246;nne entscheiden, ob diese Kugel einen Durchmesser von einem halben oder einem ganzen Meter habe oder ob sie eine andere Gr&#246;&#223;e habe. Wann immer ihre Hand die unsichtbare Kugelwand durchdringt, solle sie sich ein Alarmsignal vorstellen, das ihr die Entscheidung erm&#246;gliche, die Hand nochmals zur&#252;ckzuziehen. Wenn sie aber weiterhin zupfe, solle sie sich ganz auf die rechte Seite konzentrieren. Eine Weile &#252;bten wir, den Signalton m&#246;glichst genau in ihrer Vorstellung zu h&#246;ren.</p>
<p>Nach einer Woche schickte sie mir eine E-mail und teilte mir mit, das einseitige Zupfen funktioniere gut, die Sache mit der Glaskugel aber gar nicht. Was sie tun k&#246;nne, um dies zu verbessern? Ich schrieb zur&#252;ck, sie k&#246;nne einen Papierstreifen &#252;ber den Spiegel kleben, genau auf ihrer Augenh&#246;he. Nach Wochen kam sie wieder in Therapie und hatte konsequent die eine Seite gezupft und die andere wachsen lassen. Ich gab ihr wieder mehrere M&#246;glichkeiten zur Auswahl, was sie als n&#228;chstes &#252;ben k&#246;nne. Sie k&#246;nne sich zum Beispiel die Armhaare zupfen oder probieren, sich Z&#228;hne zu ziehen. Oder sie k&#246;nne sich die Brauen wachsen lassen und eine Wimpernseiten auzupfen oder auch umgekehrt die Wimpern wachsen lassen und die Haare der einen Braue entfernen. Sie entschied sich schlie&#223;lich daf&#252;r, diesmal genau die andere Seite auszuzupfen und daf&#252;r diejenige wachsen zu lassen, an der sie vorher gezupft hatte.</p>
<p>Nach weiteren zwei Wochen kam sie wieder und berichtete, sie habe noch an zwei Tagen der Woche etwas an den Haaren gezupft, ansonsten aber beide Seiten wachsen lassen. Ich erkl&#228;rte etwas irritiert, dies entspreche nicht ihrer Vereinbarung, und ich h&#228;tte eigentlich erwartet, dass sie sich an unsere Absprache halte. Da sie nun aber das Programm von sich aus ge&#228;ndert habe, sei zu &#252;berlegen, wie wir jetzt fortfahren k&#246;nnten. Von mehreren M&#246;glichkeiten w&#228;hlte sie die, an einem statt an zwei Tagen der Woche zu zupfen und dies nur zu den ungeraden Stunden zu tun (also in den sechzig Minuten ab 7, 9 11, 13 Uhr und so weiter). Da aber d&#252;rfe sie an dem betreffenden Tag nach Herzenslust zupfen. Ich erkl&#228;rte, ich sei etwas entt&#228;uscht, da ich gehofft h&#228;tte, an ihr gutes Geld zu verdienen und sie zu schnelle Fortschritte mache. Ich entlie&#223; sie nach einer halben Stunde (und einem halbierten Honorar f&#252;r mich) und schlug ihr vor, sich Zeit zu lassen&#8230;</p>
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		<title>Der Grashalm in der W&#252;ste</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Nov 2010 15:30:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern war ich in der Kinderpsychiatrie und habe den Kindern eine Geschichte erz&#228;hlt. Wir vergessen so oft, dass Menschen, die sich selbst und anderen M&#252;he bereiten, nicht nur aus ihren Problemen bestehen, sondern auch aus dem, was heil ist.Und wenn wir das Gesunde, Kraftvolle, Gl&#252;ckspendende im Leben der Kinder oder auch von uns selber pflegen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern war ich in der Kinderpsychiatrie und habe den Kindern eine Geschichte erz&#228;hlt. Wir vergessen so oft, dass Menschen, die sich selbst und anderen M&#252;he bereiten, nicht nur aus ihren Problemen bestehen, sondern auch aus dem, was heil ist.Und wenn wir das Gesunde, Kraftvolle, Gl&#252;ckspendende im Leben der Kinder oder auch von uns selber pflegen, k&#246;nnte es sein, dass wir mehr erreichen, als wenn wir immer mehr Zeit auf die Behandlung des St&#246;renden verwenden. Nat&#252;rlich muss man zuweilen bei dem, was st&#246;rt, ankn&#252;pfen. Wenn man allerdings bei der Behandlung der St&#246;rung h&#228;ngen bleibt, ist man wahrscheinlich schon selbst ein Teil der St&#246;rung geworden. Denn wer sagt uns, dass die Reaktionen der Menschen auf das Problem nicht zu dem Problem ma&#223;geblich beitragen? Vielleicht kommen wir schneller zum Ziel, wenn wir das Unauff&#228;llige, Gesunde, Normale in den Vordergrund unserer Betrachtung stellen. Ich habe jedenfalls den Kindern die folgende Geschichte erz&#228;hlt.</p>
<p>Ein Mann durchquerte eine W&#252;ste. Rings um ihn her gab es nur Sand, Steine und Felsen, den leuchtend blauen Himmel und &#252;ber ihm die gl&#252;hend hei&#223;e Sonne. Auf der H&#228;lfte seines Weges geschah es, dass er Rast machen wollte und sich nach einem geeigneten Platz umsah.<span id="more-1610"></span> Etwas abseits des Weges fand er einen &#252;berh&#228;ngenden Felsen, der ihm Schatten bieten konnte f&#252;r die Zeit seiner Rast. Der Mann ging dorthin. Als er ankam, sah er etwas Ungew&#246;hnliches: Im Schatten dieses Felsens wuchs tats&#228;chlich ein Grashalm. „Nanu, wo kommst du denn her?“ fragte der Mann, und dann lachte er &#252;ber sich selbst: „In meiner Einsamkeit rede ich schon mit dem Gras. Es wird besser sein, ich untersuche einmal, wo der Grashalm herkommt.“ Er scharrte das Pfl&#228;nzchen aus dem Sand und legte es behutsam zur Seite. Dann grub er tiefer und tiefer. Auch wenn er nicht gerade auf eine sprudelnde Quelle traf, so war die Erde hier tats&#228;chlich etwas feucht. Als der Mann sich wieder auf den Weg machte, verga&#223; er nicht, den Grashalm wieder auf die feuchte Erde zu setzen. Mit ein paar Steinen baute er eine kleine Mauer davor, um die Pflanze vor dem Austrocknen durch den hei&#223;en W&#252;stenwind zu sch&#252;tzen. Dann setzte er seine Reise fort. Auf seinem R&#252;ckweg kam er wieder an der Stelle vorbei. Nat&#252;rlich schaute er nach, ob sein Pfl&#228;nzchen noch lebte. Er war sehr erfreut: Aus dem Grashalm war ein richtiges kleines Grasb&#252;schel geworden. Der Mann grub noch etwas tiefer in die Erde und drang in noch feuchteres Erdreich vor. Mit einem Tuch, zwei Pf&#228;hlen und ein paar Schn&#252;ren, die er f&#252;r die R&#252;ckreise mitgenommen hatte, verbesserte er den Windschutz f&#252;r seine Pflanze. Viele Jahre sp&#228;ter musste ein Freund dieses Mannes dieselbe W&#252;ste durchqueren. Da bat er den Freund: „Schau’ doch einmal nach, was aus meiner Pflanze geworden ist – ob sie noch da ist!“ Der Freund versprach es ihm. Als er von der Reise zur&#252;ckkehrte, berichtete er: „Aus deinem Grasb&#252;schel ist ein kleines St&#252;ck Wiese geworden. Andere Reisende haben die Stelle entdeckt. Sie haben die Mauer vergr&#246;&#223;ert und noch mehr Pf&#228;hle mit T&#252;chern dort aufgestellt. Jemand hat dort einen Brunnen gegraben und mit einem St&#252;ck Leder abgedeckt. Neben dem Brunnen w&#228;chst ein sch&#246;ner Feigenbaum. In seinen Bl&#228;ttern zirpte eine Grille.</p>
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		<title>Das Monster vom Kartoffelkeller</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 17:17:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie vielleicht schon zu bemerken war, bin ich aus dem Urlaub zur&#252;ckgekehrt. Die Zeit in Kambodscha war eindrucksvoll und w&#228;re es wert, in vielen Geschichten erz&#228;hlt zu werden. In der Zeit habe ich aber auch eine Mail bekommen von einer Blog-Leserin mit einer Geschichte, die gut in diesen Blog passt und die ich mit Erlaubnis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie vielleicht schon zu bemerken war, bin ich aus dem Urlaub zur&#252;ckgekehrt. Die Zeit in Kambodscha war eindrucksvoll und w&#228;re es wert, in vielen Geschichten erz&#228;hlt zu werden. In der Zeit habe ich aber auch eine Mail bekommen von einer Blog-Leserin mit einer Geschichte, die gut in diesen Blog passt und die ich mit Erlaubnis der Autorin ver&#246;ffentlichen darf. Die Geschichte geht so&#8230;</p>
<p>Als ich klein war geschah etwas h&#246;chst Seltsames. Meine Mama schickte mich in den Keller zum Kartoffeln holen. Das war schon h&#228;ufiger vorgekommen, doch an diesem einen Tag geschah, wie schon erw&#228;hnt, etwas h&#246;chst Seltsames -etwas monstr&#246;ses! Schon als ich die Kellert&#252;r &#246;ffnete &#252;berkam mich ein seltsam &#228;ngstliches Gef&#252;hl, ich knipste schnell das Licht an und wollte die Kartoffeln in die Sch&#252;ssel lesen, da h&#246;rte ich ein Ger&#228;usch. Es war ein kratziges, schnaufiges Scharren. Die Sch&#252;ssel fiel scheppernd zu Boden, als ich aufsprang und aus dem Keller rannte. Oben erz&#228;hlte ich meiner Mama von dem Ger&#228;usch. Sie redete beruhigend auf mich ein und kam mit mir in den Keller, doch dort war alles still. So ging es einige Tage. Immer wenn ich alleine war, vernahm ich das Ger&#228;usch, war jemand bei mir, dann war es still. Da nicht immer jemand mit mir in den Keller gehen konnte riet mir meine Mama fortan zu singen, denn der Gesang eines M&#228;dchens k&#246;nne unheimliche Ger&#228;usche vertreiben. Ich versuchte es, aber das Scharren blieb.<br />
Wenige Tage nachdem ich es zum ersten Mal geh&#246;rt hatte, entdeckte ich die Ursache des Scharrens. In der hintersten Kellerecke, dort wo kein Licht hinfiel, sa&#223; ein schauriges Monster mit langen wilden Haaren, drei rot glimmenden Augen, einem gierigen Mund voller kleiner, spitzer, blutgieriger Z&#228;hne. Seine Arme waren lang und behaart und an seinen schleimigen H&#228;nden waren acht Finger die sich gierig nach mir reckten.<br />
Ich war starr vor Schreck und als die Starre sich l&#246;ste, rannte ich panisch nach oben, um Mama zu holen. Wie zu erwarten war das Monster jedoch verschwunden, als meine Mama mit mir in den Keller ging.</p>
<p>So wurde es f&#252;r mich immer schrecklicher, die Kellertreppe hinab zu steigen, denn ich wusste genau worauf das Monster wartete. Auf einen g&#252;nstigen Moment, um mich zu packen, an sich zu rei&#223;en und seine widerlichen Z&#228;hne in mein Fleisch zu rammen. Woher ich das wusste, kann ich allerdings nicht sagen.<br />
Die Jahre vergingen. Ich zog in meine erste eigene Wohnung &#8211; und das Monster zog dort in den Keller. Auch bei meinen weiteren Umz&#252;gen, gelang es dem Unhold stets mir zu folgen und die dunkelste Ecke des Kellers f&#252;r sich zu beanspruchen.</p>
<p>Doch heute entschloss ich, mich dem Monster zu stellen.</p>
<p>Mit einer f&#252;r Monster h&#246;chst gef&#228;hrlichen Waffe bezwang ich die Kellertreppe. Ich h&#246;rte das kratzige, schnaubige Scharren, sah die schleimigen H&#228;nde, die sich nach mir ausstreckten. Todes mutig bewegte ich mich langsam, Schritt f&#252;r Schritt auf die Ecke zu. Dann stand ich dem Monster gegen&#252;ber, so nah wie nie zuvor. Ich konnte seinen nach Verwesung stinkenden Atem riechen. Schon wollte ich mich umdrehen und weg rennen, da sp&#252;rte ich in meiner Hand die Schwere und K&#252;hle der Monsterwaffe. Ich nahm allen Mut und alle Kraft zusammen hob sie an, richtete sie auf das Monster und dr&#252;ckte ab&#8230;..</p>
<p>Das Licht der Taschenlampe durchflutete die Ecke. Sofort begann das Monster vor meinen Augen zu verschwimmen und als sich meine Augen an das helle Licht gew&#246;hnt hatten, war das Monster vollst&#228;ndig verschwunden. Da sp&#252;rte ich das unwiderstehliche Bed&#252;rfnis zu lachen in mir. Erst leise dann immer lauter bahnte sich das Gel&#228;chter seinen weg aus meinem Innersten ins Freie und so wurden auch die letzten Reste und Spuren des Monsters aus unserem Keller vertrieben.</p>
<p>So habe ich nach vielen Jahren den Sieg &#252;ber mein pers&#246;nliches Monster davongetragen.</p>
<p>(Tamara Peter)</p>
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		<title>An&#228;sthesie, kinderleicht</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 18:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit habe ich erz&#228;hlt von einem Jungen, der mit fremden Leuten nicht spricht (&#8220;Der stille Gregor&#8221;, 29.12.09, 14.1. und 16.1.10, selektiver Mutismus). Wir schicken uns manchmal E-mails, mal ernsthafte, mal verr&#252;ckte, und mal beides zugleich. Neulich habe ich von ihm die folgende E-mail erhalten. Hallo Stefan, wir mussten zu einer Podologin wegen meiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit habe ich erz&#228;hlt von einem Jungen, der mit fremden Leuten nicht spricht (&#8220;Der stille Gregor&#8221;, 29.12.09, 14.1. und 16.1.10, selektiver Mutismus). Wir schicken uns manchmal E-mails, mal ernsthafte, mal verr&#252;ckte, und mal beides zugleich. Neulich habe ich von ihm die folgende E-mail erhalten.</p>
<p>Hallo Stefan,</p>
<p>wir mussten zu einer Podologin wegen meiner Mama.Sie kam mit Angst herein. Die Podiologin &#228;h, Podologin hat gesehen, dass sie Angst hat und hat sofort gesagt: „ Sie sind die Frau Xxxxxxxxxxxl“. Das sieht man auf ihrer Stirn.&#8221; Da hat meine Mama gesagt: „Ja“. Meine Mama hat gesagt: „Das ist so &#228;hnlich wie beim Zahnarzt“. Da hat ein Mann gesagt: „Ja, wir bohren auch“. Meine Mama war an der Reihe und ich guckte zu. Die Po. musste etwas aus dem Zeh enfernen. Meine Mama musste an was Lustiges denken. Meine Mama und ich, verzeihuing, &#228;h hoppka, hopppla &#228;h ,hi,hi,hi…………… Also den Satz noch mal von vorne. Meine Mama und ich haben an die Schiffbahn gedacht. Meine Mama erz&#228;hlte: Die dreht sich, man f&#228;hrt vorf&#228;&#246;rts hoppppppppppppkkkkkkkkkkaaaaaaaaaa vorf&#228;hrts und r&#252;ckw&#228;rts und seiotlich hoppppppppppplloooooooooooooo seitlich. Die Schiffbahn dreht siuch &#228;hhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh sich. Da sind viele Lichter und ein Sringbrunnen  &#228;hh&#228;h&#228;h&#228;h&#228;h&#228;h&#228;h&#228;h&#228;&#228;hh&#228;h&#228;&#228;h Springbrunnen. Mama fragt mich: Gregor, siehst du die Schiffbahn auch??? Ja, nickte ich. Pl&#246;tzlich sagt die Podologin: Fertig!!! Das war so schade. So schnell war die Schifffahrt zu Ende und es war so sch&#246;n daran zu denken. Es hat Mama &#252;berhaupt nicht weh getan. Die anschlie&#223;ende Behandlung war weiterhin lustig. Mama geht in zwei Wochen wieder hin, dann aber ohne Angst.</p>
<p>VLG</p>
<p>Gregor</p>
<p>F&#252;r eine sch&#246;ne hypnotische An&#228;sthesie braucht man nichts als ein Kind mit viel Fantasie und einem guten Sinn f&#252;r Quatsch. Im Ernst!</p>
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		<title>Der Tanz der Einh&#246;rner</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 13:03:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ambivalenz]]></category>
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		<category><![CDATA[Sterben]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich hatte ein sechsj&#228;hriges M&#228;dchen in Therapie, das &#246;fter angemerkt hat: &#8220;Ich will tot sein.&#8221; Das sagte sie, wenn sie entt&#228;uscht war, weil sie beim Spielen verloren hatte oder weil sie ein Geschenk nicht bekam. Aber man merkte auch, dass sie dabei wirklich sehr, sehr ungl&#252;cklich war. Todungl&#252;cklich, w&#252;rde das M&#228;dchen vielleicht sagen. Aufs Tot-sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte ein sechsj&#228;hriges M&#228;dchen in Therapie, das &#246;fter angemerkt hat: &#8220;Ich will tot sein.&#8221; Das sagte sie, wenn sie entt&#228;uscht war, weil sie beim Spielen verloren hatte oder weil sie ein Geschenk nicht bekam. Aber man merkte auch, dass sie dabei wirklich sehr, sehr ungl&#252;cklich war. Todungl&#252;cklich, w&#252;rde das M&#228;dchen vielleicht sagen. Aufs Tot-sein befragt, hat sie erkl&#228;rt, dass es im Himmel Engel und Einh&#246;rner gibt, und die Einh&#246;rner sind Pferde, die in den Himmel gekommen sind, und &#252;berhaupt ist es im Himmel viel sch&#246;ner.</p>
<p>Ich habe das M&#228;dchen gefragt, ob ich ihm eine Geschichte erz&#228;hlen darf. Die Geschichte ging so:</p>
<p>In einem Land, das sich Kamark nennt, gibt es einen Wald, und darin lebt eine Herde Wildpferde. Und unter ihnen lebte ein junges Pferd, das hatte einen gro&#223;en Wunsch: &#8220;Ich m&#246;chte gerne die Einh&#246;rner sehen.&#8221; Die gro&#223;en Pferde haben zu dem kleinen Pferd gesagt: Das geht nicht. Die Einh&#246;rner leben im Himmel, und da k&#246;nnen wir jetzt noch nicht hin, erst sp&#228;ter. Das kleine Pferd hat sich damit aber nicht zufrieden gegeben, und als ihm keines von den gro&#223;en Pferden eine befriedigende L&#246;sung sagen konnte, wie es die Einh&#246;rner treffen k&#246;nnte, da ist es zur Eule gegangen. Die Eule wei&#223; n&#228;mlich fast alles. Das Pferd hat dreimal mit dem Huf an dem gro&#223;en Baum gescharrt, in dem die Eule hoch oben in einer H&#246;hle gewohnt hat. Das ist das Zeichen zwischen den Pferden und der Eule, wenn die Pferde etwas wissen wollen. Die Eule hat rausgeguckt und hat gefragt: &#8220;Was ist los, kleines Pferd?&#8221; &#8220;Ich will die Einh&#246;rner sehen&#8221;, hat das Pferd gesagt. &#8220;Die Einh&#246;rner wohnen im Himmel, da brauchst du ein Flugzeug&#8221;, hat die Eule gesagt. &#8220;Wie bekomme ich ein Flugzeug?&#8221; Das kleine Pferd lie&#223; nicht locker. Die Eule dachte eine Weile nach und sagte dann: &#8220;Ich habe eine Idee. Komm mit mir!&#8221; Die Eule flog los, und das kleine Pferd galoppierte hinter ihr her. &#8220;Das wollte ich sowieso schon lange mal machen!&#8221; rief die Eule. Sie flogen quer durch den Wald und aus dem Wald heraus und kamen schlie&#223;lich zu einem Zoo. Dort flog die Eule hinein. Sie flog zum Zoow&#228;rterhaus, guckte dort hinein und wartete, bis der W&#228;rter in eine andere Richtung schaute. Dann flog sie lautlos hinein, nahm in ihren Schnabel einen Schl&#252;ssel und flog genauso still und leise wieder heraus, hin&#252;ber zum Affenhaus. Sie &#246;ffnete den K&#228;fig und lie&#223; den Affen heraus. Setz dich auf das Pferd und halte dich an der M&#228;hne fest!&#8221;, rief sie. Der Affe tat, wie ihm gehei&#223;en wurde, die Eule flog voraus und das kleine Pferd galoppierte mit dem Affen hinterher. &#8220;Wie kann ich euch das nur danken?&#8221; fragte der Affe, als sie schlie&#223;lich in dem Wald, wo das kleine Pferd wohnte, halt machten. &#8220;Bau f&#252;r das kleine Pferd ein Flugzeug&#8221;, sagte die Eule, und bald machte sich der Affe ans Werk.<span id="more-1560"></span></p>
<p>Einige Tage baute und h&#228;mmerte der Affe auf der gro&#223;en Wiese in der Mitte des Waldes an etwas herum. Schlie&#223;lich hatte er etwas geschaffen, das sah aus wie ein Pferdewagen mit einem kleinen H&#228;uschen davor und Fl&#252;geln dahinter. In dem H&#228;uschen gab es drei gro&#223;e Hebel, an denen man ziehen konnte. Der Affe lie&#223; das kleine Pferd hinten einsteigen und stieg selbst vorne ein. Dann zog er den ersten Hebel: Der Motor begann zu tuckern. Er zog den zweiten Hebel: Das Flugzeug fuhr los und wurde immer schneller. Er zog den dritten Hebel, und das Flugzeug erhob sich in die Luft.</p>
<p>Immer kleiner wurden unter ihnen die B&#228;ume, w&#228;hrend sie h&#246;her und h&#246;her stiegen. Schlie&#223;lich n&#228;herten sie sich den Wolken. &#8220;Wir k&#246;nnen da durchfliegen, sie bestehen nur aus Nebel&#8221;, sagte der Affe, und so war es tats&#228;chlich. Bald waren sie &#252;ber den Wolken und sahen von oben, wie die Sonne auf sie schien. &#8220;Siehst du den Regenbogen?&#8221;, fragte der Affe. &#8220;Da fliegen wir durch. Der Himmel der Einh&#246;rner ist direkt hinter dem Regenbogen.&#8221; So machten sie es. Das kleine Pferd sah zum ersten Mal in seinem Leben einen Regenbogen von unten. Er leuchtete in allen Farben gleichzeitig, so etwas sch&#246;nes hatte es noch nie gesehen.</p>
<p>&#8220;Hinter dem Regenbogen sind die Wolken fest, wir k&#246;nnen darauf landen&#8221;, sagte der Affe. Und so machten sie es. Das kleine Pferd schaute sich verwundert um: &#8220;Wo sind denn die Einh&#246;rner?&#8221; &#8220;Die sind doch unsichtbar. Wir m&#252;ssen sie erst sichtbar pfeifen&#8221;, antwortete der Affe. Ich kenne den Zauberpfiff.&#8221; Und der Affe stie&#223; einen langen, verzwirbelt klingenden Pfiff aus. Sofort waren da viele Einh&#246;rner zu sehen.</p>
<p>Das kleine Pferd verbrachte nun viel Zeit damit, mit den Einh&#246;rnern zu erz&#228;hlen und zu spielen, und es stellte ihnen alle Fragen, die es ihnen schon immer hatte stellen wollen. Dann tanzten die Einh&#246;rner mit dem kleinen Pferd den himmlischen Gl&#252;ckstanz, und den tanzten sie bis zum Abend. Das Pferd war wirklich himmlisch gl&#252;cklich. Als der Abend kam, sagten die Einh&#246;rner: &#8220;Du musst jetzt wieder nach Hause, kleines Pferd!&#8221; &#8220;Warum denn? Hier ist es viel sch&#246;ner!&#8221; Das Pferd war entt&#228;uscht. &#8220;Du hast eine Aufgabe in deinem Wald zuhause&#8221;, sagten die Einh&#246;rner. &#8220;Wir m&#246;chten, dass du allen Pferden in deinem Wald den himmlischen Gl&#252;ckstanz beibringst, damit sie immer und immer wieder so gl&#252;cklich sein k&#246;nnen, wie im Himmel.&#8221; &#8220;Aber dann kann ich ja nicht hier sein&#8221;, protestierte das kleine Pferd. &#8220;Und hier ist es wirklich am sch&#246;nsten!&#8221;</p>
<p>&#8220;Wir m&#246;chten dir etwas mit auf den Weg geben&#8221;, sagten die Einh&#246;rner, und eines von ihnen &#252;berreichte ihm einen wundersch&#246;nen Edelstein. &#8220;Das hier ist ein Zauberstein. Wann immer du ihn bei dir tr&#228;gst und sogar, wenn du nur an ihn denkst, bringt er dir das Gl&#252;ck des Himmels. Du wirst himmlisch gl&#252;cklich, wenn du an ihn denkst. Was meinst du: K&#246;nnen wir dich so wieder auf die Erde gehen lassen?&#8221; Das kleine Pferd nickte.</p>
<p>Es ging zur&#252;ck zum Affen, der beim Flugzeug auf es wartete, und stieg ein. Der Affe bewegte den ersten Hebel, und der Motor begann zu brummen. Er zog den zweiten Hebel, und das Flugzeug rollte los. Er zog den dritten Hebel, und das Flugzeug erhob sich in die Luft. Die Einh&#246;rner unten, die vorher um das kleine Pferd herumgestanden waren, standen noch immer in einem Kreis. Sie alle hatten sich nun auf ihre Hinterhufe gestellt, und verabschiedeten sich auf diese Art von dem kleinen Pferd. Es sah wunderbar aus. Wieder flogen der Affe und das Pferd durch den Regenbogen, und danach tauchten sie durch den Wolkennebel nach unten hinab. Unter den Wolken konnten sie schon das Land sehen, und die Dinge tief dort unten wurden allm&#228;hlich immer gr&#246;&#223;er.</p>
<p>Bald erkannten sie die Kamark, also das Land, wo sie herkamen, und den Wald, wo das kleine Pferd wohnte, und bald auch die Lichtung, von der aus sie gestartet waren. Genau dort landete der Affe mit dem Pferd auch wieder. Die anderen Pferde begr&#252;&#223;ten sie st&#252;rmisch, und auch die Eule flog herbei, um das kleine Pferd und den Affen zu begr&#252;&#223;en. &#8220;Hast du wirklich die Einh&#246;rner gesehen?&#8221;, fragten die Pferde. Sie wollten alles &#252;ber den Himmel der Einh&#246;rner wissen. Und bald brachte das kleine Pferd den gro&#223;en Pferden den himmlischen Gl&#252;ckstanz bei, und alle wurden so gl&#252;cklich, als w&#228;ren sie im Himmel, obwohl sie doch auf der Erde waren. Sie tanzten diesen Tanz noch viele, viele Male.</p>
<p>Das kleine Pferd aber bewahrte den Zauberstein aus dem Himmel gut auf, und wann immer es wollte, dachte es an den Stein, und der Stein breitete in ihm eine wunderbare Freude aus, eine himmlische Freude, wie die Freude der Einh&#246;rner, wenn sie im Himmel tanzen.</p>
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		<title>Die Zirbelkiefer (Wachstumsst&#246;rung)</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2010/01/28/1425/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 19:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Wie geht es eigentlich deiner Freundin Lara?&#8221;, habe ich eben meine Nichte gefragt. &#8220;Hat sie noch Allergieprobleme?&#8221; &#8220;Sie behauptet noch welche zu haben, aber bei unserem gemeinsamen Urlaub vor ein paar Wochen haben wir Katzen gestreichelt, und sie hat nicht darauf reagiert. Dabei war sie fr&#252;her schlimm allergisch&#8221;. &#8220;Und ihr Asthma?&#8221; &#8220;Ich glaube, das ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wie geht es eigentlich deiner Freundin Lara?&#8221;, habe ich eben meine Nichte gefragt. &#8220;Hat sie noch Allergieprobleme?&#8221; &#8220;Sie behauptet noch welche zu haben, aber bei unserem gemeinsamen Urlaub vor ein paar Wochen haben wir Katzen gestreichelt, und sie hat nicht darauf reagiert. Dabei war sie fr&#252;her schlimm allergisch&#8221;. &#8220;Und ihr Asthma?&#8221; &#8220;Ich glaube, das ist ziemlich weg. Ich h&#246;re nichts mehr von Asthmaanf&#228;llen. Und ich erlebe keine, wenn ich bei ihr bin.&#8221;</p>
<p>Lara hatte eine Wachstumsst&#246;rung gehabt. Die St&#246;rung war wohl eine Nebenwirkung von Asthmamedikamenten, die sie regelm&#228;&#223;ig nehmen musste. So jedenfalls stand es auf dem Beipackzettel und so erkl&#228;rten es ihr die behandelnden &#196;rzte. Lara war mit zw&#246;lf auff&#228;llig klein. Das Asthma wiederum stand wohl in einem Zusammenhang mit ihren Allergien.</p>
<p>&#8220;Und ist sie gewachsen?&#8221;, habe ich weiter gefragt.&#8221;Sie behauptet immer, sie w&#228;chst nicht&#8221;, sagte meine Nichte. Aber ich habe noch nie in meinem Leben jemanden so schnell wachsen gesehen. Sie ist schon fast so gro&#223; wie ihre Mutter. Sie hat ja damals gesagt, sie wollte so gro&#223; wie ihre Mutter werden.&#8221; &#8220;Was habe ich eigentlich damals mit ihr gemacht?&#8221;, habe ich weiter gefragt. Ich hatte sie vor einem F&#252;nfvierteljahr und vor einem Dreivierteljahr zweimal hypnotisiert mit dem Ziel, ihre Allergien und ihr Asthma zu reduzieren und ihr Wachstum zu beschleunigen. &#8220;Du hattest etwas &#252;ber einen Baum erz&#228;hlt in ihrer Heimat, wie er w&#228;chst, und etwas &#252;ber Pollen&#8230;&#8221;</p>
<p>Jetzt ist es mir wieder eingefallen: Ich habe Lara gefragt, ob sie in der Schweiz, wo sie herkommt, solche Kiefern kennt, hoch oben in den Bergen, die ganz klein sind. Sie hat mir dann etwas von diesen B&#228;umen erz&#228;hlt. Ich habe sie dann gebeten, sich genau vorzustellen, sie sei eine solche Kiefer, eine Zirbelkiefer, so hei&#223;t diese besondere Sorte &#8211; das erinnerte mich daran, so erz&#228;hlte ich ihr, dass im Gehirn die Zirbeldr&#252;se sitze, die f&#252;r das Wachstum zust&#228;ndig sei, und diese Zirbelkiefern, die sind manchmal ganz klein, weil es dort oben in den Bergen so kalt ist. Aber jetzt gibt es ja diese Klimaver&#228;nderung, und die Forscher haben festgestellt, dass diese Kiefern jetzt viel schneller wachsen als vorher, und gr&#246;&#223;er werden als man das bisher kannte und von diesen B&#228;umen erwartet hat&#8230; das ist eine faszinierende Sache: Die wachsen jetzt schneller und werden gr&#246;&#223;er. Und ich glaube, dass diese Zirbelkiefer bestimmt so gro&#223; wird wie deine Mutter, sagte ich, und bin gespannt, wie gro&#223; sie noch wird&#8230;</p>
<p>Ich habe dann viel &#252;ber das Wachstum dieser Kiefern geredet.Dann erz&#228;hlte ich noch etwas dar&#252;ber, wie gut die Luft dort oben ist, und wie geschmeidig der Atem dort ist, und wie tief und gut man da atmen kann, und wie angenehm sich die Haut und die Atemwege dort anf&#252;hlen, und dass es dort zwar auch Pollen gibt, aber dass die einem gar nichts machen, weil die Luft so gut ist, und die Zirbelkiefer hat sowieso nichts gegen Pollen, sie hat ja selber welche und f&#252;hlt sich gut da oben, und in der Weise redete ich noch eine Weile weiter und lie&#223; sie dann auftauchen. (Hypnotherapeutisch fundierte Herangehensweisen bei Allergien und Asthma sind in diesem Blog unter den betreffenden Kategorien beschrieben.)</p>
<p>Interessanterweise hat meine Nichte mit Lara in den letzten Jahren Gr&#246;&#223;enmessungen mit Lara gemacht und Striche mit Daten an ihrer Zimmert&#252;re angebracht. So ergibt sich im R&#252;ckblick folgende Entwicklung:</p>
<p>Feb. 2008  dreizehnter Geburtstag<br />
27.4.2008  1,40 m<br />
14.8.2008  1,43 m<br />
3.1.2009   1. Hypnotherapie<br />
Feb. 2009  vierzehnter Geburtstag<br />
29.3.2009  1,455 m<br />
26.5.2009  1,465 m<br />
9.6.2009   1,47 m<br />
13.6.2009  2. Hypnotherapie (wovon ich oben erz&#228;hlte)<br />
9.8.2009   1,48 m<br />
14.9.2009  1,49 m<br />
18.12.2009 1,50 m</p>
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		<item>
		<title>Nussallergie</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2010/01/23/1410/</link>
		<comments>http://www.stefanhammel.de/blog/2010/01/23/1410/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 13:20:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Letzte Woche war ich bei Freunden zu Besuch, um mit ihnen und ihrem vierj&#228;hrigen Sohn Tim Schlitten fahren zu gehen. Wir sa&#223;en gerade beim Abendessen, als Tatjana und Markus von den Nuss- und Pollenallergien ihres Sohnes Tim erz&#228;hlten. &#8220;Man kann das hypnotherapeutisch gut behandeln&#8221;, sagte ich. &#8220;Ich habe das schonmal mit einem Vierj&#228;hrigen probiert, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche war ich bei Freunden zu Besuch, um mit ihnen und ihrem vierj&#228;hrigen Sohn Tim Schlitten fahren zu gehen. Wir sa&#223;en gerade beim Abendessen, als Tatjana und Markus von den Nuss- und Pollenallergien ihres Sohnes Tim erz&#228;hlten. &#8220;Man kann das hypnotherapeutisch gut behandeln&#8221;, sagte ich. &#8220;Ich habe das schonmal mit einem Vierj&#228;hrigen probiert, und es hat gut geklappt.&#8221; &#8220;Wie geht das?&#8221; Wenn ich es ihr erkl&#228;re, kann ich es auch gleich tun, dachte ich.</p>
<p>&#8220;Also&#8221;, sagte ich und wandte mich an ihren Sohn, &#8220;Tim, du wei&#223;t doch, dass der K&#246;rper sich gegen Feinde wehrt, also gegen Bakterien und solche B&#246;sewichte. Aber manchmal erwischt er auch Leute, die gar nichts B&#246;ses vorhaben, also Freunde und ganz harmlose Besucher. Das ist wie auf einer Burg, wo die Ritter auf der Burgmauer stehen und alle B&#246;sen Feinde bek&#228;mpfen. Aber weil sie so eifrig sind und keinen Feind &#252;bersehen m&#246;chten, greifen sie auch noch G&#228;ste und Freunde an, die nur friedlich die Burg besuchen m&#246;chten. D kommen zum Beispiel N&#252;sse, die gar nichts B&#246;ses vorhaben, und sie greifen sie an, und da kommen Blumen, die lieb sind, und die machen sie kaputt. Die Ritter meinen das nicht b&#246;s, sie haben nur etwas falsch verstanden. Und wenn die richtigen Feinde kommen, sind die Ritter auch noch m&#252;de, weil sie die ganze Zeit gegen normale Besucher gek&#228;mpft haben. Das ist nicht gut. Darum ruft der K&#246;nig die Ritter zusammen und sagt zu ihnen. &#8216;H&#246;rt mal, ihr macht das schon toll mit den Feinden, aber ihr braucht doch nicht die Freunde anzugreifen, und die Besucher, die sich nur mal umschauen wollen und dann wieder gehen. Die sind uns doch willkommen! Die d&#252;rfen reinkommen! Das sind doch unsere G&#228;ste! Jetzt guckt nochmal genau hin, wer die Feinde sind und wer harmlose G&#228;ste sind. Und greift nur die an, die Waffen tragen, und die Unbewaffneten lasst reinkommen. Mit denen k&#246;nnen wir feiern und es uns gut gehen lassen!&#8217; Und ich glaube, danach sind sie Schlitten fahren gegangen.&#8221; &#8220;Das letzte war geflunkert&#8221;, hat Tim gesagt und hat gekichert. &#8220;Ich gebe es zu&#8221;, habe ich geantwortet, &#8220;aber der Rest ist wirklich wahr.&#8221;</p>
<p>Jetzt hat mich Tatjana nochmal angerufen. Sie hat gesagt: &#8220;Tim hat im Kindergarten ein Nutellabrot gegessen, und keiner hat es bemerkt. Die Erzieherinnen passen da eigentlich gut auf, und sie halten den Spray immer in Reichweite, damit man Tim bei einem Erstickungsanfall schnell behhandeln kann, wenn er doch einmal N&#252;sse essen sollte. Jetzt ist ihnen das aber entgangen. Tim hat &#252;berhaupt keine Symptome gezeigt und hat weiter gespielt, als ob nichts Besonderes passiert w&#228;re.&#8221;</p>
<p>Hinweis: Vorsicht bei schweren Allergien! Die &#220;berpr&#252;fung, ob eine Allergie verschwunden ist, kann au&#223;erhalb &#228;rztlicher Behandlungen lebensgef&#228;hrlich sein.</p>
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