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	<title>HYPS &#187; Erziehung</title>
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	<description>Hypno-Systemischer Blog von Stefan Hammel</description>
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		<title>Der laute Junge</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 17:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es kam einmal ein Junge und erz&#228;hlte mir: „Meine Eltern h&#246;ren mir nie zu. Sie bemerken mich nicht einmal.“ „Er redet st&#228;ndig und ununterbrochen. Er redet oft und viel. Er unterbricht andere im Gespr&#228;ch und will selbst nie unterbrochen werden“, erz&#228;hlten die Eltern. „Je lauter ich war, desto weniger haben sie zugeh&#246;rt“, sagte der Junge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es kam einmal ein Junge und erz&#228;hlte mir:</p>
<p>„Meine Eltern h&#246;ren mir nie zu. Sie bemerken mich nicht einmal.“</p>
<p>„Er redet st&#228;ndig und ununterbrochen. Er redet oft und viel. Er unterbricht andere im Gespr&#228;ch und will selbst nie unterbrochen werden“, erz&#228;hlten die Eltern.</p>
<p>„Je lauter ich war, desto weniger haben sie zugeh&#246;rt“, sagte der Junge sp&#228;ter. „Und je weniger sie zuh&#246;rten, desto lauter wurde ich.“ Dann wurde er leise und seine Eltern h&#246;rten ihm zu.</p>
<p>Die Wirkung der Sichtweisen und V erhaltensweisen innerhalb einer Familie verst&#228;rkt und erh&#228;lt sich oft kreisf&#246;rmig. In der Familientherapie spricht man von &#8220;zirk&#252;l&#228;rer Kausalit&#228;t&#8221; und &#252;berlegt, wie eine &#8220;Musterunterbrechung&#8221; in der Interaktion der Familie aussehen kann. Was k&#246;nnte ein Therapeut dazu beitragen, dass entweder der Junge oder seine Eltern oder beide sich f&#252;r eine kleine Weile derart anders verhalten, dass die jeweils andere Partei nicht mehr gleich wie bisher reagieren kann&#8230; so dass am Ende keiner mehr das Verhalten des anderen wie bisher deuten kann und keiner mehr wie bisher reagiert&#8230; weil jeder findet, der andere habe angefangen, mit seinem unguten Verhalten aufzuh&#246;ren&#8230;?</p>
<p>Quelle:<a title="Der Grashalm in der W&#252;ste" href="http://www.stefanhammel.de/das-halmbuch.html" target="_blank"> Der Grashalm in der W&#252;ste</a>, S.126, Stefan Hammel</p>
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		<title>Der Osterhasenengel</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 08:32:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie gelingt uns der Umgang mit Verlusten? Was ist Trost? Was ist Vertr&#246;stung? Wie k&#246;nnen wir Kindern helfen, Verlorenes auch innerlich loszulassen, und wie uns selbst? Auf der Suche nach Antworten f&#228;llt mir diese Geschichte ein&#8230;</p>
<p>Zu Ostern hatten uns die Gro&#223;eltern zwei gasgef&#252;llte Ballons gekauft, in Form von Hasenk&#246;pfen mit langen Ohren. Es waren Gesichter darauf gedruckt; Jeder Hase hatte zwei lange Knabberz&#228;hne und frech blinzelnde Augen. Ich war drei Jahre alt und hatte noch nie so einen Ballon gehabt. Meine Schwester hatte mehr Erfahrung, sie war schon f&#252;nf. „Pass auf, dass du deinen Hasen nicht losl&#228;sst. Sonst fliegt er fort! Wir machen die Schlinge von dem Faden um dein Handgelenk. Halte ihn gut fest!“ Ich ballte eine Faust, w&#228;hrend sie mir die Schlinge &#252;ber die Hand streifte. Ihr Hase war gr&#252;n und meiner war blau. Wir standen mit meinem Gro&#223;vater vor seinem Haus und bewunderten die bunten Hasen, die an unseren Armen in der Luft tanzten. Ich muss eine falsche Bewegung gemacht haben: Pl&#246;tzlich schob sich die Schlinge &#252;ber mein Handgelenk, vorbei an der Hand, an den Fingern – zuerst war der Hase noch dicht &#252;ber uns und fast noch erreichbar, dann stieg er h&#246;her und h&#246;her. Mir wurde klar, dass niemand auf der Welt diesen Hasen zur&#252;ckbringen konnte. Ich konnte ihn sehen, wie er kleiner und kleiner wurde, aber ich w&#252;rde ihn niemals wieder bekommen. Mir kamen die Tr&#228;nen. „Schau mal, wie sch&#246;n er aussieht da oben“, sagte mein Gro&#223;vater. Das &#252;berzeugte mich nicht so ganz. „Der Luftballon geht auf eine Reise“, sagte meine Schwester. „Er fliegt in den Himmel.“ Wir stellten uns vor, dass er dort Gott treffen w&#252;rde und die Engel. Wie es wohl w&#228;re, mit ihm zu reisen? Was er von da oben wohl sah? Ganz klein wurde der Hase, bis wir ihn kaum noch sehen konnten. Einen Augenblick verlor ich ihn aus den Augen, dann sah ich ihn wieder, und dann war er weg. Ich konnte ihn nicht mehr finden. Wahrscheinlich war er schon im Himmel. Vielleicht als Osterhasenengel. Noch etwas traurig ging ich mit den anderen ins Haus. „Stefans Luftballon ist zu den Engeln in den Himmel gekommen“, verk&#252;ndete meine Schwester dort der Gro&#223;mutter. „Ja, wirklich? Das ist ja interessant! Erz&#228;hlt doch mal!“</p>
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		<title>Der Grashalm in der W&#252;ste</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Nov 2010 15:30:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern war ich in der Kinderpsychiatrie und habe den Kindern eine Geschichte erz&#228;hlt. Wir vergessen so oft, dass Menschen, die sich selbst und anderen M&#252;he bereiten, nicht nur aus ihren Problemen bestehen, sondern auch aus dem, was heil ist.Und wenn wir das Gesunde, Kraftvolle, Gl&#252;ckspendende im Leben der Kinder oder auch von uns selber pflegen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern war ich in der Kinderpsychiatrie und habe den Kindern eine Geschichte erz&#228;hlt. Wir vergessen so oft, dass Menschen, die sich selbst und anderen M&#252;he bereiten, nicht nur aus ihren Problemen bestehen, sondern auch aus dem, was heil ist.Und wenn wir das Gesunde, Kraftvolle, Gl&#252;ckspendende im Leben der Kinder oder auch von uns selber pflegen, k&#246;nnte es sein, dass wir mehr erreichen, als wenn wir immer mehr Zeit auf die Behandlung des St&#246;renden verwenden. Nat&#252;rlich muss man zuweilen bei dem, was st&#246;rt, ankn&#252;pfen. Wenn man allerdings bei der Behandlung der St&#246;rung h&#228;ngen bleibt, ist man wahrscheinlich schon selbst ein Teil der St&#246;rung geworden. Denn wer sagt uns, dass die Reaktionen der Menschen auf das Problem nicht zu dem Problem ma&#223;geblich beitragen? Vielleicht kommen wir schneller zum Ziel, wenn wir das Unauff&#228;llige, Gesunde, Normale in den Vordergrund unserer Betrachtung stellen. Ich habe jedenfalls den Kindern die folgende Geschichte erz&#228;hlt.</p>
<p>Ein Mann durchquerte eine W&#252;ste. Rings um ihn her gab es nur Sand, Steine und Felsen, den leuchtend blauen Himmel und &#252;ber ihm die gl&#252;hend hei&#223;e Sonne. Auf der H&#228;lfte seines Weges geschah es, dass er Rast machen wollte und sich nach einem geeigneten Platz umsah.<span id="more-1610"></span> Etwas abseits des Weges fand er einen &#252;berh&#228;ngenden Felsen, der ihm Schatten bieten konnte f&#252;r die Zeit seiner Rast. Der Mann ging dorthin. Als er ankam, sah er etwas Ungew&#246;hnliches: Im Schatten dieses Felsens wuchs tats&#228;chlich ein Grashalm. „Nanu, wo kommst du denn her?“ fragte der Mann, und dann lachte er &#252;ber sich selbst: „In meiner Einsamkeit rede ich schon mit dem Gras. Es wird besser sein, ich untersuche einmal, wo der Grashalm herkommt.“ Er scharrte das Pfl&#228;nzchen aus dem Sand und legte es behutsam zur Seite. Dann grub er tiefer und tiefer. Auch wenn er nicht gerade auf eine sprudelnde Quelle traf, so war die Erde hier tats&#228;chlich etwas feucht. Als der Mann sich wieder auf den Weg machte, verga&#223; er nicht, den Grashalm wieder auf die feuchte Erde zu setzen. Mit ein paar Steinen baute er eine kleine Mauer davor, um die Pflanze vor dem Austrocknen durch den hei&#223;en W&#252;stenwind zu sch&#252;tzen. Dann setzte er seine Reise fort. Auf seinem R&#252;ckweg kam er wieder an der Stelle vorbei. Nat&#252;rlich schaute er nach, ob sein Pfl&#228;nzchen noch lebte. Er war sehr erfreut: Aus dem Grashalm war ein richtiges kleines Grasb&#252;schel geworden. Der Mann grub noch etwas tiefer in die Erde und drang in noch feuchteres Erdreich vor. Mit einem Tuch, zwei Pf&#228;hlen und ein paar Schn&#252;ren, die er f&#252;r die R&#252;ckreise mitgenommen hatte, verbesserte er den Windschutz f&#252;r seine Pflanze. Viele Jahre sp&#228;ter musste ein Freund dieses Mannes dieselbe W&#252;ste durchqueren. Da bat er den Freund: „Schau’ doch einmal nach, was aus meiner Pflanze geworden ist – ob sie noch da ist!“ Der Freund versprach es ihm. Als er von der Reise zur&#252;ckkehrte, berichtete er: „Aus deinem Grasb&#252;schel ist ein kleines St&#252;ck Wiese geworden. Andere Reisende haben die Stelle entdeckt. Sie haben die Mauer vergr&#246;&#223;ert und noch mehr Pf&#228;hle mit T&#252;chern dort aufgestellt. Jemand hat dort einen Brunnen gegraben und mit einem St&#252;ck Leder abgedeckt. Neben dem Brunnen w&#228;chst ein sch&#246;ner Feigenbaum. In seinen Bl&#228;ttern zirpte eine Grille.</p>
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		<title>N&#228;gelkauen</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Sep 2010 19:38:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute hatte ich eine Frau zu Besuch, die sich Gedanken machte, weil ihr Pflegesohn stark an den N&#228;geln kaut. Er habe von sich aus gesagt, er wolle aufh&#246;ren, und sie hat ihm ein Mittel besorgt, dass bitter schmeckt und das er sich auf die N&#228;gel streichen kann, um sich das N&#228;gelkauen abzugew&#246;hnen.Aber bald hat der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute hatte ich eine Frau zu Besuch, die sich Gedanken machte, weil ihr Pflegesohn stark an den N&#228;geln kaut. Er habe von sich aus gesagt, er wolle aufh&#246;ren, und sie hat ihm ein Mittel besorgt, dass bitter schmeckt und das er sich auf die N&#228;gel streichen kann, um sich das N&#228;gelkauen abzugew&#246;hnen.Aber bald hat der Junge sich an den Geschmack gew&#246;hnt, und er hat weiter gekaut. Sie wollte wissen, was man da machen k&#246;nne.</p>
<p>Sie erz&#228;hlte weiter, der Junge lasse sich eher Unrecht tun, als sich zu wehren, und ziehe sich bei jeder Kritik still in sich zur&#252;ck. Allerdings tue er oft das Gegenteil dessen, was man ihm auftrage. Vielleicht habe es damit zu tun, dass er in seiner Herkunftsfamilie viel beschimpft und schlecht gemacht wurde und oft verpr&#252;gelt wurde, wenn er sich gegen Vorw&#252;rfe oder eine unfreundliche Behandlung wehrte.</p>
<p>Ich habe zu der Frau gesagt, sie solle ihm in der Apotheke ein anderes Fabrikat eines solchen Mittels kaufen und ihm sagen, dass dieses &#8220;st&#228;rker&#8221; sei. Dann solle sie ihm sagen, sie habe mit einem Therapeuten gesprochen, und der habe ihr gesagt, beide H&#228;nde gleichzeitig abgew&#246;hnen sei zu viel auf einmal. Es sei kla gewesenr, dass das nicht klappen konnte. Eine Hand auf ewinmal sei genug.</p>
<p>Dann solle sie ihn ausw&#228;hlen lassen, an welcher Hand er als erstes aufh&#246;rt, N&#228;gel zu kauen. Sie solle mehrmals fragen, ob er sicher sei, dass dies die Hand ist,  bei der er zuerst aufh&#246;ren will und sich das versichern lassen. Danach soll sie ihm mitteilen, dass er niocht aufh&#246;ren d&#252;rfe, N&#228;gel zu kauen, sondern jedesmal, wenn er an den N&#228;geln dieser Hand kaue, m&#252;sse er stattdessen auf die andere Hand wechsel und dort kauen. Das sei wichtig. Auf keinen Fall d&#252;rfe er schon aufh&#246;ren, die N&#228;gel der anderen Hand zu kauen, sondern er m&#252;sse das Kauen dort noch um die Male vermehren, die er sonst an der anderen Hand gekaut habe.</p>
<p>Wenn er versehentlich doch einmal an die Hand gerate, deren N&#228;gel wachsen sollen,sollte er zum Ausgleich umso mehr die an den N&#228;geln der anderen Hand kauen.</p>
<p>Ich sagte zu der Frau: Wenn er die N&#228;gel der einen Hand auf diese Weise zum Wachsen bekommt, gehen wir anschlie&#223;end mit der anderen Hand fingerweise vor: In der ersten Woche kaut er nur noch an vier Fingern, und an den anderen umso mehr,  in der zweiten an drei Fingern, und so weiter.</p>
<p>Wenn der Erfolg an der &#8220;sch&#246;nen&#8221; Hand dagegen zu w&#252;nschen &#252;brig l&#228;sst, stellen wir fest, die Aufgabe sei noch zu gro&#223;, arbeiten daran, dass er zun&#228;chst einen Finger ungekaut lassen kann und arbeiten uns von hier aus fingerweise vor.</p>
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		<title>Der Tanz der Einh&#246;rner</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 13:03:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich hatte ein sechsj&#228;hriges M&#228;dchen in Therapie, das &#246;fter angemerkt hat: &#8220;Ich will tot sein.&#8221; Das sagte sie, wenn sie entt&#228;uscht war, weil sie beim Spielen verloren hatte oder weil sie ein Geschenk nicht bekam. Aber man merkte auch, dass sie dabei wirklich sehr, sehr ungl&#252;cklich war. Todungl&#252;cklich, w&#252;rde das M&#228;dchen vielleicht sagen. Aufs Tot-sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte ein sechsj&#228;hriges M&#228;dchen in Therapie, das &#246;fter angemerkt hat: &#8220;Ich will tot sein.&#8221; Das sagte sie, wenn sie entt&#228;uscht war, weil sie beim Spielen verloren hatte oder weil sie ein Geschenk nicht bekam. Aber man merkte auch, dass sie dabei wirklich sehr, sehr ungl&#252;cklich war. Todungl&#252;cklich, w&#252;rde das M&#228;dchen vielleicht sagen. Aufs Tot-sein befragt, hat sie erkl&#228;rt, dass es im Himmel Engel und Einh&#246;rner gibt, und die Einh&#246;rner sind Pferde, die in den Himmel gekommen sind, und &#252;berhaupt ist es im Himmel viel sch&#246;ner.</p>
<p>Ich habe das M&#228;dchen gefragt, ob ich ihm eine Geschichte erz&#228;hlen darf. Die Geschichte ging so:</p>
<p>In einem Land, das sich Kamark nennt, gibt es einen Wald, und darin lebt eine Herde Wildpferde. Und unter ihnen lebte ein junges Pferd, das hatte einen gro&#223;en Wunsch: &#8220;Ich m&#246;chte gerne die Einh&#246;rner sehen.&#8221; Die gro&#223;en Pferde haben zu dem kleinen Pferd gesagt: Das geht nicht. Die Einh&#246;rner leben im Himmel, und da k&#246;nnen wir jetzt noch nicht hin, erst sp&#228;ter. Das kleine Pferd hat sich damit aber nicht zufrieden gegeben, und als ihm keines von den gro&#223;en Pferden eine befriedigende L&#246;sung sagen konnte, wie es die Einh&#246;rner treffen k&#246;nnte, da ist es zur Eule gegangen. Die Eule wei&#223; n&#228;mlich fast alles. Das Pferd hat dreimal mit dem Huf an dem gro&#223;en Baum gescharrt, in dem die Eule hoch oben in einer H&#246;hle gewohnt hat. Das ist das Zeichen zwischen den Pferden und der Eule, wenn die Pferde etwas wissen wollen. Die Eule hat rausgeguckt und hat gefragt: &#8220;Was ist los, kleines Pferd?&#8221; &#8220;Ich will die Einh&#246;rner sehen&#8221;, hat das Pferd gesagt. &#8220;Die Einh&#246;rner wohnen im Himmel, da brauchst du ein Flugzeug&#8221;, hat die Eule gesagt. &#8220;Wie bekomme ich ein Flugzeug?&#8221; Das kleine Pferd lie&#223; nicht locker. Die Eule dachte eine Weile nach und sagte dann: &#8220;Ich habe eine Idee. Komm mit mir!&#8221; Die Eule flog los, und das kleine Pferd galoppierte hinter ihr her. &#8220;Das wollte ich sowieso schon lange mal machen!&#8221; rief die Eule. Sie flogen quer durch den Wald und aus dem Wald heraus und kamen schlie&#223;lich zu einem Zoo. Dort flog die Eule hinein. Sie flog zum Zoow&#228;rterhaus, guckte dort hinein und wartete, bis der W&#228;rter in eine andere Richtung schaute. Dann flog sie lautlos hinein, nahm in ihren Schnabel einen Schl&#252;ssel und flog genauso still und leise wieder heraus, hin&#252;ber zum Affenhaus. Sie &#246;ffnete den K&#228;fig und lie&#223; den Affen heraus. Setz dich auf das Pferd und halte dich an der M&#228;hne fest!&#8221;, rief sie. Der Affe tat, wie ihm gehei&#223;en wurde, die Eule flog voraus und das kleine Pferd galoppierte mit dem Affen hinterher. &#8220;Wie kann ich euch das nur danken?&#8221; fragte der Affe, als sie schlie&#223;lich in dem Wald, wo das kleine Pferd wohnte, halt machten. &#8220;Bau f&#252;r das kleine Pferd ein Flugzeug&#8221;, sagte die Eule, und bald machte sich der Affe ans Werk.<span id="more-1560"></span></p>
<p>Einige Tage baute und h&#228;mmerte der Affe auf der gro&#223;en Wiese in der Mitte des Waldes an etwas herum. Schlie&#223;lich hatte er etwas geschaffen, das sah aus wie ein Pferdewagen mit einem kleinen H&#228;uschen davor und Fl&#252;geln dahinter. In dem H&#228;uschen gab es drei gro&#223;e Hebel, an denen man ziehen konnte. Der Affe lie&#223; das kleine Pferd hinten einsteigen und stieg selbst vorne ein. Dann zog er den ersten Hebel: Der Motor begann zu tuckern. Er zog den zweiten Hebel: Das Flugzeug fuhr los und wurde immer schneller. Er zog den dritten Hebel, und das Flugzeug erhob sich in die Luft.</p>
<p>Immer kleiner wurden unter ihnen die B&#228;ume, w&#228;hrend sie h&#246;her und h&#246;her stiegen. Schlie&#223;lich n&#228;herten sie sich den Wolken. &#8220;Wir k&#246;nnen da durchfliegen, sie bestehen nur aus Nebel&#8221;, sagte der Affe, und so war es tats&#228;chlich. Bald waren sie &#252;ber den Wolken und sahen von oben, wie die Sonne auf sie schien. &#8220;Siehst du den Regenbogen?&#8221;, fragte der Affe. &#8220;Da fliegen wir durch. Der Himmel der Einh&#246;rner ist direkt hinter dem Regenbogen.&#8221; So machten sie es. Das kleine Pferd sah zum ersten Mal in seinem Leben einen Regenbogen von unten. Er leuchtete in allen Farben gleichzeitig, so etwas sch&#246;nes hatte es noch nie gesehen.</p>
<p>&#8220;Hinter dem Regenbogen sind die Wolken fest, wir k&#246;nnen darauf landen&#8221;, sagte der Affe. Und so machten sie es. Das kleine Pferd schaute sich verwundert um: &#8220;Wo sind denn die Einh&#246;rner?&#8221; &#8220;Die sind doch unsichtbar. Wir m&#252;ssen sie erst sichtbar pfeifen&#8221;, antwortete der Affe. Ich kenne den Zauberpfiff.&#8221; Und der Affe stie&#223; einen langen, verzwirbelt klingenden Pfiff aus. Sofort waren da viele Einh&#246;rner zu sehen.</p>
<p>Das kleine Pferd verbrachte nun viel Zeit damit, mit den Einh&#246;rnern zu erz&#228;hlen und zu spielen, und es stellte ihnen alle Fragen, die es ihnen schon immer hatte stellen wollen. Dann tanzten die Einh&#246;rner mit dem kleinen Pferd den himmlischen Gl&#252;ckstanz, und den tanzten sie bis zum Abend. Das Pferd war wirklich himmlisch gl&#252;cklich. Als der Abend kam, sagten die Einh&#246;rner: &#8220;Du musst jetzt wieder nach Hause, kleines Pferd!&#8221; &#8220;Warum denn? Hier ist es viel sch&#246;ner!&#8221; Das Pferd war entt&#228;uscht. &#8220;Du hast eine Aufgabe in deinem Wald zuhause&#8221;, sagten die Einh&#246;rner. &#8220;Wir m&#246;chten, dass du allen Pferden in deinem Wald den himmlischen Gl&#252;ckstanz beibringst, damit sie immer und immer wieder so gl&#252;cklich sein k&#246;nnen, wie im Himmel.&#8221; &#8220;Aber dann kann ich ja nicht hier sein&#8221;, protestierte das kleine Pferd. &#8220;Und hier ist es wirklich am sch&#246;nsten!&#8221;</p>
<p>&#8220;Wir m&#246;chten dir etwas mit auf den Weg geben&#8221;, sagten die Einh&#246;rner, und eines von ihnen &#252;berreichte ihm einen wundersch&#246;nen Edelstein. &#8220;Das hier ist ein Zauberstein. Wann immer du ihn bei dir tr&#228;gst und sogar, wenn du nur an ihn denkst, bringt er dir das Gl&#252;ck des Himmels. Du wirst himmlisch gl&#252;cklich, wenn du an ihn denkst. Was meinst du: K&#246;nnen wir dich so wieder auf die Erde gehen lassen?&#8221; Das kleine Pferd nickte.</p>
<p>Es ging zur&#252;ck zum Affen, der beim Flugzeug auf es wartete, und stieg ein. Der Affe bewegte den ersten Hebel, und der Motor begann zu brummen. Er zog den zweiten Hebel, und das Flugzeug rollte los. Er zog den dritten Hebel, und das Flugzeug erhob sich in die Luft. Die Einh&#246;rner unten, die vorher um das kleine Pferd herumgestanden waren, standen noch immer in einem Kreis. Sie alle hatten sich nun auf ihre Hinterhufe gestellt, und verabschiedeten sich auf diese Art von dem kleinen Pferd. Es sah wunderbar aus. Wieder flogen der Affe und das Pferd durch den Regenbogen, und danach tauchten sie durch den Wolkennebel nach unten hinab. Unter den Wolken konnten sie schon das Land sehen, und die Dinge tief dort unten wurden allm&#228;hlich immer gr&#246;&#223;er.</p>
<p>Bald erkannten sie die Kamark, also das Land, wo sie herkamen, und den Wald, wo das kleine Pferd wohnte, und bald auch die Lichtung, von der aus sie gestartet waren. Genau dort landete der Affe mit dem Pferd auch wieder. Die anderen Pferde begr&#252;&#223;ten sie st&#252;rmisch, und auch die Eule flog herbei, um das kleine Pferd und den Affen zu begr&#252;&#223;en. &#8220;Hast du wirklich die Einh&#246;rner gesehen?&#8221;, fragten die Pferde. Sie wollten alles &#252;ber den Himmel der Einh&#246;rner wissen. Und bald brachte das kleine Pferd den gro&#223;en Pferden den himmlischen Gl&#252;ckstanz bei, und alle wurden so gl&#252;cklich, als w&#228;ren sie im Himmel, obwohl sie doch auf der Erde waren. Sie tanzten diesen Tanz noch viele, viele Male.</p>
<p>Das kleine Pferd aber bewahrte den Zauberstein aus dem Himmel gut auf, und wann immer es wollte, dachte es an den Stein, und der Stein breitete in ihm eine wunderbare Freude aus, eine himmlische Freude, wie die Freude der Einh&#246;rner, wenn sie im Himmel tanzen.</p>
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		<title>Schleuderkurs</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 06:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meine Schweizer Kollegin Catherine Iseli hat in einem Forum erz&#228;hlt von einer Schweizer Radiosendung mit dem Titel &#8220;Schleudern ohne ins Schleudern zu geraten&#8221; &#252;ber &#8220;Autofahren unter erschwerten Bedingungen&#8221; (Radio DRS1, 12.4.2010, 9-11 Uhr). Catherine berichtete: Eine Abteilung der Z&#252;rcher Polizei musste einen Auffrischungskurs besuchen, und der Polizeiinstruktor gab dann im Interview Auskunft dar&#252;ber, welches die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Schweizer Kollegin Catherine Iseli hat in einem Forum erz&#228;hlt von einer Schweizer Radiosendung mit dem Titel <a title="Zur Radiosendung" href="http://www.drs.ch/www/de/drs1/sendungen/treffpunkt/2785.sh10130488.html" target="_blank">&#8220;Schleudern ohne ins Schleudern zu geraten&#8221;</a> &#252;ber &#8220;Autofahren unter erschwerten Bedingungen&#8221; (Radio DRS1, 12.4.2010, 9-11 Uhr).</p>
<p>Catherine berichtete:</p>
<blockquote><p>Eine Abteilung der Z&#252;rcher Polizei musste einen Auffrischungskurs besuchen, und der Polizeiinstruktor gab dann im Interview Auskunft dar&#252;ber, welches die entscheidenden Dinge seien, die man trainieren m&#252;sse, um in einer  Extremsituation mit seinem Wagen nicht ins Schleudern zu geraten. Der  Instruktor sagte sinngem&#228;ss:</p>
<p>&#8220;Das Wichtigste, was man trainieren muss, ist <strong>der Blick</strong>. Menschen tendieren in einer Gefahrensituation dazu, in Panik zu geraten, die &#220;bersicht zu verlieren. Der Blick geht dann dorthin, wo das Hindernis  ist und die Gefahr droht. Die H&#228;nde lenken das Fahrzeug in die Richtung, in die der Blick geht. Das erkl&#228;rt auch, weshalb viele  Schleuderfahrten an einem Baum, einem Laternenpfahl, Pfosten etc. enden,  auch wenn sonst weit und breit kein Hindernis ist.<br />
Es gilt also, zu trainieren, den Blick und die Aufmerksamkeit in die  Richtung zu richten, wo keine Gefahr droht, wo freie Fahrt m&#246;glich ist, also in die gew&#252;nschte Richtung. Wenn der Blick dorthin geht, dann folgen die H&#228;nde automatisch und tun das Richtige, um den Wagen aus der Gefahrenzone zu bringen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sie sagt:</p>
<p>Psychotherapie ist wie Autofahren unter erschwerten Bedingungen;  unsere Klienten brauchen einen Antischleuderkurs, und sie m&#252;ssen  lernen, &#8220;<strong>den Blick</strong>&#8221; zu trainieren&#8230;</p>
<p>Danke, Catherine!</p>
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		<title>Ich gehe eine Stra&#223;e entlang</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2010/01/30/1444/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 21:48:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute ist er mir wieder begegnet. Diesen Text liebe ich sehr. Ich gehe eine Stra&#223;e entlang. Da ist ein tiefes Loch. Ich falle hinein. Ich bin verloren. Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert endlos, wieder hinauszukommen. Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang. Da ist ein tiefes Loch. Ich falle wieder hinein. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist er mir wieder begegnet. Diesen Text liebe ich sehr.</p>
<p>Ich gehe eine Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle hinein.<br />
Ich bin verloren.<br />
Ich bin ohne Hoffnung.<br />
Es ist nicht meine Schuld.<br />
Es dauert endlos, wieder hinauszukommen.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle wieder hinein.<br />
Ich kann nicht glauben,<br />
schon wieder am gleichen Ort zu sein.<br />
Aber es ist nicht meine Schuld.<br />
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich falle schon wieder hinein&#8230;<br />
aus Gewohnheit.<br />
Meine Augen sind offen.<br />
Ich wei&#223;, wo ich bin.<br />
Es ist meine Schuld.<br />
Ich komme auch sofort wieder heraus.</p>
<p>Ich gehe dieselbe Stra&#223;e entlang.<br />
Da ist ein tiefes Loch.<br />
Ich gehe darum herum.</p>
<p>Ich gehe eine andere Stra&#223;e.</p>
<p>(Sogyal Rinpoche)</p>
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		<title>Laufen lernen, und tanzen&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 17:38:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute hatte ich eine Frau in Hypnosetherapie, die nach einer Hirnblutung mit halbseitiger L&#228;hmung die Wiedereingliederung ins Berufsleben anstrebt. Sie wollte Unterst&#252;tzung wegen depressiver Tendenzen, aber auch ein mentales Training, das ihr bei der weiteren Zur&#252;ckgewinnung ihrer Handlungsf&#228;higkeit auf der rechten K&#246;rperh&#228;lfte helfen konnte. Sie ist Lehrerin und Mutter zweier Teenager und berichtete mir, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute hatte ich eine Frau in Hypnosetherapie, die nach einer Hirnblutung mit halbseitiger L&#228;hmung die Wiedereingliederung ins Berufsleben anstrebt. Sie wollte Unterst&#252;tzung wegen depressiver Tendenzen, aber auch ein mentales Training, das ihr bei der weiteren Zur&#252;ckgewinnung ihrer Handlungsf&#228;higkeit auf der rechten K&#246;rperh&#228;lfte helfen konnte. Sie ist Lehrerin und Mutter zweier Teenager und berichtete mir, dass sie fr&#252;her gerne geritten und geschwommen sei.</p>
<p>Ich redete mit ihr dar&#252;ber, dass sie zwei Kindern das Laufen beigebracht habe und wisse, dass es gut ist, die Kinder bei R&#252;ckschl&#228;gen nicht zu schimpfen, sondern zu ermutigen. Dann erz&#228;hlte ich ihr etwas &#252;ber die M&#252;hen des Laufenlernens, wie viele Dinge dabei koordiniert werden m&#252;ssen, und wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist und wie wunderbar es ist, dass ihre S&#246;hne wie auch sie selbst das gelernt hat. Ich habe ihr gesagt, dass ihre gel&#228;hmte K&#246;rperseite sei wie eine Tochter, die das Laufen lern, und ihre gesunde Seite wie die M&#252;tter, die das schon k&#246;nne und der Tochter beibringe, und dass diese Mutter ganz gewiss wisse, wie gut es ist, aus Liebe Geduld mit diesem langen Prozess zu haben und die andere Seite mit genau der Liebe und Geduld beim Lernen zu unterst&#252;tzen, die sie gegen&#252;ber ihren S&#246;hnen gezeigt hatte und gegen&#252;ber einer Tochter zeigen w&#252;rde.</p>
<p>W&#228;hrend ich redete, klingelte ihr Mobiltelefon und zog einen Teil ihrer Aufmerksamkeit auf sich. Der Klingelton war eine Salsamelodie, und so begann ich davon zu erz&#228;hlen, dass sie diesen Kl&#228;ngen entspannt lauschen k&#246;nne, und nichts zu tun brauche, sondern nur an einen Urlaub denken in einem Land, in dem diese Musik gespielt wird, oder auch daran, wie sie selbst fr&#252;her getanzt hat und wieder tanzen wird. Ich erz&#228;hlte davon, wie die Bewegungen, die sie wieder neu erlernt anfangs nur als Vorstellungen in ihrem Inneren bestehen, aber als Vorstellungen, die Impulse auf ihre Muskeln &#252;bertragen, und diese Impulse ziehen immer st&#228;rkere Wirkungen nach sich, bis sie in eine sichtbare Muskelbewegung &#252;bergehen, selbst dort, wo vorher keinerlei Regung sichtbar war. W&#228;hrend ich redete, begann das Handy wieder zu klingeln, und wieder. Jedesmal, wenn es klingelte, erz&#228;hlte ich vom Tanzen, das als Vorstellung im Kopf beginnt und das Impulse an die Muskeln erzeugt, die die Beweglichkeit erh&#246;hen, bis sie eines Tages tats&#228;chlich wieder tanzt wie fr&#252;her. Und zwischendurch erz&#228;hlte ich davon, wie sie als Kind schon mit gro&#223;er M&#252;he das Laufen erlernte, mit vielen R&#252;ckschl&#228;gen, aber unerm&#252;dlich, in dem Wissen, was andere gelernt haben, das lerne ich auch. Ich werde gehen lernen, und laufen lernen, und irgendwann werde ich tanzen.</p>
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		<title>Sicherheitsvorschrift</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2009/06/10/30/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 08:37:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Guten Morgen. Im Namen des Flugkapit&#228;ns und der Crew begr&#252;&#223;en wir Sie sehr herzlich an Bord des Fluges 714 von Frankfurt nach Madrid&#8230;“ Freundlich und routiniert klang die Stimme der Stewardess. Wie sie es w&#252;nschte, stellte ich meinen Sitz aufrecht und schloss den Sicherheitsgurt. Dann schaute ich aus dem Fenster, wo sich langsam die Rollbahn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 14pt"><span>„Guten Morgen. Im Namen des Flugkapit&#228;ns und der Crew begr&#252;&#223;en wir Sie sehr herzlich an Bord des Fluges 714 von Frankfurt nach Madrid&#8230;“ Freundlich und routiniert klang die Stimme der Stewardess. Wie sie es w&#252;nschte, stellte ich meinen Sitz aufrecht und schloss den Sicherheitsgurt. Dann schaute ich aus dem Fenster, wo sich langsam die Rollbahn nach hinten zu bewegen schien. Ich h&#246;rte, wie die freundliche Stimme sagte: „Sollte es w&#228;hrend des Fluges in der Kabine zu einem Druckverlust kommen, f&#228;llt aus der Klappe &#252;ber Ihrem Sitz automatisch eine Sauerstoffmaske. Mit Hilfe des daran befestigten Gummibandes k&#246;nnen Sie die Maske an Ihrem Kopf festziehen. Dr&#252;cken Sie die Maske fest an Ihr Gesicht und atmen Sie tief und ruhig. Reisende mit kleinen Kindern legen sich bitte <em>zuerst </em>ihre eigene Maske an und k&#252;mmern sich <em>danach</em> um die Sicherheit ihres Kindes&#8230;“ Ich schaute neben mich, wo meine Zweij&#228;hrige in ihre Decke gekuschelt sa&#223;. Ich fragte mich: W&#252;rde ich diese Vorschrift einhalten?</span><span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 14pt"><span></span></p>
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		<title>Haushaltsgegenst&#228;nde erziehen</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 13:57:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute hatte ich eine Frau in Therapie, die sagte, sie bekomme so leicht Zornausbr&#252;che, sie sei f&#252;r ihre Familie praktisch unberechenbar. Sie ist Erzieherin, und ich wei&#223;, dass Sie ihren eigenen Sohn recht anspruchsvoll und konsequent erzieht. Ich bat sie um Beispiele f&#252;r ihr Problem. &#8220;Es kommt vor&#8221;, sagte sie, &#8220;wenn ich den M&#252;lleimerdeckel nicht beim [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute hatte ich eine Frau in Therapie, die sagte, sie bekomme so leicht Zornausbr&#252;che, sie sei f&#252;r ihre Familie praktisch unberechenbar. Sie ist Erzieherin, und ich wei&#223;, dass Sie ihren eigenen Sohn recht anspruchsvoll und konsequent erzieht. Ich bat sie um Beispiele f&#252;r ihr Problem. &#8220;Es kommt vor&#8221;, sagte sie, &#8220;wenn ich den M&#252;lleimerdeckel nicht beim ersten Mal auf den Eimer bekomme, dann schleudere ich ihn vor Wut in die Ecke. Oder ich stelle einen Besen an die Wand, und er f&#228;llt um. Das macht mich w&#252;tend. Oder wenn mit dem Staubsauger irgendetwas ist, dann raste ich aus.&#8221; &#8220;Warum macht denn der M&#252;lleimer das mit Ihnen, dass er Sie den Deckel nicht draufbekommen l&#228;sst?&#8221;, fragte ich. &#8220;Will der, dass Sie dumm aussehen?&#8221; &#8220;Ja, unf&#228;hig und zu bl&#246;de, um einen Deckel auf den M&#252;lleimer zu bekommen.&#8221; &#8220;Dann erreicht er ja bei Ihnen genau sein Ziel, wenn Sie den Deckel in die Ecke schleudern. Da kann sich der M&#252;lleimer ja freuen, dann hat er&#8217;s wirklich hingekriegt, Sie unf&#228;hig aussehen zu lassen. Es gab mal einen Perserk&#246;nig, der lie&#223; das Meer auspeitschen, nachdem er ein paar Schiffe in einem Sturm verloren hatte. Er hat das Meer gez&#252;chtigt, damit es so etwas nicht wieder tut. Das finde ich vern&#252;nftig. Nicht wegen dem Meer, sondern weil der K&#246;nig damit aus seiner Hilflosigkeit in eine handelnde Haltung zur&#252;ckgefunden hat. Ich denke, es wird Zeit, dass Sie Ihren M&#252;lleimer erziehen. Sie k&#246;nnen ihm den Deckel zum Beispiel ganz langsam und gen&#252;sslich aufsetzen, so dass er sich lange mit seiner eigenen Wehrlosigkeit besch&#228;ftigen kann, und merkt, dass er es nicht hinkriegt, Sie am Deckel-draufsetzen zu hindern. Sie k&#246;nnen ihn aber auch zur Strafe einmal eine Stunde ganz ohne Deckel sein lassen, bis es ihm peinlich wird, dass er riecht und er Sie regelrecht um den Deckel bittet. Genauso ma&#223;regeln Sie den Staubsauger. Es geht nicht an, dass er &#252;ber Sie bestimmt. Lassen Sie ihn merken, dass es sich f&#252;r ihn nicht lohnt, Sie von der Arbeit abzuhalten. Sie haben das Sagen. Den Besen k&#246;nnen Sie in eine Ecke stellen, damit er sich besinnt, was er getan hat. Wenn Sie meinen, dass er sich genug Gedanken gemacht hat und sich wahrscheinlich besser verhalten wird, dann k&#246;nnen Sie ihn in den Arm nehmen und sich mit ihm auss&#246;hnen und ihm sagen, dass Sie es jetzt nochmal miteinander probieren&#8230;&#8221;</p>
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