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	<title>HYPS &#187; Auswege</title>
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	<description>Hypno-Systemischer Blog von Stefan Hammel</description>
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		<title>Methadon</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 12:15:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auswege]]></category>
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		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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		<description><![CDATA[Gestern hatte ich einen Chat mit einem fr&#252;heren Seminarteilnehmer. Der Dialog verlief etwa folgenderma&#223;en: „Hey Stefan, wenn du grad on bist, ‘ne kurze Frage…“ „Ja&#8230;“ „Mein Bruder wurde grad von seiner Freundin (Belgierin) verlassen. Sie waren f&#252;nf Jahre zusammen, aktuell machen beide ein Auslandssemester, sie in Bielefeld und er in Liverpool. Hast du eine Idee [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern hatte ich einen Chat mit einem fr&#252;heren Seminarteilnehmer. Der Dialog verlief etwa folgenderma&#223;en:</p>
<p>„Hey Stefan, wenn du grad on bist, ‘ne kurze Frage…“<br />
„Ja&#8230;“<br />
„Mein Bruder wurde grad von seiner Freundin (Belgierin) verlassen. Sie waren f&#252;nf Jahre zusammen, aktuell machen beide ein Auslandssemester, sie in Bielefeld und er in Liverpool. Hast du eine Idee wie ich ihm am besten helfen kann, das zu verwinden?“<br />
„Hat er Freunde da in Liverpool?“<br />
„Ja, schon.“<br />
„Also naja, er ist jetzt seit sechs Wochen dort.“<br />
„Wie lange bleibt er denn noch?“<br />
„Bis April.“<br />
„Wenn ihr euch gut versteht, ist es vielleicht eine M&#246;glichkeit, dass du ihm anbietest, immer wenn er ernsthaft &#252;berlegt, seine Exfreundin anzurufen oder ihr eine SMS zu schicken oder einen Brief zu schreiben, soll er dich stattdessen anrufen, egal um welche Tageszeit.“<br />
„Mhm“<br />
„Dann ersparst du ihm evtl. einige kommunikative Dummheiten die vergleichbar sind mit: Aufh&#246;ren zu rauchen, aber ab und zu doch eine paffen oder trocken werden, aber ab und zu mal eine Flasche Bier trinken.“<br />
„Ja,  verstehe.“<br />
„Je weniger Kontakt, je k&#252;rzer der Schmerz. Dazu braucht er aber jemanden, der als Methadon fungiert und ihn in kritischen Momenten auch ablenkt.“<br />
„Ja, das ist super. Leuchtet mir unmittelbar ein.“<br />
„Normalerweise w&#252;rde ich sagen ‚Ruf an, wenn&#8217;s dir schlecht geht‘ oder so, aber zu sagen ‚Ruf mich an, wenn du sie anrufen m&#246;chtest‘, ist viel besser <img src='http://www.stefanhammel.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> “<br />
„Ich denke schon. Und entsprechend statt ihr zu simsen oder zu mailen oder schreiben dir simsen oder dich anrufen.“<br />
„Ja, genau. Toll!“<br />
„Wenn du Lust hast, berichte mir, wie‘s funktioniert hat.“<br />
„Ja, gern… So, jetzt hab ich ihn am H&#246;rer&#8230;“</p>
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		<title>Occupy Wall Street, oder: Aufkl&#228;rung heute</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 22:58:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angst und Zwang]]></category>
		<category><![CDATA[Auswege]]></category>
		<category><![CDATA[Erwachsen werden]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Webtipp]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Der Grund, warum wir hier sind, ist, weil wir genug haben von der Welt, &#8230; in der 1 % an die verhungernden Kinder geht. Das reicht, um uns ein gutes Gef&#252;hl zu geben. Nachdem wir die Arbeit und die Folter outgesourct haben. Und die Partneragenturen outsourcen unser Liebesleben t&#228;glich. Wir erkennen, dass wir f&#252;r eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Der Grund, warum wir hier sind, ist, weil wir genug haben von der Welt, &#8230; in der 1 % an die verhungernden Kinder geht. Das reicht, um uns ein gutes Gef&#252;hl zu geben. Nachdem wir die Arbeit und die Folter outgesourct haben. Und die Partneragenturen outsourcen unser Liebesleben t&#228;glich. Wir erkennen, dass wir f&#252;r eine lange Zeit unser politisches Engagement outgesourced haben. Wir wollen es zur&#252;ck.&#8221;</p>
<p>Das hat am Wochenende der Philosoph und Psychoanalytiker Slavoj Zizek in einer <a href="http://occupywallst.org/">Rede in Wall Street </a>ge&#228;u&#223;ert. Sehr bemerkenswert an dieser Occupy-Wall-Street-Bewegung scheint mir, dass diese Leute die Ursache der &#246;konomischen Misere vieler Amerikaner und vieler Menschen in anderen L&#228;ndern nicht ausschlie&#223;lich in einem Fehlverhalten von Politikern und Spekulanten sehen. Sie sehen die Ursache in einem System, von dem sie selbst ein Teil sind. Sie wollen dieses System ver&#228;ndern und dabei offenbar bei sich selbst anfangen.</p>
<p>Wer auf die <a href="http://occupywallst.org/">Website von Occupy Wall Street </a>schaut, findet dort auch deren Veranstaltungskalender. Am Wochenende gab es neben der Vorlesung des Philosophen und Kulturkritikers Zizek dort eine Vorlesung eines Philosophieprophessors aus der Schweiz &#252;ber &#8220;das Ende des Finanzdenkens und die transformation der globalen Klassenstruktur&#8221;. Gestern gab es eine Gedenkveranstaltung zum Genozid an den Eingeborenen Amerikas, eine &#8220;Einf&#252;hrung in Basisdemokratie&#8221;, heute vermittelt eine Professorin &#8220;Grundlagen des Aktienmarktes&#8221;, danach gibt es einen Vortrag &#8220;Warum soziale Ungleichheit die Wirtschaft destabilisiert (und was wir dagegen tun k&#246;nnen)&#8221;.</p>
<p>Es ist bemerkenswert, dass diese Leute sich selbst als Teil des Systems, das sie unterdr&#252;ckt hat, wahrnehmen und daran arbeiten, sich ihre politische M&#252;ndigkeit von diesem Standpunkt aus aktiv zur&#252;ckerobern.</p>
<p>Das erinnert an die Gedanken, die Immanuel Kant vor langer Zeit ge&#228;u&#223;ert hat:</p>
<blockquote><p>Aufkl&#228;rung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unm&#252;ndigkeit. Unm&#252;ndigkeit ist das Unverm&#246;gen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unm&#252;ndigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschlie&#223;ung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufkl&#228;rung.</p>
<p>Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so gro&#223;er Teil der Menschen, nachdem sie die Natur l&#228;ngst von fremder Leitung freigesprochen &#8230;, dennoch gerne zeitlebens unm&#252;ndig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vorm&#252;ndern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unm&#252;ndig zu sein. Habe ich ein Buch, das f&#252;r mich Verstand hat, einen Seelsorger, der f&#252;r mich Gewissen hat, einen Arzt, der f&#252;r mich die Di&#228;t beurteilt usw., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bem&#252;hen. Ich habe nicht n&#246;tig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrie&#223;liche Gesch&#228;ft schon f&#252;r mich &#252;bernehmen.</p></blockquote>
<p>In der Medizin und Psychotherapie w&#252;nschen viele Patienten und Klienten weiterhin, dass der Fachmann oder die Fachfrau f&#252;r sie wissen m&#246;ge, was richtig ist. Ich werde nicht m&#252;de, meinen Klienten zu sagen: &#8220;Sie sind die K&#246;nigin! Sie sind der K&#246;nig. Die &#196;rzte und Berater und aucIhrychotherapeut &#8211; wir sind nur Ihre Minister.&#8221; Manchmalf&#252;ge ich noch hinzu: &#8220;Wir haben spezielle Erfahrung, die Ihre Erfahrung wertvoll erg&#228;nzt. Aber wir machen nur Vorschl&#228;ge, und Sie entscheiden, was Sie annehmen und was Sie verwerfen. Sie k&#246;nnen mich jederzeit entlassen.&#8221; Ich habe den Eindruck, manche Klienten verwundert das, und viele wollen das auch gar nicht. Sie wollen, dass ich f&#252;r sie entscheide, was gut ist.</p>
<p>Zum Gl&#252;ck scheint die Zahl derer mehr zu werden, die nicht behandelt werden m&#246;chte, sondern beraten. Und die dann selbst entscheiden, was sie w&#228;hlen und was sie verwerfen. Indessen &#8211; sicher bin ich mir dar&#252;ber nicht. Ich wei&#223; nur, dass ich es mir w&#252;nsche.</p>
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		<title>Kleine Dinge zwischen Himmel und Erde</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2011/06/02/1742/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Jun 2011 14:26:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auswege]]></category>
		<category><![CDATA[Dankbarkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gewissen]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>

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		<description><![CDATA[Einige Gedanken zum Himmelfahrtstag&#8230; Der Himmel ist wohl doch keine von uns getrennte Welt: &#8220;Das Himmelreich ist mitten unter euch&#8221; hat der Rabbi aus Nazareth gesagt, an dessen Entschwinden in den &#8220;Himmel&#8221; der heutige Tag erinnert. Man kann den griechischen Originaltext auch &#252;bersetzen: &#8220;Das Himmelreich ist inwendig in euch&#8221;, weil &#8220;in&#8221; und &#8220;zwischen&#8221; im Griechischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Gedanken zum Himmelfahrtstag&#8230;</p>
<p>Der Himmel ist wohl doch keine von uns getrennte Welt: &#8220;Das Himmelreich  ist mitten unter euch&#8221; hat der Rabbi aus Nazareth gesagt, an dessen  Entschwinden in den &#8220;Himmel&#8221; der heutige Tag erinnert. Man kann den  griechischen Originaltext auch &#252;bersetzen: &#8220;Das Himmelreich ist inwendig  in euch&#8221;, weil &#8220;in&#8221; und &#8220;zwischen&#8221; im Griechischen dasselbe Wort ist. Also: &#8220;Der Himmel ist mitten in und mitten unter euch&#8230;&#8221; Wenn er denn da sein darf. Wenn wir ihn da sein lassen. Aber manchmal kommt er auch &#252;berraschend.</p>
<p>Man lebt ja oft so ohne Himmel vor sich hin. Wahrscheinlich die meiste Zeit lebe und denke ich so, als habe alles seine Ursachen und Wirkungen irgendwo in der Welt der Physik und der Logik. Und manchmal geschehen Dinge, die ich mir nur durch das Wirken h&#246;herer M&#228;chte erkl&#228;ren kann. Seltsame Welt&#8230;</p>
<p>Ich sah vor mir dieses Bild, mitten am Tag. Eine kleine H&#252;tte mit Stroh gedeckt, am Rand eines Dorfes fern, fern in der Savanne Afrikas. Vor der H&#252;tte spielten Kinder, und im Haus machte sich ihre Mutter mit dem S&#228;ubern und Ordnen von Gegenst&#228;nden des t&#228;glichen Lebens zu schaffen. Ich sah dieses Bild, und ich erkannte: Das ist die Familie meines Nachbarn aus Kenia. Und ich wusste pl&#246;tzlich: „Es geht ihnen gut.“ Ein seltsamer Tagtraum – ob ich ihm davon erz&#228;hlen soll? Ich verga&#223; das Bild und ging meinen allt&#228;glichen Gesch&#228;ften nach. Drei Tage sp&#228;ter fiel mir die Szene wieder ein und der Satz: „Es geht ihnen gut“. Ob das wohl etwas zu bedeuten hatte? Ich ging zu meinem Nachbarn. „Ich muss Ihnen einmal etwas erz&#228;hlen. Ich hatte einen merkw&#252;rdigen Traum. Ich wei&#223; nicht, was Sie davon halten…“, so erz&#228;hlte ich ihm. Der Mann aus Afrika sah mich mit gro&#223;en, ernsten und gl&#252;cklichen Augen an. Dann brach es aus ihm hervor: „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen! Meine Familie schreibt mir bisher jeden Tag. Jetzt aber habe ich seit einer ganzen Woche nichts mehr von ihnen geh&#246;rt. Ich bin in gro&#223;er Sorge gewesen! Was Sie mir sagen, ist eine &#228;u&#223;erst wichtige Nachricht f&#252;r mich! Ich danke Ihnen…“ So wird man zum Briefboten.</p>
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		<title>Symptome in den Urlaub schicken</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2011/05/19/1735/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 May 2011 16:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[Allergie]]></category>
		<category><![CDATA[Angst und Zwang]]></category>
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		<description><![CDATA[Manchmal schlage ich Klienten vor, mit ihren K&#246;rperteilen oder auch mit ihren Symptomen zu sprechen, mit ihrer Angst, ihrem Schwindel, ihren Schmerzen oder ihrem Ohrgeklingel. Manchmal bitte ich sie, ihnen etwas auszurichten, zum Beispiel, dass wir ihre positive Absicht sehen, den Klienten zu sch&#252;tzen und ihnen jetzt zeigen, wie die Symptome &#8220;ihrem Menschen&#8221; noch besser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal schlage ich Klienten vor, mit ihren K&#246;rperteilen oder auch mit ihren Symptomen zu sprechen, mit ihrer Angst, ihrem Schwindel, ihren Schmerzen oder ihrem Ohrgeklingel. Manchmal bitte ich sie, ihnen etwas auszurichten, zum Beispiel, dass wir ihre positive Absicht sehen, den Klienten zu sch&#252;tzen und ihnen jetzt zeigen, wie die Symptome &#8220;ihrem Menschen&#8221; noch besser als bisher helfen k&#246;nnen. Manchmal schlage ich ihnen vor, ihre Symptome mit einer neuen Aufgabe zu betrauen, zum Beispiel einen bisher eher hinderlichen &#196;rger oder Gr&#252;belzwang zu bitten, zuk&#252;nftig die Abwehr von Krankheitserregern zu unterst&#252;tzen und sich somit beim Immunsystem n&#252;tzlich zu machen. Manchmal schlage ich den Klienten auch vor, ihre Symptome als Dank f&#252;r ihren unerm&#252;dlichen Einsatz in Urlaub zu schicken oder sie ehrenvoll in den Ruhestand zu versetzen &#8211; zuweilen auch verbunden mit der Bitte, in ganz besonderen F&#228;llen noch einmal auf ihren Rat und ihre langj&#228;hrige Lebenserfahrung zur&#252;ckgreifen zu d&#252;rfen. Johannes Conzelmann, ein Kollege von mir aus G&#246;rlitz, den ich vor einigen Jahren im Bereich Hypnotherapie ausgebildet habe, nutzt diese Art, mit dem K&#246;rper und seinen Symptomen umzugehen, ebenfalls. Ich glaube, sein Sohn hat sich das von ihm abgeguckt. Der Kollege hat mir diese Woche jedenfalls Folgendes berichtet:</p>
<blockquote><p>Mein Sohnemann Vincent (5) sollte gestern Abend, wie jeden Abend, ins Bett gehen und wie jeden Abend wollte er noch nicht. Ich versuchte also ihn davon zu &#252;berzeugen, dass er doch M&#252;de sei, schlie&#223;lich habe er sich schon die Augen gerieben.<br />
Vincent &#252;berlegte kurz, guckte erst auf die Seite, dann wieder zu mir, grinste von einem Ohr bis zum anderen und sagte:<br />
&#8220;Meine M&#252;digkeit ist gerade in Urlaub gefahren, da kann sie sich von dem bl&#246;den Augenreiben erholen. Komm jetzt, wir spielen noch ein bisschen!&#8221;<br />
Tats&#228;chlich war er f&#252;r die n&#228;chste Dreiviertelstunde nochmal so munter, dass an schlafen gehen nicht zu denken war <img src='http://www.stefanhammel.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p></blockquote>
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		<title>Gespr&#228;che am Sterbebett</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 09:43:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Asthma / Atem]]></category>
		<category><![CDATA[Auswege]]></category>
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		<category><![CDATA[Gewissen]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie spricht man mit Menschen im Koma? Und was kann man zu einem sterbenden Menschen sagen? Grunds&#228;tzlich Dinge, deren positive Ausrichtung sofort sp&#252;rbar ist und die zugleich ehrlich sind. Grunds&#228;tzlich Dinge, die den Sterbenden als Lebenden respektieren. Grunds&#228;tzlich m&#246;chte ich weder so tun, als g&#228;be es kein Sterben, noch so, als w&#228;re der andere schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie spricht man mit Menschen im Koma? Und was kann man zu einem sterbenden Menschen sagen? Grunds&#228;tzlich Dinge, deren positive Ausrichtung sofort sp&#252;rbar ist und die zugleich ehrlich sind. Grunds&#228;tzlich Dinge, die den Sterbenden als Lebenden respektieren. Grunds&#228;tzlich m&#246;chte ich weder so tun, als g&#228;be es kein Sterben, noch so, als w&#228;re der andere schon nicht mehr da. Grunds&#228;tzlich m&#246;chte ich so reden, dass es das Mitdenken nicht schwerf&#228;llt: Ganz anschaulich, in Bildern, in Tagtr&#228;umen, und m&#246;glichst in Worten, die dem anderen Menschen schon l&#228;ngst etwas bedeuten. Einige Gedanken aus meiner Arbeit als Pfarrer m&#246;chte ich hier anf&#252;gen.</p>
<p>Vor kurzem wurde ich ins Krankenhaus gerufen, zu einem schwer kranken Mann. Die &#196;rzte sagten, dass er in den n&#228;chsten Tagen oder Wochen sterben werde. Seine Frau, die sehr gl&#228;ubig war, hatte mich gebeten, zu kommen. Als ich mit den beiden sprach, wurde bald deutlich: Er wollte kein Gebet, das Abschied bedeuten k&#246;nnte. Er wollte leben. „Verstehen Sie“, sagte er, „Beten ist gut, aber jetzt geht es nicht. Jetzt ist nicht die Zeit. Vielleicht sp&#228;ter“, sagte er. Ob ich aus der Ferne um Leben, um ein Wunder f&#252;r ihn beten sollte, fragte ich. „Das ist gut“, antwortete er.<br />
Am anderen Tag lag er im Koma. Es atmete in kurzen St&#246;&#223;en, und es war zu sehen, dass er im Sterben lag. Ich las ihm den Psalm vom guten Hirten vor, sprach ein Gebet, das Vaterunser und einen Segen. Wenn ich den Eindruck hatte, dass ihm eine Zeile des Psalms gut tat, las ich die Zeile zweimal oder dreimal. Ich las die Zeilen ruhig und mit Pausen vor, und wir hatten den Eindruck, dass dar&#252;ber auch sein Atem immer ruhiger wurde. Sein Atem folgte meinem, und wenn ich sehr langsam sprach, setzte der Atem manchmal f&#252;r eine Weile aus, um danach doch wieder ruhig weiterzuflie&#223;en. Alles, was ihm Kummer oder Angst machen k&#246;nnte, m&#246;ge er ablegen, so bat ich ihn, wie an einer Garderobe Gottes. Was mit Schuld oder Vorw&#252;rfen zu tun h&#228;tte, alle Gedanken, die was ihm nicht gut t&#228;ten und alles, was er nicht braucht, m&#246;ge er wie Kleider ablegen bei Gott. Nach diesen Worten von meiner Seite sprach auch seine Frau mit ihm &#252;ber das Loslassen: Davon, dass Sie ihn nicht festhalte, dass er loslassen d&#252;rfe und davon, dass er seine Liebe zu ihr auch von der anderen Seite aus ausdr&#252;cken kann. Es scheint mir ganz deutlich so, dass er das h&#246;ren und f&#252;r sich annehmen konnte. Etwa eine viertel Stunde sp&#228;ter starb er ruhig, ohne Kampf.</p>
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		<title>Noch einmal Schnarchen</title>
		<link>http://www.stefanhammel.de/blog/2011/01/07/1637/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Jan 2011 22:33:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ambivalenz]]></category>
		<category><![CDATA[Auswege]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Positives Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaf]]></category>
		<category><![CDATA[Verspannungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute hatte ich eine Frau in der Beratung, die es nervt, dass ihr Mann schnarcht. Es f&#228;llt ihr schwer, dabei zu schlafen, w&#228;hrend er nicht von ihr geweckt werden m&#246;chte. So schlafen sie meistens in getrennten Betten, was sie aber auch bedauern. Beim letzten Mal hatte ich ihr einige Methoden gezeigt, wie man daf&#252;r sorgen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute hatte ich eine Frau in der Beratung, die es nervt, dass ihr Mann schnarcht. Es f&#228;llt ihr schwer, dabei zu schlafen, w&#228;hrend er nicht von ihr geweckt werden m&#246;chte. So schlafen sie meistens in getrennten Betten, was sie aber auch bedauern. Beim letzten Mal hatte ich ihr einige Methoden gezeigt, wie man daf&#252;r sorgen kann, dass einen das Schnarchen nicht mehr st&#246;rt oder dass der Partner nicht mehr schnarcht (www.stefanhammel.de/blog/2008/01/08/383/). Jetzt kam sie wieder und sagte: &#8220;Das hat alles nicht so funktioniert. Au&#223;erdem &#252;berzeugt es mich nicht, mir das Schnarchen meines Mannes sch&#246;n zu reden. Es nervt eben doch.&#8221; Schlie&#223;lich sagte ich, der Anteil ihrer Pers&#246;nlichkeit, der sich &#252;ber das Schnarchen &#228;rgere, wolle ja etwas Gutes f&#252;r sie &#8211; was auch immer das sei. Aber gewiss habe er seine Werte und seine positive Intention, die er dabei verfolge. So schlug ihr vor, sich dann eben auf das Schnarchen zu konzentrieren, und sich dann richtig darauf zu konzentrieren und sich ordentlich dar&#252;ber zu &#228;rgern, viel mehr als vorher. Sie k&#246;nnte sich so lange darauf konzentrieren und dar&#252;ber &#228;rgern, bis sie davon m&#252;de werde und davon einschlafe oder bis sie die Lust verliere und etwas anderes vorzeiehe. &#220;berraschenderweise fand sie das richtig gut. Sie wollte dann noch einmal hypnotisiert werden, und ich sagte etwa das Folgende zu ihr: &#8220;Es kann sein, dass es Sie weiter st&#246;rt, dass Ihr Mann schnarcht. Aber das braucht Sie nicht zu st&#246;ren. Es braucht Sie nicht zu st&#246;ren, wenn es Sie st&#246;rt. Ein Teil von Ihnen kann sich dar&#252;ber &#228;rgern und daran st&#246;ren, w&#228;hrend die anderen Teile von Ihnen sich nicht daran zu st&#246;ren brauchen, dass es diesen Teil st&#246;rt. Dieser Teil hat seine guten Gr&#252;nde daf&#252;r, und die anderen Teile k&#246;nnen sich mit etwas anderem befassen und schon einmal schlafen gehen. Dieser Teil kann wach bleiben, um sich daran zu st&#246;ren, oder er kann sich entscheiden, dass es die Hauptsache ist, sich daran zu st&#246;ren, und er das auch im Schlaf tun kann. Vielleicht entdeckt er auch, dass er auf einer Skala des &#196;rgerns nur einen bestimmten Grad des Genervtseins braucht oder dass es verschiedene Arten gibt, sich an etwas zu st&#246;ren, und er eine bestimmte Art vorzieht. Vielleicht entdeckt er, dass er seine gute Intention auf eine andere Art als vorher verwirklichen kann, und egal, auf welche Art er sich an dem Schnarchen st&#246;ren m&#246;chte und wieviel er davon braucht, braucht es die anderen Teile der Pers&#246;nlichkeit nicht zu st&#246;ren. Sie k&#246;nnen sich mit etwas anderem befassen und gerne auch schlafen.&#8221;</p>
<p>Das Gesicht der Klientin ver&#228;nderte sich vollkommen. Sie sah sehr gl&#252;cklich aus. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.</p>
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		<title>Good Vibrations</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Nov 2010 09:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gerade bin ich mit den Korrekturen zum &#8220;Handbuch der therapeutischen Utilisation&#8221; besch&#228;ftigt, das im April bei Klett-Cotta erscheint. Das Buch enth&#228;ltFallbeispiele und Erkl&#228;rungen dazu, wie man in der Therapie gerade die Dinge f&#252;r die Ziele der Klienten nutzen kann, die auf den ersten Blick unn&#252;tz, l&#228;stig oder geradezu sch&#228;dlich erscheinen. Dazu geh&#246;ren nat&#252;rlich die Erfahrungen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade bin ich mit den Korrekturen zum &#8220;Handbuch der therapeutischen Utilisation&#8221; besch&#228;ftigt, das im April bei Klett-Cotta erscheint. Das Buch enth&#228;ltFallbeispiele und Erkl&#228;rungen dazu, wie man  in der Therapie gerade die Dinge f&#252;r die Ziele der Klienten nutzen kann, die auf den ersten Blick unn&#252;tz, l&#228;stig oder geradezu sch&#228;dlich erscheinen. Dazu geh&#246;ren nat&#252;rlich die Erfahrungen, deretwegen die Leute in Therapie gekommen sind, zum anderen aber auch ganz allt&#228;gliche St&#246;rungen. Ich gebe einmal ein Beispiel.</p>
<p>Eine Frau wollte gerne hypnotisiert werden, weil sie sich nur schwer konzentrieren k&#246;nne, Ged&#228;chtnisprobleme habe und sich meistens verwirrt f&#252;hle. Die ersten Therapiestunden ergaben, dass es gen&#252;gend famili&#228;re Probleme gab, um diese Schwierigkeiten zu erkl&#228;ren. Die Frau w&#252;nschte sich jedoch eine Therapie, die die ihre Familiensituation unber&#252;cksichtigt lassen sollte. Ich erkl&#228;rte ihr, ich hielte zwar grunds&#228;tzlich ein anderes Vorgehen f&#252;r angezeigt, ihrem ausdr&#252;cklichen Wunsch entsprechend werde ich aber mit ihr daran arbeiten, ihre mentalen Prozesse so weit als m&#246;glich zu optimieren, ohne ihre Familienbeziehungen und die sich daraus ergebenden Probleme zu bearbeiten.<br />
Nach einigen S&#228;tzen der Hypnoseinduktion begann, f&#252;r mich unvorhergesehen, im Keller ein Handwerker mit einer Schlagbohrmaschine eine Wand zu durchbohren. Minutenlang vibrierte das Haus, und der L&#228;rm war so gewaltig, dass ich sehr laut reden musste, um f&#252;r die Klientin h&#246;rbar zu bleiben. Ich sagte:<br />
„Manchmal geschieht es, dass etwas Unvorgesehenes unser Leben ersch&#252;ttert, und wir merken erst einen Augenblick sp&#228;ter, dass es etwas Gutes ist, was mit uns geschieht. Es ist, als ob in uns etwas zurecht ger&#252;ttelt wird, so dass in unserem K&#246;rper und Geist etwas vibriert und unsere geistigen F&#228;higkeiten aktiviert. In uns kommt etwas zum Schwingen und eine gute Resonanz bringt in uns alle Gedanken an den richtigen Platz, alle Erinnerungen und all unser Wissen werden dadurch aufger&#228;umt, werden neu geordnet und dadurch neu auffindbar.“<br />
Einige Tage sp&#228;ter sagte eine andere Frau, die mit dieser Klientin befreundet war, zu mir: „Meine Freundin hat gesagt, Sie hatten einen Handwerker im Haus, der mit einer Maschine gearbeitet hat, und das sei so wohltuend gewesen.“</p>
<p>(Aus: Stefan Hammel, Handbuch der therapeutischen Utilisation. Vom Nutzen des Unn&#252;tzen in Psychotherapie, Kinder- und Familientherapie, Heilkunde und Beratung. Stuttgart, Klett-Cotta 2011)</p>
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		<title>Der Grashalm in der W&#252;ste</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Nov 2010 15:30:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern war ich in der Kinderpsychiatrie und habe den Kindern eine Geschichte erz&#228;hlt. Wir vergessen so oft, dass Menschen, die sich selbst und anderen M&#252;he bereiten, nicht nur aus ihren Problemen bestehen, sondern auch aus dem, was heil ist.Und wenn wir das Gesunde, Kraftvolle, Gl&#252;ckspendende im Leben der Kinder oder auch von uns selber pflegen, k&#246;nnte es sein, dass wir mehr erreichen, als wenn wir immer mehr Zeit auf die Behandlung des St&#246;renden verwenden. Nat&#252;rlich muss man zuweilen bei dem, was st&#246;rt, ankn&#252;pfen. Wenn man allerdings bei der Behandlung der St&#246;rung h&#228;ngen bleibt, ist man wahrscheinlich schon selbst ein Teil der St&#246;rung geworden. Denn wer sagt uns, dass die Reaktionen der Menschen auf das Problem nicht zu dem Problem ma&#223;geblich beitragen? Vielleicht kommen wir schneller zum Ziel, wenn wir das Unauff&#228;llige, Gesunde, Normale in den Vordergrund unserer Betrachtung stellen. Ich habe jedenfalls den Kindern die folgende Geschichte erz&#228;hlt.</p>
<p>Ein Mann durchquerte eine W&#252;ste. Rings um ihn her gab es nur Sand, Steine und Felsen, den leuchtend blauen Himmel und &#252;ber ihm die gl&#252;hend hei&#223;e Sonne. Auf der H&#228;lfte seines Weges geschah es, dass er Rast machen wollte und sich nach einem geeigneten Platz umsah.<span id="more-1610"></span> Etwas abseits des Weges fand er einen &#252;berh&#228;ngenden Felsen, der ihm Schatten bieten konnte f&#252;r die Zeit seiner Rast. Der Mann ging dorthin. Als er ankam, sah er etwas Ungew&#246;hnliches: Im Schatten dieses Felsens wuchs tats&#228;chlich ein Grashalm. „Nanu, wo kommst du denn her?“ fragte der Mann, und dann lachte er &#252;ber sich selbst: „In meiner Einsamkeit rede ich schon mit dem Gras. Es wird besser sein, ich untersuche einmal, wo der Grashalm herkommt.“ Er scharrte das Pfl&#228;nzchen aus dem Sand und legte es behutsam zur Seite. Dann grub er tiefer und tiefer. Auch wenn er nicht gerade auf eine sprudelnde Quelle traf, so war die Erde hier tats&#228;chlich etwas feucht. Als der Mann sich wieder auf den Weg machte, verga&#223; er nicht, den Grashalm wieder auf die feuchte Erde zu setzen. Mit ein paar Steinen baute er eine kleine Mauer davor, um die Pflanze vor dem Austrocknen durch den hei&#223;en W&#252;stenwind zu sch&#252;tzen. Dann setzte er seine Reise fort. Auf seinem R&#252;ckweg kam er wieder an der Stelle vorbei. Nat&#252;rlich schaute er nach, ob sein Pfl&#228;nzchen noch lebte. Er war sehr erfreut: Aus dem Grashalm war ein richtiges kleines Grasb&#252;schel geworden. Der Mann grub noch etwas tiefer in die Erde und drang in noch feuchteres Erdreich vor. Mit einem Tuch, zwei Pf&#228;hlen und ein paar Schn&#252;ren, die er f&#252;r die R&#252;ckreise mitgenommen hatte, verbesserte er den Windschutz f&#252;r seine Pflanze. Viele Jahre sp&#228;ter musste ein Freund dieses Mannes dieselbe W&#252;ste durchqueren. Da bat er den Freund: „Schau’ doch einmal nach, was aus meiner Pflanze geworden ist – ob sie noch da ist!“ Der Freund versprach es ihm. Als er von der Reise zur&#252;ckkehrte, berichtete er: „Aus deinem Grasb&#252;schel ist ein kleines St&#252;ck Wiese geworden. Andere Reisende haben die Stelle entdeckt. Sie haben die Mauer vergr&#246;&#223;ert und noch mehr Pf&#228;hle mit T&#252;chern dort aufgestellt. Jemand hat dort einen Brunnen gegraben und mit einem St&#252;ck Leder abgedeckt. Neben dem Brunnen w&#228;chst ein sch&#246;ner Feigenbaum. In seinen Bl&#228;ttern zirpte eine Grille.</p>
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		<title>Recycling II</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 16:03:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das erinnert mich an eine Beobachtung in verschiedenen St&#228;dten in Kambodscha. Ich denke zum Beispiel an Phnom Penh. Wir gehen durch eine Einkaufsstra&#223;e. „Wick-wack, wick-wack.“ Eine Hupe, die wie eine Gummi-Badeente klingt, k&#252;ndigt eine M&#252;llsammlerin an, mit ihrem Handwagen durch die Stra&#223;e zieht. Manche dieser Sammlerinnen sind auf Glas- und Plasikflaschen spezialisiert, manche nehmen jede [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das erinnert mich an eine Beobachtung in verschiedenen St&#228;dten in Kambodscha. Ich denke zum Beispiel an Phnom Penh.</p>
<p>Wir gehen durch eine Einkaufsstra&#223;e.<br />
„Wick-wack, wick-wack.“<br />
Eine Hupe, die wie eine Gummi-Badeente klingt, k&#252;ndigt eine M&#252;llsammlerin an, mit ihrem Handwagen durch die Stra&#223;e zieht. Manche dieser Sammlerinnen sind auf Glas- und Plasikflaschen spezialisiert, manche nehmen jede Art von M&#252;ll, einige suchen Reis- und Baustoffs&#228;cke oder Dosen.<br />
Glasflaschen werden an Moped-Tankstellen verkauft, die am Stra&#223;enrand Benzin verkaufen, Plastikflaschen k&#246;nnen als Wasserbeh&#228;lter dienen oder verfeuert werden, Baustoffs&#228;cke k&#246;nnen mit Beton gef&#252;llt als formbare Mauersteine Verwendung finden und Nahrungsmittels&#228;cke mit sch&#246;nen Motiven k&#246;nnen in Taschen f&#252;r Touristen verwandelt werden. Aus Blechdosen kann man Spielzeug machen, das ebenfalls von Touristen gekauft wird.<br />
Phnom Penh hat keine geregelte M&#252;llabfuhr. Die Stra&#223;en sind weitgehend abfallfrei.</p>
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		<title>Das Monster vom Kartoffelkeller</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 17:17:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Hammel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie vielleicht schon zu bemerken war, bin ich aus dem Urlaub zur&#252;ckgekehrt. Die Zeit in Kambodscha war eindrucksvoll und w&#228;re es wert, in vielen Geschichten erz&#228;hlt zu werden. In der Zeit habe ich aber auch eine Mail bekommen von einer Blog-Leserin mit einer Geschichte, die gut in diesen Blog passt und die ich mit Erlaubnis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie vielleicht schon zu bemerken war, bin ich aus dem Urlaub zur&#252;ckgekehrt. Die Zeit in Kambodscha war eindrucksvoll und w&#228;re es wert, in vielen Geschichten erz&#228;hlt zu werden. In der Zeit habe ich aber auch eine Mail bekommen von einer Blog-Leserin mit einer Geschichte, die gut in diesen Blog passt und die ich mit Erlaubnis der Autorin ver&#246;ffentlichen darf. Die Geschichte geht so&#8230;</p>
<p>Als ich klein war geschah etwas h&#246;chst Seltsames. Meine Mama schickte mich in den Keller zum Kartoffeln holen. Das war schon h&#228;ufiger vorgekommen, doch an diesem einen Tag geschah, wie schon erw&#228;hnt, etwas h&#246;chst Seltsames -etwas monstr&#246;ses! Schon als ich die Kellert&#252;r &#246;ffnete &#252;berkam mich ein seltsam &#228;ngstliches Gef&#252;hl, ich knipste schnell das Licht an und wollte die Kartoffeln in die Sch&#252;ssel lesen, da h&#246;rte ich ein Ger&#228;usch. Es war ein kratziges, schnaufiges Scharren. Die Sch&#252;ssel fiel scheppernd zu Boden, als ich aufsprang und aus dem Keller rannte. Oben erz&#228;hlte ich meiner Mama von dem Ger&#228;usch. Sie redete beruhigend auf mich ein und kam mit mir in den Keller, doch dort war alles still. So ging es einige Tage. Immer wenn ich alleine war, vernahm ich das Ger&#228;usch, war jemand bei mir, dann war es still. Da nicht immer jemand mit mir in den Keller gehen konnte riet mir meine Mama fortan zu singen, denn der Gesang eines M&#228;dchens k&#246;nne unheimliche Ger&#228;usche vertreiben. Ich versuchte es, aber das Scharren blieb.<br />
Wenige Tage nachdem ich es zum ersten Mal geh&#246;rt hatte, entdeckte ich die Ursache des Scharrens. In der hintersten Kellerecke, dort wo kein Licht hinfiel, sa&#223; ein schauriges Monster mit langen wilden Haaren, drei rot glimmenden Augen, einem gierigen Mund voller kleiner, spitzer, blutgieriger Z&#228;hne. Seine Arme waren lang und behaart und an seinen schleimigen H&#228;nden waren acht Finger die sich gierig nach mir reckten.<br />
Ich war starr vor Schreck und als die Starre sich l&#246;ste, rannte ich panisch nach oben, um Mama zu holen. Wie zu erwarten war das Monster jedoch verschwunden, als meine Mama mit mir in den Keller ging.</p>
<p>So wurde es f&#252;r mich immer schrecklicher, die Kellertreppe hinab zu steigen, denn ich wusste genau worauf das Monster wartete. Auf einen g&#252;nstigen Moment, um mich zu packen, an sich zu rei&#223;en und seine widerlichen Z&#228;hne in mein Fleisch zu rammen. Woher ich das wusste, kann ich allerdings nicht sagen.<br />
Die Jahre vergingen. Ich zog in meine erste eigene Wohnung &#8211; und das Monster zog dort in den Keller. Auch bei meinen weiteren Umz&#252;gen, gelang es dem Unhold stets mir zu folgen und die dunkelste Ecke des Kellers f&#252;r sich zu beanspruchen.</p>
<p>Doch heute entschloss ich, mich dem Monster zu stellen.</p>
<p>Mit einer f&#252;r Monster h&#246;chst gef&#228;hrlichen Waffe bezwang ich die Kellertreppe. Ich h&#246;rte das kratzige, schnaubige Scharren, sah die schleimigen H&#228;nde, die sich nach mir ausstreckten. Todes mutig bewegte ich mich langsam, Schritt f&#252;r Schritt auf die Ecke zu. Dann stand ich dem Monster gegen&#252;ber, so nah wie nie zuvor. Ich konnte seinen nach Verwesung stinkenden Atem riechen. Schon wollte ich mich umdrehen und weg rennen, da sp&#252;rte ich in meiner Hand die Schwere und K&#252;hle der Monsterwaffe. Ich nahm allen Mut und alle Kraft zusammen hob sie an, richtete sie auf das Monster und dr&#252;ckte ab&#8230;..</p>
<p>Das Licht der Taschenlampe durchflutete die Ecke. Sofort begann das Monster vor meinen Augen zu verschwimmen und als sich meine Augen an das helle Licht gew&#246;hnt hatten, war das Monster vollst&#228;ndig verschwunden. Da sp&#252;rte ich das unwiderstehliche Bed&#252;rfnis zu lachen in mir. Erst leise dann immer lauter bahnte sich das Gel&#228;chter seinen weg aus meinem Innersten ins Freie und so wurden auch die letzten Reste und Spuren des Monsters aus unserem Keller vertrieben.</p>
<p>So habe ich nach vielen Jahren den Sieg &#252;ber mein pers&#246;nliches Monster davongetragen.</p>
<p>(Tamara Peter)</p>
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